Was hat das Licht am Ende des Tunnels bei Nahtoderfahrungen zu bedeuten?

29 Antworten

Eine wirklich gute Frage, nicht neu, aber ich hab mir selber darüber noch keine richtigen Gedanken gemacht.

Ich denke wir sehen das Licht als eine Art Hoffnung an, Licht ist ja allgemein Hoffnung. Vielleicht sehen wir deswegen bei einer Nahtoderfahrung dieses Licht, weil wir noch in unserem tiefsten Inneren die Hoffnung haben, zu überleben.

Natürlich kann das was ich hier sage, totaler Schwachsinn sein und wird irgendwann wissenschaftlich bewiesen, aber das denke ich mir eben dabei. Vielleicht hab ich dir ja ein wenig geholfen.

"Der Mensch" neigt dazu / viele Menschen neigen dazu, für alle Phänomene möglichst rationale Erklärungen zu finden, alles, was es gibt, in logische Schachteln und Kisten zu packen, was möglcherweise als beruhigend erlebt wird.

Versuche in dieser Richtung, die ich bisher gelesen und gehört habe, dieses wunderbare Licht  zu erklären, treffen meines Erachtens nach nicht den Kern.

Dieses Licht hat meines Wissens nichts mit Logik zu tun, sondern mit Erfahrung. Es ist eine spirituelle Erfahrung. Und nur diejenigen, die dieses Licht erlebt haben, wissen, was es ist, ohne es wirklich erklären zu können. Denn Erklärungen sind einfach zu schwach dafür.

Ich kenne dieses Licht. Bei mir war kein Tunnel dabei, einfach das Licht. Es ist SEHR hell. So hell, dass es die Augen blenden müsste (meine Augen waren geschlossen), aber es blendet nicht. Es macht ruhig und glücklich und staunend, erfüllt mit großem Frieden, es ist reine Liebe - und seitdem gibt es keine Angst vor dem Tod, also dem Übergang in die andere Welt, die eigentlich unser Zuhause ist.

Vielleicht erlebst Du auch eines Tages dieses wunderbare Geschenk, dann weißt Du es, und Du brauchst keine Antworten mehr dazu.

Ich danke dir für diese schöne und ermutigende Antwort! :-)

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Ich denke mal, daß die genauen Mechanismen ungeklärt sind, stelle es mir aber in etwa so vor:

Zunächst: alle Zellen und insbes. die Gehirnzellen leben ja noch eine Weile, auch ohne Sauerstoffversorgung, und sterben dann so nach und nach. Sicher kommen da verrückte elektrische und chemische Signale im Hirn zustande. (z.B. wenn eine Zelle, welche in Inhibitorfunktion mit einer noch lebenden verbunden ist, gerade stirbt). Dann könnte die noch lebende Zelle wild feueren, und damit alle möglichen Sinnes. und Gedankeneindrücke auslösen.

Zunächst kommt der chemische und elektrische Zustand einzelner und dann einer zunehmenden Anzahl von Synapsen durcheinander. Dies wird von noch funktionierenden Zellen als "reguläres" Signal interpretiert. Ähnlich wie im Traum oder unter Drogen kommen so alles mögliche zustande. Je nach Blutversorgung und Verdrahtung ist es also durchaus erklärbar, daß große Hirnbereiche länger funktionieren als andere, bis es zum endgültigen Hirntot kommt. Auch im Traum/Drogen sind es ja regulative und unterdrückende Bereiche, die die Kontrolle verlieren, und damit tiefer liegende Areale die Möglichkeit erhalten, ihr Spiel zu spielen...

Dieser Vorgang beginnt bereits vor dem endgültigen Tod von Zellen, und ich kann mir gut vorstellen, daß er schon zu einem Zeitpunkt "lange" vor dem endgültigen Zelltot eintritt. D.h. zu einem Zeitpunkt zu dem die Zelle bei wieder eintretender Sauerstoffversorgung sich regeneriert. Abgesehen davon, daß es im Hirn viel Redundanz (d.h. doppelt vorhandene Strukturen) gibt, die auch im normalen Leben den Tod einzelner Zellen verkraften. Es kommt auch im normalen Leben vor, daß ständig Zellen sterben, und man dennoch nicht sein Denkvermögen verliert.

Die vom Sehnerv kommenden Signale werden im Hirn nicht wie in einer Kamera 1:1, Pixel für Pixel ausgewertet, sondern sind bereits vorverarbeitet. So sind die Signale die vom Randbereich des Sehfeldes kommen, bereits sehr stark vorverarbeitet, reduziert und weit ungenauer. Im Gehirn wird daraus Information über Bewegung und Helligkeitsschwankungen erkannt - nicht aber über Bildinhalt. Versuch mal diesen Text aus dem Randbereich des Sehfeldes zu lesen - es ist unmöglich. Ein Bild im eigentlichen Sinn wird also nur vom Zentrum des Sehbereichs als solches verarbeitet. Randbereiche werden also von anderen Hirnarealen bzw. anders verschalteten Arealen verarbeitet.

