Werden Einkünfte aus im EU-Ausland erbrachten Dienstleistungen (Rechnung=reverse-charge) auf die dt. Umsatzgrenze von 17500 für Kleinunternehmer angerechnet?

Folgende Situation:

Ich bin freiberuflicher Artist und nutze seit vielen Jahren die Kleinunternehmer-Regelung mit der bekannten Umsatzgrenze von 17.500 Euro. Somit weise ich auf meinen Rechnungen keine Mehrwertsteuer aus was mir sehr gelegen kommt, da ich sehr häufig für Privatpersonen Auftritte veranstalte. Die Umsatzgrenze habe ich in den vergangenen Jahren nie ausgereizt.

Nun bietet sich mir die Möglichkeit, im nächsten Jahr für mehrere gut bezahlte Auftritte in einem niederländischen Zirkus zu arbeiten. Aufgrund des dort erzielten Einkommens würde ich die Umsatzgrenze von 17.500 Euro überschreiten und aus der Kleinunternehmerregelung herausfallen. Dem niederländischen Zirkus würde ich eine Rechnung mit reverse-charge Verfahren schreiben (Umkehr der Umsatzsteuerlast auf den Leistungsempfänger = Zirkus, da Ort der Leistungserbringung im Land des Leistungsempfängers).

Daher meine Frage: Werden die in den Niederlanden erzielten Einkünfte auf das in Deutschland erzielte Einkommen angerechnet und somit für die Bestimmung der Einhaltung der Umsatzgrenze mitgerechnet oder sind für die Kleinunternehmerregelung nur die in Deutschland erzielten Umsätze relevant? Das auch der Umsatz aus NL in der Einkommenssteuererklärung trotzdem mit angegeben werden muss ist mir klar, mir geht es einzig um die Kleinunternehmerregelung.

Steuern, Recht, Freiberufler, Kleinunternehmer, Steuerrecht, Umsatzsteuer, Reverse Charge, Wirtschaft und Finanzen, Beruf und Büro
2 Antworten
Kleinunternehmerregelung und Digistore24: Was passiert, wenn die Umsatzgrenze überschritten wird?

Hallo liebes Community,

ich habe ein kleines Nebengewerbe (natürlich auch angemeldet) aufgebaut, mit dem ich über den Bezahldienstleister digistore24 etwas Geld dazu verdiene. 

Der Verkauf bei digistore24 läuft nach dem Resellermodell ab, d.h. es kommt zu einem Vertrag zwischen dem Käufer und Digistore24 als Verkäufer (nicht mit mir als Verkäufer). Das heißt also ich stelle Digistore24 mein Produkt zur Verfügung und die verkaufen es in Ihrem Namen, wickeln die Rechungsstellung sowie Abführen von Steuern etc. ab und erhalten dafür natürlich auch eine Provision. Am Ende des Jahres habe ich mir dann immer meine "Verdienste" überweisen lassen und diese über meine normale Steuererklärung und Einkommenssteuerzahlung versteuert bzw. muss Einkommenssteuervorausszahlungen vierteljährlich leisten. Soweit so gut.

Da alle Umsätze immer unter der Kleinunternehmerschwelle von 17500 € lagen habe ich noch keine Berührungspunkte mit einer Umsatzsteuervoranmeldung gehabt.

Jetzt meine Frage: Eigentlich kann ich doch gar keine Umsatzsteuervoranmeldung machen, weil das Digistore24 ja prinzipiell schon macht und ja sowieso auch die Umsatzsteuern automatisch abführt etc. Wenn ich jetzt über die 17500 € Umsatz kommen sollte und Umsatzsteuervorrauszahlungen leisten müsste wäre das ja "doppelt gemoppelt", da Digistore24 dies ja ebenfalls schon macht. Wie würde es in diesem Fall ablaufen, wenn ich die Schwelle von 17500 € durchbreche? Muss ich dann Umsatzsteuervoranmeldungen / -zahlungen machen?

Kurz gesagt bekomme ich ja von digistore24 das, was am Ende nach USt-Steuern und Abzug von Provisionen übrig bleibt. Auf diese Einnahmen rechne ich dann in der EÜR über Elster meine Abzüge/Ausgaben an und muss dann dementsprechend nur noch die Einkommenssteuer bezahlen.

Ich hoffe Ihr wisst, was ich meine. Vielen Dank schonmal im Voraus für Eure Antworten.

LG, beth01

Steuern, Recht, Steuererklärung, Finanzamt, Gewerbe, Kleinunternehmer, Steuerrecht, Umsatzsteuer, Unternehmen, Unternehmensgründung, Auto und Motorrad, Wirtschaft und Finanzen
11 Antworten
Abschreibung als Kleinunternehmer?

Hi, ich habe einmal eine Frage zum Thema "Abschreibung" für Kleinunternehmer bei der Steuererklärung (für 2019).

Sagen wir einmal ich hätte über das Jahr 2018 genau 3000€ als (nebenberuflicher) Kleinunternehmer (ohne MwSt. Ausweisung) eingenommen. Im gleichen Jahr habe ich zudem einen Monitor (400€) und ein Notebook (über 1800€) gekauft.

Einnahmen: 3000€ netto
Ausgaben: 2200€ brutto

Frage 1:
Seit dem 01.01.2018 können GWG bis 800€ netto direkt abgeschrieben werden. Somit könnte ich den Monitor (400€ brutto) direkt abschreiben und das Notebook zu 1/5, also 360€ brutto (da alles über 1000€ netto über 5 Jahre abgeschrieben werden muss - richtig?).

Ergibt eine Gesamtabschreibung für 2018 von: 760€ brutto

Kann ich eigentlich nur den Netto-Betrag abschreiben oder eben auch brutto?

