Wie schlimm war es damals in der DDR?

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17 Antworten

Och das war ganz schlimm, ich hab die 24 Jahre die ich in der DDR leben musste nur geheult.

Könnte man zumindest meinen wenn man den Blödsinn liest der heute über die Zeit so geschrieben wird. War aber bei weitem nicht so. Eher eine durchschnittliche Laufbahn. Kindergarten, 10 Jahre Schule, Berufsausbildung, Wehrdienst und Studium. Und das alles ohne sich jemals Sorgen um Gels machen zu müssen.

Die Großteil der 16 Mio. DDR Bürger hat ein ganz normales Leben gehabt. Hat die Vorteile wie bezahlbaren Wohnraum, preiswerte Grundnahrungsmittel und Arbeitsplatzsicherheit genossen. Hat genau so auf den Staat geschimpft wie heute, also die Leute die heute auch noch schimpfen.

Damit wollte ich nicht andeuten das alles goldig war. Das man nicht ins NSW reisen durfte war geschichtlich bedingt so, wurde aber spätestens in der 80ern immer lockerer. Die Überwachung durchs MfS ist ein eigenes Thema für sich, auch hier wird heute aber Vieles extremer dargestellt als es im täglichen Leben der DDR real stattgefunden hat.

Ich habe in den 80ern oft Kontakt mit gleichaltrigen Jugendlichen aus der BRD und anderen westlichen Ländern gehabt. Wir haben immer wieder festgestellt das wir so unterschiedlich gar nicht sind. 

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Zum Lebensstandard:

Die Menschen in der DDR litten keine materielle Not. Im Vergleich mit den meisten anderen Ländern der Erde konnte man sie sogar als reich ansehen. Sie hatten nicht nur satt zu essen, sie waren mit kostenloser Bildung, einer allumfassenden Gesundheitsversorgung und einer gesicherten ökonomischen Existenz auch sehr gut versorgt.

Trotz aller Schwierigkeiten verfügte die Hälfte aller Haushalte in der DDR über einen PKW. Fast alle Haushalte hatten einen Kühlschrank und einen Fernseher und Radio bzw. Stereoanlage. Die überwiegende Mehrzahl der Haushalte verfügte auch über eine Waschmaschine.

Junge Familien bekamen einen Ehekredit (8.000 Mark), mit dem sie sich die Grundausstattung für einen eigenen Hausstand anschaffen konnten. Mit der Geburt eines Kindes wurde eine Teil der Ehekreditschulden erlassen und ab dem dritten Kind sogar ganz.

Befreit von echten existenziellen Sorgen richteten sie ihren Unmut auf
Mängel in der Versorgung mit Konsumgütern. Es ist auch nicht so, dass es überhaupt nichts gab, es war nur mühseliger sie zu bekommen. Derartige Luxusprobleme nahmen bei vielen bald so viel Raum ein, dass sie das, was sie hatten gar nicht mehr zu würdigen wussten und meinten, ihre "Freiheit" im dekadenten westlichen Konsumüberfluss finden zu können.

Zur Politik

Die meisten DDR-Bürger befürworteten den Sozialismus. Das heißt nicht, dass sie nichts auszusetzen hatten. Das taten sie sehr wohl und es gab wohl kaum einen Zusammenkunft, ob privat oder im vertrauten Kollegenkreis, in dem nicht auch kräftig gemeckert wurde. Das war überhaupt kein Problem.

Diese angebliche Angst, sich zu äußern, weil allenthalben Stasispitzel die Ohren gespitzt haben sollen, ist die gängige westdeutsche Erzählweise, über die die meisten ehemaligen DDR-Bürger nur müde lächeln können. Einige von denen bestätigen das aber auch sehr gerne, macht diese eingenommene Opferpose doch unangreifbar durch Kritik. Wer traut sich schon einem vermeintlichen Opfer zu widersprechen?

Schwierig wurde es, wenn es gegen die bestehende Ordnung, also gegen den Sozialismus ging. Damit rief man die Sicherheitsorgane auf den Plan. Die reagierten da auch mal übereifrig bzw. paranoid. Das muss man aber auch differenziert zu den verschiedenen Zeiten sehen. In den 50er Jahren war der Umgang mit Feinden oder vermeintlichen Feinden ein anderer als in den 70er und 80er Jahren.

