Was meint ihr, glaubt ihr an die Evolutionstheorie oder an Adam und Eva?

33 Antworten

Diese beiden Dinge spielen nicht auf derselben Ebene, sondern es sollte einem schon klar sein, dass man in so einer Frage eine wissenschaftliche Theorie mit Bestandteilen eines alten Schriftguts vergleichen will. Dass dabei natürlich inhaltliche Widersprüche entstehen müssen, ist von vorneherein klar.

Die Zielsetzungen der Wissenschaft und der biblischen Geschichten (wobei ich hier bewusst den Plural verwende, denn in Genesis stehen 2 verschiedene, von zwei Autoren) sind unterschiedlich. 

Die biblischen Geschichten hatten nie den Anspruch, eine wissenschaftliche Beschreibung abzuliefern (dass Menschen auch wörtlich daran geglaubt haben, ist freilich richtig; es ist auch richtig, dass wir heute mehr Informationen haben).

Es handelt sich bei Adam und Eva um einen Mythos. Ein Mythos ist mehr als nur die "Unwahrheit" (das mag es aus wissenschaftlicher Sicht sein), sondern ein Bild, eine Metapher. Ich kenne die wissenschaftlichen Gegebenheiten recht gut, und heute kann ich die biblischen Geschichten so lesen, dass sie mehr sind als nur "wissenschaftlich falsch" (was sie ja oft auch sind, aber sie sind halt auch mehr als das, weil sie ja einen anderen Ansatz verfolgen). Und dieses "Mehr", was die Texte liefern, ist verknüpft mit der Einsicht in die damalige Denkweise und Historie, und die Verknüpfung mit den anderen Schriften.

Diese Geschichte ist nicht der einzige Mythos, der um die Schöpfung gebildet wurde, Germanen, Kelten, Afrikaner, Indianer in Nord- und Südamerika, alle hatten ihre eigene Mythen um die Schöpfung. Natürlich sind diese "falsch" im wissenschaftlichen Sinne, spannend zu lesen und zu vergleichen sind sie dennoch.

Die Geschichte von A+E ist ein Mythos des Alten Testamentes, also der Hebräerbibel. Sie ist für den Christen unmaßgeblich, denn sie wurde Jahrhunderte VOR Christus kompiliert.

Für den Christen sind die Aussagen im Neuen Testament Richtschnur.           Die  Dreifaltigkeitslehre sagt, das Gott identisch ist mit dem geistigen Prinzip in der Welt, "GOTT" = (Heiliger) "GEIST".

Der menschliche GEIST war imstande, eine rationale Erklärung der Entstehung des Menschen aus tierischen Vorfahren zu finden.

Es wäre deshalb UNCHRISTLICH, diese Erklärung des GEISTES zu verwerfen und an einen Mythos einer fremden Religion (des Judaismus) zu "glauben".

Ich bin gläubiger Christ und glaube schon auch, dass das, was in der Bibel steht, sinngemäß stimmt.

Allerdings gibt es im Leben nicht immer nur schwarz und weiß. Zumindest Teile der Evolutionstheorie (z.B. Zuchtregeln) passen ja und lassen sich auch richtig nachvollziehen und empirisch beobachten.

Über andere Aspekte, wie die Entstehung des Lebens, gibt es keine gesicherten Daten.

Also ich höre mir alles an und lehne nichts vorab komplett ab. Und unter uns gesprochen: Für 99,9% der modernen Forschung ist es absolut unerheblich, ob man an das eine oder an das andere glaubt. Wichtig ist nur analytisches Denken.

Über andere Aspekte, wie die Entstehung des Lebens, gibt es keine gesicherten Daten.

Das ist richtig. Aber eben kein Bestandteil der Evolutionstheorie. Die Abiogenese ist eine eigenständige Disziplin.

Wichtig ist nur analytisches Denken.

Auch richtig. Aber wie willst Du das hinbekommen, wenn Du die Entstehung des Lebens als Teil der Evolutionstheorie betrachtest?

Zumindest Teile der Evolutionstheorie (z.B. Zuchtregeln) passen ja

Wer, wie Du es hier implizit tust, Evolution nur im engen Rahmen unserer menschlichen Existenz begreift, wird sie nie begreifen.

