Was bedeutete es, wenn König Liutprand zur Zeit der Langobarden den genannten Bann intus hatte?
War bei den Langobarden auf eine Zeit überraschend schnellen Wachstums
eine lange Periode des Stillstands und der Zerrüttung, ja manchmal schein-
bar der Auflösung gefolgt, so sollte das Reich seine größte Blüte nun
unter König Liutprand (714 - 744), dem Sohn Asprands, erleben. Die
eigentliche Basis seiner Politik bildete das freundschaftliche Verhältnis zum
Frankenreich und dessen Majordomus, Karl Martell; erst durch dessen
wohlwollende Neutralität wurden die großen Erfolge Liutprands überhaupt
möglich. Zwei Ziele stellte sich die Politik dieses Königs: die Unterwerfung
der Herzoge und die Ausdehnung der Reichsgrenzen auf Kosten des
byzantinischen Exarchats sowie des Papsttums. Überall in den mächtig-
sten Herzogtümern hat er eingegriffen. In Benevent nützte er Herzog
Romualds Tod, um das Herzogtum dessen Erben zu entziehen und seinem
eigenen Neffen zu geben; in Friaul wurde Herzog Pemmo aus Anlaß eines
Streites zwischen ihm und dem Patriarchen von Aquileia seiner Stelle ent-
setzt. Es ist nicht klar, ob er bei seiner späteren Begnadigung das Herzog-
tum zurückbekam. 738 kam es zum offenen Konflikt zwischen dem
König und den Herzogen, an deren Spitze Spoleto und Benevent standen.
Der Kampf endete mit dem entschiedenen Sieg Liutprands. Thrasamund
von Spoleto und Gottschalk von Benevent verloren ihre Würden, und
Anhänger des Königs erhielten sie. Überall hat Liutprand diesen mächtigen,
auf dem Weg zur Selbständigkeit begriffenen Grenzherzogen gezeigt, daß
die Erblichkeit keineswegs zu Recht bestehe und der König befugt sei,
Herzoge ein- und abzusetzen.
Noch in anderer Art beschränkte er die Macht des Herzogtums, indem
er das bisher immer schwankende Verhältnis von Herzogen und Gastalden(1)
1 Die Gastalden waren das Gegengewicht des Königs gegen die Herzoge. Ursprüng-
lich nur die Verwalter königlicher Güter, werden sie schließlich öffentliche Beamte,
die auch nichtköniglichen Besitz unter ihren Einfluß zu bringen trachten.
jetzt fest regelte. Beide bekamen je einen bestimmten Bezirk, "judiciaria",
in dem Liutprand als "judex" den Heeres-, Gerichts-, Polizei- und Finanzbann
hatte: Die Gegenseitige Kontrolle und Zänkerei zwischen Herzogen und
Gastalden hörten auf, was aber letzten Endes doch eine wesentliche
Schwächung des Herzogtums bedeutete. Soweit die Herzoge nicht schon
durch Gastalden ersetzt waren, hatten sie noch dazu eine bedeutende
Gebietsschmälerung erfahren, Maßnahmen, die sich freilich nicht auf die
großen Grenzherzogtümer Friaul, Spoleto und Benevent erstreckten. Dem
Herzog unterstand als wichtigster der niederen Beamten der "sculdahis", der
"Schultheiß", ursprünglich ein Vollstreckungsbeamter, später eine Art staat-
licher Ortsvorsteher für die Verwaltung, das Gerichts- und Militärwesen.
Im Bezirk eines judex gab es stets mehrere Beamte dieser Klasse. Die Festi-
gung des Königtums gegenüber den Herzogen ist wohl die bedeutendste
Leistung Liutprands. ... (Auszug aus dem Buch Germanien, S. 211/212)
Geschichte, Gewalt, Anschlüsse, Antike, Bann, König, Römisches Reich, Germanien
2 Antworten
Was versteht man in diesem Fall unter den genannten "transzendentalen Rücksichten" König Liutprands?
... Im 8. Jahrhundert ist Rom tatsächlich in der Hand
des Papstes. Schon unter Gregor II. bildete das Gebiet um die Ewige Stadt
zwar nicht rechtlich, aber tatsächlich einen eigenen Staat, die "res publica",
die nur noch formell als Provinz des oströmischen Staates galt. Vielleicht
waren die militärischen Kräfte der Langobarden auch nicht so stark, um
Italien, wenn dessen Eroberung ganz gelungen war, gegen den dann mög-
licherweise zu erwartenden Angriff der Byzantiner dauernd zu verteidigen.
Jetzt, da es galt, die Küstenplätze einzunehmen, mußte es sich schwer
fühlbar machen, daß man es stets versäumt hatte, eine leistungsfähige lango-
bardische Flotte zu schaffen. Aber all dies reicht natürlich nicht zum Ver-
ständnis und zur Erklärung von Liutprands Verhalten aus. Denn man darf
nicht vergessen, das Selbstbewußtsein der langobardischen Herrscher war
immer sehr stark. Seit Authari führten die Könige den römisch-kaiserlichen
Beinamen "Flavius". Man bleibt deshalb bei Liutprand auf persönliche Motive
angewiesen, und da ist nur die eine Annahme möglich, daß dieser politisch
und militärisch so energische Monarch sich der Kirche gegenüber in einem
fast hypnotischen Bann befand und sich durch transzendentale Rücksichten
von der Verfolgung seiner gesteckten Ziele abhalten ließ. Seine Frömmig-
keit und Mystik, die sich auch in seinen Grenzen ausdrückten, besonders
auch im Prolog zu den "Leges Liutprandi regis", machten ihn einem gewandten
Papst höriger, als er wohl selbst wahrhaben wollte. Das Ergebnis war eine
Verstärkung der weltlichen Macht des Papstes. (Auszug aus dem Buch Germanien, S. 213)

