Was meint ihr, glaubt ihr an die Evolutionstheorie oder an Adam und Eva?

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42 Antworten

Die Faktenlage für den "Schöpfungsmythos" ist sehr, sehr dünn, außer Hirtenmythen aus der Bronzezeit - die sich noch dazu mit den Mythen anderer Kulturen aus der Zeit wiedersprechen - gibt es keine Hinweise darauf. Ich vermute das entspringt dem Wunsch einiger, einfache Erklärungen zu haben, mit denen man aufhören kann zu denken. Manchmal so sehr, das sie fest davon ausgehen und dann anfangen angestrengt nachzudenken um es zu rechtfertigen - statt nachzudenken ob das wirklich so sein kann. Man kann diese Mythen höchstens als die damals und in dieser Region beste Theorie verstehen. Heute sind wir weiter mit dem Erkennen.

Die Evolution ist ein Fakt und die Evolutionstheorie die beste Erklärungsmöglichkeit die der Mensch bis heute gefunden hat. Eine der am besten durchdachten, am meisten überlegten und am besten überprüften Theorien der Wissenschaft. Das ist Wissen statt Glauben!

Weder Evolutionsbiologen (die sich ihr ganzes Leben damit beschäftigen ob diese Theorie richtig ist oder geändert werden muß), noch Theologen (wie z.B. die Christlichen forscher im Vatikan) werden etwas anders sagen.

Natürlich darf jeder was andere meinen, aber das macht die Meinung dann nicht automatisch auch richtig... aber beim nicht-wissen und vielleicht sogar drauf bestehen nichts anderes Wissen zu wollen fängt ja Glaube an.

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Diese beiden Dinge spielen nicht auf derselben Ebene, sondern es sollte einem schon klar sein, dass man in so einer Frage eine wissenschaftliche Theorie mit Bestandteilen eines alten Schriftguts vergleichen will. Dass dabei natürlich inhaltliche Widersprüche entstehen müssen, ist von vorneherein klar.

Die Zielsetzungen der Wissenschaft und der biblischen Geschichten (wobei ich hier bewusst den Plural verwende, denn in Genesis stehen 2 verschiedene, von zwei Autoren) sind unterschiedlich. 

Die biblischen Geschichten hatten nie den Anspruch, eine wissenschaftliche Beschreibung abzuliefern (dass Menschen auch wörtlich daran geglaubt haben, ist freilich richtig; es ist auch richtig, dass wir heute mehr Informationen haben).

Es handelt sich bei Adam und Eva um einen Mythos. Ein Mythos ist mehr als nur die "Unwahrheit" (das mag es aus wissenschaftlicher Sicht sein), sondern ein Bild, eine Metapher. Ich kenne die wissenschaftlichen Gegebenheiten recht gut, und heute kann ich die biblischen Geschichten so lesen, dass sie mehr sind als nur "wissenschaftlich falsch" (was sie ja oft auch sind, aber sie sind halt auch mehr als das, weil sie ja einen anderen Ansatz verfolgen). Und dieses "Mehr", was die Texte liefern, ist verknüpft mit der Einsicht in die damalige Denkweise und Historie, und die Verknüpfung mit den anderen Schriften.

Diese Geschichte ist nicht der einzige Mythos, der um die Schöpfung gebildet wurde, Germanen, Kelten, Afrikaner, Indianer in Nord- und Südamerika, alle hatten ihre eigene Mythen um die Schöpfung. Natürlich sind diese "falsch" im wissenschaftlichen Sinne, spannend zu lesen und zu vergleichen sind sie dennoch.

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Ich möchte noch ein paar Überlegungen zum Kreationismus anstellen, und warum er auch heute noch Menschen für sich gewinnen kann.

