Von Blitz und Donner bis Urknall: Warum Gott für mich keinen Sinn ergibt

12 Antworten

Ich denke, Glaube und Naturwissenschaft können wunderbar nebeneinander existieren. Solange keine Seite versucht, der anderen reinzupfuschen.

Ich erkläre das immer gerne mit folgendem Satz zum "Unsichtbaren Rosafarbenen Einhorn"

Wir glauben, dass es rosafarben ist, aber logisch betrachtet wissen wir, dass es unsichtbar ist, da wir es nicht sehen können.

Wer mit dieser Ambivalenz umgehen kann, muss sich nicht zwischen Glauben und Wissenschaft entscheiden. Aber ich kann verstehen, dass viele darüber stolpern. Glaube hinterfragt nicht, während die Wissenschaft alles hinterfragt.

Ob ich glaube? Nein. Ich habe mittlerweile zu viele Ideen gelesen, um an einen (definitiven) Gott zu glauben. Ich halte es eher mit den Shil aus der Barakuda-Trilogie (Gisbaert Heafs).

Nu Riy'al to - was bleibt, wenn nichts bleibt.

Nun, der Glaube, dass wir aus Lehm bestünden stammt aus einer anderen Kultur.

Ansonsten kann ich diesen Werdegang größtenteils nachvollziehen.

+ wenn es etwas gibt das schon immer existierte warum dann nicht gleich Materie. Gott ist ein unnötiger Umweg bei diesem Gedankengang.

Wer Glauben möchte soll es auch tun. Aber letztendlich läuft, auch in den Weiten des Universums, alles nach den auch auf der Erde gültigen pysikalischen Gesetzen. Natürlich ist es Interessant zu wissen was vor dem großen Knall war. Aber alles was man nicht erklären kann mit einem Gott in Verbindung zu bringen ist glaube ich zu einfach.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 14:52

Da stimme ich dir grundsätzlich zu. Alles, was wir beobachten, folgt den Naturgesetzen ob auf der Erde oder im Universum. Aber genau diese Gesetze zeigen uns auch, dass Energie nicht zerstört werden kann und daher schon von Anfang an existiert haben muss. Für mich ergibt es daher mehr Sinn, von einer ewigen Ur-Materie auszugehen, als von einem persönlichen Gott, der isoliert existierte und plötzlich ohne Grund ein Universum erschaffen haben soll.

Es ist so wie Du sagst. Früher gab es auch einen Donnergott, weil man nicht wusste warum es donnert.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 15:00

Genau so ist es, liebe Steffi. Früher wurden Naturereignisse mit Göttern erklärt ein Donnergott für das Gewitter, ein Regengott für den Regen und so weiter. Später hat man dieses Prinzip einfach auf das ganze Universum übertragen. Doch heute wissen wir durch die moderne Physik: Das Universum ist aus Energie hervorgegangen, und Energie kann weder erschaffen noch vernichtet werden.

steefi  29.08.2025, 15:04
@Hakanfragt

Es ist halt einfach so, dass ca. 60% der Menschen an IRGENDWAS glauben wollen. Nun gut, dann muß man die halt lassen und ich will aber auch nicht von denen bedrängt werden, das auch zu glauben.

Warum Gott für mich keinen Sinn ergibt

Gut - für dich - doch deine Argumente sind unbrauchbar. Du argumentierst mit "früher" und mit Schrifttexten, welche für einen Gottesglauben an sich überhaupt nicht relevant sind und für Christen schon garnicht. Solltest du diese ansprechen/hinterfragen, ist dein ganzer Beitrag für die Katz, läuft ins Leere.

Ich finde, Wissen nimmt uns nicht den Sinn, sondern gibt uns die Freiheit, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.

