Schonzeit - Jäger schießen trotzdem...

11 Antworten

Jetzt mal eine sachliche und nüchterne Antwort:

  1. Wir haben jetzt Setz- und Brutzeit, d.h. die Jungtiere kommen zur Welt, Bodenbrüter legen Eier etc. Das ist der Grund, wieso zwischen dem 15.3. und 15.7. in der Regel die Hunde angeleint sein sollen, gleichgültig, wie sie sich verhalten.

  2. Schreiben die meisten Waldgesetze vor, dass grundsätzlich die Hunde (ausgenommen Jagdhunde im Einsatz, Blindenhunde und andere Diensthune) angeleint geführt werden müssen.

  3. Gibt es Jagd- und Schonzeiten, je nach Tierart unterschiedlich. Dabei gibt es Unterschiede bei den einzlnen Bundesländern. GRUNDSÄTZLICH, ohne Ausnahme, ist es verboten, zur Aufzucht notwendige Elterntiere zu schießen.

  4. Jäger "ballern nicht in der Gegend rum", sondern sie erlegen zielgerichtet die Tiere, die freigegeben sind. Dabei wird - alleine schon aus Eigenschutz gründen - darauf geachtet, dass es keine Gefährdung von Menschen gibt.

  5. Erlegt niemand ein Tier kurz bevor die Jungen gesetzt werden.

  6. Kann man sehr wohl sehen, ob eine Ricke (weibliches Reh) ein Jungtier führt oder nicht. Die sog. Spinne, d.h. der Euter ist dann voll mit Milch und deutlich prall zu sehen. KEIN Jäger schiesst eine Ricke, wenn er nicht genau sehen kann, ob die Spinne prall ist oder nicht.

  7. Auch bei Schwarzwild -= Wildschweinen ist es sehr gut zu sehen, ob die Striche = Zitzen angesogen sind oder nicht. Und wenn man es nicht sehen kann, wird auch nicht geschossen.

  8. Erlegt man immer Jung vor Alt aus dem Grund, dass Jungtiere oft nicht ohne das Muttertier überleben können. Das hat also nichts mit Grausamkeit zu tun, sondern damit, dass man dem Jungtier unnötiges Leid ersparen will.

Und allen Kritikern, die Fleisch essen, sei gesagt: Ein Wildtier, das gut gelebt hat, waidgerecht, d.h. schnell und exakt erlegt wird, sauber weiterverarbeitet wird, hatte ein besseres Leben und Sterben als jedes Zuchttier in Massenhaltung.

Und allen Jagdgegnern hier sei gesagt, das meiste hier von ihnen geäußerte stimmt so einfach nicht und ist einfach Unsinn und ist romantisierender Nonsens.

Wir haben nun mal die Situation, dass wir relativ viel Wildtiere haben. Die großen Beutegreifer haben wir nicht mehr (gut, Wölfe wandern ein, aber ja nur an einigen Orten). Eine zu hohe Dichte bringt negative Folgen: Zunächst vor allen Dingen für die betroffene Tierart: Zu hohe Dicht = Gefahr von Krankheitsausbreitung, zu wenig Futter, hohe Zahlen von Verkehrsunfällen. Wirtschaftlicher Schaden z.B. für die Landwirte und Forsten etc.

Es ist nicht so einfach, wie manche denken: Jagd einstellen und alles regelt sich von alleine. Klappt nicht, kann ich versichern.

