Ich habe mal so nachgedacht und mir dazu das Leben in anderen Ländern im Vergleich angesehen.
Ich finde: In Deutschland wird Vieles, woran Viele Spaß hätten, ganz einfach sehr schwer bis hin zu unmöglich gemacht.
Beispiele dafür gäbe es genügend.
Jugendliche z.B. können in ganz besonderer Weise wenig machen und selbst gestalten. Mancherorts vielleicht etwas mehr - das mag' sein.
Aber nicht überall gibt es so attraktive Angebote wie ein Jugendzentrum. Und nicht jedes Jugendzentrum muss automatisch gut sein. Siehe Berlin-Neukölln, wo Vergewaltigungen möglich sind. Echt irre was in diesem Land alles möglich ist mittlerweile.
Aber Vieles, was schön wäre, ist eben leider nicht möglich.
Alleine in meinem Sportverein höre ich oft Sätze wie "Das geht aus versicherungstechnischen Gründen nicht." oder "Da müssten wir mal fragen.". Zahlreiche Ideen wurden gar nicht erst wirklich aufgegriffen, weil die Umsetzung einfach nicht machbar war. Entweder weil das nötige Engagement fehlte oder weil irgendwelche bürokratischen Hürden oder sogar gesetzliche Gründe dagegen sprachen. Oder alles zusammen.
Wenn ich jetzt überlegte, ich wollte mit Anderen zusammen einfach nur eine Art Treffpunkt für Alle erschaffen, wo aber z.B. auch Jugendliche willkommen sind... Wenigstens die ab 14 oder 16 z.B... Und ich würde mit Anderen zusammen ein kleines Gebäude anmieten, was man in Eigenregie betreibt. Wo man einfach mal selbst eine Theke rein baut, 'nen Kickertisch rein stellt, 'ne Tischtennisplatte, ein paar Sofas und 'ne Dartscheibe oder so... Das würde ja im Grunde gar nicht gehen, weil es dermaßen verrückt viele Regelungen gibt, die man beachten muss. Abgesehen von den Finanzen.
Oder wenn man draußen irgendwo mal irgendetwas machen will, muss man sich im Prinzip schon Gedanken darum machen, ob man jetzt eine Bluetooth-Box anmachen darf, um darüber Spotify Musik zu hören. Dann muss man sich nämlich womöglich Gedanken über die GEMA machen, bei der man für so viele Veranstaltungen eben auch so viel Geld bezahlen muss. Auch aus dem Grund werden doch schon einige Veranstaltungen gar nicht mehr organisiert, weil der "kleine Mann" diesen ganzen Irrsinn gar nicht mitmachen kann und auch nicht will.
Also mit anderen Worten: Es ist doch im Grunde so, dass die Menschen vor Ort kaum etwas selbstständig und frei erschaffen können für sich selbst, weil die Liste derer, die man um Erlaubnis fragen muss super lang ist... Und nicht nur Erlaubnis. Auch Geldforderungen gibt es da ja.
Auf dieser Liste können stehen: Finanzamt, Bauamt, Ordnungsamt, GEMA, Kommunalbehörde...
Und ich finde das echt zum Kotzen.
Ich stelle auch einfach fest: Was Freizeitgestaltung an geht - da gibt es einfach auch deutlich weniger als noch vor 20 Jahren beispielsweise. Und überall wird mit Gewalt alles irgendwie kaputt geregelt, obwohl für Vieles gesunder Menschenverstand ausreichen würde.
Warum ist das alles immer so schwer und kompliziert in Deutschland?
Warum kann man sich nicht darüber freuen, wenn Menschen - auch Jugendliche - von sich aus etwas Schönes erschaffen für sich selbst?
Ich hatte sogar noch relativ großes Glück. Als ich vor ca. 15 Jahren ca. 17 Jahre alt war, da habe ich eine Band gegründet, bin zum Bürgermeister und zum Schulleiter gegangen und habe bewirkt, dass die Band einen Proberaum im Schulgebäude bekommt. Heißt: Für das ganze Schulgebäude bekam ich dann auch einen Schlüssel. Und wir hatten die Erlaubnis eigenständig außerhalb der Schulzeit den Proberaum zu nutzen. Und wir haben den Proberaum auch selbst gestaltet und überhaupt erst zu einem Proberaum gemacht (!).
Wenn ich mal so überlege... das (!) wäre doch heutzutage quasi undenkbar! Da würde einer Mitarbeiterin im Rathaus doch alles aus dem Gesicht fallen, wenn man eine derartige Anfrage hätte.
Und das finde ich echt traurig.
Was ich nun dazu geschrieben habe soll bitte nicht missverstanden werden. Es ist kein Plädoyer dafür, dass Alle machen sollen was sie wollen. Und mir ist schon klar, dass Jugendliche auch mitunter auf sehr dumme Ideen kommen können und vielleicht auch Dinge schön finden, die aber einfach nicht praktikabel sind, weil vielleicht auch illegal.
Was ich sagen möchte ist, dass aber nun mal nicht jeder einzelne Paragraph so sinnvoll ist vielleicht. Und dass es eben doch zu stark an Freiheit und Selbstentfaltungsmöglichkeiten mangelt. Und es wird auch zunehmend mehr gestritten.
Da, wo ich wohne z.B., gibt es kein Osterfeuer mehr und auch eine andere sehr traditionelle Veranstaltung nicht mehr, weil die Eigentümer der Grundstücke sich völlig quer stellen. Und das z.T. auch wegen Lapalien und/oder Formalitäten. Und alternative Veranstaltungen bzw. "Osterfeuer einfach woanders" im selben Wohnort - was ja auch denkbar wäre - sind auch einfach verworfen. Gibt es einfach nicht mehr. Die, die es gemacht haben, haben keinen Bock mehr!
Würdet ihr insofern meiner These eher zustimmen? Oder eher nicht?