Warum wird sich permanent über die deutsche Synchronisation beschwert?

Guten Abend,

wird über Filme gesprochen taucht bei amerikanischen Filmen bzw. Filmen aus dem englischsprachigen Raum oft die Frage auf, ob die Originalversion oder die Synchronversion bevorzugt wird. 90 % antworten, dass sie (angeblich) die Originalversion sehen. Als Begründung wird genannt, dass die deutsche Synchro so schlecht sei, Witze nicht richtig rüber kommen, die Übersetzung falsch sei, alles so unnatürlich rüberkommt etc. Ich frage mich immer, wie die Leute - wenn sie denn wirklich die Filme in Original sehen und nicht einfach nur so tun, als würden sie so gut englisch sprechen - darauf kommen.

Zu meinem Hintergrund: Ich komme ursprünglich nicht aus Deutschland und bei uns werden Filme (abgesehen von einigen Kinderfilmen) nicht synchronisiert, sondern in der Originalsprache mit Untertiteln gezeigt. Ich bin somit bei Filmen mit der englischen Sprache aufgewachsen. Der Vorteil war natürlich, dass ich die Sprache somit gut lernen konnte und das akustische Verständnis mit den Jahren trainieren konnte, so dass ich die Filme auf englisch genauso gut verstehen kann wie Deutsch oder meine Muttersprache.

Als ich dann nach Deutschland kam und somit in Berührung mit synchronisierten Filmen, fand ich es zwar anfangs etwas ungewohnt, die mit bekannten Schauspieler mit einer anderen Stimme zu hören, aber ansonsten konnte ich absolut nichts Negatives feststellen, ganz im Gegenteil, ich finde die deutsche Synchronisation sogar sehr gut. Ich gebe zu, dass ich die Deutschen in vielerlei Hinsicht kritisiere, aber die Synchro ist wirklich sehr gut. Gut, es kommt tatsächlich vor, dass einige Sätze anders übersetzt werden, ein spontanes Beispiel, dass mir hierzu einfällt: Ein Topmanager wurde von einem Journalist auf einen Punkt aus seinem Privatleben angesprochen, dass er bisher geheim gehalten hatte und war entsprechend unangenehm überrascht. In der Originalversion reagierte er mit "Jesus Christ", in der Synchronfassung sagte er: "Was soll der Scheiß?". Ja, es war ein anderer Satz, der aber keinerlei Auswirkung auf den Inhalt hatte. Beide Sätze zeigten, dass er sich überrumpelt führte.

Natürlich gibt es auch hier und da auch schlechte Synchros, aber auf der anderen Seite gibt es auch Fälle, wo ich die Synchronfassung sogar noch besser fand. Beispiele sind: Freddy Krüger und Kyle Reese in Terminator 1. Die Synchronsprecher brachten die Situation viel lebendiger rüber als die Originalsprecher.

Sprache, Filme und Serien, Synchronisation

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