Woher ich das weiß:Beruf – Jäger. Gesundheitswesen. Hundeführer

Ui, da spricht der Fachmann oder die Fachfrau... :) Ich bin Kritikerin, ja, aber ich verurteile jegliches Tierleid und die Tötung von Tieren, darum bin ich vegan UND ich hab mich mehr als gut informiert, also komm mir nicht so ! Ach, Menschen werden nicht gefährdet durch Jäger ? Das ist mir neu....Wie kommt es dann, dass immer wieder Treiber, Pilzsammler, Jogger oder Spaziergänger mit Wildschweinen verwechselt und angeschossen oder erschossen werden ? Ich bin vor Jahren mit meinem 5jährigen Buben und meiner hochschwangeren Freundin am helllichten Tag im Wald spazierengegangen, wohlgemerkt auf dem Weg....!!, da prasselte aus heiterem HImmel ein Schrotregen auf uns nieder, einen halben Meter über uns schlugen Schrotkugeln in einem Baum ein. Kein Schild: Vorsicht, Treibjagd ! Die Polizei, die wir aufsuchten, reagierte eher lapidar und uninteressiert.... Jaaaaa, mei...., wahrscheinlich waren das auch Jäger oder sie liebten einfach Wildfleisch :(:(. Ich kann dir auch was versichern, nicht nur die Jagd muss eingestellt werden, so wir Menschen überleben wollen - die ersten, die sich ohne uns Menschen arrangieren und erholen würden, sind die Natur und die Tiere, aber niemals umgekehrt !!! Verzeih meine Ironie, aber bei soviel Heile-Welt-Scheinheiligkeit schwillt mir der Kamm...

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@Moucky

Ach Moucky,

wer seine Hunde vegan ernährt disqualifiziert sich selber. Wirklich.

Du kannst gerne vegan leben, das soll jeder für sich entscheiden. Hunde sind überwiegend Fleischfresser und sollten auch so ernährt werden. Alles andere ist nicht tiergerecht!

Ich habe auch nicht behauptet, dass es niemals zu Unfällen bei der Jagd kommt. Wie auch. Das gilt aber auch für Autos, Fahrräder, Fußgänger etc. Erst neulich ist bei einem Zusammenstoß zwischen Fahrradfahrer und Fußgänger der Fahrradfahrer tödlich verunglückt. Schlimm. Aber ist deshalb zu Fuß gehen verwerflich?

Und Heilwelt-Scheinheiligkeit, ach ja, hübsches Wort. Aber mit der Scheinheiligkeit habt Ihr Veganer es oft deutlich häufiger. Ich denke da an Internetseiten, auf denen sich laut über den Tot von Jägern gefreut wird, geprahlt wird über das Abfackeln von jagdlichen Einrichtungen etc. Bishin zur Bedrohung. Und das alles unter dem Siegel des Gutmenschentums. Nee, so nicht.

Wie gesagt, bleib vegan, sei aber fair zu Deinem Hund. Denn ich verurteile Tierleid wie Du.

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@stichelhaar

Du bist süß - :(:(:( - hab ich nicht anders erwartet... :):) Schau erstmal meine Tiere an, dann urteile, ob ich sie quäle oder nicht !!! Ich freu mich nicht über den Tod von Jägern, aber auch nicht über den Tod von Tieren - ob wildlebend oder nicht ! Hab keine Ansitze abgefackelt und keine Dönerbuden, aber verurteile Schächter und Kopfschlächter in "normalen" Schlachthöfen, die im Akkord mangels Betäubung Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschneiden.... merkst du überhaupt noch was ?????????

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"sie schießen tragende Tiere oder Mütter deren Nachwuchs irgendwo wartet." Nein sicher nicht. Erschießt ein Jäger tatsächlich ein tragendes Tier (einen triftigen Grund mal ausgeschlossen) dann ist er im schlimmsten Fall seinen Jagdschein los. Für Laien mag es oft scheinen als würde es so sein aber ein Jäger kann durchaus ein Schmalreh von einer trächtigen Ricke unterscheiden. Auch Frischlinge und Überläufer von Bachen. Und wenn er das Wild nicht 100%ig ansprechen kann darf er eigentlich nicht schießen.

Zum Thema Hunde.

Wie willst du das gerecht regeln? Auf Vorschläge deinerseits bin ich gespannt.

Lächerlich: Jäger werden nicht mal in jedem Fall ihren Jagdschein los oder bestraft, wenn sie nicht einen Treiber von einem Wildschwein unterscheiden konnten und ihn totgeschossen oder schwer verletzt hatten....Auf den Rest deiner Antwort bin ich schon an anderer Stelle in anderem Zusammenhang eingegangen...

