Wie ist das mit dem Bibelkanon und der Inspiration?

Es gibt ja nicht "die" eine Bibel, die man seit 2000 Jahren hat und die weltweit dieselbe ist.

Erst wurden jahrhundertelang mündlich Texte weitergegeben.

Danach entstanden einzelne Schriftrollen.

Später hat man überlegt, welche Schriftrollen davon man in die Bibel reinnimmt und welche man rauslässt.

Dafür haben verschiedene Theologen Listen angefertigt und ein erster Bibelkanon wurde im 4. Jahrhundert festgelegt.

Dann gibt es jahrhundertelang handschriftliche Kopien der einzelnen Schriftrollen. Und Kopien von Kopien von Kopien ...

Im 16. Jahrhundert wurden die heute verwendeten Kanones richtig festgemacht.

Das sind aber verschiedene bei den Juden, bei den Katholiken, bei den Orthodoxen, bei den Evangelischen.

Und dann gibt es den Konsenstext der ursprachlichen Handschriften in v.a. hebräisch und griechisch, ferner auch noch syrisch - und später Latein, aus dem etliches übersetzt wurde.

Der Endverbraucher heute hält seine muttersprachliche Bibel in der Hand, da gibt es ebenso zahlreiche Übersetzungen in ein und derselben Sprache (Luther, Zürcher, Elberfelder, Schlachter, ...) plus alle paar Jahre wieder eine Revision.

Schließlich gibt es noch die "Puristen" in allen drei Weltreligionen, die "nur die Schrift" akzeptieren. Das wären bei den Juden die Samaritaner, bei den Muslimen die Shiiten, bei den Christen die reformatorischen Kirchen.

Und auf der anderen Seite jene, die auch noch spätere Erklärungen und Entfaltungen dessen akzeptieren und eben nicht "nur die Schrift".

Wie seht ihr das bei so einer langen Entwicklung und so vielfältigen Ergebnissen: Wo ist bei all dem die INSPIRATION? Ist sie an eine bestimmte Zeit gebunden, an bestimmte Sprachen, an einen speziellen Kanon, oder ist sie noch ganz anders zu verstehen?

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