Stimmst du der Aussage: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" zu?
Wir leben wirklich in wahnwitzigen Zeiten!
Wir erleben, wie der Politik-, Medien-, und Kulturbetrieb nichts, aber auch gar nichts aus Fehlern lernt. Das ist wahrlich keine Neuigkeit. Allerdings sind das Fehler, die erst vor einem Jahr begangen wurden! Im Europawahlkampf! Urkomisch. Alles nur noch ein einziges Debakel, ein Karussell der Inkompetenz, das sich dreht und dreht, ohne jemals anzuhalten.
Ich lasse mal Politikwissenschaftler Herfried Münkler sprechen:
trend: Haben Sie im EU-Wahlkampf dazu Diskussionen gehört?
Leider wurden genau diese Fragen, auch bei mir in Berlin, durch die diversen antretenden Parteien nicht zum Thema gemacht. Es wurde ein eigentümlicher Wahlkampf „für gutes Klima“ und „gegen Hass und Hetze“ „für mehr Europa“ etc. gemacht.
In Österreich habe ich ähnliche Plakate gesehen, aber vielleicht noch eine Nummer dümmer. „Raus aus dem Euro-Wahn“, „Europa, aber besser“ etc. Diese Wahlparolen waren von einer unverschämten Belanglosigkeit, die den Wähler für dumm verkauft haben. Die Parteien haben sich nicht getraut, einen inhaltezentrierten Wahlkampf zu machen. Das ist ein ziemlich Besorgnis erregendes Zeichen.
Nichts anderes geschieht im heutigem Schauspiel, der eben zur EU-Wahl aber auch bei den Demokraten in den USA sein Unwesen treibt. Ideologische, niederprasselnde Tyrannei. Schamlose, leere Phrasen und ausgehöhlte Floskeln über Hoffnung, Fortschritt und Zuversicht dominieren die Bühne. Bah..!
Dabei hat sich das aus der Moderne entspringende Fortschrittsnarrativ als das entpuppt, was es immer war: Als Blendwerk. Niemand glaubt ernsthaft an Fortschritt.
Sei es VOLT mit ihrem Slogan "Wir holen uns die Zukunft zurück"); die Linke, die sowieso in ihrem moralischem Morast ertinkt und auf einen verlogenen Humanitarismus setzt; bishin zur AfD.
Alle verflüchtigen sich in peinlichen, schändlichen platonischen Ideen. In Visionen, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun haben.
Da stellt sich die Frage: Hatte Helmut Schmidt mit seiner Aussage recht? Er sagte einmal: "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen." Vielleicht sollten wir alle einen Termin beim Doktor machen, denn die politische Landschaft scheint von visionären Wahnvorstellungen befallen zu sein.
7 Antworten
Nein. Auch wenn ich Helmut Schmidt sehr geschätzt habe, so war doch sein berühmtes Bonmot eher ein Aufruf zu Pragmatismus in der Politik; dies ist aber im Kontext der Siebziger- und Achtzigerjahre zu verstehen.
Heute hat man eher das Gefühl, dass es an Visionen und vor allem an Weitblick fehlt.
Fast alle Entwicklungen, die uns heute solche Sorgen machen, kommen mit Ansage, teils sogar jahrzehntelanger Ansage. Das ist bei weitem nicht nur das Problem mit der Migration, sondern vor allem Entwicklungen wie bei der Rente. Man weiß aus schlichter Demografie, dass die Anzahl der Rentner im Verhältnis zur Anzahl der Beitragszahler drastisch ansteigt, aber niemand will halt seiner Klientel weh tun, vor allem wenn Rentner wahlentscheidend sind.
Auch die komplette Umweltproblematik (weltweit!) inclusive CO2-Anstieg, Artensterben, Versteppung, Abfall und Grundwasserreserven wird seit langem deutlich skizziert. Das einzige, das wenig vorhersehbar ist, sind Kriege, Naturkatastrophen oder Pandemien.
Selbiges gilt für eine marode Infrastruktur, deren Verfall auch nicht überraschend kommt. Wer 1975 eine Betonbrücke gebaut hat, konnte damals schon absehen, dass sie im Jahr 2025 sanierungsbedürftig ist.
Eigentlich bräuchten wir einen Plan, der weit über "Ausländer raus", Steuersenkungen oder Steuererhöhungen hinausgeht und der den Menschen auch etwas zumutet, um deren Zukunft es ja geht. Solange sich Politik und Opposition aber darin erschöpft, auf die anderen zu zeigen und ihnen Unfähigkeit vorzuwerfen, werden sich auch keine Visionen und Pläne entwickeln.
Ich finde es gut, wenn Parteien positiv Ziele anstreben. Der Slogan von Volt gefällt mir deshalb. Und er ist mit konkreten und realisierbaren Zielen verbunden. Es ging bei Helmut Schmidt um unrealistische Ziele, die sehe ich beispielsweise bei traditionellen Kommunisten, selbst Wagenknecht jammert ja heute lieber.
Deshalb finde ich aber das Dauerjammern viel schlimmer. Ebenso, wenn man die Lösung in der Vergangenheit sucht. Da will eine Partei zurück in die Zeit, als Vergewaltigung in der Ehe noch legal und Schlagen von Kindern erlaubt war. Oder als die Mauer noch stand und keiner Arbeit suchen musste. Kernkraftwerke sollen gebaut werden, die bis zur Fertigstellung in 15 Jahren unglaubliche Kosten verursachen würden und ähnlicher weltfremder Unsinn.
Andere wollen noch 20 Jahre weiter zurück mit Militärparaden wie in Russland. Das nervt mich mehr.
Wenn man diesen Satz heute in Verbindung mit Drogenkonsum hört, dann ist er völlig wahr und damit zustimmungsreif.
Auf den Kontext kommt es eben an.
Und jener Satz war damals von H.Schmidt halt anders gemeint, als Du jetzt suggeriert hattest...
Für alles Illusorische gilt er wohl nervenärztlich noch heute, doch braucht es immer auch Illusionen/Visionen für Zukunftsinnovationen. Doch nicht für Alle die sich dazu auf einen guten Weg wähnen...
https://youtu.be/ZBCyqdlvT_g?si=EzPKiBNXOHGx1cfX
Der Nationalsozialismus war eine Ideologie, Sozialismus, Kommunismus ist eine Ideologie, die Frankfurter Schule ist eine Ideologie.
Wenn etwas in der Menschheitsgeschichte nie Bestand hatte ist es utopisch etwas nur aufgrund einer Idee zu formen die der menschlichen Natur in entscheidenden Teilen entgegensteht.
Es ist das eine wie die Realität sein sollte und das andere wie sie wirklich ist.
Wenn wir aus den Visionen Haluzinationen macht, dann würde ich schon sagen, ist ein Besuch beim Arzt indiziert. Immerhin können die duchaus körperliche Ursachen haben z.B. Vergiftungen Mangelerscheinungen oder Durchblutungstörungen in manchen Arealen des Gehirns.