Was sagt ihr zu diesem Zitat von dem früheren Bischof von Limburg, Franz Kamphaus?

8 Antworten

Vom Prinzip her hat er Recht, doch das nutzt dem, der unter die Räuber gefallen ist, zunächst gar nichts.

Tatsächlich wäre es aus unserer Sicht gut, wenn das Übel erkannt und beseitigt werden könnte.

Allerdings glaube ich, dass es immer Faktoren geben wird, an denen man scheitern oder wachsen kann, und das ist gut so.

Aus religiöser Sicht ist das Erdenleben eine Möglichkeit Liebe zu Gott und den Menschen zu lernen und damit Teil einer großen Aufgabe, die mit einer Prüfung, ob Himmel oder Hölle, endet.

Wenn man bereit ist, das Leben und das Kollektiv mit diesem Fokus zu sehen, könnte man anerkennen, dass die Dinge so sind, wie sie sein müssen, auch wenn sie nicht unseren Idealen entsprechen.

Bei solchen Zitaten setze ich immer ein Fragezeichen. Dies in Bezug auf Ernsthaftigkeit des Anliegens. Dies könnte ich mir, nachdem ich auf wikipedia folgendes über ihn belesen habe, jedoch vorstellen:

Kamphaus bewohnte nicht mehr das bischöfliche Haus in der Limburger Altstadt, in dem er zeitweilig eine Flüchtlingsfamilie aus Eritrea unterbrachte, und bezog stattdessen ein Apartment im Limburger Priesterseminar. Auch seine Dienstlimousine mit Fahrer nahm er nur ungern in Anspruch.

Nun aber zu deiner Frage. Ich finde das Zitat sehr treffend. Für mich liegt es auch auf der Linie von Jesus, der sagt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst".

Ein gutes Buch, dass deutlicher zeigt, was der frühere Bischof wohl damit ausdrücken wollte:

"Was würde Jesus heute sagen" von Dr. Heiner Geißler

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID5723089.html

https://www.youtube.com/watch?v=Bc8CxV0wVcs

Es ist nicht die Kernaussage des Gleichnisses aber er hat recht.

  • wenn wir die akuten Symptome der Gesellschaft bekämpfen: Armut, Drogensucht, Gewalt etc. dann sollten wir auch die Struktur dazu bekämpfen
  • Die Kernaussage ist, hilf dem der jetzt in deiner Reichweite Not hat. "Liebe deinen Nächsten" eben.

Was hilft es, wenn ich mich 20 Jahre politisch engagiere aber jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit achtlos an Bettlern und Obdachlosen vorbeigehe...?

Bischof Kamphaus benutzt das Gleichnis für eine gesellschaftspolitische Forderung. Ob das Evangelium Jesu Christi das überhaupt hergibt, müsste diskutiert werden. Jesus ist kein Reformer der Gesellschaft und schon gar nicht Revolutionär. Ich glaube Bischof Kamphaus verkennt das, wenn er Jesus für solche Ideen einspannen wil.

Leider wissen viele geistliche Würdenträger nicht mehr was Nächstenliebe ist - sie sagen Nächstenliebe und drängen uns zur Fernstenliebe!

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