Ist Trumps Kritik an Briefwahlen doch berechtigt?

Ich hatte Trumps Kritik an Briefwahlen bisher für unberechtigt gehalten. Allerdings hat gestern selbst der USA-Korrespondent der ARD Stefan Niemann (ein expliziter Trump-Gegner!) die Fehleranfälligkeit von Briefwahlen in den USA bestätigt. Dazu muss man wissen, dass es in den USA kein richtiges Meldesystem gibt.

Dann habe ich zu dem Thema eben noch folgenden, meines Erachtens sehr differenzierten und kenntnisreichen Kommentar auf Facebook gelesen, der meine Zweifel weiter verstärkt hat:

Was passiert, wenn Journalismus und Akademia in einer Echokammer sitzen: Trump klagt ständig über Betrug mit der derzeit laufenden Briefwahl. Zahllose Journalisten und Forscher brandmarken das als Fake News. Der Forschungsstand zeige nicht, dass Briefwahl besonders manipulationsanfällig sei. Trump unterminiere das Fundament der Demokratie und wolle Wähler einschüchtern. Twitter und Facebook markieren Trumps Tiraden als Desinformation.
Alles klar, oder? Tja, leider nicht. Was die empörten Trump-Gegner unterschlagen, ist dass in diversen US-Staaten wegen Corona eine ganz neue Dimension von Briefwahl ausprobiert wird. Die Wahlunterlagen müssen nicht angefordert werden, sondern werden ungefragt an alle registrierten Haushalte verschickt. In einem Land, das kein Meldewesen hat!
Das dürfte die Prüfung der korrekten Stimmabgabe sehr erschweren. Selbstverständlich führt das dazu, dass demokratische Prinzipien verletzt werden können. Niemand hat eine Ahnung, wer da eigentlich wählt, es gleicht mancherorts fast einer Lotterie.
Im Netz kursieren Videos von Betrügern, die in Gettos den Leuten ihre Briefwahlunterlagen für ein paar Dollar abkaufen. Nun, warum ärgert das Trump so sehr? Weil wir wissen, dass Briefwahlen so etwa 60:40 für die Demokraten ausfallen. Warum auch immer, Republikaner gehen eher vor Ort wählen. Das wahllose Versenden von Wahlunterlagen hilft also ziemlich sicher den Demokraten.
Man stelle sich mal für eine Sekunde vor, das wäre umgekehrt - und Trump würde sich lautstark für die Briefwahl aussprechen. Selbstverständlich würden all die Journalisten und Akademiker, die jetzt Trump kritisieren, lautstark vor einer gestohlenen Wahl, vor einem Putsch der Republikaner warnen.
Es ist einfach alles so verlogen, so kaputt. Man kann den Massenmedien bei manchen Themen nicht mehr vertrauen und leider auch der Akademia zum Teil nicht mehr. Die politische Polarisierung frisst die Wahrheit, auf beiden Seiten des politischen Spektrums.

Führt mich hört sich das alles ziemlich einleuchtend an. Aber was meint Ihr: Stellen Briefwahlen in den USA ein Problem dar?

Ist Trumps Kritik an Briefwahlen doch berechtigt?
Ja, die Vorgehensweise erleichtert Wahlbetrug. 38%
Nein, Briefwahlen sind sicher. 38%
Andere Antwort. 25%
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