Echte Oppositionelle waren in der DDR eine kaum wahrnehmbare Minderheit . Die spielten maximal eine bescheidene Rolle in bestimmten Milieus oder bildeten selbst ein solches Milieu und genügten sich selbst.

Das wurde auch 1989 deutlich. Es war nicht die Ablehnung des Sozialismus, es war der Stillstand, der unerträglich war. Es war die nicht wahrnehmbare Bereitschaft sich zu bewegen, etwas zu verändern, die die Leute resignieren und das Land verlassen ließen. Es war das "weiter so", obwohl jeder sah, dass es so nicht weiter ging.

So ging es bei den Montagsdemonstrationen auch nicht um die Abschaffung des Sozialismus, es ging um demokratische Reformen. Der Sozialismus stand erst zur Disposition, als die Grenzen geöffnet waren und die bis dahin unpolitische Masse mit Westgeld und Bananen gekauft wurde.

Du willst also wissen, wie schlimm es in der DDR war? Dann lies doch mal auch noch diese Antwort von exFlottiLotti.
https://www.gutefrage.net/frage/wie-lebten-die-leute-in-der-ddr

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Kommentar von JBEZorg
08.08.2016, 13:03

Es war das "weiter so", obwohl jeder sah, dass es so nicht weiter ging.

Erstaunlich wie sehr das an Mutti und ihr "Wir schaffen es!" erinnert.

P.S. Natürlich sah es in der SU sehr ähnlich aus. Die ganzen Prteste, die leider Jelzin und Konsorten an die Macht trugen waren ursprünglich Prosteste gegen den Stillstand und die Forderungen demokratischer Reformen in der SU.

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Kommentar von Lazarius
08.08.2016, 13:14

Ein großes DH!

Ausführlich, sachlich - so wie es war.
Ich möchte aber doch noch zur Ergänzung hinzufügen, dass der Ehekredit für junge Ehepaare zinslos war.

LG Lazarius.

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Kommentar von amdros
08.08.2016, 15:43

Dem ist tatsächlich nichts mehr hinzuzufügen.

Sachlich, der Wahrheit entsprechend..danke PeVau!

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Wer keine Ansprüche an Leben hatte war zu frieden.Mein Freund und seine Eltern wohnten in einer 1 1/2 Zimmerwohnung untern Dach.Keine Wasser in der Wohnung aber im Boden ein altes Waschbecken aus Gusseisen und Gemeinschaftstoilette auf den Flur. Gebaden haben sie nur am Sonnabend in einer Zinkwanne alle hintereinander. Aber gemeckert hat keiner über die DDR. Das ist ein krasses Beispiel. Wer aber Ansprüche ans Leben hatte zum Beispiel als 17 jähriger träumte ich von Reisen in die Welt oder wollte zur Handelsflotte kam an seine Grenzen.Da gab  es nur den Ostblock und der Tatbestand Westverwandtschaft zu haben versperrte mir den Weg zur Handelsflotte.

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Kommentar von soissesPDF
08.08.2016, 02:22

Als ich 1976 in den Westen kam, da hatte eine 4 köpfige Familie eine 2 Zimmerwohnung und 'nen Auto vor der Tür.
Eine 5 köpfige Familie eine 3 Zimmerwohnung, auch ein Auto vor der Tür.
Da hab ich schon gedacht, "ist daheim wie bei Mutti", in der DDR.

War es dann doch nicht, denn in der DDR kostete ein Bier in der Kneipe 0,42 Ostmark, in der BRD bereits 2,50 DM.
Goldbroiler in der DDR koste 5 Ostmark, in der BRD hießen Grillhähnchen und kosteten 5 DM.

Gut, nen Auto konnte ich mir nicht leisten, in der DDR keinen Trabbi und im Westen auch nur keines.
In der DDR kostete die Straßenbahn 0,15 Ostmark für die ganze Stadtrundfahrt, im Westen 2 DM für 4 Haltestellen.

