Hallo Sarah,
viel Glück zur Prüfung, aber auch viel Freude bei der Vorbereitung.
Was bedeutet für dich Allwissenheit Gottes? Ich für mich klammere aus, dass Gott ALLES voraussieht. Die Bibel enthällt viele Beispiele, dass Gott sein Vorherwissen selektiv einsetzt.
Bspw. 1. Mose 18. Da sagt Gott:
„Der Aufschrei gegen Sọdom und Gomọrra ist wirklich groß und ihre Sünde ist sehr schwer. Ich werde hinuntergehen und nachsehen, ob ihr Handeln tatsächlich dem Aufschrei entspricht, den ich gehört habe. Und wenn nicht, kann ich es herausfinden.“
Würdest du deine Kinder ermutigen, sich für ein Projekt mit einer herrlichen Zukunft einzusetzen, wenn du von Anfang an wüsstest, dass es zum Scheitern verurteilt ist? Würdest du sie vor Unheil warnen, obwohl du eh weißt, dass sie unweigerlich Schaden erleiden würden? Wenn nein, ist es dann vernünftig, Gott so etwas zuzuschreiben?
Der Bibelbericht zeigt, was Gott Adam und Eva gebot: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt.“ „Und, Gott erlegte dem Menschen auch dieses Gebot auf: ‚Von jedem Baum des Gartens darfst du bis zur Sättigung essen. Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, davon sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon ißt, wirst du bestimmt sterben‘ “ (1. Mose 1,28; 2,16 und 17).
Wenn der Schöpfer der Menschheit tatsächlich seine Macht angewandt hätte, alles vorherzuwissen, was sich von der Erschaffung des Menschen an in der Geschichte ereignet hat, dann hätte Gott absichtlich die volle Gewalt all der sich danach ergebenden Bosheit in Bewegung gesetzt, als er die Worte sprach: „Lasset uns Menschen machen.“
Warum gibt es also das Böse?
Im ersten Kapitel der Bibel findest du zum Ende des Schöpfungsberichts das Fazit des Schöpfers, dass alles was er gemacht hatte, sehr gut war. Der gleiche Schöpfer wird im letzten Bibelbuch, in Offenbarung 21, zitiert: "Siehe, ich mache alle Dinge neu."
Was ist zwischen alles ist sehr gut und alles muss neu, geschehen? Das ist die Erzählung ab dem dritten Kapitel der Bibel, und wie der Weg aussieht, der zurückführt.
Gott hat Wesen mit freien Willen geschaffen, weil der zwar fehlerhaftes Handeln möglich macht, aber auch nur so Liebe und Güte möglich werden, die den Namen verdienen. Gott war offensichtlich der Meinung, dass Riskio lohne sich und den Preis, den Gott bezahlt hat, ist immens.
Wenn Gott findet, es lohnte sich das Riskio in Kauf zu nehmen für eine lebendige Welt, und nicht nur um eine Spielzeugwelt zu haben in der sich etwas bewegt, wenn man an den richtigen Fäden zieht, dann dürfen wir davon ausgehen, dass der Preis nicht zu hoch ist und wir brauchen sein Konzept des freien Willens nicht in Frage stellen.
Gott lässt also bis heute noch das Böse zu, aber nicht in dem Sinne, dass er die Erlaubnis dafür gibt, es zu praktizieren; er läßt nur zu, dass der Mensch derzeit seine Willensfreiheit missbraucht, was Böses zur Folge hat. Interessanterweise wird in Prediger 7:29 gesagt „Gott [hat] den Menschen rechtschaffen gemacht ..., sie selbst aber haben viele Pläne ausgedacht".
Das Böse kommt nicht von allein, vielmehr ist es die Wirkung von Ursachen. Was sind die Ursachen? Diese müssen beseitigt werden, soll das Böse verschwinden. Wer oder was verursacht das Böse? Und wen oder was muss Gott beseitigen, will er das Böse nicht mehr länger dulden? Gott hat nach Epheser 1 Vers 9 einen Wunsch und ein Vorhaben.
„Es hat mit seinem Wunsch und Vorhaben zu tun, an der Grenze der festgelegten Zeiten eine Verwaltung aufzubauen, um alles im Himmel und alles auf der Erde in dem Christus wieder zusammenzubringen.“
Als Schöpfer des gesamten Universums sieht sich Gott für weitaus mehr verantwortlich, als nur für einen geregelten Ablauf des Lebens. Er möchte, dass seine gesamte Schöpfung in Frieden und Harmonie miteinander lebt. Aus diesem Grund hat er Grundsätze und Gebote gegeben, die das Leben umfassend regeln. Wesen, die die Prinzipien Gottes nicht anerkennen oder sich dagegen auflehnen, bringen nicht etwa einfach nur eine Disharmonie ins Spiel, sondern arbeiten bewusst oder unbewusst an der Zerstörung des natürlichen Ordnungsgefüges zwischen Schöpfer und seiner Schöpfung. Daher ist es von Gott aus gerecht, wenn er solche Geschöpfe nicht für immer gewähren lässt, sondern ihnen ihr Lebensrecht entzieht.
Sorry, wurde etwas länger