Wie die meisten Antworten uns zeigen, ist bei den meisten Menschen (zumdindest in Deutschland und Europa) das Bewusstsein verankert, dass die Evolution erwiesen ist und gegenüber der biblischen Schöpfungsgeschichte nachrangig ist. In der Schule lernt man in Biologie, wie sie funktioniert und auch, wie Wissenschaftler sie belegen (Fossilien, Genuntersuchungen etc.) Die meisten Schüler nehmen dieses Wissen bereitwillig auf und erkennen es an, so wie sie auch das Wissen anerkennen, was sie im Geschichtsunterricht lernen. Hier gibt es sogar eine große Parallele: obwohl die Evolutionstheorie eine Theorie aus der Naturwissenschaft ist, kann man sie unter Laborbedingungen nicht belegen und ist bei der Beschäftigung mit ihr auf Methoden angewiesen, die eher mit denen der Geisteswissenschaften vergleichbar sind (was aber nicht heißt, dass sie nicht belegbar wäre!). Fossilien sind Quellen, genauer Überrestquellen, der Paläontologe untersucht und erforscht sie deshalb in ähnlicher Weise wie ein Archäologe. Und hier liegt jetzt der erste Hund begraben: weil man in den Geisteswissenschaften zweifeln und hinterfragen soll, wird diese Haltung auch bei der Evolutionstheorie eingenommen. Der Kreationist bildet sich eine Angriffsfläche ein.

Wer in der heutigen Zeit aus religiösen Gründen die Evolution leugnet, tut dies meiner Ansicht nach aus nur einem Grund: er will anders sein. Sich von der Masse abheben und gegen den Strom schwimmen. Zu einer besonderen Geuppe gehören. Denn diese Gruppe gibt ihm den emotionalen Halt, den er sich wünscht. Außerdem gewinnt er bei Gesprächen Aufmerksamkeit, und selbst, wenn andere ihm den Vogel zeigen, steht er dabei im Rampenlicht. Das fühlt sich für viele Menschen gut an. Die religiösen Überzeugungen werden trotz ihrer Absurdität, derer sich der Kreationist durchaus bewusst sein kann, auch mehr und mehr zu einem Teil seiner Identität. 

Und seine Identität verteidigt man: das geht bei der Kultur und Religion los und hört bei favorisierten Fußballvereinen oder Musikgruppen auf. Der Versuch, den Kreationisten von seinem Falschliegen zu überzeugen, ist deshalb immer aussichtslos: er ist nämlich bereits überzeugt. Wer etwas gegen die Überzeugung sagt, greift nun die Identität ses Kreationisten an und er schaltet nicht auf Aufnahme (um die Armente, die er ja eigentlich auch bereits kennt, anzuhören), sondern auf Wiedergabe. Die Lautstärke wird voll aufgedreht, um das missionarische Gewäsch, welches er sich für einen solchen Fall bereitgelegt hat, abzuspulen. Der Kreationist schert sich nicht darum, wie lächerlich er sich macht, denn er ist ja überzeugt, das Richtige zu tun, und er genießt auch die Aufmerksamkeit, die er gerade hat. Sein Gott sieht ihm ja dabei zu, wie er als treues Schäfchen gegen ein Rudel ungläubiger Wölfe ankämpft, was ihm sicher einige Pluspunkte auf dem Ticket ins Paradies einbringt.

Dehalb können die Diskussionen mit religiösen Fundamentalisten auch so hässlich werden: wenn man mit Argumenten irgendwann nicht weiterkommt, müssen eben Drohungen ("Wir werden ja sehen, was am jüngsten Tag mit dir passiert") und auch Beleidigungen herhalten. Dass dies nicht im Sinne der Bibel und auch keineswegs christlicher Ethik entspricht, kann dann getrost ignoriert werden.