Wer im Hinterkopf "Was ich nicht beoachten kann, kann auch nicht existieren" mit sich trägt, wird Evolution niemals begreifen. Was wir "empirisch" beobachten können, ist nur eine Facette eines gewaltigen Systems, das global funktioniert.

Mich erstaunt nur immer wieder, das Evolutionsleugner, die darauf bestehen, nur solches als Fakt anzuerkennen, was man zu Lebzeiten verifizieren kann, überhaupt die Existenz eines Gottes in Betracht ziehen können.

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@realsausi2

Wer im Hinterkopf "Was ich nicht beoachten kann, kann auch nicht existieren" mit sich trägt

So würde ich das nicht sagen. Eher umgekehrt: Was man / ich selbst wiederholen kann, ist unumstößlicher Fakt. Beim Rest KANN ein Irrtum nicht immer ausgeschlossen werden.

Mich erstaunt nur immer wieder, das Evolutionsleugner, die darauf
bestehen, nur solches als Fakt anzuerkennen, was man zu Lebzeiten verifizieren kann, überhaupt die Existenz eines Gottes in Betracht ziehen können.

Das stimmt natürlich auch. Abgesehen davon, dass ich micht nicht als Evolutionsleugner bezeichnen würde, sondern eher als... hmmm... Fragender. Aber ja, dass es Adam und Eva gab, kann ich auch nicht beweisen. Ich glaube daran, weil es in der Bibel steht, und die Bibel wiederum meine religiöse Glaubensgrundlage darstellt.

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@danhof

Beim Rest KANN ein Irrtum nicht immer ausgeschlossen werden.

Das ist eine absolut unwissenschaftliche Betrachtungsweise. Niemand war dabei, wie die Sonne entstanden ist. Dennoch können wir einige sicher sehr zutreffende Aussagen darüber machen.

Niemand ja je einen lebenden Dinosaurier gesehen, dennoch können wir gut Aussagen darüber treffen, wie sich funktioniert haben.

dass es Adam und Eva gab, kann ich auch nicht beweisen.

Die Wissenschaft kann aber belegen, dass sie niemals die Stammeltern der Menschen gewesen sein können. Ungeachtet ihrer tatsächlichen Existenz.

Ich glaube daran, weil es in der Bibel steht,

Damit hast Du das Gleis der rationalen Welterkenntnis natürlich vollends verlassen. Da gerät alles ins Beliebige, nichts bleibt, was verlässlich wäre.

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@realsausi2

Das ist doch nicht unwissenschaftlich. Eine wissenschaftliche Theorie schimpft sich überhaupt erst nur so, wenn sie grundsätzlich falsifizierbar IST.

Sonne ist ein gutes Beispiel. Natürlich sehen wir die Sonne. Natürlich lässt sich berechnen, wie die Planeten um die Sonne kreisen. Natürlich sind wir absolut sicher, dass es neun... sorry... acht Planeten gibt, die sie umkreisen. Moment... war da nicht was mit komischen Bahnen, die vermuten lassen, dass es WEITERE Planeten gibt? Und was ist überhaupt ein Planet? Pluto ist leider in der letzten Runde ausgeschieden, weil man rausgefunden hat, dass es Objekte dieser Größe doch ein paar mehr gibt.

Verstehst du, worauf ich hinaus will? Ich baue mein Weltbild nicht darauf auf, dass es neun Planeten gibt. Das lässt sich auch auf die Evolutionstheorie übertragen. Meine Glückseligkeit hängt nicht davon ab, dass die Welt 4,6 Milliarden Jahre alt ist. Sie kann von mir aus auch 4.600 Jahre alt sein. Ich glaube an Gott und baue mein Weltbild auf Ihm auf. Dennoch verfolge ich gespannt, was wir herausfinden, schlussfolgern und erkennen.

Die Wissenschaft kann aber belegen, dass sie [Adam und Eva] niemals die Stammeltern der Menschen gewesen sein können.

Hab ich nicht gerade noch gelesen, dass in der Wissenschaft mehr oder weniger Konsens darüber herrscht, dass wir alle miteinander verwandt sind? Oder habe ich das missverstanden?

Niemand ja je einen lebenden Dinosaurier gesehen, dennoch können wir gut Aussagen darüber treffen, wie sich funktioniert haben.

