Wie lebten die Leute in der DDR?

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11 Antworten

Sich wiederholende Fragen, bekommen sich wiederholende Antworten, vor allem, weil aus unerfindlichen Gründen die Antwort von @frank1968 gelöscht worden ist .

Durch nunmehr über zwanzig Jahre Bundesrepublik ist endlich mein ostalgisch nostalgischer Blick auf meine DDR-Jahre einer freiheitlich-demokratischen Sicht gewichen, die mich noch im Nachhinein schaudern lässt, ob meiner schlimmen Qualen in Springers Gänsefüßchenland „DDR“.

Auch, wenn es kaum zu glauben ist, der Tag in der DDR begann am frühen Morgen. Geweckt wurde man vom Rasseln der Ketten, die der familieneigene Stasispitzel löste, um allen das Signal zum Aufstehen zu geben. Mit einem inbrünstigen Absingen der „Internationale“ vor der mit Hammer, Zirkel, Ährenkranz und einem roten Stern geschmückten Parteiecke wurde das Frühstück eingeleitet. Das bestand aus Brötchen, Käse, Blutwurst und roter (!) Marmelade. Das unbändige Verlangen nach Bananen wurde mit einem Blick in die aufgehende Sonne gestillt, die infamer Weise im Osten aufgehen musste, dabei rot war und später im Westen unterzugehen hatte. Diese DDR-Propaganda verfolgt mich noch heute.

Männer und Frauen mussten für Geld arbeiten, weil demokratische Segnungen, wie Hartz IV, in dieser Diktatur völlig fehlten. Deshalb wälzten sich Heerscharen in die Betriebe und Verwaltungen und mussten dazu sozialistische Einheitsmassenverkehrsmittel benutzen, wofür die Stasiknechte auch noch 15 bis 20 Pfennige haben wollten.

Die Kinder gingen in die Schule, wo sie so gequält wurden, dass sie bereits vier Monate nach der Einschulung Lesen und Schreiben konnten, dafür aber unfähig waren, ihren Namen zu tanzen. In der ersten großen Pause mussten sie Schulmilch oder Kakao trinken, wofür ihnen der entmenschlichte Staat 20 Pfennige abpresste. Mittags gab es die Schulspeisung, an der Kinder von linientreuen Eltern teilnehmen mussten, weil die Rabeneltern zu faul waren, für die lieben Kleinen selbst zu kochen und lieber arbeiten gingen. Dafür mussten die Eltern 2,75 DDR-Mark in der Woche bezahlen, weil Westgeld dafür nicht akzeptiert wurde. Errungenschaften des modernen Sozialstaates, wie die“ Arche“, Suppenküchen und Tafeln gab es in diesem Unrechtsregime nicht. Nicht einmal Charity-Galas zugunsten der Armen gab es.

Kinder wurden in Horten gezwungen, Hausaufgaben zu machen und das auch noch unter Aufsicht und mit Hilfe. Akademikerkinder mussten mit Proletenbälgern zehn Jahre in die gleiche Klasse gehen, ohne ihr naturgegebenes Recht auf Abgrenzung ausleben zu können.

Jeder Schulabsolvent musste Abitur machen oder einen Beruf lernen. Der Gipfel der Infamie war aber der, dass man nach der Lehre auch noch einen Arbeitsplatz bekam. SED-Knechte in den Betrieben sichteten die Beschäftigten und delegierten Arbeitskräfte zur Weiterbildung. Niemand durfte das freiheitliche Gefühl auskosten, sich Sorgen um seine Arbeit und damit um seine Existenz machen zu müssen.

Nach der Arbeit und der Schule wurden die Kinder in Sportvereine geschickt oder mussten ihre Zeit im freien Spiel totschlagen. Gameboys, Spielekonsolen, Egoshoter, Splattermovies usw. für eine sinnvolle Freizeitgestaltung gab es nicht. Bewusstseinserweiternde Drogen gab es auch nicht, weil die süchtig machen und die Mangelwirtschaft eine regelmäßige Versorgung damit nicht sicherstellen konnte. Als Ersatz gab es Rotlichtbestrahlung, aber die machte nicht süchtig.

