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Wie normal ist es im Einzelhandel, dass ein Mitarbeiter einen Stammkunden von sich aus grüßt?

Ich (w) bin Stammkundin in einem großen Lidl in einer Millionenstadt. Es geht um einen männlichen Mitarbeiter dort.

Normalerweise kennt man das ja so: Man steht an der Kasse, lächelt sich kurz an, sagt „Hallo“ – klassischer Kunde-Verkäufer-Kontakt.

In meinem Fall gab es jedoch ein paar Situationen, die ich schwer einordnen kann. Zweimal ist es schon passiert, dass dieser Mitarbeiter nicht an der Kasse war, sondern an der Schlange vorbeigegangen ist. Dabei hatten wir Augenkontakt, und es war auffällig, dass er genau in dem Moment zu lächeln angefangen hat, als er mich gesehen hat (ich habe natürlich zurückgelächelt).

Die für mich komischste Situation war folgende: Es war etwa eine halbe Stunde vor Ladenschluss, es war wenig los, nur eine Kasse offen. Ich stand bereits in der Schlange (außer mir noch 3 weitere Personen). Der Mitarbeiter war etwa 5 Meter entfernt an einer anderen Kasse und hat dort sauber gemacht. Wir hatten wieder Augenkontakt, er hat mich angelächelt und in normaler Lautstärke „Hallo“ gesagt.

Dabei war es für mich nicht ganz eindeutig, ob er wirklich mich meinte (wegen der Entfernung). Niemand sonst hat geantwortet. Ich war kurz überfordert und habe nur gelächelt und genickt. Etwa 1–2 Minuten später kam er dann genau zu der Kasse, an der ich stand, und hat dort weiter sauber gemacht. Als ich den Laden verlassen habe und an ihm vorbeigegangen bin, hat er noch einmal „Hallo“ gesagt, diesmal eindeutig zu mir – da habe ich auch klar zurückgegrüßt.

Jetzt frage ich mich: Wenn das einfach nur Freundlichkeit gegenüber einer Stammkundin ist – warum dann dieses erste, eher „unklare“ Hallo aus der Entfernung?

Und warum zweimal so kurz hintereinander, statt einfach beim nächsten Einkauf oder von Anfang an eindeutig zu grüßen?

Gerade weil es kein kleiner Laden, sondern ein großer Lidl in einer Großstadt ist, wo täglich sehr viele Kunden durchlaufen und alles schnell gehen muss, finde ich das eher ungewöhnlich. Andere Mitarbeiter erkennen mich sicher auch vom Sehen, aber niemand würde mich einfach so grüßen – besonders nicht auf diese Art beim ersten Mal.

Deshalb meine Frage vor allem an Leute aus dem Einzelhandel (z. B. Lidl, Aldi, große Supermärkte):

Wie normal ist es für euch, Stammkunden außerhalb der Kasse gezielt zu grüßen?

Würdet ihr so ein Verhalten einfach als Freundlichkeit einordnen oder ist das eher untypisch, bzw. kann da auch mehr dahinterstecken?

Ich bin gespannt auf eure Einschätzungen und Erfahrungen 😊

Kleine Zusatzinfo: Seit dieser Situation grüßt er mich im Laden weiterhin jedes Mal, wenn er mich sieht, und sagt dabei auch von sich aus zuerst „Hallo“. Es ist also nicht bei dieser einen Situation geblieben, sondern hat sich seitdem so eingependelt.

Gruß, ALDI, Einzelhandel, Großstadt, Höflichkeit, Kasse, Lächeln, Lidl, Mitarbeiter, Rewe, smalltalk, Verkäufer, Interesse zeigen

BIDS weil ich erwarte, dass meine Nachbarn mich zurückgrüßen?

Ich lebe in einer Großstadt in einem Haus mit vielen Parteien. Wenn man sich im Aufzug oder auf dem Gang trifft, dann ist es hier Usus, dass man sich gegenseitig kurz begrüßt und verabschiedet. Danach muss auch kein Gespräch entstehen, es handelt sich nur um die gegenseitige Kenntnisnahme, dass man sich für kurze Zeit denselben Raum teilt.

Nun habe ich aber Nachbarn, die nie zurück grüßen, egal in welcher Situation. Zuletzt fuhr ich zB mit dem Aufzug hinunter ins Erdgeschoss, im sechsten Stock blieb er stehen und die besagten Nachbarn stiegen zu. Ich grüßte natürlich freundlich mit "Hallo!", doch die beiden schauten mich nur schweigend an und drehten sich wortlos weg. Danach verbrachten wir etwa 15 unangenehme Sekunden in der kleinen Aufzugbox. Auch ein Abschied wurde mir nicht gewährt, obwohl ich freundlich "Tschüß!" sagte, als ich ausstieg. Sie trugen übrigens keine Kopfhörer oder waren sonst auf den ersten Blick nicht aufnahmefähig. Gehört wurde ich, geschätzt an den Blicken, wohl auch.