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@Moucky

Okay zugegeben, das ist schon passiert, aber keineswegs so oft wie du oben schreibst. Es ist nur so, dass über die Fälle berichtet wird, in denen etwas passiert ist. Von den anderen 5000 Treibjagden hört man nichts. Das ist wie bei den Reittunieren, es gibt Millionen aber man hört nur von denen wenn etwas passiert. Oder mit den Listenhunden. Gibts auch zu Hauf aber nur wenn etwas passiert hört man davon, darum sind gleich alle böse. Ich glaube man könnte hier noch stundenlang diskutieren. Ich als Waldbesitzer finde es wichtig, dass ordentlich gejagt wird.

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@Tanja28052012

Ich habe nichts von der Häufigkeit geschrieben und keinen Jägerals böse bezeichnet, das tu ich übrigens auch nicht bei Feischessern, aber jeder durch Unachtsamkeit erschossene Mensch ist einer zuviel. Fakt ist, dass zuviele Jäger zu schnell und unvorsichtig mit dem Gewehr sind und auch viele halbblinde Jäger im fortgeschrittenen Alter noch jagen gehen... Autofahrern ab spätestens 80 wird nahegelegt, den Führerschein abzugeben, beim Jagdschein ist das nicht der Fall... Fatal für Spaziergänger, Pilzsammler, Reiter und Pferd als Einheit und für die Wildtiere, die mangels Sehvermögen immer wieder lediglich angeschweißt werden und bei der eventuellen Nachsuche nicht gefunden werden. Die krepieren auch elend über Tage, manchmal sogar Wochen... Alles passiert, nicht nur in Einzelfällen und auch nicht "ordentlich"... Du kannst als Waldbesitzerin oder sonstwer richtig finden, was du möchtest, das steht dir frei !

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@Moucky

Ich sage auch nicht dass das okay ist. Aber der Mensch macht nummal Fehler. Ist nicht gut klar. Aber passiert. Und ich glaube wenn man die Gesamtzahl der Jäger und veranstalteten Jagdten nimmt und zahlenmäßig vergleicht dann sind es doch wiedernnur Einzelfälle. Genauso schlimm wird es für das Wild übrigens wenn es von einem Hund angegriffen wird. Und darum geht's hier eigentlich, oder?

Übrigens muss ich etwas schmunzeln, da du offensichtlich etwas gegen Nutztierhaltung hast, aber ein Pferd zu halten ist okay? ;-)

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@Tanja28052012

Kein Grund zum Schmunzeln, denn die von mir "gehaltenen" Tiere - nicht nur Pferde, halte ich nicht zum Zwecke der Genussbefriedigung, als Freizeitvergnügen oder sonst einem Eigennutz, ganz im Gegenteil... Ich kann dir versichern: Hättest du meine Tiere gesehen, als ich sie aufgenommen habe, verängstigt, frustriert und gequält und würdest du sie jetzt sehen, würde dir jegliches Schmunzeln vergehen, glaub mir das, vllt.würdest du dich sogar ein bißchen schämen ob deines Schmunzelns !!! Nutztierhaltung ist pervers und zutiefst lebensverachtend, ebenso wie einige andere Dinge auf dieser Welt...

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@Moucky

Genau, Du hast Recht: Das vegane ernähren von Hunden ist pervers und lebensverachtend. Und genau das tust Du. Jetzt setz Dich hier nicht auf so ein hohes"veganes" Roß.

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@stichelhaar

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie ignorant, erfinderisch und selbstgerecht Menschen doch sein können, um von eigener Schuld abzulenken. Danke, dass du mir diesbezüglich wieder Nachhilfe und Bestätigung gegeben hast.... Eigentlich unglaublich, aber "eigentlich" gibts ja nicht..... :):):)

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Also zum einen hat jedes Wildtier eine andere Schon- und eine andere Jagdzeit. Generell geht es mit der Jagd zum 1.5. jedes Jahr los, da sind nämlich mehrere Schonzeiten auf einmal vorbei. Nimm doch mal mit einem Jäger aus Deiner Umgebung Kontakt auf und bitte ihn um einen Jagdzeitenkalender. Ich habe da schonmal ein PDF erhalten, das auf einer A4-Seite tabellarisch darstellt, in welchen Monaten was genau gejagt werden darf. Das Blatt geben die Länder raus und die Jäger haben drauf zugriff - ansonsten sollte es vom Ministerium für Landwirtschaft und Forsten des jeweiligen Bundeslands erhältlich sein.