Aber sonst? Es war alles ziemlich Deutsch, selbst das Wetter.

Ich hatte damals ein 1 Zimmerappartment, 22.Etage, das war wie der Himmel auf Erden, für 450 DM.
Gut 22 Etagen hab es in der DDR damals nicht, aber so 5. Etage Altbau für 50 Ostmark.

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Es war nicht der tägliche Mangel der mich genervt hat. Daran hatte ich mich gewöhnt. Es war mir egal das ich für meinen ersten Farbfernseher 8 Stunden in einer Warteschlange stehen musste. Es war mir egal das ich kein Auto hatte und darauf erst 10 dann 12 und am Ende 14 Jahre warten sollte. Es war mir egal das es nur ein oder zwei Mal im Jahr Bananen oder Nüsse gab. Wenn man die Gelegenheit verpasste, war das nicht schlimm. Dann hat man einfach bis zum nächsten Jahr gewartet. 

Wirklich schlimm war für mich persönlich der Mangel an Freiheit. Nie konnte ich sagen was ich wirklich dachte. Immer musste eine politische Aussage angepasst sein, im Sinne des Sozialismus und jeder Hanswurst durfte mir ins Wort fallen und mir sagen das ich so nicht argumentieren durfte. Auch wenn ich genau wusste das ich Recht hatte, durfte ich diesen roten Besserwissern nicht widersprechen, ihnen nicht über das Maul fahren wie sie es verdient hätten. Ich musste meinen Zorn jedes Mal hinunterschlucken wenn ich nicht eingesperrt werden wollte.

Dieses ständige Gefühl der Unfreiheit hätte mich getötet. Es hätte mich umgebracht, mich physisch ausgelöscht, wenn die DDR noch länger existiert hätte. Zum Glück war der Spuk am 9. November 1989 vorbei und ich konnte zum ersten Mal frei atmen. 

Ach ja, mein erstes Auto habe ich mir zwei Tage nach der Einführung der D-Mark gekauft und es war kein Trabant. Denn auch nach 14 Jahren war die DDR nicht in der Lage zu liefern.

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Kommentar von 666Phoenix
08.08.2016, 20:58

Wenn Du jetzt noch Deine "dass-das" Schwäche bekämpfst, wirst Du noch besser Luft bekommen!

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Die DDR war einer der sozialsten Staaten der Welt, wenn nicht gar der sozialste überhaupt, allenthalben Schweden unter Olaf Palme könnte ihr da den Rang streitig gemacht haben. Wenn man noch bedenkt, dass die ausgangslage ungünstig wie nur was war, werstaunt das umso mehr. Was genau war schlecht von der ausgangslage her?

1. hohe Reparationszahlungen an die SU

2. kein Marshallplan wie bei der BRD

3. größerer Grad der Indusrieausbombung in Ostdeutschland als in Westd.So wurde das größte Chjemiewerk Deutschlands völlig zerbombt, hingegwen fiel auf die Farbwerke Hoechst in Frankfurt keine einzige Bombe

4. fehlende Währungskonvertibilität auf dem Weltmarkt

5. jahrelange Aufrechterhaltung der Hallstein-Doktrin, die Handelshemmnisse für die DDR mit sich brachte.

In Sachen Umweltschutz war die DDR miserabel, so groß war die Wirtschaftskraft nun wieder auch nicht, vor allem die stümperhafte Honecker-Reige verschlimmerte dies. Unter Ilbricht gab es höhere Zuwachsraten, dieser Kurs hätte daher beibehalten werden müssen, statt Westannäherung, Riesenkombinate, Enteignung kleinster Imbißbuden, Ausschaltung von technischen Fachkräften in der Industrie, wenn es um Betriebsentscheidungen ging. Akademisches Fachwissen, unter Ulbricht noch bedingt geschätzt, wurde durch bloßes Funktionärswissen ersetzt, was sich als recht abträglich herausstellte.