Abends mussten alle die neuesten Beschlüsse der Partei- und Staatsführung auswendig lernen. Der Familienstasibeauftragte fragte das dann ab und wer das nicht zur Zufriedenheit konnte, wurde von den eigenen Eltern zwangsadoptiert. Vorher mussten aber die Kinder zur ideologischen Indoktrination den Sandmann gucken. Es soll sogar Horroreltern gegeben haben, die Kindern abends noch Märchen erzählt haben, anstatt die Wahrheit.

Du siehst also, es war schlimm, schlimm, schlimm!

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völlig "normal": üblicherweise ging "man" morgens oder wann der jeweilige arbeitsbeginn war, zur arbeit und konnte dann nachmittags oder am frühen abend wieder nach hause gehen. eine ausnahme oder besonderheit war, wenn es besondere dinge zu kaufen gab, die sonst nicht im normalen handel zu erhalten waren, dann gingen die leute auch mal irgendwo "sich anstellen", um waren zu bekommen, die es nur selten gab.

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ALLTAG? Sehr weiter Begriff. Sie lebten zwar hinter der Mauer, aber ansonsten ganz normal mit einem ganz normalen Alltag. Arbeit, Familie, Kinder, Freunde..... Schau einfach mal unter DDR nach, wenn Du etwas bestimmtes wissen willst.

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Wie Du an den unterschiedlichsten Links hier gesehen haben wirst wurde die Frage schon mehrfach gestellt und auch beantwortet. Wir waren sowohl Individualisten als auch Teamplayer.Und das mit umgekehrten Vorzeichen zu heute. In Arbeit und Beruf waren wir Teamplayer und in unserem Privatleben haben wir unseren Individualismus ausgelebt, natürlich auch mit Freunden und Verwandten, aber wir mussten nicht jedermanns Freund sein. Im Beruf und auf der Arbeit war Individualismus nicht erforderlich, weil wir Kollegen waren, keine Mitbewerber und Konkurrenten.

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Also meine erste Wohnung bekam ich mit 19 Jahren,weil wir vier Kinder waren,die sich alle ein Zimmer teilen mussten.Die Miete kostete 37 Mark.Ein Fahrschein für die Straßenbahn kostete 20 Pfennig.Kontrolleure gab es nicht.Ein Farbfernseher dagegen kostete 4000 oder 5000 Mark. das Einkommen lag ca. bei 450 - 1200 Mark.Mit 4 Kindern waren wir eine "Kinderreiche Familie".Wir bekamen deshalb in der Schule jeden Tag ein kostenloses Mittagessen und einen 1/4 l Milch nach Wahl.Auch bekamen wir 2 mal im Jahr Kleidergutscheine. Schulbücher und Hefte gab es immer für alle Schüler in der Schule für umsonst.Alle Kinder in der DDr hatten das selbe Lese-oder Mathebuch.Es gab nur einen Schulbuchverlag.Er hieß Volk und Wissen. Der Unterricht war Frontalunterricht.Jedes Kind lernte zur gleichen Zeit das selbe(es wurde also nicht differenziert).Es gab die politechnische Oberschule für Klasse 1 bis 10 und die Erweiterte Oberschule für 11. bis 13.Klasse.Dort durften aber pro Klasse nur 3 Schüler hin.Diese wurden von der Schulleitung ausgewählt. Berufstätige Mütter und Frauen ab 40 bekamen einmal im Monat einen Haushaltstag.Dort konnten sie bezahlt zum Friseur gehen oder ihren Haushalt machen. Alle Kinder gingen in die Kinderkrippe oder in den Kindergarten,wenn es ihre Eltern wollten.

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exFlottiLotti 21.03.2013, 19:54

das Einkommen lag ca. bei 450 - 1200 Mark.

