Ist die Schweiz doch nicht so reich?
Nur etwa 36 Prozent besitzen ein Haus, Immobilien. Der rest mietet. Das ist einer der niedrigsten Raten auf der Welt. Also sind die meisten Schweizer doch nicht so reich? Wie kann es sein, dass so wenige Schweizer Immobilien besitzen?
Und in Italien besitzen laut Statistiken fast 76 Prozent ein Haus. Wie kann das sein? Ich dachte die Schweiz sei viel, viel reicher? Wie kann es sein, dass viel mehr Italiener ein Haus besitzen, wo doch Italien ärmer ist als die Schweiz?
Oder ist der Durchschnitssschweizer vielleicht gar nicht so reich wie immer propagiert wird? Und die Schweiz ist nicht so toll wie ihr Hype?
Ich meine wenn die Schweiz achsotoll ist, warum ist dann alles dreimal so teuer wie in anderen Ländern? Ja die Löhne sind etwas höher, aber auch nicht so krass höher. Ich habe gesehen, fast jeder Haus kostet mindestens eine Million. Kann sich natürlich kaum einer leisten.
Auch die Krankenkasse ist teuer, und wird jedes Jahr noch teurer. Also viele Schweizer sind wahrscheinlich nicht reich, oder? Ist der Lebensstandard niedriger als in Deutschland?
3 Antworten
Salue
Das Problem sind die Immobilienpreise in der Schweiz. Diese sind sehr hoch, weil die Nachfrage das Angebot bei weiterem übersteigt. Die Bevölkerung hat sich seit dem 2. Weltkrieg von 4 auf zurzeit 9 Millionen vergrössert. Zwei Drittel des Landes können zum Wohnen nicht verwendet werden, es sind Berge.
So hat man die Politik des verdichteten Bauens eingeführt. Einfamilienhäuser werden immer häufer durch Wohnblocks ersetzt. Einfamilienhäuser werden zum puren Luxus.
Dazu kommt eine spezielle Steuer. Wer im Eigenheim wohnt, bezahlt eine Immaginären Eigenmietwertsteuer. Die wird dem Einkommen dazugeschlagen und erhöht durch die Progression der normalen Einkommensteuer sehr stark.
Allerdings gibt es ländliche Gegenden in der Schweiz in denen immer noch günstige Liegenschaften gekauft werden können. Leider sind da die Einkommensverhältnisse eher schwierig, man muss pendeln.
Tellensohn
Ja, tatsächlich, nach dem dritten Anlauf. Das Ergebnis war, zum allgemeinen Erstauen, recht deutlich. Wieder einmal trat der Röstgraben in Erscheinung, die französisch sprachigen Kantone haben dagegen gestimmt und ebenfalls der Stadtkanton Basel-Stadt. Die Deutschsprachigen auf dem Land haben wohl den Ausschlag gegeben. Dort leben auch die meisten Hauseigentümer. Tellensohn.
Ich komme aus der deutschsprachigen Schweiz und bin selbst kein Hauseigentümer.
Leider sind die Schweizer in Europa auf dem letzten Platz der Einwohner, die in den eigenen vier Wänden wohnen. Du gehörst auch in der Deutschweiz zur Mehrheit. Es ist ein Luxus geworden, sich eine Eigentumswohnung oder ein Haus zu kaufen.
Ich brauch kein Haus, ich wohne im Elternhaus und meine Eltern besitzen mehr als nur ein Haus und daher werde ich davon Erben.
Der Eigenmietwert wurde bundesweit eingeführt. Betroffen ist ja auch die Bundessteuer. Tellensohn
In der Schweiz ist es so, dass die Bürger sich auch immer Sorgen machen, dass die staatlichen Einnahmen reduziert würden. In diesem Fall des Eigenmietwertes waren es vor allem die Mieterverbände die Angst hätten, die Mieter müssten dann die Steuerausfälle übernehmen. Allerdings ist es so, dass wenn die Hypothekarzinsen über 3% steigen würden, der Staat dadurch sogar Mehreinnahmen hätte. Tellensohn
das entlastet nur Reiche mit Eigenheim und Zweitwohnungen, keinen normalen Bürger. Durch den Wegfall vom Eigenmietwert steigen jedoch die Steuern letztendlich für alle, heisst im Umkehrschluss, einige wenige zahlen kurzfristig weniger, langfristig jedoch alle mehr. Ausserdem, wer den Wohnraum hat, der soll auch dafür bezahlen, es gibt überhaupt keinen Grund, wieso das kostenlos sein sollte. Ich war natürlich dagegen.
Immerhin wurde zumindest die E-ID angenommen.