Das ist richtig und Gottgläubige werden dir da weitgehend zustimmen - soweit es das physische Sein betrifft. Du schließt aber ein geisties Sein völlig aus , was Gottgläubige eben nicht tun, auch weil dem Sein des Menschen eine geistige Komponente immanent ist, welche Atheisten/Religionsgener hartnäckig versuchen weg zu disktieren - ohne Erfolg.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 18:57

Viktor, du hast recht, dass der Mensch ein Bewusstsein hat. Aber ich sehe darin nichts Übernatürliches oder vom Körper Unabhängiges. Alles, was wir bisher wissen, spricht dafür, dass Gedanken, Gefühle und Erinnerungen aus Prozessen im Gehirn entstehen. Wenn bestimmte Bereiche geschädigt sind, verändert sich Persönlichkeit, Sprache oder Wahrnehmung das zeigt ziemlich klar, dass es kein vom Körper getrenntes „geistiges Sein“ gibt.

Das, was Gläubige „Seele“ nennen, ist für mich eine Funktion des Gehirns. Ich diskutiere das nicht „weg“, sondern orientiere mich an Fakten. Und bisher gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Hinweis auf eine immaterielle Seele nur den Glauben daran. Für mich bleibt das also eine Glaubensfrage, nicht eine Frage von Wissen

Viktor1  29.08.2025, 19:26
@Hakanfragt
du hast recht, dass der Mensch ein Bewusstsein hat.

Da meine ich nicht - auch Tiere haben (in Grenzen) "Bewußtsein",

dass Gedanken, Gefühle und Erinnerungen aus Prozessen im Gehirn entstehen.

Gut - sie werden mit Hilfe des Gehirns generiert, gespeichert, aber es gibt "geistige Leistungen" des Menschen, welche keinen zwingenden physischen Vorgängen/ Gesetzen zugeordnet werden können, dazu gehört z.Bsp. auch unser Disput.

gibt es keinen einzigen wissenschaftlichen Hinweis auf eine immaterielle Seele

Richtig - doch erstens könnte diese nicht durch physische (wissenschaftliche ?) Experimente erfaßt werden und zweitens habe ich hier garnicht von "Seele" gesprochen, welche soo wie sie immer gedacht wird sehr richtig (zuerst !) Glaube ist.

Deine Hinterfragung von Gottesglaube wurde hier von vollig unbrauchbaren Argumenten und Kopfschütteln (wie kann man !) gestützt/begleitet, dem bin ich entgegen getreten. Nein - Gottgläubige sind nicht Diejenigen, welche weltfremd die Erkenntnisse der Wissenschaft ignorieren und ohne Anhalt sich etwas zusammenspinnen (gibt es natürlich auch zu hauf) sondern vielfach Menschen, welche über das hinausschauen, was physisches wissenschaftliches Denken leisten kann.

Was hat er in dieser unendlichen Zeit „allein als sich selbst“ überhaupt getan? 

Ohne Raum und Gravitation keine Zeit. Da es Indizien gibt, dass das Universum einen Anfang hat, ist Gott also auch Erfinder der Zeit und steht über ihr. Die Frage, was war "vor" dem Beginn des Universums ist genauso wenig zielführend, wie die Frage was nördlicher als der Nordpol ist.

Wenn ein Archäologe bei seinen Ausgrabungen auf einige wenige primitive Steinwerkzeuge trifft, ohne dabei auch auf menschliche Überreste zu stoßen, schließt er dennoch daraus, dass bei der Herstellung dieser Werkzeuge Intelligenz im Spiel war. Er würde niemals glauben, dass natürliche Kräfte dafür verantwortlich waren, dass diese Werkzeuge entstanden sind. Niemand würde seinen Schlussfolgerungen widersprechen. Warum nicht? Weil Intelligenz immer auf einen Designer oder Konstrukteur hinweist. Information ist eine immaterielle Größe, sie kann nicht durch Materie entstehen. Wenn also bereits einfache Steinwerkzeuge auf einen intelligenten Hersteller hinweisen, wie steht es dann mit den Dingen in der Natur? Zeugen sie ebenfalls von intelligenter Planung?

Die Gestaltung der Lebewesen ist ein überzeugender Beweis für einen Designer, aber nur die vollständige biblische Weltanschauung erklärt die Unvollkommenheiten in diesem ansonsten gut gestalteten Universum.