Die DDR war in Vielem nicht demokratisch, so wie es die alte BRD, mehr noch das jetzige Deutschland ja auch nicht ist. Für die breite Masse herrschte und herrscht lediglich eine größere Konsumvielfalt als auch Reisefreiheit, die in der DDR nur begrenzt gegeben war. Allerdings muß ein hiesiger Bürger erst einmal genügend Geld haben, um groß zu verreisen oder die Konsumvielfalt zu genießen.

Es sei übrigens angemerkt, dass der Sozialismus in der DDR z.T. verkrüppelt war. Dies schon deshalb, weil nicht das DDR-Volk ihn einführte, sondern dieser von der SMAD, der sowjetischen Militärbehörde größtentweils derornet wurde. Man dargf nie vergessen, dass nur wenige Jahre zuvor 90% der Deutschen begeistert Heil Hitler schrien. Sie nicht im geringsten dazu beitrugen, den Faschismus zu beseitigen, von Ausnahmen abgesehen, sondern diesem bis zum Schluß die Niebelungentreue hielten.

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Es mußte NIEMAND Hunger leiden oder unter einer Brücke schlafen. Allerdings gab es keine Südfrüchte, bestimmte Meinungen äußerte man besser nicht öffentlich, "Fernreisen" beschränkten sich für mittelalte Personen auf das sozialistische Ausland und ausländische Zeitungen, sowie manches Druckerzeugnis aus dem Westen, gab es nicht zu kaufen. Die schwache Mark der DDR liess für Privatleute keinen Import von Kraftfahrzeugen zu, weshalb man dann viele Jahre darauf warten mußte, um ein Auto kaufen zu können.

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So schlimm war es:

Wir hatten alle!!!! unsere Arbeit, haben nicht jeden Tag Schlange gestanden nach dem Notwendigsten. Das kam nur vor, wenn es die seltenen Südfrüchte gab und einige andere Dinge, zu denen die DDR kaum Zugang hatte.

Alle zum Leben notwendigen Dinge gab es immer und ausreichend. Gehungert hat niemand. Selbst die "Unterschicht" konnte sich leisten, an Feiertagen ihre Kinder großzügig zu beschenken und sich Wein und Sekt leisten.

Allein erziehende Mütter standen nicht am Rande der Gesellschaft. Sie hatten alle Möglichkeiten: Kindergarten, Studium, Arbeit, Anerkennung.

Unsere Kinder waren gut aufgehoben. Es gab Freizeitangebote mehr als genug, die kaum etwas kosteten. Es gab keine Drogen, nicht jeden Tag Mord und Totschlag.

Nach der Schule ging es in den Hort, wo unter Aufsicht von Fachkräften die Hausarbeiten erledigt wurden. Dort gab es auch zu essen, dort wurde gespielt und nicht gedrillt.

Auf Tafeln und Suppenküchen war niemand angewiesen. Diese Begriffe waren Fremdwörter.

Neid und Missgunst, wie das heute an der Tagesordnung ist, gab es, wenn überhaupt, nur ansatzweise und nicht "flächendeckend".

Wenn auch nur einer gewagt hätte, sich über Kinderlärm zu beschweren, dann hätte er nur einen Lacher geerntet, ganz zu schweigen davon, dass sich jemand von Amts wegen eingemischt hätte.

Nachbarschaftquerelen im heutigen Ausmaß mit gerichtlichen Konsequenzen gehörten zu den großen Ausnahmen, was nicht ausschließt, dass es hier und da so etwas gegeben hat.

Ich hatte eine schöne Kindheit, und alle, die ich kenne und mit denen ich zur Schule ging, auch. Alle haben einen Beruf erlernt, einige haben studiert, und mit Beginn der Berufstätigkeit hat sich keiner Gedanken darüber machen müssen, dass er eventuell morgen rausfliegt und auf der Straße steht.

Wem das nicht gereicht hat, und das war die Minderheit, der hat sich mit dem Staat angelegt auf die eine oder andere Weise und hat mehr oder weniger die Konsequenzen daraus gespürt.

Dass dabei einiges im Argen lag und die DDR-Führung unzureichend die mit der Zeit immer mehr anwachsende Unzufriedenheit zur Kenntnis genommen hat, wissen wir und hat uns die bekannten Konsequenzen beschert.

