Warum wird in einer kirchlichen Predigt genau das immer wiederholt, was selbstverständlich sein sollte?

Am letzten Sonntag war ich in der Kirche bei einer Konfirmation. Da ist mir bewusst geworden, dass sich ziemlich jedes Gebet, jedes Lied und jede Predigt auf einen Kern konzentriert, der nur immer und immer wieder unterschiedlich verpackt dargeboten wird.

Der Kern ist

  • Gott ist groß
  • Gott / Jesus liebt dich

Das wurde so häufig in unterschiedlicher Form wiederholt, dass ich mich gefragt habe, wieso das Christen überhaupt nötig haben. Ich muss gestehen, dass ich Atheist bin, aber ich bin mir sicher, dass ich mich auch ein bisschen genervt / gelangweilt fühlen würde, wäre ich gläubig. Ich saß da zwei Stunden und wofür, habe ich mich gefragt. Klar wollte ich meinem Familienangehörigen beistehen, aber inhaltlich bin ich nur für die zwei oben genannten Aussagen "Gott ist groß" und "Gott liebt dich" zur Kirche gegangen.

Gerade wenn man gläubig ist, müsste das doch eine Selbstverständlichkeit sein, die nicht immer wiederholt werden müsste.

Tja und was macht man, wenn man sich auf etwas keinen Reim bilden kann? Man fängt an, mutzumaßen, wie so etwas entstehen konnte. Meine Gedanken gingen dann in die Richtung, dass das Volk Israel ja früher noch viel depressiver gewesen sein musste als die Deutschen heute. Das erinnert mich daran, wie manche Leute vom Motivationstrainer gesagt bekommen, sie sollten sich morgens vor den Spiegel stellen und sich zehnmal sagen "Du schaffst das.", "Du bist gut.",...
Und so ein bisschen erinnert mich das an Gehirnwäsche, muss ich ehrlich sagen.

Also nochmal zusammengefasst meine Frage:

Hältst du als Christ es für notwendig, dir immer wieder zu sagen, dass Gott groß ist und dass er dich liebt?
Oder ist es einfach etwas, was sich mit der Zeit eingeschliffen hat und zu einem Automatismus, einem sinnbildhaften Mantra entwickelt hat?
Oder siehst du das wie ich, dass man mal gucken könnte, was es sonst noch an religiösen Themen gäbe?

Religion, Kirche, Fundament, Konfirmation, Predigt, Kerne
24 Antworten
Wie sollte man sich als Nichtgläubiger und selber Konfirmierter an der Konfirmation von Geschwistern verhalten?

Mein jüngerer Bruder feiert in einigen Wochen seine Konfirmation und möchte einfach mal ein paar - fremde - Meinungen und Lebenserfahrung dazu hören.

Situation ist folgende:

ich werde erst in ein paar Monaten 18, wurde selber viel zu jung (schon mit 12!) konfirmiert, bin aber schon vor langer Zeit ausgetreten und mittlerweile strikter Atheist. Mit meinen Eltern ist in der Hinsicht leider nicht gut Kir(s)chen essen. Ich konnte sie davon überzeugen den Gottesdienst nicht besuchen zu müssen, aber meinen, um den guten Schein zu wahren, dass ich bei der Feier dabei sein müsse. Zusätzlich artet es - nicht nur bei ihm - aus mit "Geschenken" - er will Moneten, eine Kamera und ein neues Handy. Alleine seine Verhaltensweisen sind dermaßen unreif und raffgierig, dass ich es als Zeit- und Geldverschwendung betrachte, für gläubig halte ich ihn auch nicht wirklich.

Mein Standpunkt ist eben, dass ich religiöse Feste nicht unterstützen muss, vor denselben Bekannten fünf Jahre später nicht als undankbar dastehen oder als schlechterer Teil von beiden dargestellt werden möchte. Ich erachte es als meine Freiheit, meine Eltern hingegen kommen mit zig Drohungen und emotionaler Erpressung daher.

Sollte ich nur des Anstands wegen dieser Konfirmation beiwohnen oder währenddessen still und leise abwesend sein?

Und sollte ich ihm etwas schenken (kein Geld oder Technik!)?

Achja, auf "Antworten" der Zeugen Jehovas hier kann ich gerne verzichten!

Religion, Familie, Freundschaft, Christentum, evangelisch, Konfirmation
16 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Konfirmation