Es gibt einen eigenen Wissenschaftszweig, die sogenannte Biomimetik. Diese beschäftigt sich mit den Formen und Strukturen verschiedener Lebewesen und versucht diese zu imitieren und für industrielle Produkte verwertbar zu machen.

Es gibt zahlreiche Beispiele genialer Konstruktionen aus der Natur, die Wissenschaftler und Ingenieure nachzuahmen versuchen. Forscher bezeichnen sie als "biologische Patente".

Welche Schlussfolgerungen kann man daraus ziehen? Immer mehr Wissenschaftler sind der Meinung, dass Design einen Designer und wohldurchdachte Konstruktionen einen Konstrukteur benötigen. Wenn es hochgebildeten Forschern nicht einmal gelingt, das "Original" auch nur nachzuahmen, wie viel intelligenter muss dann derjenige sein, der diese Originale erdacht und erfunden hat?

Der Wissenschaftler Wolf-Ekkehard Lönnig, der bereits viele Jahre am Max-Planck-Institut in der Züchtungsforschung tätig ist, sagte dazu:

"Durch meine empirischen Forschungen in der Genetik sowie durch Studien biologischer Themen wie Physiologie und Morphologie komme ich mit der enormen, oft unfassbaren Komplexität der Lebewesen unmittelbar in Berührung. Meine einschlägigen Studien haben mich in der Überzeugung bestärkt, dass Lebewesen — selbst die einfachsten  — einen intelligenten Ursprung haben müssen.

Der Wissenschaftsgemeinde ist die Komplexität der Lebewesen wohl bekannt. Allerdings werden diese hochinteressanten Fakten allgemein in streng evolutionistischem Zusammenhang abgehandelt. Meiner Ansicht nach fallen die Argumente gegen den biblischen Schöpfungsbericht in sich zusammen, sobald sie einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen werden. Ich befasse mich seit Jahrzehnten eingehend mit solchen Argumenten. Nach dem gründlichen Studium der Lebensformen und der Betrachtung der im Universum geltenden Gesetze, die offenbar perfekt aufeinander abgestimmt sind, damit Leben auf der Erde existieren kann, ist es für mich zwingend, an einen Schöpfer zu glauben".

Eine zunehmende Anzahl Wissenschaftler teilt inzwischen den Standpunkt Lönnigs in der Frage, ob es einen Schöpfer gibt. Wenn es um die Frage geht, ob Gott existiert, dann wird oft nach wissenschaftlichen Beweisen gefragt. Diese gibt es tatsächlich zuhauf, wie das am Beispiel der Biomimetik zu erkennen ist. Es geht also nicht um einen Mangel an Beweisen, sondern darum, ob der Einzelne dazu bereit ist, diese Beweise gelten zu lassen.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 16:45

Werkzeuge bestehen aus klar erkennbaren Formen, die wir mit menschlicher Absicht verbinden können. Das Universum und die Natur folgen jedoch nicht der gleichen Logik wie menschliche Artefakte. Sie entstehen nicht durch bewusste Planung, sondern durch die Gesetze der Physik.

Information ist kein „immaterielles Geschenk“, sondern ein messbarer physikalischer Zustand. DNA zum Beispiel ist eine chemische Verbindung, die durch Evolution geformt wurde. Komplexität entsteht nicht durch einen Designer, sondern durch Prozesse wie Variation, Selektion und Selbstorganisation. Aus einfachen Anfängen konnten über Milliarden Jahre Strukturen entstehen, die heute wie „Design“ aussehen ohne dass ein Bewusstsein sie entworfen haben muss.

Biomimetik beweist nicht, dass die Natur von einem Schöpfer entworfen wurde. Sie zeigt nur, dass die Natur durch lange evolutionäre Prozesse Strukturen hervorgebracht hat, die wir technisch nützlich finden und nachahmen. Schneeflocken, Kristalle oder Galaxien sind ebenfalls hochkomplex aber niemand würde behaupten, dass ein Gott sie entworfen hat. Sie entstehen aus Naturgesetzen allein.