Jetzt sind wir endlich in der Freiheit!

Wir haben die Freiheit zu reisen, wenn wir das nötige Kleingeld dazu haben. Wir haben alle Freiheiten, wenn die Kohle stimmt...

So, ich habe jetzt die Befindlichkeiten des normalen DDR-Bürgers dargelegt, ohne auf die von denen einzugehen, die sich die "Freiheit" des Westens gewünscht haben.Die Anführungszeichen deshalb, weil diese Freiheit jeder auf seine Weise erlebt, Der Millionär auf seine, der Arbeitslose auf eine andere, und die Kinder einer allein erziehenden Mutter auf eine ganz spezielle.

So und nicht anders haben wir , die Mehrheit,die DDR erlebt.

Das war eine Antwort zum Thema "Alltag in der DDR". Ich erwähne das deshalb, weil es außerhalb dieses Alltags auch noch andere Dinge gab, die weniger erfreulich waren.
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Es wird als unangemessen empfunden, dass ein Ex-Ossi, also ein Verlierer, es wagt, auch nur ein gutes Wort über das Land zu verlieren, dass ihm trotz aller Unzulänglichkeiten Bildung, Arbeit und ein gesichertes Leben gewährleistet hat. Da wird dann mit "Argumenten" aufgefahren, die jeder Grundlage entbehren, da entweder diejenigen hier ihr Unwissen ablassen, die die DDR nur vom Hörensagen kennen, oder solche Mitbürger, die früher einmal in der DDR gelebt haben und die DDR die letzten 30 Jahre nur noch aus der "Ferne" betrachten konnten.

Wenn ihr euch mal die Antworten zu den diversen DDR-Fragen durchlest, könnt ihr immer wieder sehen, dass die Meinungen von ehemaligen DDR-Bürgern nur dann gefragt sind, wenn sie dem Klischee der Westbürger entsprechen. Es kann nicht sein, dass Ossis sich erdreisten, sich ihr Leben nicht klein reden zu lassen. Da wird dann zu den abstrusesten Behauptungen gegriffen, die man empört!!! dem Besiegten an den Kopf schleudert.

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Kommentar von SchIaufuchs
08.08.2016, 12:08

Das Problematische an dem ganzen antikommunistischen Gedöhns ist, dass seine Lautstärke jede ernsthafte Auseinandersetzung damit, was am DDR-Sozialismus ... sagen wir: verbesserungsfähig, also wirklich kritikwürdig war, völlig wegdrückt. Ein ähnliches Phänomen erleben wir hier mit dem Thema Muslime, welches derart von rechten Schreihälsen belagert wird, dass jede vernünftige Kritik darin unterzugehen droht.

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Auch in einer Diktatur hatten viele Menschen ein ganz normales Leben: Man ging arbeiten, verliebte sich, setzte Kinder in die Welt, feierte, machte Urlaub. Voraussetzung war, man hielt die Klappe, begehrte gegen das Regime nicht auf, stellte die Verhältnisse nicht in Frage und tat, was von einem verlangt wurde. Gleiches gilt auch für die Nazizeit bis 1939 und jede andere Diktatur und Autokratie.

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Kommentar von Lifeisnic
07.08.2016, 23:19

Diktatur kenne ich, aber was ist eine Autokratie?

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Kommentar von Lifeisnic
08.08.2016, 09:26

Okay

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Die Menschen hatten sich an das Leben gewöhnt, besonders auf dem Lande. Und dort, wo es keinen Vergleich mit dem Westen gab -

 den nach Parteipropaganda ohnehin Globke und Adenauer fest in den US- imperialistischen Klauen hatten.....  (in der britsch besetzten Zone habe ich keinen Amerikaner getroffen...).

1989 bekam ich Kontakt über Radio SH mit dem ABV eines wunderschönen Dorfes zwischen Ostsee und Bodden.  Schwierigkeiten gab es am meisten bei Häuslebau durch Baustoffmangel - so blieb manche Treppe unferig, Als der Trabbi unter der Last von Fliesen einknickte, half die Armee.... Der dörfliche Zusammenhalt ist leider in dem letzten Jahren verblaßt....