Ja, man kann die gefundenen Knochen zusammenlegen und den Computer mal war rechnen lassen. Das kommt bestimmt sehr nah an die Realität heran. Aber wenn es um die Datierung geht, muss man sich auf Schlussfolgerungen und Mutmaßungen stützen.

Damit hast Du das Gleis der rationalen Welterkenntnis natürlich vollends verlassen

Nein. Wenn es um Glaubensfragen geht, verlasse ich den Bereich der Wissenschaft, nicht der Welterkenntnis – im Gegenteil.

Der Mensch kann auf mehreren Ebenen existieren. Es gibt einen wissbegierigen Forschergeist und es gibt eine spirituelle Ebene. Das funktioniert wunderbar parallel.

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@danhof

Aber wenn es um die Datierung geht, muss man sich auf Schlussfolgerungen und Mutmaßungen stützen.

Muss man nicht. Es gibt mehrere verschiedene, voneinander unabhängige Methoden, die allesamt dasselbe bzw. ein sehr ähnliches Ergebnis ausspucken. Die Wissenschaft ist kein Wunschkonzert. Du kannst dir nicht "aussuchen" was du glaubst.

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Um es wieder einmal klar zu stellen : 

Die Allerwenigstens Christen ,ausser einigen wenigen Kreationisten aus freikirchlichen Kreisen halten die Genesis und damit die Geschichte von Adam und Eva für einen Naturwissenschaftlichen Entstehungsapport der Erde  und des Menschen. Wie etwa die Muslime es tun .

Die Bibel ist laut christlichem Schriftverständnis eine Buch des Glaubens und so soll es auch gelesen werden .

Zum  deinem besseren Verständnis und zu meiner Entlastung ob der späten Stunde , schicke ich dir eine sehr spanendes  Referat genau dazu,es lohnt sich hier das von A- Z anzuhören.

Als Christin halte ich von Evolutionisten genau so wenig  wie von Kreationisten,alle beide sind in meinen Augen Töricht !

http://www.horeb.org/xyz/podcast/credo/20160708cr.mp3

Als Christin halte ich von Evolutionisten genau so wenig  wie von Kreationisten,alle beide sind in meinen Augen Töricht !

Wenn die Fakten meiner Religion widersprechen dann sind sie töricht! Nicht ich bin töricht, nein, die Fakten sind es!!1eelf

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@Mark1616

Wenn du den Vortrag schon nicht zu fassen vermagst ,solltest du dich besser wohl auch nicht so aufspielen Junge !

Ab hier werde ich weiterhin versuchen dich zu überlesen ...


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Laut der Genesis waren Adam und Eva die ersten Menschen. Laut der Evolutionstheorie gab es bei der Entwicklung des Lebens auf der Erde immer wieder Veränderungen und daher auch immer wieder erste Lebewesen einer neuen Art. Sogar die Reihenfolge, erst pflanzliches Leben, dann tierisches, erst im Wasser, dann auf dem Land und in der Luft und schließlich der Mensch stimmen in Genesis und der Evolutionstheorie grob betrachtet überein.

Das ist richtig. Aber erkläre das mal einem Menschen von vor 2000 Jahren, dessen Bildung mal eben zum Überleben reichte.

Und genau deshalb hat man diese Geschichten erfunden,damit die Menschen sich das halbwegs vorstellen konnten.

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@DerOnkelJ

Richtig ist an der Reihenfolge kaum etwas. Die Landpflanzen entstanden in der Bibel am vierten Tag, das Leben am Meer und in der Luft jedoch erst am fünften. Auch die Sterne und der Mond sowie die Sonne entstehen erst nach der Landschöpfung, was erdgeschichtlich einfach nicht stimmt und auch nicht plausibel gemacht werden kann. Fakt ist außerdem, dass sich das höhere Leben im Meer bereits im Kambrium, die Landpflanzen jedoch erst viel später im Silur entwickelten. Etwa gleichzeitig traten auch die ersten Fluginsekten und Landtiere auf. Der Mensch erscheint in der Bibel zuletzt als "Krone" der Schöpfung, aber es haben sich auch viele Arten erst nach den ersten Menschen entwickelt, auch unabhängig von ihrem Einfluss. Der Wisent könnte zun Beispiel ein Wildhybride aus Bison und Yak sein und trat erst im späten Pleistozän auf, als es Menschen bereits gab. Wie du siehst stimmt beim Schöpfungsbericht wenig, und das was stimmt, haben die Autoren eben zufällig richtig gemacht. 