Tragende Tiere dürfen und sollen Jäger dann schießen, wenn diese so verletzt sind, dass sie die Geburt ihrer jungen nicht überleben würden. Dann ist die Geschichte, was passiert mit verletzten Müttern, die eigentlich den Gnadenschuss bräuchten? Wenn der Jäger die Mutter schießt, kann er davon ausgehen, dass er das junge nicht findet, solange es lebt, weil das sofort abhaut - um dann elendiglich zugrunde zu gehen ohne Mama. Ich kenne einen Jäger, der mit der Ausbildung fertig ist und eine Jägerin in Ausbildung, die beide sagen, es ist der totale Horror, wenn man schwerverletzte Tiermütter findet. Denn das einzige, was keine Tierquälerei ist, ist, das Junge zuerst zu töten. Die Mutter bleibt länger, weil sie auf ihr Junges aufpassen wollte. Es fällt denen gewiss nicht leicht, aber zum Glück erleben das die meisten Jäger nicht, es passiert nur ganz selten. Aber die Jäger müssen kontrollieren und können auch in der Zeit Bestandstiere raus nehmen, die nicht gesund aus dem Winter kamen - und das sind nicht zu wenige, aber keine jungen haben.

Was den Hund an der Leine angeht: Nicht jeder Hund bleibt so beim Menschen wie Deiner. Wie soll durchgesetzt werden, dass nur die, die nicht beim Menschen bleiben, an die Leine müssen? "Der darf, der nicht" funktioniert nicht, zumal man den, der nicht frei laufen darf, erst erkennt, wenn er schon Schaden anrichtet.

Erste richtig vernünftige Antwort die ich lese.

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DH, eine ausführliche, gut verständliche und vollständige Antwort!!

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Ja, sie dürfen, wenn das Wild keine Schonzeit mehr hat - In B-W : Bock (männlich) und Schmalreh ( ein Kitz -Kind- vom vergangenen Jahr) ab 1.05. und andere , was eben freigegeben ist! Jedes Wild, das nach dem deutschen Jagdgesetz auch jagdbar ist, hat auch eine Schonzeit !!! Wild das nicht jagdbar ist, wird auch nicht geschossen!!! Schonzeiten sind jedoch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich! Und von wegen Hunde bis Juli an die Leine nehmen und so - Ein Hund ist eben mal im Wald an die Leine zu nehmen - aus reiner Vorsichtsmaßnahme -gerade in den sogenannten Setzzeiten (Wild bekommen ihre Jungen) Der Hund stammt ja irgendwo von einem Wildhund (Wolf) ab und hat eben einen Jagdinstinkt ! Wenn also ein vermeintlich braver Haushund plötzlich Witterung von Wild bekommt - er ist nicht trainiert- hast du keine Chance ihn aufzuhalten!!! Zu den Jagdzeiten : Jedes Bundesland und jede Jägervereinigung sind bemüht,der Öffentlichkeit ihre "Arbeit" offen zulegen - bei denen kann man auch die Schon- und Jagdzeiten erfahren!!!

Ganz davon abgesehen, dass für verschiedene Wildtiere die Schonzeit bereits vorbei ist, haben die Jagdpächter Auflagen zu erfüllen. Das Wild muss auf einem bestimmten Level gehalten werden um eine zu große Ausbreitung zu verhindern. Zum anderen bekommen sie von der Jagdbehörde sog. Abschusspläne, die erfüllt werden müssen. Wenn ein Jäger sich an diesen Plan nicht hält, kostet ihn das hohe Strafen.

Es wurde bereits mehrfach in langen Studien und Versuchsreihen z. B. in Nationalparks erwiesen, dass die Jagd keinerlei Einfluss auf die Population des Wildes hat. Das Gleichgewicht in der Natur regelt sich immer wieder von selbst, durch harte Winter, durch Wildkrankheiten oder natürliche Auslese, ohne Jäger... Fazit: Die Jagd hat keinerlei ölologische Rechtfertigung, auch hierzulande keine ethische, weil Menschen dadurch überleben müssen, auch wenn die Hobbyjäger das natürlich anders sehen !