 In der Nachbarschaft wurde der Film "Der Baulöwe" mit Rolf Herricht gedreht - sehr empfehlenswert !!!

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Kommentar von XC600
08.08.2016, 17:54

super Film , gebe ich dir recht :)

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Kommentar von 666Phoenix
09.08.2016, 21:08

lupo

1989 bekam ich Kontakt über Radio SH mit dem ABV eines wunderschönen Dorfes zwischen Ostsee und Bodden.

Wenn Du keinen anderen Kontakt hattest, empfehle ich, einfach die Klappe zu halten!

"Der Baulöwe" mit Rolf Herricht

Das gleiche Niveau wie "Ein Herz und eine Seele" mit Ekel Alfred. Mit dem Unterschied, dass R. Herricht Klasse hatte!

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Meine Mutter wurde mehrmals von der Stasi angeworben und hat sich jedes mal geweigert.Dadurch gings ihr sehr schlecht.Ihre neue Freiheit gefällt ihr jetzt deutlich besser.

Mein Opa (vom Vater) hatte hingegen ein sehr gutes Leben, weil er Werksleiter für einen Staatsbetrieb( Barkas)war.Ihm hat es, glaube ich, ganz gut gefallen.

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Kommentar von XC600
08.08.2016, 17:58

ihre neue Freiheit ? empfindet sie das nach 26 Jahren immer noch als "neu" ? wie lange braucht sie denn um sich dran zu gewöhnen das sie jetzt "frei" ist ?

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Schlechter als was?
Die DDR war 40 Jahre Realität, in der sich die Menschen eingerichtet hatten.
Es gab, Waschmaschine, Kühlschrank, Fernseher, was zu essen auf dem Tisch und überhaupt Alltag.
Nichts anderes als in der BRD auch nur.
Gab sogar Urlaub, Feiertage, Kita und Hort.
Sogar Weihnachten und Ostern.

Es gab "Horch & Guck", diese Zausels von Stasi und die realitätsfernen von der SED.
Meinungsfreiheit gab es nicht, aber auch keine neoliberale SPD.

Nein, die DDR war nicht das Paradies, eher das Gegenteil.
Deswegen endete sie im Orkus der Geschichte.
Wohin als nächstes die SPD hingehört.

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Kommentar von Modem1
08.08.2016, 02:55

Die Frauen die erst 16 Uhr aus dem Betrieb nach Hause kamen hatten ihre wahre Not ein paar Rinderrouladen beim Fleischer zu bekommen.Waschmaschinen ausgestellt im Warenhaus waren Bestell-muster.Etwas warten musste man da schon ,zum Mitnehmen waren die nicht da.Gewürzgurken wurden in der Kaufhalle gleich im Karton gelassen weil die Leute sofort zu griffen weils die auch nicht jeden Tag gab.Mein Opa suchte vergeblich ein Toilettenbecken.Da ich an der Quelle arbeitete habe ich für mich eines angefordert was er dann bekam.Auspuffrohre für den Wartburg zu bekommen war schon ein Glücksfall.Mein Kollege hatte nicht das Glück und bandagierte seine Auspufftopf.Ein Farbfernsehgerät mit beiden Systemen (PAL und Secam) kostete ca 4000 Mark wurden teilweise über die Betriebe verteilt (1977).Also das war in Halle.

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Wenn du dich nicht regierungskritisch betätigt hast, konntest du relativ normal leben. Natürlich musstest du dich einschränken: Südfrüchte aus den bösen kapitalistischen Ländern gab es praktisch nicht.

Karriere konnte man machen, wenn man Bekannte, Nachbarn etc. denunzierte.

Der nicht genehmigte Aufenthalt in der grenznahen Sperrzone wurde mit Gefängnis bestraft, genauso wie Arbeitsverweigerung.

Funktionäre hatten ein schönes Leben. Sie brauchten nicht zu arbeiten und bekamen trotzdem ihr Geld.

