Wie häufig sind Unterernährung und Verhungern bei Wildtieren?

6 Antworten

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Wenn die konstant unter Hunger leiden würden, würden sie nicht gedeihen,so wie sie es tun. Tatsächlich können sich alle Wildtiere auch ernähren und sogar fortpflanzen. Würde ihr Lebensraum nicht ausreichend Nahrung für sie bieten, würden sie abwandern oder aussterben. Denk doch mal nach!

Es ist eine komische, menschliche Vorstellung, daß die hungern müßten. Nein Verhungern dürfte bei Wildtieren viel seltener sein als bei Menschen.

Woher bist du dir denn so sicher, dass Hunger in der Natur so selten ist? :)  in einer Greifvogelschau habe ich nämlich letztens erst erfahren, dass etliche junge Falken an Hunger sterben. Und in einer Jagdzeitschrift habe ich mal gelesen, dass Hunger einen großen Einfluss auf die Population von Wildtieren haben kann. Nur wie häufig Hunger in der Natur wirklich ist, das würde ich gerne wissen. Dass er so selten ist, wie du sagst, kann ich mir aber kaum vorstellen – immerhin haben ja schon zwei andere Quellen (Jäger und Falkner) das Gegenteil angedeutet. Woher hast du die Information, dass Wildtiere kaum hungern?

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@Dragontastic

Notzeiten gehören zu gesunden Populationen dazu. Vielleicht verstehst du es so besser. Anderfalls, ohne jede Auslese, würde die Art geschwächt werden. Chronisch hungernde Tiere würden abwandern, sich anpassen oder aussterben.


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@Dragontastic

Der größte Teil der Wildtiere überlebt die Zeit von der Geburt (oder Schlupf) bis zur Geschlechtsreife nicht. Da findet die härteste Auslese statt. Todesursachen sind Kälte, Nässe, Krankheiten, Hunger und Beutegreifer, die die Schwäche zu nutzen wissen.
Dagegen sind erwachsene Tiere sehr viel widerstandsfähiger.

Hat ein Tier diese kritische Zeit erst mal überstanden, hat es die Chance auf viele Jahre gutes Leben.

Die nächste gefährliche Phase ist das Alter. Wird die zunehmende Schwäche und/oder Krankheiten nach außen sichtbar, machen wiederum Raubtiere ein gnädiges Ende.

(Ich würde ehrlich gesagt lieber ein schnelles gnädiges und sinnvolles Ende im Maul eines Bären finden, als in einer Altenbatterie, genannt Altersheim, über Monate bis Jahre dahin zu krepieren.

Das wäre mal ein philosophisches Thema!)

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@Dackodil

Danke für eure Antworten! Ich setze mich im Rahmen eines längeren philosophischen Textes über Leid und Freude in der Welt auch mit dem Leben der Tiere (in der Natur, in menschlicher Obhut) auseinander ...

Könnt ihr mir für diesen Text vielleicht noch sagen, woher ihr das alles wisst? Praktische Erfahrung, Gespräche mit Experten, Naturdokumentationen oder ...?

Wäre super nett. :)

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@Dragontastic

Ein entsprechendes Studium.

Viele Jahre praktische Erfahrung.

Ich könnte mich getrost auch als Experten bezeichnen (und einige andere hier auch).

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@Dackodil

Oh, dann bist du ja eine erstklassige Quelle! 

Kann ich dir dann vielleicht noch zwei kleine, für mich aber bedeutende Fragen stellen? Danach lass ich dich auch für immer in Ruhe, versprochen. xD

Du schreibst: "Hat ein Tier diese kritische Zeit erst mal überstanden, hat es die Chance auf viele Jahre gutes Leben."

Das klingt ja schön, aber gilt das auch für die rangniedrigsten Tiere, die ja im Kampf im Futter stets unterlegen sind?

Und: kann man das Leben eines Wildtiers auch im Winter "gut" nennen?