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@DerOnkelJ

Dass diese Geschichten nur erfunden wurden, mag man unterstellen können, andere würden meinen, dass sie inspiriert wurden und das auf eine Weise, die Menschen vor weit mehr als 2000 Jahren verstehen konnten.

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@MarkusKapunkt

Was ist an den Worten "grob betrachtet" nicht zu verstehen? Waren nicht im Wasser und an Land jeweils die Pflanzen zuerst da? Wenn nicht, müssten wahrscheinlich die Bücher, die sich mit der Entwicklung des Lebens auf der Erde befassen umgeschrieben werden. Sicher gab es zuerst im Wasser pflanzliches und später tierisches Leben, bevor es die ersten Pflanzen auf dem Land gab, aber ich habe nicht umsonst geschrieben, "grob betrachtet" und bezog mich auf pflanzliches Leben (ohne dabei zwischen Wasser und Land zu differenzieren).

Die Bibel ist, wie immer gern betont wird, kein wissenschaftliches Buch und hinderlich an Inspirationen ist oft, dass das Verständnis des Autors mit beeinflusst, was aus diesen Inspirationen wird. Die Überlieferungen kommen dann weiter hinzu, die ebenfalls wieder die Botschaften beeinflussen, insbesondere dann, wenn diese eine Zeit lang mündlich überliefert wurden. 

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@JTKirk2000

"grob betrachtet"

Jaja, wenn es keinen Sinn macht wird es "grob betrachtet". Wenn es dann immer noch keinen Sinn macht, dann wird es "interpretiert". Wenn es dann immer noch keinen Sinn macht, denn verstehen die Kritiker es einfach nur falsch.

die Menschen vor weit mehr als 2000 Jahren verstehen konnten.

Sollte es einem allmächtigen Gott nicht möglich sein Dinge formulieren zu lassen, die für Menschen in jedem Zeitalter Sinn machen? Ist es nicht mehr als anmaßend zu denken, dass die Schriften eines solchen Gottes auch nur den kleinsten Fehler oder die kleinste Ungenauigkeit besitzen dürften?

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@DerOnkelJ

Das ist richtig. Aber erkläre das mal einem Menschen von vor 2000 Jahren, dessen Bildung mal eben zum Überleben reichte

Wieso kommen so viele Menschen auf die Idee, dass die Menschen damals dumm gewesen sein sollen?

Aristoteles, Platon, Sokrates, Pythagoras... auch alles ungebildete Hirten?

Ich möchte wissen, wer von uns in Mathe auf die Idee gekommen wäre, sich das Leben bei der Strafarbeit (Addieren der Zahlen 1, 2, 3, 4, .. 100) zu erleichtern, indem er daraus folgert 1+100=101, 2+99=101, 3+98=101 --> Ergebnis ist 50*101 = 5050

Gut, das geht auf Gauß zurück, aber auch schon 200 Jahre her. Aber den Satz des Pythagoras dürften vielleicht einige kennen :-)

Man darf nicht den Fehler machen, Luxus und technischen Fortschritt mit Intelligenz gleichzusetzen. Nur weil wir mit unseren Autos 200 km/h fahren können und 30 km keine Tagesreise mehr sind.

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@danhof

Wieso kommen so viele Menschen auf die Idee, dass die Menschen damals dumm gewesen sein sollen?

Sie waren nicht dumm, aber keiner dieser Menschen kannte moderne Technologien. Du hättest mit einer Hand voll Atomwaffen die gesamte Welt erobern können und dich als Gott "Danhof, der Vernichter" verehren lassen können. Wärst du deswegen tatsächlich ein Gott gewesen?

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@DerOnkelJ

@Justinger 

Diese Geschichten  der Genesis ,haben  gar keine solche Aussagen Funktionen wie du meinst!

Es werden hier ganz andere Dinge ausgesagt,nämlich etwa beim Hexameron ,dass nicht Sterne und Himmelskörper oder Tier Gott sind ,wie etwa die Babylonier meinten ...Sondern dass die Schöpfung Gott gegenübersteht ....oder bei Adam und Eva geht es rein um die Beziehung zwischen Mensch und Gott ..

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