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@Moucky

Erzähl das mal der Jagdbehörde. Und die Jagd ist kein Hobby.

Wir sind uns mit Sicherheit einig, dass hierzulande, die Winter, mit ausnahmen nicht mehr so streng sind, dass die Tiere in großen Mengen umkommen.

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@YK1972

Joo, dafür sind ja zum Glück die Jäger da und die Autofahrer ! :(:( Ansonsten lasse ich dir deine Meinung, du musst selbst verantworten, was du tust...

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@YK1972

Hi , YK1972 ! Was ich nun frage ist eine nicht ganz zu Ende gedachte Frage und mehr eine Überlegung ... Warum füttern die Förster und Jäger die Tiere im Winter überhaupt ? Warum kann die Natur nicht ihren Lauf nehmen ? Schwache und kranke Tiere würden dann doch auf natürliche Weise aussortiert (gut das bringt halt kein Geld ) . Kann du mir bei dieser Überlegung weiter helfen ? L.G. DieMartina

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@DieMartina

sehr gute überlegung@ martina und- wie du siehst ,bekommst du auf diese (doch wohl etwas provokante frage) keine antwort. wir haben mal in der nähe einer sehr gut "gepflegten " pacht gewohnt. die rehe waren menschenzutraulich wurden also gefüttert und dann-- abgeknallt , weil sie aufdringlich wurden und natürlich auch zuviel des gutenwaren was die vermehrung anging --- da sollte man sich wohl doch mal gedanken manchen von fachlicher seite !!!!

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@makazesca

@ makazesca ! Ja , schade eigentlich ... vielleicht hat YK 1972 nur nicht mehr reingelesen , kann ja sein ;-) Danke ,dir ! L.G. DieMartina

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@DieMartina

Hi Martina, Ich könnte eine Antwort liefern, aber ich denke, ich halt mich mal besser zurück... hab mich schon wieder mal weit aus dem Fenster gelehnt... LG, Sigi

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@Moucky

Es gab auch schon Versuche, bei denen das nicht geklappt hat, bekanntestes Beispiel ist hier der Kanton Bern in der Schweiz... Und teilweise werden Gebiete oder Nationalparks auch nur von Berufsjägern bejagt und trotzdem als "jagdfrei" bezeichnet.

Wie bereits gesagt sind die Winter bei uns im Regelfall nicht hart genug, um da wirklich eine relevante Sterblichkeit zu verursachen. Wildkrankheiten könnten das Ganze natürlich toll regeln, aber im Zweifelsfall greife ich lieber ein und bereite den Tieren einen schnellen Tod mit wenig/keinen Schmerzen, als sie elendig an einer Krankheit krepieren zu lassen (auch wenn das der natürliche Weg wäre). Außerdem sind Seuchen (wie sie zwangsläufig beim Anwachsen einer Population irgendwann auftreten) teilweise auch für den Menschen (Stichwort Tollwut) bzw. für die Nutztierhaltung relevant (aktuelles Beispiel ist die Tbc-Problematik im Allgäu, bei Schweinepest ist das Ganze weniger akut), somit betreffen Wildseuchen nicht nur die Wildtiere draußen, sondern auch uns Menschen. Es kann uns also nicht ganz egal sein, was mit unserer Umwelt passiert, schließlich leben wir in ihr.

Über die Kapazität des Lebensraumes bzw. die begrenzte Verfügbarkeit von Nahrung will ich hier nicht reden, dieses Argument ist schon zu oft wiederholt worden.

Fazit: Es gibt eben doch eine Rechtfertigung für die Jagd: Die Natur ist heute nicht mehr ursprünglich, sondern komplett vom Menschen beeinflusst und genutzt. Dadurch greifen die ursprünglichen Regulierungsmechanismen nicht mehr. Es bleiben natürlich welche übrig oder es kommen neue hinzu, aber insgesamt hat der Mensch schon zu stark eingegriffen, um sich einfach zurückzuziehen.