Gruß,

Dragontastic

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@Dragontastic

Darauf hat meiner Meinung nach der Buddhismus die beste Antwort.
Alle Wesen streben danach, Leid zu vermeiden und Glück zu erlangen.
(Aber das ist für dein Anliegen wahrscheinlich zu einfach :-)))

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@Dackodil

Ein bisschen zu einfach. :P Es geht ja hier nicht um die Wünsche, sondern um die Realität. ;)

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@Dragontastic

Ich habe den Eindruck, du stellst dir das zu einfach und schematisch vor.
Das sind nicht zwei einfache kleine Fragen. Da geht es um sehr komplexe Zusammenhänge und man müßte jeden Fall für Pflanzenfresser, Raubtiere, Einzelgänger, Rudeltiere, hierarchisch lebende Tiere, Lebensraum mit Jahreszeiten ,Lebensraum mit ausgeglichenem Klima usw. einzeln untersuchen.
Eine Hierarchie ist nicht in Stein gemeißelt und kann sich immer mal wieder verschieben. Auch die rangniederen Mitglieder kriegen genug zu essen. Bei den Pflanzenfressern sowieso und auch bei den Fleischfressern.
Wenig bekannt ist, daß der Omega im Wolfsrudel offensichtlich eine wichtige Funktion als Sozialregulativ hat. Ähnlich einem Hofnarren. Oft läßt ihm der Alpha sogar extra Futter übrig.

Du hast das mit dem Fressen und gefressen werden wohl zu stark verinnerlicht. Die Natur belohnt nicht nur die Elite. Die Natur hat auch Raum für das Mittelmaß und sogar für die Underdogs. Die Auslese macht sich auf die Masse statistisch bemerkbar.

Natürlich haben Wildtiere nicht im Sinne zivilisierter Menschen ein gutes Leben. Aus klimatisierten Räumen vom bequemen Sofa aus sieht das schrecklich aus. Aber auch der Großteil der Menschen lebt nicht im westlichen Luxus und in Sicherheit.

Last not least, ja, auch im Winter haben die meisten Tiere ein gutes Leben. Die Natur hat sie bestes darauf vorbereitet. Sie haben Fettreserven angelegt (Bären, Murmeltiere), sie haben Futtervorräte angelegt (Eichhörnchen), Ihr Stoffwechsel paßt sich an (Rotwild) usw.

Viele Tiere leben in Gegenden, wo es keine Jahreszeiten gibt. Einige Tiere leben in Gegenden, so es nur Winter gibt, in der Arktis und Antarktis. Das wären nach deiner Auffassung ja die Ärmsten der Armen.

Ich wollte eigentlich kein Buch schreiben. Ich empfehle dir, mal bei Konrad Lorenz zu lesen. "Das sogenannte Böse" Eine Geschichte der Aggression. Schon etwas älter, aber da sind die Gesetze der Evolution: Mutation und Selektion sehr gut erklärt und auch das Zusammen - Leben der Tiere in verschiedenartigen Sozietäten wird hervorragend dargestellt.

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@Dragontastic

Da hast du was falsch verstanden. Der Buddhismus ist sowas von real und realistisch, dagegen sind Christentum, Islam und Judentum, um nur mal die größten zu nennen die reinste Märchenstunde.

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@Dackodil

Meine Aussage war nicht auf den Buddhismus an sich, sondern allein auf diesen einen Satz bezogen. Bei dem geht es ja schließlich um die Bestrebungen des Lebewesens; nicht darum, ob diese dann tatsächlich auch fruchtbar sind. Du würdest mir übrigens sehr weiterhelfen, wenn du mir noch eine spezifischere Antwort auf meine 2 letzten Fragen geben könntest. ^^

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@Dragontastic

Oh, deine längere Antwort wird mir jetzt erst angezeigt. Danke für die vielen Informationen, helfen mir auf jeden Fall weiter. Danke auch für die Buchempfehlung, vielleicht lese ich das tatsächlich mal. ;)

Darf ich vielleicht noch fragen, woraus deine praktische Erfahrung besteht? Bist du Biologe, Förster, Tierpfleger...? Nur aus Interesse. :)

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Danke fürs Sternchen!

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Es kommt sicher Vor das Wildtiere auch mal sehr hungrig sind und schwache Sterben aber ständig dem Hungertod nahe sind sie nicht. Im Winter zb ist der Stoffwechsel vieler Pflanzenfresser stark runtergefahren so daß sie weniger Nahrung brauchen. Man bräuchte sie eigentlich nicht zu füttern. Kraftfutter ist sogar eher schädlich weil es ihren runtergefahrenen Stoffwechsel unnatürlich wieder hoch fährt und sie dann eher unter Hunger leiden und mehr fressen müssen. Darum wird heute wenn nur noch mit Heu zugefüttert.  Meist finden sie ausreichend Nahrung. IN den Savannen Afrikas kann es Vorkommen daß Tiere Verhungern wenn eine Trockenzeit sehr lange anhält. Auch Fleischfresser wenn die großen Herden aus ihren Revieren abwandern.  Und bei Bären (Braunbären) kann es Vorkommen daß sie den Winter nicht überstehen wenn sie sich nicht genügend Reserven anfressen können bei Eisbären auch wenn sie im Winter nicht genügend Beute machen können weil zb das Eis auf dem sie Jagen immer früher im Jahr schmilzt und sie darum weniger Zeit zum Jagen haben

Einen Durchschnitt wirst du nicht ermitteln können - wäre auch sinnlos, da die Frage viel zu allgemein ist.