Das ist aber nur eine von sehr vielen Situationen, in denen meine Nachbarn so handeln. Erst fand ich es nur schade, doch mittlerweile ärgert es mich sogar, dass ich so gar nicht wahrgenommen werde. Eigentlich schulden die beiden mir ja auch nichts, aber dennoch wünsche ich mir natürlich eine schöne Nachbarschaft in der man sich zumindest kurz gegenseitig zur Kenntnis nimmt. Ich will ja nicht mal ein Gespräch dazu.

Bin ich der Spießer, dass ich mir das so sehr wünsche? Was meint ihr?

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Was sagt Ihr zu einem Typen, der handshake ablehnt, aber umarmung will?

Sollten auch andere in der Gruppe reagieren? wie?

Ein Mann hat von einer Frau mehrfach gesagt bekommen, dass sie keine Umarmung von ihm (mehr) will. Wenn sie sich treffen bei Anlässen (im Rahmen von privaten Gruppen- oder Vereinstreffen bzw. bei Gruppenaktivitäten), vermeidet er es inzwischen, sie anzusprechen, aber er "lauert" gern bei Begrüßung oder Abschied (wo sich viele Leute umarmen) auf "ihre Umarmung", die sie ihm aber länger schon offen versagt. Sie hatten Differenzen, er wollte offensichtlich "mehr" als sie von ihm, und es gab auch andere Dispute über Ansichten.

Er hat die Frau auch mal umarmt als sie gesagt hat nein, er meinte, das sei nicht schlimm, es gehöre sich, dass sie ihn wie alle anderen wieder umarmt. Die Frau sagte, das sei widerlich und sie könne den Typen nicht ab.

Er sieht ihre Ablehnung als Resultat von realitätsverdrehender falscher Wahrnehmung...

Neulich hat er ihr wieder eine Umarmung angeboten, sie hat aber statt dessen die Hand angeboten zum Handshake. Das lehnte er aber wiederum ab. Er beschwerte sich dann bei Kollegen, dass die Frau nicht ok sei deswegen. Dass man sie irgendwie "wieder einrenken" müsse (ggf. anspielend auf Zeiten, in denen die Frau auch ihn wie weiterhin alle anderen zur Begrüßung umarmt hat). Die Frau hat diesen Nachsatz, den sie selber hören konnte, als Gipfel der Frechheit betitelt. Der Mann machte ihr früher auch immer Komplimente, obwohl die Frau mehrfach gesagt hat, dass sie das nervt. Ist er nur schräg und nervig oder ist das schon eine Art Belästigung?

Ich habe dann einer Freundin davon erzählt und sie meinte das sei eine Art Sexismus. Natürlich muss er die Hand nicht geben zum Gruß - aber wenn er es schlechtmacht, dass er "keine Umarmung bekommt", sei das nicht o.k.

Was meint Ihr, seht Ihr dass da eine Grenze überschritten ist oder nicht? Alles im Bereich Meinungsäußerung/zulässiger und ehrlicher Gefühlsbekundung in Gruppendynamiken?

Die Frau hat dem Mann jedenfalls ihren Handshake nicht aufgedrängt, nur angeboten. Der Mann macht immer auf "beleidigte Leberwurst", wenn die Frau ihn nicht umarmt. Er vermeidet es phasenweise, sie zu treffen, auch bei eigentlich ihnen beiden wichtigen Anlässen, aber wenn sie sich treffen im Gruppenkontext, erwartet er Umarmung aus "Höflichkeit" und äußert öfter, eigentlich seit Jahren immer mal wieder, dass er gern mehr Zeit mit ihr verbringen würde, sie so toll sei, aber wenn sie drauf pfeift oder die Augen rollt, ihm sagt, sie wolle nix von ihm und könne sein Geschmachte nicht mehr ab, dann ignoriert er das oder guckt beleidigt, traurig oder stöhnt abgefressen, tut so als wäre sie schuld, wenns ihm nicht so gut geht... ich denke, er ist einseitig verliebt und die Frau kann damit nichts anfangen, hat keinen Bock darauf, das ständig "gezeigt" zu bekommen von ihm und will ihn "nur" als Kollegen.

Wenn man ihm das aber sagt, zählt er unzählige Beispiele von früher auf, die er als wechselseitiges Interesse deutet oder wo er was reininterpretiert, was sie aber dementiert.

Beziehung, Gruß, Belästigung, Gruppendynamik, Ignoranz, Kollegen, Streit, umarmen

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