Ich komme zu dem Schluss, dass Fundamentalsten egal welcher Religion auf der einen Seite bedauernswert, auf der anderen Seite aber auch verachtenswert sind. Der Kreationist ist zwar aufgrund seiner Überzeugungen zur Erdentstehung nicht gemeingefährlich. Aber kreationistisches Gedankengut kommt ja nicht allein: es ist stets gepaart mit Homophobie, Frauenfeindlichkeit und naturlich Intoleranz von anderen Religionen, ja sogar gegenüber von Angehörigen der eigenen Religion: wenn diese nicht auch ihre Überzeugungen teilen, sind sie eben "falsche Christen". Mir fällt bei dem Begriff "Kreationist" deshalb nur das Wort "erbärmlich" ein. Und als gläubiger Christ, der lieber der Botschaft der Bibel als stur ihrem Wortlaut folgt, möchte ich mit den Worten schließen: Bitte Herr, erbarme dich diesen Leuten, denn sie wissen nicht, was sie tun.

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Kommentar von matmatmat
28.09.2016, 09:45

obwohl die Evolutionstheorie eine Theorie aus der Naturwissenschaft ist, kann man sie unter Laborbedingungen nicht belegen

Das stimmt so nicht, sowohl im Labor zum Beispiel hier:

https://en.wikipedia.org/wiki/E.\_coli\_long-term\_evolution\_experiment

als auch in Zahllosen Experimenten im Freiland, inklusive Experimenten, die überprüfbare Vorhersagen machen, ist die Evolutionstheorie übrprüfbar.

Kreationistisches Gedankengut ist etwas für Überforderte, die eine "einfache" Erklärung für alles wollen ohne nachzudenken. Für die einen sind es Verschwörungstheorien wie "xyz ist an allem Schuld", für andere ist es "Gottes Wille", immer ist es eine Flucht vor eine komplexer werdenden Welt.

Leider haben wir Religionsunterricht - dargestellt als Fakten wie in Geschichte - ab der 1. Klasse, Evolutionstheorie wenn überhaupt dann so ab Klasse 7 in Bio. Vielleicht würde es den Leuten leichter fallen, wenn sie es früher lernen.

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Ich finde Deine Frage schon falsch gestellt, denn ich GLAUBE NICHT an die Evolutionstheorie .. und auch nicht an Adam und Eva.

Glauben im Sinne einer Wissenschaft existiert nicht. Vielmehr beruft man sich auf nachweisliche Fakten und baut daraufhin ein Theorie-Modell auf, in der die Fakten nahtlos zusammen passen müssen. Alles folgt einer gewissen Logik und muss wissenschaftlichen Kriterien entsprechen. Stellen sich Teile davon als falsch heraus, so wird an der Stelle nachgebessert oder die Theorie als Ganzes verworfen. Wenn mehrere Menschen auf der Welt es überprüfen und unabhängig zum gleichen Ergebnis kommen dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die Theorie richtig ist.

Natürlich muss ich den Wissenschaftlern Vertrauen schenken, weil ich nicht die nötige Fachkenntnis habe. Aber das Vertrauen kann ich nicht gleichsetzen mit dem Vertrauen/Glauben an die Bibel.

Aber in Teilen ist die Evolutionstheorie für mich als Laie nachvollziehbar. Ich kann Exponate in den Museen betrachten, gentechnische Veränderungen anhand von Kreuzungen beobachten und mich mit Genetik beschäftigen. Die Evolutionstheorie folgt einer gewissen LOGIK, die ich im Glauben an die Bibel nicht erkenne.

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Eines muss ich diesem Thread hier lassen.

Ich habe noch nie hier bei GF so geballtes, fundiertes, wissenschaftlich belegbares und logisch nachvollziehbares Wissen gesehen, und gleichzeitig so viel geballten religiös verblendeten und pseudowissenschftlichen, jeder Logik entbehrenden Schwachsinn.

DANKE an alle Antwortenden


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Kommentar von MarkusKapunkt
27.09.2016, 00:08

Und man weiß nicht, ob man applaudieren oder in Tränen ausbrechen soll. 