Die Philosophiestudenten wurden als zu künftige Elite ausgebildet (auch bewusstseinsmäßig) und können heute bestenfalls Taxifahren, da Marxismus (außer auf Universitäten) nicht mehr gebraucht wird

Die meisten Menschen, welche heute die DDR so hochjubeln sind diejenigen, welche alle Privilegien, welche dieser Staat zu bieten hatte, ausschöpfen konnten und heute vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Aber auch die damaligen Denuzianten jubeln den Stalinfaschisten nach.

Aber was ist an einer Diktatur (egal ob rot oder braun lackiert) schon erstrebenswert?

Die meisten Industrieanlagen der DDR waren schlicht und einfach Dreckschleudern, welche die Luft verpesteten.

Oder nimm doch einfache Mathematik: Wie viele Menschen sind von der DDR in die BRD geflüchtet und wie viele in die umgekehrte Richtung, wenn du mal von Verbrechern à la RAF absiehst?


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Kommentar von voayager
08.08.2016, 11:32

antikommunistische Hetze, herausgezogen aus der untersten Schublade!

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Kommentar von SchIaufuchs
08.08.2016, 12:12

"Südfrüchte aus den bösen kapitalistischen Ländern gab es praktisch nicht."

Es gab ja praktisch nie Zitronen, und wenn doch, dann waren die sauer.

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Kommentar von 666Phoenix
08.08.2016, 14:23

josef1953

Südfrüchte aus den bösen kapitalistischen Ländern gab es praktisch
nicht.

Die gab es bei Euch auch nicht und mussten importiert werden!

Karriere konnte man
machen, wenn man Bekannte, Nachbarn etc. denunzierte.

Komisch, ich habe es ohne jegliche „Denunziation“ geschafft. „Karriere“ natürlich nicht im „freiheitlich-demokratischen“ Sinne: mehr Schein als Sein, Kohle en masse von Papi, Ellenbogen so oft es ging und nötig wurde, usw.

Der nicht genehmigte Aufenthalt in der grenznahen Sperrzone wurde mit Gefängnis bestraft, genauso wie Arbeitsverweigerung.

Ja und? Dafür gab es Gesetze hinsichtlich der grenznahen Zone. Geh heute mal in eine Sperrzone von nuklearem Sondemüll, militärischen Bewegungen u. ä.!

Arbeitsverweigerung?

Heute: wird Arbeitsverweigerung u. a. mit Hartz IV belohnt und von der Gemeinschaft toleriert! Ist das besser?!

Funktionäre hatten ein schönes Leben. Sie brauchten nicht zu arbeiten und bekamen trotzdem ihr Geld.

Wenn ich mir das „schöne Leben“ der heutigen Funktionäre anschaue, dann tut mir jeder EURO weh, den ich als Steuer bezahlen muss!

Heute hat ein Minister allein, wenn er nur drei Monate im Amt war (von „Arbeit“ rede ich schon gar nicht) bereits Anspruch auf Pension, egal, was er in den drei Monaten verzapft hat, ob er Biografien gefälscht oder Dissertationen plagiatiert hat!

Die Philosophiestudenten wurden als zu künftige Elite ausgebildet (auch
bewusstseinsmäßig) und können heute bestenfalls Taxifahren, da Marxismus (außer auf Universitäten) nicht mehr gebraucht wird

Die Philosphiestudenten von heute können nicht mal das!

Die meisten Menschen, welche heute die DDR so hochjubeln sind
diejenigen, welche alle Privilegien, welche dieser Staat zu bieten hatte,
ausschöpfen konnten und heute vor den Trümmern ihres Lebens stehen. Aber auch die damaligen Denuzianten jubeln den Stalinfaschisten nach.

Na gut! Dümmer geht immer! Die "Trümmer" meines Lebens kann mir kein Wessi erklären. Es gibt sie nämlich nicht! In jedem Fall sind sie stabiler als die "Trümmer", die sich hier Arbeitslose, Junkies, Exilanten und Asylanten, Armutsrentner u. ä. gefallen lassen müssen.

Oder nimm doch einfache Mathematik: Wie viele Menschen sind von der DDR in die BRD geflüchtet und wie viele in die umgekehrte Richtung, wenn du mal von Verbrechern à la RAF absiehst?