Es ist wohl unumstritten, das unsere Sonne für noch 1 Miliarde Jahre Brennstoff hat. Dann wird sie sich zu einem roten Riesen aufplähen. Die inneren Planeten werden da wohl pech haben, allso auch die Erde und ihre Bewohner, sofern es noch welche gibt. Warum lässt ein Gott, sofern es einen gibt so etwas zu. Erst macht er sich die Mühe und baut so etwas wie unser Sonnensytem auf, um es dann wie bei einem Kleinkind, alles mit einem großen Bums kaputt zu machen.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 15:18

Da gebe ich dir absolut recht. Wenn es wirklich einen allmächtigen und gütigen Gott gäbe, wirkt es widersprüchlich, dass er ein so komplexes System erschafft, nur um es irgendwann unweigerlich zugrunde gehen zu lassen. Aus atheistischer Sicht ergibt das keinen Sinn es passt aber perfekt in das Bild der Naturgesetze. Sterne entstehen, brennen und sterben, genau wie alles andere in der Natur.

Richtig, etwas war schon immer da: Gott

Und eben dieser erschuf das Universum, was dem Urknall (oder generell Wissenschaft) ganz und gar nicht widerspricht. Wusstest du beispielsweise, dass allein die Urknall-Theorie von einem Christen ist?👍🏼

Und so ist die Wissenschaft eine wunderbare Art, die Schöpfung Gottes zu entdecken. Und um noch einmal auf die Entstehung zu schauen: es gibt da einen Grundsatz, dass aus Chaos keine Ordnung wird.

Und genau diese Ordnung haben wir.

LGuGS ♡

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Königskind ❤🔥✝️

Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 18:51

Etwas war schon immer da > aber es muss nicht „Gott“ gewesen sein. In der Physik sprechen wir davon, dass Raum und Zeit selbst im Urknall entstanden. Vor dem Urknall gibt es kein „Davor“ im klassischen Sinn, und damit auch keine Notwendigkeit für einen Schöpfer, der innerhalb von Zeit handelt.

Dass Ordnung existiert, bedeutet nicht, dass sie von außen gestiftet wurde. Ordnung ist eine Folge der Naturgesetze. Gravitation, Thermodynamik und Quantenmechanik bringen Strukturen hervor von Galaxien bis zu Zellen. Aus dem, was wir als „Chaos“ wahrnehmen, ergeben sich durch diese Gesetze stabile Muster. Man könnte sagen: Das Universum ist nicht so, weil es gemacht wurde sondern wir existieren, weil das Universum so ist.

Wenn wir also fragen: „Warum gibt es Ordnung?“ dann liegt die Antwort nicht in einem Schöpfer, sondern in den Naturgesetzen selbst.

Man brauchte eben etwas um die Dinge zu erklären und gleichzeitig Macht zu erhalten.

Je nach Religion mal mehr oder weniger.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – ich bin atheistischer Luziferianer

"war schon immer" da versteht das menschliche Gehirn nicht

allerdings müsste ja auch wenn man alles auf Gott gründet sagen "Gott war schon immer da" und genau das wird gemacht.

Warum versteht das menschliche Gehirn das jetzt? Nun, weil man nicht weiter Fragen darf wenn es um Gottes Geheimnisse geht --- tabu --- so einfach ist das.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 14:40

Wenn Gott von Ewigkeit her existiert haben soll, stellt sich die Frage Was hat er in dieser unendlichen Zeit „allein als sich selbst“ überhaupt getan? Es erscheint widersprüchlich, einem Wesen, das völlig isoliert existiert, den Gedanken an Schöpfung zuzuschreiben. Ohne Inspiration oder Bezugspunkt fehlt doch jede Grundlage für Vorstellungskraft oder Fantasie woher sollte also überhaupt der Impuls kommen, etwas zu erschaffen?