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Kommentar von lassesdoch
27.09.2016, 11:54

Da habe ich meine Frage ja gut gestellt :)

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Die Schöpfuungsgeschichte ist ein grandioser Mythos, ein Gleichnis. Aber das heißt nicht, dass man sie wörtlich nehmen muss. Das tun nicht mal der Papst und seine Kardinäle. Die Kirche hat die Evolutionstheorie längst anerkannt. Genauso wie die Tatsache, dass die Erde um die Sonne kreist und nicht umgekehrt.


dass in laufe der Jahrtausende man sich immer weiter entwickelte?


Ne, nicht in Jahrtausenden, sondern seit ca 3,5 Milliarden Jahren.


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Solange Menschen weiterhin denken, man würde an wissenschaftliche Theorien "glauben", macht eine Diskussion darüber wenig Sinn.

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An die Evolution glaubt man nicht - sie ist nachvollziehbar - und an "Adam + Eva" als Fakt glaubt man nur wenn man bescheuert ist.(oder Kinder, die es nicht besser wissen können)
Ich denke - wirklich an A+E (einschl. der Erzählung zur Schöpfung) glaubt keiner wirklich.
Es gibt zwar Menschen, welche meinen, sie müßten daran glauben, weil sie glauben, die Schriften seien "Wort Gottes". Sie zwingen sich irgendwie zu "glauben", stärken  gegenseitig mit Gleichgesinnten ihren (nicht vorhandenen !) Glauben - also ziemlich bedauernswerte Typen.
Mit Christentum hat dies nichts zu tun, ist irgendwie eine "Bibel-Glauben-Zwangsneurose".
Deine Frage ist so eigentlich völlig überflüssig - auch wenn sie hier auf der Plattform alle 10 Tage (i.M.) gebracht wird - es sei denn, du willst hier eine Hetze lostreten gegen Religion und die Bibel an sich.
Dies wäre dir hier gelungen.

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Kommentar von danhof
26.09.2016, 13:21

Reichlich überheblich. "Bibel-Glauben-Zwangsneurose"...

Milliarden Menschen ruckzuck diagnostiziert. Dr. House wäre stolz auf dich. Oder der Herr Freud.

also ziemlich bedauernswerte Typen

Danke, geht schon.

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Da gibt es nicht zu glauben. Evolution ist eine Tatsache.

Evolutionstheorie ist wie Gravitationstheorie. Du darfst gerne "nicht an die Gravitationstheorie glauben", nur - wenn du aus dem Fenster springst, knallst du trotzdem unten auf. Weil Gravitation, ganz wie Evolution, keine Glaubensfrage, sondern Tatsache ist.

"Adam und Eva" ist hingegen ein Märchen, genauer, ein Mythos (also ein religiöses Märchen mit symbolischer Bedeutung).

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Kommentar von MarkusKapunkt
26.09.2016, 12:30

Für die Evolutionstheorie gibt es genau genommen sogar mehr wissenschaftliche Belege als für die Gravitationstheorie. Das einzige Problem, was die "Glaubwürdigkeit" der Evolution einschränkt und eine Angriffsfläche für die kreationistischen Leugner (ich hätte dieses Wort eben fast mit Ü geschrieben...) bietet, ist schlicht und ergreifend der unvorstellbare Zeitraum, in welchem Evolution "passiert". Einen Kreationisten kann man aus dem Fenster werfen, um ihm in wenigen Sekunden zu beweisen, dass die Gravitationstheorie stimmt. Aber man kann Evolution nicht im Labor ablaufen lassen, weil es Jahrmillionen und viele Generationen bräuchte, un dem Kreationisten die Evolution zu beweisen. 

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Kommentar von Karl37
26.09.2016, 13:55

Du bist ein wenig auf dem Holzweg

Damit eine Theorie den Status "Theorie" abgeben kann und gesichertes Wissen darstellt, sind zwei Vorgänge notwendig die man verifizieren und validieren nennt.