Ich wage zu behaupten, dass Hunger eine der Haupttodesursachen bei Tieren ist - genauso wie (lebendig) gefressen zu werden.

Wer seinen Feinden entkommt, wird irgendwann alt oder krank und kann sich nicht mehr ernähren. Da ihm dabei niemand hilft, wird es verhungern.

Bevor es verhungert, werden es seine Freßfeinde zur Strecke bringen. Raubtiere beobachten ihre Beutetiere sehr genau und bemerken jede Schwäche durch Hunger und/oder Krankheit.

In der Regel töten Raubtiere ihre Beute, bevor sie sie fressen. Die Gefahr wäre sonst groß, von einem Huf oder einer Klaue gefährlich getroffen zu werden.

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Ausser in sogenannten Notzeiten verhungern Tiere nicht. Rehwild zum beispiel wird also in Notzeiten ( Langanhaltender Bodenfrost und hoher Schnee) von Jägern zugefüttert. Es wird Futter ausgelegt für die Tiere. 

Viele der Wildtiere sind sogennante  Kulturfolfer. Wie zum beispiel der Fuchs. Er ernährt sich auch von unsren menschlichen Abfällen. 

Somit ist das wild versorgt. Mann sollte tunlichst znterlassen das wild zu füttern. Das kann nach hinten los gehen. 

Ich hoffe das hilft dir

Na, ja, Rehwild hat auch schon überwintert, bevor es von Menschen gefüttert wurde - da wurde es aber auch nicht so intensiv bejagt. Das Füttern dient auch der Jagd.

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@Bitterkraut

Ohne menschlich Unterstützung würde in unseren Wäldern vermutlich deutlich weniger Rehwild leben.

Und wenn wir die von der Natur als Regulativ vorgesehenen Beutegreifer wie Wolf, Bär und Luchs nicht ausgerottet hätten, sähe die Sache nochmal ganz anders aus.

Dann bräuchte man die jungen Bäume auch nicht vor Verbiß zu schützen. Die Wälder gediehen auch schon mit Rehwild, bevor der Mensch sich eingemischt hat.

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@Bitterkraut

Liebe Frau Bitterkraut: Ich weiß nicht, in welcher Gegend du lebst. Ich wohne in BW, und zwar im schwäbisch-fränkischen Wald. Hier wird das Wild schon seit Jahrzehnten im Winter nicht (mehr) gefüttert. Damals sah man im Wald hin und wieder noch solche Futterkrippen - aber schon längst nicht mehr. Ein mir bestens bekannter Förster sagte mir schon vor Jahren, dass zumindest bei uns Winterfütterung völlig unnötig ist. Das Wild findet erst bei einer enormen Schneedecke, die bei uns noch nie vorgekommen ist, und wenn der Boden steinhart gefroren ist kaum mehr was zum beißen. Andererseits habe ich bei uns im Ort schon im Sommer Füchse, Waschbären und Hasen herumlaufen sehen - allerdings nur in der Nacht. Und was die Jagd betrifft, so sind hier vorwiegendst die Wildschweine betroffen.

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@gerd47

Ich hab das Thema Fütterung nict begonnen, im Gegenteil ich hab geagt, daß auch ohne Fütterrung genug Tiere überleben können. Sie sind ja dafür ausgerüstet.

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Die meisten von ihnen finden meistens genug Nahrung. Aber im Spätwinter, insbesondere wenn es ein schneereicher Winter ist verhungern die überzähligen schwachen und kranken Tiere. Das ist natürlich und notwendig, damit es nicht zu viele Tiere werden und die Tierart gesund bleibt. Konservative trophäenorientierte Hobbyjäger finden das blöd, weil sie wie im Zoo immer so viele Tiere wie nur irgendmöglich in ihrem Revier haben wollen. Deswegen füttern sie zumindest die jagdlich interessanten geweihtragenden Tierarten (Reh, Hirsch) im Winter mit tonnenweise Futter . Die restlichen Tiere lassen sie hungern, weil sie keine Trophäen für die Wohnzimmerwand liefern.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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