Die einzig nachvollziehbare Erklärung ist daher nicht die Existenz eines Gottes, sondern dass seit jeher Energie beziehungsweise Materie vorhanden war. Aus dieser Ur-Materie, die schon immer existierte, ging im Laufe der Zeit die weitere Materie hervor.

shipsi1  29.08.2025, 14:41
@Hakanfragt

aber ein menschliches Gehirn "fragt dann" ... wo kommt das her? bei Gott darf es das nicht ;-) Problem gelöst. Das heißt: Glaubst du an Gott, is für dein Gehirn alles in Ordnung. Glaubst du nicht nur scheibar ... gebs zu: du fragst dich auch "wo kommt die Materie her ?"

Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 14:50
@shipsi1

Energie kann nicht erschaffen oder zerstört werden, nur ihre Form ändern darum muss sie schon von Anfang an als Ur-Materie existiert haben. Das hat die Moderne Physik herausgefunden.

Berliner926  29.08.2025, 15:57
@Hakanfragt

In einem geschlossenen System. Ab wann hattest du ein geschlossenes System?

Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 16:53
@Berliner926

das Universum umfasst per Definition alles, was existiert. Es gibt also kein „Außen“ In diesem Sinn war das Universum von Beginn an ein geschlossenes System. Darum gilt Mit Gesetzen wie der Schwerkraft und den Quantenfluktuationen konnte es sich selbst hervorbringen ohne dass ein Schöpfer nötig war. @Berliner

Wie seht ihr das? Glaubt ihr noch an Gott und wenn ja, warum?

Ich glaube an Gott, ich bin Christ. Es gibt meiner Meinung nach durchaus gute/überzeugende Gründe/Argumente, um an Gott zu glauben:

Ich glaube, dass diese Welt durchdacht und geplant wurde, ich glaube nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist. Auch gibt es die Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.

Auch gibt es Wunder, die von Ärzten untersucht werden. Wenn es keine wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann wird das Wunder auch bestätigt. Die Ärzte wissen auch nicht immer, dass ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

Ich glaube auch an ein Leben nach dem Tod. Sie können im Internet nach "Mädchen begegnet Jesus" suchen (ohne Anführungszeichen). Das sind Gründe, um an Gott und an ein Leben nach dem Tod zu glauben.

Ich habe auch Sachen erlebt, die meinen Glauben gestärkt haben.

Laut Schriften wurde der Mensch aus Lehm erschaffen. Aber die Wissenschaft zeigt eindeutig: Wir bestehen aus Zellen, Proteinen und Aminosäuren nicht aus Lehm.

Ich denke, dass der biblische Schöpfungsbericht kein naturwissenschaftlicher Bericht ist. Die Intention der Autoren war meiner Ansicht nach eine andere. Man muss den Kontext betrachten, in dem der Schöpfungsbericht entstanden ist. Beim Entstehungszeitpunkt waren vermutlich viele Israeliten im Exil in Babylon. Hier lernten sie andere Religionen kennen, in denen z.B. die Sterne Götter waren. Der biblische Schöpfungsbericht hat nun das Ziel zu zeigen, dass die Sterne vom Gott der Bibel geschaffen wurden und somit keine Götter sein konnten. Das Ziel des Schöpfungsberichts ist damit nicht, eine naturwissenschaftliche Erklärung abzugeben, sondern zu zeigen, dass der Gott der Bibel alles alleine geschaffen hat und die Natur oder die Sterne keine Götter sind.

Man kann sich auch als gläubiger Mensch mit Naturwissenschaften beschäftigen. Glaube und Wissenschaft müssen sich nicht immer widersprechen. So hat zum Beispiel Mendel, ein katholischer Mönch, wichtige Entdeckungen bei der Genetik gemacht. Der Mensch, der die Urknalltheorie aufgestellt hat, war katholischer Priester.

Laut der katholischen Kirche ist die Evolutionstheorie mit dem Glauben vereinbar. Laut vielen evangelischen Kirchen auch.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 15:11

Es ist schön, dass du an Gott glauben kannst und ich kann das auch durchaus nachvollziehen. Doch für mich persönlich überwiegen die Zweifel. Schon die Vielzahl an Kulturen, Traditionen und Religionen zeigt mir, dass Götter eher menschliche Konstruktionen sind. Der Mensch existiert nicht ewig, aber er ist ein intelligentes Wesen, das nach Sinn und „Warum“ fragt. Genau aus diesem Drang heraus sind meiner Ansicht nach Göttervorstellungen entstanden.