Das trifft noch nicht auf die ET zu, daher bleibt es beim Ausdruck Theorie.

Die Gravitationstheorie kann man validieren und sich z.B. eine Gravitationswaage bauen.

Die Evolutionstheorie ist mit zwei Namen verbunden, einmal Darwin und Lamarck. Es geht hier zu weit dir den Unterschied aufzuzeigen. In den letzten Jahren glaubte jeder an Darwin und Lamarck wurde verteufelt, allerdings in den letzten Jahren mit dem Fortschritt der Mikrobiologie findet Lamarck vermehrt Anerkennung.

Es könnte also durchaus die ET nach Darwin ad acta gelegt werden und man nimmt das Modell von Lamarck wieder an.

Der Unterschied zwischen beiden scheint marginal zu sein, ist aber bei näherer Betrachtung erheblich.

Darwin beschreibt den Evolutionsdruck mit dem "Recht des Stärkeren".
Lamarck benennt die Erfahrungswerte, die weitergegeben werden.

Die Zukunft könnte aber auch eine Mischung beider Theorien sein.

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Die Menschen sind wie kleine Kinder, sie sind neugierig und
wollen alles erklärt wissen.


Das zu einer Zeit wo der Mensch weder lesen, schreiben und sonst kaum etwas wusste.

So entstand das Märchen von Adam und Eva, eine Geschichte die man leicht erzählen kann und unwissenden Dummköpfen in etwa die Entstehung des Lebens erklärt.

Wer heute ernsthaft noch an solche Entstehungsgeschichten
glaubt ist nicht von dieser Welt, oder hat die Intelligenz eines Kindes.  :-)

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Kommentar von danhof
26.09.2016, 10:43

Klasse, da geht's wieder ganz schnell los mit Herabwürdigungen. "Intelligenz eines Kindes".

Wenn man sich einer Sache so sicher wäre, bräuchte es diese herablassende, offenbar von Zweifeln und Unsicherheit durchsetzte Arroganz doch eigentlich gar nicht, oder?

Zum Glück arbeiten seriöse Wissenschaftler da ganz anders...

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Schwierige Frage an was soll man Glauben?

Das ein Gott, für dessen Existenz es keinerlei Indizien gibt, zwei Menschen erschaffen hat und diese dann durch Genarationen des Inzestes die Gesamte Menschheit gezeugt haben, oder an eine Theorie, die von jedem ernstuznehmenden Naturwissenschaftler als Fakt angesehen wird und die durch eine vielzahl von Belegen gestüzt wird.

Jeder Mensch der in der Lage ist Rational zu denken stellt die Evolutionstheorie über den Schöpfungsmythos, wer es nicht tut verleugnet die Realität.

Zudem möchte ich dir sagen das selbst unter Christen, nur noch ein sehr kleiner Anteil an den Schöpfungsmythos glaubt. Die meisten sehen Ihn inzwischen als Metahper an und nicht als historischen Text.

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Kommentar von Dahika
26.09.2016, 11:34

nicht mal der Papst nimmt die Schöfpungsgeschichte wörtlich.

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Ich sage immer gezielt provokant "Die Bibel ist ein Märchenbuch".

Vor 2000 / 3000 Jahren wussten die Menschen noch nichts über Evolution.
Da der Mensch aber immer eine Erklärung für alles sucht wurde mit der Geschichte von Adam und Eva eine Erklärung geschaffen mit denen die Menschen dann auch zufrieden waren.
Die Schöpfungsgeschichte der Bibel hat auch einen wahren Kern, denn wie wie heute wissen war am ANfang erstmal nüscht, und dann entstanden nach und nach die Sonne, unsere Erde, auf der gab es irgendwann Wasser, und nach und nach entwickelte sich das Leben.
Jetzt kann sich der Mensch in seinem begrenzten Verstand allerdings nicht einen Zeitraum von milliarden Jahren vorstellen. Unser Zeitgefühl umfasst ziemlich genau eine Woche, schon bei zwei Wochen wird es schwierig.
Also hat man beim Erklärungsversuch eine Woche zugrunde gelegt, damit konnten die Menschen damals was anfangen.

