Wie ist der erste Vers dieser vedischen Hymne zu verstehen und wird mit den letzten vier Versen Zweifel an einem Schöpfer ausgedrückt?

Rigveda 10,129 in der Übersetzung von Paul Deussen:

Damals war nicht das Nichtsein, noch das Sein.

 Kein Luftstrom war, kein Himmel drüber her.

 Wer hielt in Hut die Welt; wer schloß sie ein?

 Wo war der tiefe Abgrund, wo das Meer? 

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Nicht Tod war damals noch Unsterblichkeit,

Nicht war die Nacht, der Tag nicht offenbar.

Es hauchte windlos in Ursprünglichkeit

Das Eine, außer dem kein andres war.

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Von Dunkel war die ganze Welt bedeckt,

Ein Ozean ohne Licht, in Nacht verloren;

Da ward, was in der Schale war versteckt,

Das Eine durch der Glutpein Kraft geboren.

-

Aus diesem ging hervor zuerst entstanden,

Als der Erkenntnis Samenkeim, die Liebe;

Des Daseins Wurzelung im Nichtsein fanden

Die Weisen forschend in des Herzens Triebe.

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Als quer hindurch sie ihre Messschnur legten,

Was war da unterhalb? Und was war oben?

Keimträger waren, Kräfte, die sich regten,

Selbstsetzung drunten, Angespanntheit droben.

-

Doch, wem ist auszuforschen es gelungen,

Wer hat, woher die Schöpfung stammt, vernommen?

Die Götter sind diesseits von ihr entsprungen!

Wer sagt es also, wo sie hergekommen?

-

Er, der die Schöpfung hat hervorgebracht,

Der auf sie schaut im höchsten Himmelslicht,

Der sie gemacht hat oder nicht gemacht,

Der weiß es! – Oder weiß auch er es nicht?

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