Wir leben hier auf der Erde zusammen mit unzähligen Tierarten. Auch sie essen, trinken, pflanzen sich fort, erkranken und besitzen ein Bewusstsein. Sie unterscheiden zwischen nützlich und schädlich, und doch haben sie keine Religionen entwickelt. Für mich weist das darauf hin, dass alles einen natürlichen Ursprung hat und dass wir selbst schlicht Teil dieser Natur sind.

Ich habe zudem Menschen gekannt, die einen sehr starken Glauben hatten. Sie sprachen voller Überzeugung von der Güte Gottes, von Wundern und Zeichen, ja sogar davon, dass Gott Krankheiten wie Krebs heilen könne. Doch am Ende ist ein junger Mann trotz dieses unerschütterlichen Glaubens gestorben.

Diese Erfahrungen und meine Recherchen haben mich schließlich zu dem Ergebnis geführt, dass es keinen Gott gibt. Das einzugestehen fällt mir schwer, sonst würde ich nicht so offen darüber sprechen. Aber ich habe akzeptiert, dass es so ist und versuche seither, bewusster zu leben. Denn ich bin mir sicher Dieses eine Leben ist alles, was wir haben.

"Etwas war schon immer da."

Ganz genau! Gott war schon immer da. ✝️

Offenbarung 1:8 SCH2000

[8] Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.


Hakanfragt 
Beitragsersteller
 29.08.2025, 14:44

Ich denke, dass es eine Ur-Materie gegeben haben muss, aus der alle weitere Materie entstanden ist. Ein persönlicher Gott hingegen ergibt für mich keinen Sinn, denn er wäre ja vollkommen isoliert mit sich selbst gewesen. Wie sollte er da auf den Gedanken kommen, ein riesiges Universum zu erschaffen? Woher hätte er die Inspiration nehmen sollen?

Ein Künstler, der ein Bild malt, schöpft seine Ideen aus der Natur oder aus Erlebnissen er hat also einen Bezugspunkt für seine Kreativität. Doch wenn Gott völlig isoliert existierte, fehlt jeder Grund und jede Quelle für den Impuls, etwas zu erschaffen.

Die einzig logische Erklärung ist daher, dass Energie die „Ur-Materie“ schon immer existiert hat. Aus dieser Ur-Materie ist im Laufe der Zeit weitere Materie hervorgegangen. Dass macht doch viel mehr Sinn oder findest du nicht?

Elefantor  29.08.2025, 18:44
@Hakanfragt

Ein sehr interessanter Ansatz. Statt der Ur-Materie würde ich es Ur-Geist benennen, denn alle Form von Materie ist im Grunde nichts anderes als "verfestigter Geist".

Die absolute (unendliche) Isolation des Ur-Geist (Gott) könnte durchaus wahr sein, weil jede Abweichung, jede Veränderung "sein" realer Unendlichkeits-Status nicht zulässt. D.h. "Gott" ist in sich selbst - im einzig Realen - wie gefangen.

Die inspirative Kraft vom Ur-Geist dürfte anfangslos gegeben sein, was diesen unentwegt und im Ausdruck ungebunden inFORMation, d.h. innerhalb von irrealen Existenz-Ebenen manifestieren lässt. Kraft Geistes, worin allerdings die IDEE zur Informations-Vielfalt - als dieser inspirative Anstoß - anomalisch erscheint. Das liegt aber auch daran, weil der Mensch in seinem Irrdenken meint, allem was irgendwann mal "da ist" einen Anfang als Entstehung zugrunde legen zu müssen. Das trifft existenzhalber wohl auch zu, aber nicht auf das Wesentliche, das einzig Wirkliche, diesen Ur-Geist - als anfangslos-ewigen Urgrund von Allem - bezogen.