Man darf die Bibel nicht wörtlich nehmen!! Sie ist ein ganz gutes Buch, und vor allem die Geschichten von Jesus sind gar nicht mal übel...
Aber selbst Jesus spricht überall von Gleichnissen!

Leider gibt es Menschen, die die Bibel absolut wortwörtlich nehmen. Da kann man so viel mit Tatsachen kommen wie man will, die sind so verblendet in ihrem Wahn...

Evolution findet tagtäglich um uns herum statt. In den letzten hundert Jahren sind die Menschen im Schnitt ich glaube über 7cm gewachsen und werden wesentlich älter. Das ist eine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen mit besserer Ernährung und medizinischer Versorgung. Unser Wissen steigt von Tag zu Tag.

Und man muss ich nu mal sen eigenen Körper anschauen.. 100 Billionen Zellen! Und schaut mal an wie ihr euch im Laufe der Jahre verändert habt! Schaut mal alte Fotos an! Und das kommt duch Veränderungen in den Zellen selbst!
Und dann schaut mal aus dem Fenster, wieviele Billiarden lebendige Zellen man dort "sieht". Und rechnet das hoch auf die ganze Erde... das sind Zahlen die übersteigen unsere Vorstellungskraft bei weitem.

Aber da oben sitzt ja ein alter Mann mit weißem Bart auf einem goldenen Thron, der zu ein paar Zellen dann sgt "So, ihr werdet jetzt mal einer eitrigen Entzündung.. und du da hinten bitte mal zu einer Krebszelle!"

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Kommentar von DerOnkelJ
26.09.2016, 09:30

Ich drücke mich mal noch ein wenig anders aus...
Ich habe IT-Fachleute ausgebildet, und es gibt einige Vorgänge in einem PC die sind ziemlich komplex. Damit man die verstehen kann habe ich das Ganze dann versucht anschaulich darzustellen, mit Worten wie "Der Prozessor guckt dann mal nach wer da jetzt klingelt..". Nein, da drückt keiner auf einen Klingelknopf und es steht auch keiner vom Sofa auf und schaut am IRQ-Pin nach wer da steht... Aber so lässt es sich eben erklären.

Und anders ist die Geschichte in der Bibel auch nicht zu verstehen. Es sind Vergleiche, Geschichten um einen komplexen Vorgang einfach zu erklären.
Und das darf man niecht wortwörtlich nehmen.

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Kommentar von danhof
26.09.2016, 10:25

cm gewachsen und werden wesentlich älter. Das ist eine Anpassung an veränderte Lebensbedingungen mit besserer Ernährung und medizinischer Versorgung

Ja, aber das hat ja doch nichts mit Evolution zu tun, oder?

Wenn ich meine Erdbeeren gut dünge, dann wachsen sie eben besser.

Und schaut mal an wie ihr euch im Laufe der Jahre verändert habt!

Auch das hat m.E. nichts mit Evolution, sondern mit Alterung zu tun.

und nach und nach entwickelte sich das Leben

Genau das ist der Punkt, der die Welt so spaltet und die Emotionen in den Diskussionen immer so schnell hochkochen lässt, weil es ans Eingemachte, ans eigene Weltbild geht.

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Kommentar von realsausi2
26.09.2016, 12:36

In den letzten hundert Jahren sind die Menschen im Schnitt ich glaube über 7cm gewachsen und werden wesentlich älter.

Das sind eher keine evolutionär relevanten Veränderungen, sondern resultiert aus den kulturell bedingten Lebensumständen.

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Wo ist zwischen der Evolutionstheorie und "Adam und Eva" ein Widerspruch. Selbst die christlichen Kirchen anerkennen die ET und Adam und Eva stehen als Synonyme für die ersten Menschen, keineswegs für Einzelwesen.

