Warum können Lehrbücher nicht eigentlich ästhetischer gestaltet werden?

"Weil sie Wissen vermitteln sollen und nicht schön aussehen sollen", wäre hier die puristische Antwort.

Aber ich lerne doch viel lieber und besser, wenn ich ein Buch gerne zur Hand nehme. Wenn ich Freude daran habe.

Mal als externes Beispiel: Die Was-ist-was Bücher. Natürlich ist das nur ganz oberflächliches Wissen für Kinder, aber was ich vor über zehn Jahren in einem Was-ist-was Buch gelesen habe, das weiß ich immer noch. Was ich vor ein paar Wochen in einem Lehrbuch gelesen habe, das hab ich teilweise schon vergessen.

Wir haben im Studium ein Buch einer Frankfurter Professorin, das finde ich sehr gut gemacht.

Es spricht einen an. Man nimmt es gerne zur Hand. Der Satz und Druck ist sehr schön. Die Zeilenabstände sind relativ groß, man kann also sehr gut lesen. Man bekommt keine Kopfschmerzen. Und Fachbegriffe werden zunächst erklärt. Insgesamt sagt dieses Buch "Ich möchte dir etwas beibringen." und nicht "Friss oder stirb!".

Es gibt nämlich leider sehr viele Lehrbücher die nach "Friss oder stirb!" gestaltet sind. Wo man schon genervt ist, wenn man das Buch über zur Hand nehmen muss. Wo man nach den ersten Seiten schon demotoviert ist, weil man fast kein Wort kennt. Ich gebe zu, bei mir sind aus Frust schon so manche Lehrbücher durchs Zimmer geflogen.

Und es ist doch heutzutage durch die Technik überhaupt kein Problem mehr, Sachen schöner zu gestalten. Wir müssen eigentlich keine Blei-Wüsten mehr drucken.

Natürlich kann man einfach sagen, dass Lernen nicht ästhetisch sein muss. Der Zusammenhang zwischen Ästhetik und Lernerfolg ist inzwischen auch schon sehr gut erforscht. Umgesetzt wird es leider selten.

Warum können Lehrbücher nicht eigentlich ästhetischer gestaltet werden?
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