Wenn nun bei einem Nahtoderlebnis diese Randbereiche (aus welchem Grund auch immer) zuerst "ihren Geist aufgeben", könnte es zu solch einem Tunneleffekt kommen.

Vielleicht ist es schlicht so, daß die zentrale Bildinformation in einem Bereich verarbeitet wird, der rein physiologisch anders durchblutet, oder redundanter verschaltet ist, als derjenige, der für die Randbereiche des Sehfeldes zuständig ist.

Das war jetzt alles Spekulation eines nicht-Neurologen. Möglicherweise ist es ganz anders. Worauf ich hinaus will ist, daß es durchaus biologische, medizinische und physiologische Erklärungen für solche Phänomene geben könnte, und man nicht gleich hinter unerforschten Phänomenen etwas Übernatürliches oder Spirituelles sehen sollte.

Forschungen dazu wären sicher interessant. Es liegt aber in der Natur der Sache, daß dies nicht einfach machbar ist:

man müsste einen fast-Tod in einem fMRt (*) beobachten, die Hirnaktivitäten aufzeichnen, und später mit den erzählten Sinneseindrücken abgleichen.
Ein Tier (wenn man Tierversuche moralisch akzeptiert) könnte natürlich nicht über seine Erlebnisse berichten - eine Versuchsperson zu finden, die das freiwillig durchmacht wäre sicher auch schwer zu finden. Und einen Wissenschaftler, der die Verantwortung für so einen Versuch übernimmt, mit absoluter Sicherheit ebenso. Es wird also bei Erzählungen, sowie "verantwortbarer" Forschung im Traum- und Drogenumfeld bleiben, und vermutlich weiterhin ein Rätsel bleiben.

Vielleicht ist ja jemand aus der Forschung hier in GF und kann mehr dazu schreiben.

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Funktionelle_Magnetresonanztomographie

Und was ist danach? Ist schon traurig das mit dem Tod alles aufhört. Mann weiß dann gar nicht das man gelebt hat weil es einen nicht mehr gibt. Einfach weg.

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Nun, was du hier vorstellst, ist eine der vielen "Pseudo-Erklärungen", wie sie typischerweise aus der isolierten Betrachtung eines einzelnen Phänomens einer Nahtoderfahrung resultiert.              

Die NTE sind ein komplexes Geschehen, das weltweit einer gleichen Dramaturgie folgt, in der sich bestimmte Kernelemente identifizieren lassen. Die Sinneseindrücke einer NTE sind geordnet, keineswegs fragmentarisch, und folgen einem in sich völlig logischen und sinnhaften Aufbau. Nehmen wir nun all diese ausgeblendeten Elemente (OBE, Begegnung mit Verstorbenen, Lebensrückblick, überirdisches Glücksgefühl, Entscheidung zur Rückkehr, klares Bewusstsein) wieder hinzu bleibt weiterhin völlig unerklärlich, wie ein sterbendes Gehirn, dem - wie im Falle eines Herzstillstandes - wesentliche Funktionen bereits fehlen, denn nun eine Erfahrung dieser Art hervorbringen sollte. 

Allein schon das Gedächtnis, dessen Aktivität bei einer Begegnung mit Verstorbenen vorausgesetzt werden muss, denn sonst würden diese ja gar nicht erkannt=erinnert, benötigt - soweit wir wissen - das Zusammenspiel von vier Hirnzentren: Hippocampus, Parahippocampus, Cerebraler Kortex und Präfrontaler Kortex, kurz: vom Zwischenhirn zum Großhirn muss es noch eine funktionierende Verbindung geben. Was wir in allen Fällen von Herzstillstand ausschließen können.

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@holodeck

In der Regel sterben Zellen ständig ab, auch Gehirnzellen , das bestätigt aber nicht, das wir die ganze Zeit, den Hilfeschrei als Illusion oder Sinnestäuschungen unterliegen bzw. in dieser Form NTE`s wahrnehmen ;)

Auch sterbende Zellen haben ein Bewusstsein , welches auf die Geburt neu entstehender Zellen übergehen...

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@AlphaundOmega

Und warum will man nicht einfach akzeptieren, dass das Licht am Ende des Tunnels der Übergang in das Reich Gottes ist mit dem ersten ahnen, wie die Seele in das Licht Gottes übergeht. Wie das im Detail im Körper des Sterbenden vor sich geht ist doch zweitrangig.