Richtig! Das Durchschnittseinkommen in der DDR lag bei rund 1.000 Mark, das durchschnittliche Haushaltseinkommen lag bei rund 1.600 Mark.

http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Arbeitseinkommen

Der Unterricht war Frontalunterricht.Jedes Kind lernte zur gleichen Zeit das selbe(es wurde also nicht differenziert).

Richtig! Dabei war aber auch noch genug Zeit zum Vermitteln des Stoffes und zum Üben, so dass die Stoffvermittlung nach dem Motto "Friss, Vogel oder stirb!" weitestgehend unbekannt war.

Erweiterte Oberschule für 11. bis 13.Klasse

Auf der EOS wurde das Abiitur in der 12. Klasse abgelegt. Eine weiter Möglichkeit das Abitur abzulegen, war die Berufsausbildung mit Abitur, die nach Abschluss der 10. Klasse drei Jahre dauerte.

Berufstätige Mütter und Frauen ab 40 bekamen einmal im Monat einen Haushaltstag.

Richtig! Ab 1965 galt er auch für unverheiratete Frauen mit Kindern unter 18 Jahren, und 1977 wurde das Anrecht auf den Haushaltstag auch unverheirateten, vollzeitbeschäftigten Frauen ab 40 Jahren ohne Kinder sowie teilweise auch Männern (alleinstehend mit Kindern oder mit erkrankter Ehefrau unter bestimmten Bedingungen) zugestanden. (Wiki)

Alle Kinder gingen in die Kinderkrippe oder in den Kindergarten,wenn es ihre Eltern wollten.

Fast richtig! Für alle Kinder im Krippenalter (0 - 2 Jahre) standen nicht genügend Krippenplätze zur Verfügung, dafür aber konnte jedes Kind im Kindergartenalter (3 - 6 Jahre) einen Platz im Kindergarten bekommen.

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Claud18 22.03.2013, 13:51
@exFlottiLotti

Durchschnittseinkommen 1000 Mark?! Ich war mal froh, wenn ich 600.- netto herausbekam (angefangen habe ich mit 450.- Mark netto). Auf 1000 Mark kamen wohl Montagearbeiter (wegen der Auslöse) oder auch Leute in der Gastronomie bei entsprechenden Überstunden und Zuschlägen (sonntags und nachts), aber nicht der kleine Durchschnittsbürger.

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Claud18 27.03.2013, 01:56
@Huckebein

Die haben da wohl die Kleinverdiener nicht mitgezählt, ich weiß nicht, wie sie auf solche märchenhaft hohen Beträge kommen (oder handelt es sich um Bruttolöhne? Die Lohnsteuern nach Tabelle waren ziemlich hoch). Ich war immer Arbeitnehmer und hatte nie mehr als 600.- Mark netto raus (bis auf das letzte Dreivierteljahr, als ich mich nach Berlin meldete und dort mit Auslöse und Zuschlägen auch auf 1000.- Mark im Monat kam). Und allen meinen Bekannten ging es nicht anders, lediglich Studierte bekamen wohl 800.- bis 900.- Mark raus. Bei Selbständigen weiß ich, dass sie derart hohe Steuern bezahlen mussten, dass sich das Ganze kaum lohnte (es sei denn, sie haben Steuern hinterzogen, aber dann konnte ihnen der Laden dichtgemacht werden). Lediglich Handwerker verdienten sich mit (legaler) Feierabendarbeit eine goldene Nase.

Ich glaube, es war Churchill, der einmal sagte: "Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe".

