Aus christlicher Sicht: Zwischen zwei "falschen" Dingen entscheiden? Wie abwägen?

Aus atheistischer Sicht ist die Sache klar, darüber müssen wir nicht diskutieren. Aber wie kann man bei folgender Situation einerseits Schuld und andererseits vergebene Chancen abwägen, um herauszufinden, was man tun soll?

Situation: Es ist Sabbat, an dem laut 2. Mose 20, 10 keine Arbeit getan werden soll. (Es gibt Diskussionen darüber, inwiefern der Sabbat für Christen relevant ist. Der Sonntag als Ruhetag wird in der Bibel kaum erwähnt; das ist mehr eine politische Sache. Gehen wir also davon aus, dass das Gebot über den Sabbat auch für Christen Relevanz hat). Jemand macht aber am Sabbat doch Arbeit (etwa im Haushalt), und er kommt so zu einer Geschäftsidee, mit dem natürlich er selbst Geld verdienen könnte, aber auch anderen Menschen geholfen werden könnte.

Soll diese Person die Geschäftsidee verwenden? Die Geschäftsidee hatte den Verstoß gegen das Gebot, den Sabbat zu heiligen, als Ursache. Wenn diese Person sich an das Gebot gehalten hätte, wäre sie wohl nicht auf die Idee gekommen.

Einerseits könnte man argumentieren, dass der Verstoß gegen das Gebot mit dem Sabbat falsch war und dass man jeden Vorteil, den man daraus ziehen könnte, aufgeben sollte, um nicht noch schuldiger zu werden. -> Geschäftsidee nicht verfolgen?

Andererseits: "[...] Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht, und nicht der Mensch um des Sabbat willen." (Markus 2,27). Ist es also gar nicht schlimm, dass man das Gebot um den Sabbat nicht so streng auffasst, wie Juden?

Zudem sei man als Christ durch Jesus "frei": "Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf. Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient." (1. Korinther 10, 23-24). Das Aufgeben der Idee würde vielleicht einige gute Werke ungetan lassen. -> Sünde eingestehen, aber Geschäftsidee trotzdem verfolgen?

Religion, Schule, Jesus, Politik, Christentum, Altes Testament, Bibel, Neues Testament, Sabbat, Theologie, Zehn Gebote, Philosophie und Gesellschaft
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Die Bibel dominiert plötzlich ihr Leben. Trennungsgrund?

Liebe Community, meine Frau und ich sind im 5ten Ehejahr und gut 8Jahre zusammen. Seit über einem Jahr nun tue ich mich unglaublich schwer meine Rolle als Ehemann mit Überzeugung zu erfüllen.

Hintergrund ist der, daß meine Frau seit gut einem Jahr die Bibel studiert. Plötzlich merkte ich, dass sie sich immer mehr mit der Bibel beschäftigte, da sie mir immer wieder Fragen dazu stellte. Wie ich dieses sehe und jenes. Plötzlich wurde im Hause Schweinefleisch verboten (für mich auch) und ich solle auch den Kindern ein Vorbild sein und Samstags nicht mehr arbeiten. Wie denn die Arbeiten im Garten und am Haus erledigt werden wenn der arbeitsintensive Samstag wegfällt war meine Gegenfrage. Das geht schon war die Antwort - ich solle halt Sonntags und ohnehin kommt der Garten auch ohne mich klar. Sie war Anfangs sehr aggressiv/fundamental und vermittelte auch den Kindern ein sehr böses Weltbild, geprägt vom Teufel der sie überall verführen will und mit der Hölle droht. Davon kam sie langsam ab, ggf. durch "geistliches Wachstum" wie sie es nennt, ggf auch durch Zurwehrsetzung durch mich als zweiten Erziehungsberechtigten. Zwischenzeitlich hat sie eine Gemeinde gefunden die exakt ihre Bibelauslegung teilt, nämlich die, daß die 10 Gebote uneingeschränkt weiter gelten trotz der Schuldaufsichnahme durch Christus. Viele weitere Gesetze gelten nach ihrer Bibelauslegeung ebenfalls. So verweigert sie natürlich die Feste wie Ostern, Weihnachten und wollte zunächst auch das den Kindern verbieten - und hält selbst alle jüdischen Feste, wie z.B. Passah- und Laubhüttenfest. Sie geht dem Haushalt nach, kümmert sich um die Kinder (ausser wenn sie zur Gemeinde muss oder zu einem mehrtägigen Fest reist, denn dann setzt sie einfach voraus, dass ich mich kümmere). Mehr nicht. Sexualität ist eine Farce. Unternehmungen stellt sie hinten an. Sie gibt an, dass die Bibel für Sie im Mittelpunkt steht, Familie und Mann sei auch wichtig aber sie kann Ihren Glauben und Gott nicht hinten an stellen.

Mir geht das zu weit. Ich habe mit Gemeindemitgliedern gesprochen, habe eine christlich Eheberatung arrangiert der sie nach 2 Besuchen fernblieb und auch mit ihrer Familie habe ich schon gesprochen. Sie sieht kein Problem. Alles sei gut. Ich bin sehr unzufrieden da ich mich (und auch sonst niemand) nicht wahrgenommen sehe. Ich fühle mich ausgenutzt.

Wie ist Eure Einschätzung? Schwere Zeiten durch die man durch muss oder ist das etwas unlösbares?

Beziehung, Bibel, Sabbat
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