Und wenn man einmal betrachtet, wie ein vernünftiger Jäger die Jagd ausübt, so ist dabei meiner Auffassung nach trotz der Tötung von Tieren nichts Lebensverachtendes, Tierfeindliches oder sonstwie Negatives zu erkennen.

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@makazesca

Witzig, ihr urteilt hier kurz in 1-2 Stunden, dass es keine Antwort gibt, weil alle Jäger ja so schlimme Burschen sind und das eigentlich auch wissen. Bevor sich hier das Maul zerrissen wird, sollte man vielleicht auch mal abwarten... Abgesehen davon, dass die Jagd eine recht zeit- und arbeitsintensive Angelegenheit ist, haben die meisten Jäger auch einen Beruf und machen in ihrer arbeitsfreien Zeit noch andere Dinge...

Ich will nicht unhöflich oder patzig sein, nur als Hinweis... Ein bisschen mehr Geduld schadet auf Gf sehr häufig nicht...

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@DieMartina

Im Prinzip ist deine Überlegung richtig, man bringt tatsächlich auch Tiere durch, die den Winter möglicherweise sonst nicht überleben würden. Allerdings geschieht die Fütterung mehr unter dem Aspekt, dass Wildschäden vermieden werden und ein Ersatz für die abgeräumten Felder geschaffen wird. Bei Reh- oder Rotwild beispielsweise kommt es sonst leichter zu Verbiss oder Schälschäden (die können bei falscher - z.B. einseitigem Futter oder falscher Platzierung - Fütterung allerdings auch auftreten, hier muss also entsprechend vorsichtig vorgegangen werden), was zuständige Förster dann meistens mit einer Forderung nach höheren Abschüssen honorieren.

Im Winter sind die Felder abgeerntet, die Wiesen unter dem Schnee meist noch relativ kurz, sodass nicht wirklich viel Nahrung vorhanden ist. Das Anlegen von Wildwiesen (die neben mittlerweile durch die häufige Mahd seltenen Wildblumen oder Kräutern auch viele Insekten und kleinere Säugetiere beherbergen) ist eine Maßnahme, um hier Abhilfe zu schaffen und dem Wild wieder eine vernünftige Nahrungsquelle zu bieten. Allerdings sind die Flächen, die als Ausgleich für riesige Felder und Wiesen nötig wären, kaum aufzubringen. Auch das ist ein Faktor, der die Fütterung nötig bzw. sinnvoll macht.

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@Raketenfritze

Hi , Raketenfritze ! Danke für deine Bemühung mir bei meinen Überlegungen weiter zu helfen ! Ich habe nun schon so viele neue Denkansätze erhalten , das ich nun erst recht nicht mehr weiß , was ich als richtig erachten soll ... Dennoch vielen Dank für deine Unterstützung ,Martina

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@Raketenfritze

Klar, Menschen hatten und haben schon seit langer Zeit sowohl eine vermeintliche Rechtfertigung für die Jagd als auch z. B. für Nutztierhaltung und Fleischverzehr... Für mich ist das hier zu Ende, auch wenn ich noch einige Vetos hätte... :)

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@Moucky

Okay, wenn wir nun kein Wild mehr schießen und nur noch vegan leben, denkst du das würde funktionieren? Wohin mit all den Tieren? Freilassen und krepieren lassen? Ich finde Massenhaltung nicht gut und unterstütze sie auch nicht indem ich günstig Fleisch Eier etc kaufe aber ich glaube wenn du ganz ehrlich deinen kompletten Besitz durchgehst wirst du auch ein paar Dinge finden, die nicht ganz vegan sind. Sei es der Ledergürtel, Stiefel, Sattel fürs Pferd, Einsätze in der Reithose, das Auto etc... Ich finde halt man soll auch mal die Kirche im Dorf lassen.