Frage 2:
Kann ich nun einfach in meiner "Anlage S" die Summe 760€ (oder eben den Netto-Betrag) von meinen Einnahmen abziehen und müsste somit nur 2240€ (3000€ - 760€) als Gesamteinnahmen versteuern?

Frage 3:
Gilt der Wert von 800€ bzw. max. 1000€ GWG pro Ware/Gegenstand oder ist das die maximale Gesamtsumme aller Waren/Gegenstände, die ich abschreiben kann? Anders gefragt, könnte ich (nur fiktiv) 10 Monitore a 400€ direkt abschreiben oder gehen nur zwei, da ich sonst über die 800€ komme?

Hoffe, man versteht was ich meine. Würde mich über kompetente Hilfe freuen ...

Steuern, Steuererklärung, Finanzamt, Kleinunternehmer, Wirtschaft und Finanzen
3 Antworten
Fragen zu Kleinunternehmer mit Umsatzsteuer ID?

Hallo ich suche dringend etwas Aufklärung zu meiner Situation wäre nett wenn jemand Ahnung von Steuern hat und mir helfen könnte :)

Ich bin gerade dabei mich selbstständig zu machen genauer gesagt will ich Amazon FBA betreiben. Nun ist es so dass ich vor 3 Tagen den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim FA abgegeben habe. Ich will die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen und gleichzeitig auch eine ust ID, da dies sehr vorteilhaft für FBA ist (Leistungen von Amazon werden sonst doppelt versteuert). Jetzt hat mich gestern eine Frau vom FA angerufen und gefragt weshalb ich die Nummer brauche und ich habe es ihr erklärt. Sie sagte mir dadurch sei ich Erwerbssteuerpflichtig sprich ich muss monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben (richtig ?) Das habe ich vorher leider garnicht gewusst und nun kommt mir etwas Panik auf denn einen Steuerberater habe ich nicht und wollte eigentlich vorerst darauf verzichten unter anderem wegen nicht allzu großem Budget. Nun kommen mir ein paar Fragen auf die hoffentlich jemand beantworten kann:

  • Ab wann ist eigentlich die erste Umsatzvorsteuervoranmeldung fällig ? (Das Gewerbe habe ich bereits am 20.06.18 angemeldet, zählt das schon ab da?)
  • Muss ich auch eine Umsatzvorsteuervoranmeldung einreichen wenn ich noch keinen Umsatz gemacht habe? (werde vermutlich erst im November/Dezember die ersten Umsätze erzielen)
  • Gibt es noch etwas spezielles zu beachten bei der Umsatzvorsteuervoranmeldung als Kleinunternehmer?
  • Bekomme ich noch irgendeine Rückantwort oder Infos vom FA jetzt nachdem ich den Fragebogen abgegeben habe?

Danke sehr für kommende Antworten !!

Steuern, Amazon, Selbstständigkeit, Business, Kleinunternehmer, Steuerberater, Umsatzsteuer, umsatzsteuervoranmeldung, Fba
7 Antworten
Zwei Steuererklärungen für privat und gewerblich (EÜR)?

Hallo,

ich bin hauptberuflich in Teilzeit fest angestellt und habe bisher immer eine normale Einkommensteuererklärung abgegeben. Seit Januar 2017 bin ich nebenberuflich Kleinunternehmer.

Eine sehr grundsätzliche Frage, die ich bislang noch nicht klären konnte, ist, ob ich nun für 2017 zwei Steuererklärungen statt einer abgeben muss. Also 1x privat die Einkommensteuererklärung wie gewohnt und 1x eine separate Steuerklärung/EÜR extra für die Firma, die ich als Kleinunternehmer gegründet habe?

Oder anders gefragt: Kommen sowohl die Einkünfte aus nicht-selbstständiger Arbeit als auch die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (ich habe 2017 nur Geld in den Betrieb reingepumpt und noch nichts daran verdient) in dieselbe Einkommensteuererklärung?

Wenn ja: Wird die EÜR dann an diese private Einkommensteuererklärung angehängt oder separat verschickt?

(Die letzte Frage ergibt sich daraus, dass bei meiner Privatanschrift ein anderes Finanzamt zuständig ist als bei der Anschrift für den Hauptsitz meines Gewerbes.)

Ich werde, falls ich auf zu viele Probleme stoßen sollte, natürlich einen Steuerberater hinzuziehen. Zuvor möchte ich aber zumindest versuchen herauszufinden, wie weit ich ohne Steuerberater mit der Klärung der Fragen komme. Ein Fristverlängerungsschreiben ist im Übrigen bereits vorbereitet.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

Selbstständigkeit, Recht, Steuererklärung, Einkommensteuererklärung, einnahmenueberschussrechnung, EÜR, Kleinunternehmer, Einnahmen-Überschuß-Rechnung, Einnahmen-Überschussrechnung, Wirtschaft und Finanzen, Steuererklärung 2017
4 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Kleinunternehmer

Berufsgenossenschaft befreiung für Einzel+Kleinunternehmer?

7 Antworten

Kann ich eine Rechnung auf fremden Namen von der Steuer absetzen?

7 Antworten

Darf ich als Kleinunternehmer einen Firmennamen wählen oder muss dieser mein Name sein?

9 Antworten

Gewerbe Abmeldung + Steuererklärung

4 Antworten

Kleingewerbe Quittung ausstellen?

3 Antworten

19% MwSt rückwirkend den (eigenen) Kunden in Rechnung stellen?

11 Antworten

Kleinunternehmer 17500 Euro....zählt ein Minijob auf 450 Euro Basis dazu?

1 Antwort

Kleinunternehmer - Was ist "Umsatz"?

17 Antworten

Auto-Leasing oder Finanzierung als Kleinunternehmer?

5 Antworten

Kleinunternehmer - Neue und gute Antworten