Einfamilienhäuser und Zweitwohnsitze sind sowieso nicht mehr zeitgemäss, da sie unverhältnismässig viel Platz weg nehmen, dafür das unverhältnismässig wenig Leute drin wohnen
Die Zweitwohnsitze sparen Ferienwohnungen ein! Und Einfamilienhäuser sind wesentlich besser als Eigentumswohnungen womit man leicht bei den EigentÜmerversammlungen überstimmt wird. Ich hab mit einer Eigentumswohnung in einem Block nur Ärger! Du hast daher kräftiges Downvote verdient!
😂😂kannst dus auch argumentativ begründen? Die Zukunft gehört auch nicht der Eigentumswohnung
Mieten ist auch nicht besser für die Zukunft weil die Mieten viel schneller steigen als die Einkommen! Insofern muss man sich fÜr die Zukunft in erster Linie zwischen Eigentumswohnung und Einfamilienhaus entscheiden oder alternativ noch für ein Minihaus für ein oder zwei Personen wenn man keine Kinder plant.
Genossenschaftswohnung, sagt das dir was? Einzige Form mit Zukunft
Das ist derzeit ein sehr kleiner Markt. Wenn du 5 Jahre auf ne Mietwohnung warten willst kannst du dich ja bei den Genossenschaften bewerben. Da wartest du dann wahrscheinlich ähnlich lange wie beim sozialem Wohnungsbau!
ja, aber in der schweizerischen Politik ändert sich wenig und wenn dauert es sehr sehr lange!
a zweifelt das niemand an, b ist das logisch. Wobei so wenig bei uns nicht passiert, verfolgst du die Politik bei uns?
Der Lebensstandard des durchschnittlichen Schweizers sagt das Gegenteil.
"Reich" ist ohnehin nur ein kleiner Teil. Aber es lässt sich hier hervorragend leben.
Wenn du dir die Mietpreise hier ansiehst, dann könnten sich hier einige ein Eigenheim leisten. Die Frage ist, ob man das will. In DE legen viele ihr Vermögen so an, in der Schweiz ist das weniger gefragt. Das hat unter anderem auch mit Interesse zu tun, nicht zwingend mit Geld.
Nicht umsonst sind gerade Deutsche mit aktuell über 300'000 Einwanderer die grösste Einwanderungsgruppe in diesem Land. Am Ende des Monats bleibt hier im Schnitt einfach mehr Netto vom Brutto übrig.
Das Durchschnittseinkommen, Durchschnittsvermögen und die Kaufkraft des durchschnittlichen Schweizers sind deutlich höher als die eines Italieners.
Allein vom Immobilienbesitz darauf zu schließen ergibt keinen Sinn.
Von wegen Wohlstand
Das liegt aber nicht daran, dass man in jedem Fall zu wenig Geld hätte. In der Schweiz wird die Krankenkasse nicht direkt vom Lohn abgezogen. Heisst: Das Geld muss selbst verwaltet werden.
Setzt man nach dem Erhalt des Lohnes die Prioritäten falsch, dann reicht es eben nicht mehr für die Krankenkasse. Da man sich heute selbst für eine Handtasche einen Kredit bei Bank-Now holen kann und das Handy in der Regel alle zwei Jahre für mindestens 800 Franken gewechselt werden muss oder weil hierzulande plötzlich jeder meint, er müsste sich einen Mercedes AMG-Line über Leasing leisten.
Dann kommen pro Monat hier noch 400 Franken drauf, dort nochmal 250 und je nachdem bestellt man seine Sachen bestenfalls noch bei einem Händler, der über Powerpay oder Paycard eine Ratenzahlung mit 12% Zinsen anbietet.
Die bezahlt man - und dann reicht es nicht mehr für die Krankenkasse oder für die Steuern.
Es ist wahr: Unsere Krankenkassen sind sehr teuer. Aber unter einem gewissen Einkommen erhält man Zusatzleistungen. Die Statistik, die dir sagt, dass man sich die Kasse nicht mehr leisten kann, sagt eben nichts darüber aus, wo das Geld des Schuldners sonst so hinfliesst, wo es nicht unbedingt hinfliessen müsste. 50% derjenigen Personen, die über die Krankenkasse fluchen, leben anderweitig weit über ihre Limits hinaus. Das ist ebenfalls ein grosser Teil des Problems. Darüber spricht aber kaum einer. Es ist einfacher, mit einer Krankenkasse einen gemeinsamen Sündenbock zu suchen.
Was hat das damit zu tun? Wo schrieb ich was von nutzlosem Konsum? Dein Geschwätz ist unterirdisch, sorry. Was soll das Getrolle?
Eigenmietwert Steuer wurde bei der letzten Volksabstimmung tatsächlich abgeschafft.