„Einfache Mathematik"?? Ich beweise Dir mit der einfachen Mathematik und nur mit ihren vier Grundrechenarten, dass 8 gleich 5 ist! Wetten?

Du hast keine Ahnung, schon gar nicht von einfacher Mathematik!

Als ehemaliger Grenzer hatte ich den ersten Grenzverletzer zu bergen, der aus dem "goldenen" Westen in die DDR flüchtete! 

RAF?? Gut, und wie sieht es mit Kriegsverbrechern nach 1945 aus, die in Deinem "freiheitlich-demokratischen" Land Unterschlupf fanden!

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Besser als in der 3. Welt oder in anderen Ostblockstaaten lebte es sich da normalerweise schon. Viele fühlten sich halt eingeengt und kontrolliert.

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Im Prinzip war das Leben in der DDR auch nicht anders als in der Bundesrepublik mit folgendem Unterschied:

In der Bundesrepublik bestimmen die Bosse der Wirtschaft über ihre Lobbyisten, was der dumme Politiker zu tun hat - in der DDR bestimmten die dummen Politiker über ihre Funktionäre, was die Wirtschaft zu tun hat.

Folglich hatte man in der DDR das Geld (in Ostmark), aber man bekam die gewünschte Ware nicht. Die Ware gab es im Westen, nur hatte man meist nicht das Geld dafür.

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In der "DDR" existierte Mangelwirtschaft, insbesondere Südfrüchte wie Bannanen waren selten zu haben. Davon abgesehen war dar gesamte Staat, von den Schulen über die Universitäten bis zu den staatseigenen Betrieben, kommunistisch ideologisiert. Abweichungen von der Norm wurden nicht geduldet.

Es herrschte Arbeitspflicht, eine Entziehung von dieser konnte mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstafe oder Arbeitserziehung geahndet werden (vgl.
§ 249 "DDR"-StGB). Man durfte keine von der SED-Linie abweichenden Auffassungen, insbesondere nicht-kommunistischer Art, vertreten und konnte für diese bespitztelt und bestraft werden. Reisefreiheit ins nicht-kommunistische Ausland war nicht vorhanden. Ebenso war der Empfang von Westfernsehen verboten.

Man kann sich als Opportunist natürlich auch in so einem Staat gemütlich einrichten. Einfach nicht gegen die Diktatur-Spielregeln verstoßen und immer schön buckeln. Als seine Nachbarn denunzierender Opportunist konnte man auch prima Karriere machen und sich Vorteile verschaffen, die man sonst nie gekriegt hätte. Genau so wie im Nationalsozialismus.

Sowohl die "DDR" als auch das NS-Regimes waren brutale Diktaturen an denen rein gar nichts erstrebenswert war oder ist.

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Kommentar von MeartyrerGottes
07.08.2016, 23:17

Ein toller "Kommunismus". :)

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Kommentar von Nomex64
07.08.2016, 23:30

Irgendwie musst du in einer anderen DDR gelebt haben als ich.

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Kommentar von Lazarius
08.08.2016, 00:05

Es ist schon ein Hammer die DDR mit dem NS-Regime zu vergleichen.

Irgendwann schon mal in der DDR gelebt oder nur schlechte Literatur erwischt?

Der Text aus deinem Profil:

"Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: erstens durch nachdenken, das ist der edelste, zweitens durch nachahmen, das ist der leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste." (Unbekannt)

1. Edel kann aber für dich nicht zutreffen.
2. Dafür muss man auch nachdenken - trifft auch nicht zu für dich.
3. Erfahrung, zumindest auf diesem Gebiet, ist gleich null.

LG Lazarius.

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Kommentar von MarkusJaja
08.08.2016, 00:18

also mit Behauptungen sollte man vorsichtig sein, wenn man es selbst nicht erlebt habt. Deinem Profilnamen entnehme ich, du bist 1990 geboren?

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Mal kurz gesagt:

Wir sind mit dem Kopf endlich durch die Mauer durch! Und in der Nachbarzelle angekommen!

:-)

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Super Antwort, kann ich mich nur anschliessen. Daumen hoch.

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