Ist der hypnotische Bann, den man scheinbar im Gegenzug über ihn verhängte, als Garant für die im letzten Satz erwähnte "Verstärkung der weltlichen Macht des Papstes" zu sehen, da König Liutprand ansich auf dem Rücken des Byzantinischen Reiches sowie der damaligen Kirche und ihrem Papst, sein Kontrollwesen gegen die Herzoge aufzubauen hatte? Es scheint, als wären die Herzoge zu späteren Königen geworden und die Langobarden, ihre Lehrer gewesen. Dies im Abgleich mit den sehr rüstigen und wehrhaften Byzantinern, welche ihren Lehrer jedoch bereits im Papst besaßen.

Kirche, Geschichte, Gewalt, Antike, Bann, Kirchengeschichte, König, Papst, Römisches Reich, byzantinisches Reich
1 Antwort
CoD: MW Shadowban: Warum und wie lange?

Ich habe seit gestern in CoD: MW einen Shadowban, also meine Lobbys sind ausschließlich mit Leuten die hacken und ich habe meistens einen Ping von über 200-300ms.

Ich habe zu dem Thema nicht viel gefunden (nur ein paar Kommentare auf Reddit von Amerikanischen Usern), und wollte deshalb fragen ob jemand von euch sich damit besser auskennt oder auch einen Shadowban hat.

Was ich bis jetzt zum Shadowban weiß:

(Anscheinend soll es nach dem letzten Update eine Verschärfung der Anti Cheat Systems gegeben haben.) Wenn ich CoD öffne bin ich wie jeder andere in der Lobby wo ich Freunde einladen kann. Wenn ich dann in Warzone eine Lobby suche dann läuft das so ab: 24ms<100ms<200ms<350ms, und dann geht es nicht mehr weiter und keine Lobby wird gefunden. Im kostenpflichtigen Multiplayer ist es genauso, nur dass bei 350ms eine Lobby gefunden wird - In dieser sind aber wie schon erwähnt nur Häcker und Cheater (meistens mit chinesischen Schriftzeichen im Namen).

Dies Stimmt mit dem überein was ich zum Shadowban im Nachhinein gelesen habe.

Jetzt zum Grund für den Shadowban:

Ich habe mir am Abend zuvor eine neue GTA V Mod heruntergeladen, wozu eine "Injector" gehört. Kann es also sein, dass dieser von dem CoD Anti Cheat System falsch erkannt wurde?

Ansonsten habe ich gehört, dass wenn man zu oft gemeldet wurde, auch für ein paar Tage/Wochen in diese Lobbys gesteckt wird.

Ich hoffe wirklich einer kann mir die Frage mit dem Injector beantworten, oder hat wenigstens das selbe Problem...

Ich finde es auch echt ekelhaft von Activision unschuldige Leute in so welche Lobbys zu stecken. Es ist absolut unspielbar dort. Ich habe insgesamt knapp 100€ in diesem Spiel ausgegeben und finde, dass es echt eine Frechheit ist. Ich kann übrigens auch momentan nicht mit Freunden zusammen spielen, weil dann keine Lobby gefunden wird. Außerdem habe ich keine Email oder sonst eine Nachricht bekommen.

PC, Computer, Computerspiele, Cheats, Call of Duty, Gaming, Bann, Gaming PC, Hacker, Modern Warfare, GTA V, Spiele und Gaming
2 Antworten

Meistgelesene Fragen zum Thema Bann