Gibt es überhaupt noch einen Ausweg?

Am Ende, angekommen in dem Moment, den ich schon seit einiger Zeit erwartete.

Das Schwarze Schaf der Familie. Ich wusste schon seit Jahren dass dieser Moment kommt, denn ich war schon immer ein Verlierer.

Lang ist es her, dass ich in dieser Familie glücklich war.

Es ist einfach nur traurig, einfach nur tragisch...

Mit 5 fing ich schon an Verantwortung für die Familie zu tragen.

Pass auf die anderen auf während wir weg sind, Hol deinen schreienden Bruder, der gerad aus dem Schlaf erwacht ist, kümmer dich um deine Geschwister, sei ein Vorbild als ältester Bruder.

Meine Aufgaben, die mich als kleines Kind Stolz machten, sollten im Endeffekt mein Untergang werden...

Ich habe zu viel durchgemacht. Ich habe mich immer für meine Geschwister und deren Zukunft eingesetzt. Ich habe mich dafür sogar meinen über alles geliebten Eltern wiedersetzt. Immer und immer wieder weil sie im Unrecht waren. Oder weil die Strafe zu hart war für das 'vergehen'.

Ich habe Schläge schweigen über mich hingenommen, solange sie fair waren.

Ich habe mich vor meine Geschwister geworfen, damit diese die Schläge meiner Eltern nicht abbekommen. Immer und immer wieder.

Hätte ich damals gewusst, wie undankbar meine Geschwister sind, dann hättte ich sie verrotten lassen.

Ich hatte immer eine große Klappe. Aber nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie. Ich hab immer das Potential gesehen, dass in jedem steckt und nicht die dünne Wand, die sie behindert.

Ich bin nie auf den Ablschlussball gegangen, hab nie studiert was ich wollte, habe meine Komplette Kindheit für diese Familie geopfert, und doch bin ich das schwarze Schaf.

Meine Eltern, wollten nie ihre Erziehungsweise überdenken. Doch ich musste diesen Beschissenen Krieg kämpfen weil es sonst keiner machen würde. Immerhin ging es um die Zukunft der Familie, oder nicht??

Letztenendes, verbrachte ich unendlich viel Zeit damit, meine Eltern eines besseren Pfades zu zeigen.

'Hört euren Kindern zu', 'Respektiert Grenzen', 'Verbring mehr Zeit mit ihnen'

'Antwortet nicht mit allem gleich mit Gewalt'

'Bestraft jemanden nicht bevor er überhaupt die Tat begangen hat'

Und so weiter und so weiter. Sogar sowas wie gemeinsames Zähneputzen und was mir sonst noch nicht einfällt hatte ich erwähnt. Alles nur trivialitäten, ALLES.

Aber selbst diese Trivialitäten, die den Bund der Familie gestärkt hätten, waren ihnen wohl zu viel.

'Sei froh dass du überhaupt n Dach überm Kopf und Essen hast. Das reicht doch schon als Erziehung. Nur für das solltest du uns respektieren'

Eigentlich möchte ich nur eines wissen. Kann ich einfach weglaufen?

Ich bin 23, Azubi, n fetter einsamer Loser, keine Freunde, kein Leben außerhalb meines Zimmers. Ich hab noch nen Kredit den ich abbezahlen muss, aber sonst nicht wirklich was.

Ich will einfach nur alles hinwerfen und mich in ein anderes Land verpissen. Meinetwegen auch unter ner Brücke sterben oder so.

Wie kann ich weglaufen?

flechten
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