Alte Kirchen abreißen?

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich bin dafür, viele historische Kirchen, auch auf dem Land, zu erhalten. Sie sind Glaubens- und Bauzeugnisse früherer Generationen und Landmarken und sind oft steinerne Zeugnisse früherer Jahrhunderte.

Wir leben in einem Land, das im weltweiten Vergleich viel Geld für Denkmalschutz zur Verfügung hat. Das reicht für viele Bauwerke, aber längst nicht für alle.

Daher erwägen Kirchengemeinden, häufig im ländlichen Sachsen-Anhalt oder Brandenburg, schon mal, ihre Dorfkirchen abzureißen, auch schon mal welche aus dem Mittelalter, und neue, viel kleinere zu bauen, die den Bedürfnissen sehr kleiner Gemeinden viel eher entsprechen.

Ich finde das sehr verständlich, wenn kein Fördergeld zum Erhalt gefunden wird. Unterhaltung, geschweige denn Sanierung, ist für viele Kirchengemeinden eine finanziell unmögliche Aufgabe. Oft schaffen sie es kaum, die Mittel aufzubringen, um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, also die Kirche so zu sichern, dass niemand, der sie betritt oder in ihre Nähe kommt, zu Schaden kommt.

Da ist es dann häufig wirtschaftlich sinnvoller, einmalig für Rückbau und Neubau Geld in die Hand zu nehmen und dann ein kleines Kirchenbauwerk zu haben, das man auch nachhaltig finanziell bewältigen kann.

Anscheinend ist es häufig die atheistische Mehrheitsbevölkerung in solchen Dörfern, die den Kirchenabriss nicht möchte, wegen Landmarke, Wahrzeichen des Dorfes, Familienerinnerung etc.

Wenn sie durch Fördervereine das Geld auftreiben, freut es mich ja. Mich wundert aber ehrlich gesagt ein wenig, dass jemand, der mit Kirche eigentlich nichts am Hut hat, so an solch einem Bauwerk hängen kann, dass ihr/ihm Landmarken und Wahrzeichen so wichtig sein können.

In der Innenstadt meiner Heimatstadt Köln stehen 12 romanische Kirchen, Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sollen es noch etwa doppelt so viele gewesen sein, die im Zuge der Stadterweiterungen des 19. Jh verschwunden sind. Ich finde die noch bestehenden alle wunderschön. Aber trauert irgendeiner denen nach, die da noch zusätzlich standen? Ist es nicht normal, dass immer nur bestimmte Bauwerke einer Epoche überdauern und andere verschwinden?

Mich würde interessieren, was hier andere zum Thema Kirchenabriss denken, besonders auch Atheisten.

Religion, Kirche, Politik, Christentum, Abriss, Atheist, Denkmal, Denkmalschutz, Philosophie und Gesellschaft
Unwirksamkeit bei Änderung Gemeinschaftseigentum im Einzeldenkmal?

Folgender Fall:

Objekt: Einzeldenkmal was aktuell nach Denkmalrichtlinien saniert wird (Rückfassade, Treppenhaus, Keller und Strassenfassade. Die Sanierungen wurden eng mit der Denkmalbehörde abgestimmt.

Das Anwesen besitzt auf der Strassenseite einen ca. 3 Meter tiefen Bereich der als Vorgarten und als früherer Ladenzugang aufgeteilt ist.

Die EG-Wohnung in der früher ein Laden untergebracht war wurde mittlerweile als Wohnraum umgebaut mit erfolgter Nutzungsänderung.

Der frühere Ladenzugang war/ist Gemeinschaftseigentum

Der Vorgarten der sich angrenzend vom Hofzugangstor bis zum früheren Ladenzugang zieht ist als Sondernutzungsrecht der EG-Wohnung zugeteilt.

Der Eigentümer der EG-Wohnung hat kurz vor dem Verkauf seiner Wohnung einen einstimmigen Beschluss bei der Eigentümergemeinschaft auf einen Platztausch erwirkt

Hier sollte dem früheren Ladenzugang ermöglicht werden auch diesen Ladenzugang als Private Nutzungsfläche als Vorgarten oder ähnliches zu bekommen und im Gegenzug der Gemeinschaft rechts neben dem Hoftor die dann freiwerdende Fläche als Stellplatz für Briefkästen und Mülleimerboxen zu verwenden. Dies war für jeden Eigentümer sinnig da man so die Müllboxen aus dem Hofdurchgangsbereich oder Hof entfernen konnte als auch den Zugang zu den Briefkästen um das Hoftor stets geschlossen zu halten.

Jetzt ein paar Wochen nach dieser Aktion kam die Frage auf ob die Gemeinschaft hier eigentlich das Recht hatte eine Fläche die zugehörig zum Einzeldenkmal besteht so abzuändern das hier auch ein Eingriff in das äußere Erscheinungsbild genommen wird (ob optisch und praktisch sinnvoll oder nicht)

Kann es somit sein, das wenn die Denkmalbehörde hiervon Wind bekommen würde das diese mit ihrem Veto den Platztausch und somit Beschluss als rechtsunwirksam erklären könnte?

Dies auch noch noch nach Ablauf der 4-Wochenfrist dass ein Beschluss rechtskräftig wird?

vorab vielen Dank für Eure Kommentare

Anlage: 2 Zeichnungen zur Darstellung der Situation

Erstes bild = NEUE Situation

Zweites Bild = alte Situation

Unwirksamkeit bei Änderung Gemeinschaftseigentum im Einzeldenkmal?
Recht, Immobilien, Denkmalschutz, Eigentümergemeinschaft, Sondernutzungsrecht

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