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Ich habe mich dort sehr gut gefühlt,für Bildung und Aus und Weiterbildung wurde alles getan,dementsprechend wurde auch eine gute Ausbildung honoriert.Ich konnte mir dort einen Fensterputzer und Wäschedienst und eine große Wohnung leisten,hier ist daran nicht zu denken.Hier habe ich zwar Konsum im Überfluß,was kein Mensch alles braucht,aber auch die ständige Angst des sozialen Abstiegs durch Arbeitslosigkeit.Das macht eher krank und gern würde ich auf so manchen Mist verzichten,wenn ich besser abgesichert wäre.Auch diese Obrigkeitsgekrieche, und Kirchenmacht :das gabs alles nicht,wenn ein Arzt zum Pat.sagte:so läuft es,da hAtte sein Wort Gewicht,hier rennt gleich jeder Besserwisser zum "beschweren"etc. Der Kapitalismus ist auch ein hartes Brot und dieses Demokratie Gefasel,kann auch manchmal schön nerven(Nazis aufmarschieren lassen,nur ein Beispiel..in den Knast,dass sie die Sonne nicht mehr sehen).Wer in der DDR nicht arbeiten wollte,der wurde ans Arbeiten gebracht.Punkt!das täte hier auch so manchem sehr gut.Was nützt mir eine offene Grenze,wenn ich dann das Geld auch nicht habe,zu reisen...dann diese Hausfrauen Theater,das war kein THEMA:FRAUEN haben selbstverständlich gearbeitet,waren selbstbewust und gebildet.Hier stehen mir die Nackenhaare zu BERGE;WENN ICH DIESE HAUSFRAUEN SO SEHE;DEM MANNE UNTERTAN UND NICHTS AUF DER hAND::::SO KÖNNTE ICH EWIG SCHREIBEN;NAJA;EMAN ZIPATION ETC:MUSSTEN WIR NICHT ERKÄMPFEN;DAS WAR EINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT;SO WIE AUCH DAS SELBSTBESTIMMUNGSRECHT;KINDER JA ODER NEIN:Homosexuelle: Alltag und kein Kirchengeplärre,das sei Sünde ,da kann ich heute auch nur lachen, Rückschrittlich bis zum Mittelalter....aber nun ist es eben alles Eins und wir müssen damit leben,doch die Unterschiede sind noch sehr groß und werden es auch noch lange bleiben.Nun sollen mich die Bundis auch nicht falsch verstehen,es ist eben Ausland hier gewesen und oft bei aller "Weltoffenheit"der BRD,auch recht Hinterwäldlerich.Ein Ossi aus tiefsten Herzen und darauf bin ich stolz!

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Bescheiden, aber sozial abgesichert. Allerdings leben in der heutigen BRD viele Leute inzwischen noch viel bescheidener.

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Interessante Webseite eines Historikers über eine Glaubensgemeinschaft in der ehemaligen DDR. Wie erging es Andersdenkenden... www.neuegeschichte.de

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PeVau 20.03.2013, 19:12

Sehr repräsentativ für das Leben in der DDR.

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Huckebein 20.03.2013, 19:14

Die Fragestellerin will etwas über das Leben in der DDR erfahren, wie es sich für die große Mehrzahl darstellte.

Die Zeugen Jehovas waren u.a. in der DDR eine Randgruppe, die nicht das normale Alltagsleben bestimmten. Dein Hinweis ist allenfalls dazu angetan, hier eine Diskussion zu entfachen, die meilenweit am Anliegen der Fragestellerin vorbeigeht.

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Hadikva 20.03.2013, 22:07
@Huckebein

naja und wurden in den Knast verfrachtet,da sie den Staat nicht anerkannt haben,sicher Unrecht,die sind aber auch zu quer.....

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sabirke 21.03.2013, 18:03
@Huckebein

Na, nur Knast gab es aber für die Zeugen Jehovas in der DDR auch nicht. Ich bin in einem Dorf mit vielleicht 600 Einwohnern großgeworden, da gab es eine Familie , die waren ZJ, da gab es keine Repressalien, auch nicht durch die Stasi. Ich bin mit dem einen Mädchen zur Schule gegangen. Die haben ganz normal gelebt und gearbeitet und haben ihren Glauben in ihrer Familie gelassen und gut wars!

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Ganz normal eigl. ausser das die keine Meinungsfreiheiten hatten!

und nicht rüber durften!

Musst du dir vorstellen wie Nordkorea!

Sagst du etwas über Kim Jong un wirst du gleich Erhängt in dem Sinne!

mfg Philyo101

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Gut und sorgenlos.

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