Wer meint, den Weg genauestens erklären zu können und sich damit zufrieden gibt, vergisst, dass das Ziel am Ende des Tunnels wichtig ist und nicht die Erklärung des Weges ausreicht um zu konstatieren: Ich kenne den Weg (sauerstoffmangel, etc.) und sage, allen die an das Licht am Ende des Tunnels als Gottes Licht glauben sind doof oder im Irrtum. Rationale Erklärungen helfen da nicht mehr weiter.

Der Herr sagte: Seht ich bin das Licht.

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@Mooooses

Und warum will man nicht einfach akzeptieren, dass das Licht am Ende des Tunnels der Übergang in das Reich Gottes ist  

Das kann jeder an Sonntagen halten, wie er/sie lustig ist.   
Als Wissenschaftler kümmern wir uns aber nicht um Glauben; und es bleibt festzuhalten, dass die NTE mit Gottesglauben nichts aber auch gar nichts zu tun haben. Sie kommt sogar ganz hervorragend ohne Götter aus.    

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@holodeck

Die große Frage ist: Was ist nach dem Tod? Die sog. Wissenschaft forscht - wie oft-  über NTE oder sonstiges (z.B. das Liebesleben der Ameisen, etc.) ohne Sinn. Wenn es keinen Gott gibt, ist die Forschung nach einem NTE sinnlos. Mit dem Tod wäre dann alles vorbei. Das Ende des Tunnels bleibt schwarz. Es geht nicht mehr weiter. Sackgasse! Nur für Gläubige (Religion!) gibt es ein Licht am Ende des Tunnels, mit der Aussicht auf ein Weiterleben in Gott, dem Licht.

1
@Mooooses

Wenn es keinen Gott gibt, ist die Forschung nach einem NTE sinnlos.

Das ist eine überaus pessimistische Grundhaltung, Moses. Wie ich schon sagte, wird erstens nicht nach NTE's geforscht, um ein Jenseits zu belegen - das kann niemand mit keiner Methode dieser Welt. Sondern die NTE Forschung dient einzig und allein unserem vertieften Verständnis der Vorgänge beim Sterben. Unabhängig davon funktionieren zweitens Jenseitsvorstellungen ohne einen einzigen Gott durchaus sehr gut.    

Nur für Gläubige (Religion!) gibt es ein Licht am Ende des Tunnels

Welche genau meinst du?  

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@Mooooses

Nur für Gläubige (Religion!) gibt es ein Licht am Ende des Tunnels, mit der Aussicht auf ein Weiterleben in Gott, dem Licht.

Ich würde es eher so sehen , das ich erst durch die Erfahrung, an ein Gottwesen glauben kann , mit dem ich aber im weitesten Sinne vorher  nie gerechnet hätte und das muss auch nicht zwingend mit einer Religion zu tun haben , auch wenn sich in manchen Ähnlichkeiten,  über All-Liebe und Geborgenheit auszudrücken versuchen... Gott ist nicht für die Religion reserviert,...im Gegenteil Gott sieht die Seelen , die ihn/es zulassen...

Der Sinn der wissenschaftlichen Forschung dient nicht dem Beweis , sondern ist die Suche nach der inneren Wahrheit..."Warum" das alles so ist,  wie es ist...?

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@AlphaundOmega

Es sind die vier W-Fragen , die seit Anbeginn des Bewusstwerdens im Menschen , die Sehnsucht nach Antworten sucht...

Woher kommen wir ?

Wer sind wir ?

Was ist der Sinn unserer Existens ?

Wohin gehen wir ?

Und wir werden die Antworten wissen , wenn das Licht uns ruft, als hätten wir das schon immer gewusst...

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@Mooooses

@Mooses: Weil die Menschen ein Licht beschreiben und nicht ein Licht, das Gottes Licht ist. Das ist ein Unterschied!!  Wenn man es hypothetisch annimmt, dass die NTE eine Religion bestätigen., dann den tibetischen Buddhismus, denn dort wird dieses Licht beschrieben. In einem Buch aus dem 8. Jahrhundert. Siehe mein Kommentar unten.

 Es erscheint auch kein Himmelstor, sondern diese Erfahrung mit dem Tunnel. Das ist laut tibetischem Buddhismus der Austritt des Geistes durch den Zentralkanal des eigenen Energiekörpers. Danach ist man tot und es wird für einige Zeit das eigene Licht erfahrbar. Weil es nicht mehr verdeckt ist durch die Eindrücke der Sinne. 

Ich finde es schon merkwürdig, jetzt  die Tunnelerfahrung, von der in der Bibel nicht die Rede ist, zur Bestätigung zu nehmen, dass Behauptungen der Bibel richtig sein. So eben die Behauptung, es gäbe einen Gott. Die NTE bestätigen, wenn eine Weltreligion, dann die einzige, die keinen Gott annimmt.

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@holodeck

Aber höhere Entitäten, die man mit Engelswesen vergleichen könnte, soll es ja schon geben.

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