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@Moucky

Der kleine, aber doch entscheidende Unterschied liegt aber eben darin, dass man - wie sehr viele Vegetarier und Veganer zeigen - problemlos ohne Fleisch leben kann, bei der Jagd ist das nicht ganz so eindeutig (schon allein deshalb, weil dabei ganze Ökosysteme betroffen sind, die kann man nicht nach ihrem Befinden fragen, ein Blutbild machen und dann feststellen, wie es um sie steht...). Also immer etwas vorsichtig mit "vermeintlichen" Rückschlüssen...

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@Tanja28052012

Ich kann dir gerne meinen "Besitz" zeigen, da wirst du weder Leder, noch Pelz oder "Kunstpelz" von asiatischen Hunden und Katzen, weder Daunen noch unvegane Tattoofarben bei oder an mir noch sonstwas tierliches finden..., außer die sehr lebendigen und fröhlichen Tiere, die ich vor dem Schlachten, Einschläfern, Erschlagen, Ertränken, an-die-Wand-Klatschen oder aus Qualhaltung gerettet habe und die bei mir ein annähernd würdiges Leben führen dürfen, das ihren Bedürfnissen nahekommt, soweit das in unserer tierfeindlichen und durch manch fragwürdige Gesetzte "geregelten" Welt möglich ist...Dafür lebe ich schon zu lange vegan.... Die Kirche steht gut in meinem Dorf - die brauche ich nicht , um meinem Schöpfer nahe zu sein, aber das nur am Rande..., ich weiss, wie es gemeint war ! Ja, es würde funktionieren, aber es würde Zeit brauchen undes müssten ALLE Menschen mittun, wir alle sitzen im selben Boot und die Erde hat nicht unendlich Geduld mit uns... Es ist 5 vor 12 !!

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@Raketenfritze

Welche "Ökosysteme" meinst du denn ?? Ich denke an Bruno, der von Jägern abgeschossen wurde oder an die Wölfe, die eingewandert sind und ebenfalls erschossen oder überfahren wurden... Wie soll denn je wieder ein "Ökosystem" entstehen, wenn sich hier nichts ändert ?? Ich ziehe durchaus keine "vermeintlichen" Rückschlüsse, keine Sorge... :(

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@Moucky

Das "vermeintlich" sollte auch ein Hinweis auf deine Wortwahl sein, die sagt nämlich auch Einiges aus....

Ökosysteme wie den Wald haben wir hier zuhauf, die entstehen nicht einfach oder verschwinden wieder (selbst Wüsten sind Ökosysteme...). Hier hat der Mensch über Jahrhunderte massiv in alle Naturräume eingegriffen, das ist nicht einfach so wieder zu beenden (bzw. wird es nie sein, vor allem nicht, wenn wir neben Nahrung und Rohstoffen auch noch Energie aus der Natur brauchen, was auf lange Sicht unstrittig ist). Für Großräuber ist in einer engmaschigen Industrielandschaft wie bei uns teilweise leider auch kein Platz mehr, weil ihre Streifgebiete durch zu viele gefährliche Barrieren wie Autobahnen oder Bahntrassen zerteilt werden und sie auch im Überlebensfall nicht unbedingt passende Lebensräume vorfinden. Glücklicherweise gibt es bei uns langsam wieder Luchse und Wölfe und Widerstand dagegen kommt im Regelfall nicht aus der Jägerschaft.

Auch die Abschüsse oder Vergiftungen (siehe Luchsdame vor einiger Zeit) kann man nicht dem großen Teil der Jäger anlasten, die damit nichts zu tun haben, das sind äußerst unbeliebte schwarze Schafe, die nicht nur dem Ruf der Jäger schaden, sondern auch gegen die Überzeugungen und Interessen der Mehrheit handeln.

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@Raketenfritze

Angesichts eurer seltsamen und fragwürdigen Einstellung solltet ihr halt auch nicht großspurig von irgendwelchen "Ökosystemen" reden.... Der Abschuss von Bruno war von vornherein geplant.....

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@Moucky

Unsere Einstellung hältst du für seltsam und fragwürdig... Genauso gut können wir deine Einstellung für seltsam und fragwürdig halten... Das hat keinerlei Aussagekraft. Wenn du uns gegenüber so argumentierst, dann solltest du auch deine Aussagen einer Überprüfung unter diesen Gesichtspunkten unterziehen...

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