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Kommentar von KaeteK
26.09.2016, 13:17

Nicht das. was die sogenannten christlichen Kirchen lehren ist richtig, sondern was Gottes Wort dazu sagt. lg

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Kommentar von Meatwad
26.09.2016, 23:16

Selbst die christlichen Kirchen anerkennen die ET und Adam und Eva stehen als Synonyme für die ersten Menschen, keineswegs für Einzelwesen.

Dann sollten sie diese Erkenntnis ihren Mitgliedern vielleicht ein wenig deutlicher vermitteln. Das ist in vielen Teilen der Welt noch nicht so ganz angekommen.

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Die Evolutionstheorie ist eine der am besten durch Beweise und Fakten fundierten Theorien überhaupt, wenn nicht sogar DIE am besten bewiesene. Nicht an sie zu glauben, also sie grundlos zu verweigern ist als würde man nicht an Steine oder den Boden glauben.

Der Schöpfungsmythos hingegen ist eine der am besten widerlegten und ad absurdum geführten biblischen Geschichten die es gibt, wenn nicht sogar DIE am besten widerlegte Geschichte. Daran zu glauben ist als würde man an den Weihnachtsmann, das fliegende Spaggethimonster, rosafarbene unsichtbare Einhörner oder Gott glauben.

Wer heute, im 21. Jahrhundert noch Märchen und Mythen, die von bronzezeitlichen Schaf-und Ziegenhirten erfunden wurden, welche weder lesen noch schreiben konnten und die Erde für eine Scheibe hielten, den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrhunderte vorzieht, der sollte sich besser fernab moderner Gesellschaften in eine Lehmhütte zurückziehen.

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Kommentar von OnkelSchorsch
26.09.2016, 12:50

Der Schöpfungsmythos hingegen ist eine der am besten widerlegten und ad absurdum geführten biblischen Geschichten die es gibt, wenn nicht sogar DIE am besten widerlegte Geschichte.

Ja. Sogar in der Bibel selbst finden sich zwei sich widersprechende Schöpfungsgeschichten. Man muss schon sehr, äh, sagen wir mal sonderbar, sein, um da überhaupt an "die" Schöpfungsgeschichte zu glauben, wenn sogar die Bibel zwei davon hat.

Aber Kreationsten haben halt einen an der Waffel.

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Die Evolution gibt es, und es wäre unsinnig, dies abstreiten zu wollen.

Doch es gibt bezüglich des Menschheitsursprung auch noch andere gleichwertige Hypothesen, die gegenwärtig weder beweisbar noch widerlegbar sind.

Soweit es die Bibel betrifft, ist maßgeblich, aus welchem Weltbild heraus man die Schöpfungsgeschichte liest. Am wenigsten dürfe das von den christlichen Kirchen verkündete Weltbild sein.

Betrachtet man "Gott" aber als Geist im Sinne von Eingebung und Erkenntnis, dann könnte die Schöpfungsgeschichte der Bibel auch eine Mischung aus afrikanischem Urwaldglauben (Erschaffung aus Lehm) und dem Aufkommen erster ethischer Gesellschaftsnormen im Zusammenhang mit den Anfängen von Ackerbau und Viehzucht sein.

Definiert man den Menschen alleine nach ethischen Gesichtspunkten, dann wären alle, die nicht dieser Norm entsprechen, Nicht-Menschen, bzw. solche, die von der Norm abfallen, wären dann als ethisch definierter Mensch tot.

Ebenso gleichwertig ist aber auch die Hypothese von Erik von Däniken, daß die Schöpfer möglicherweise Außerirdische waren. Aber auch dann wäre die Sache mit Adam und Eva eine Mischung aus afrikanischem Urwaldglauben und überlieferten Geschichten aus der Sicht und dem Erkenntnisstand der damaligen Menschen.

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Kommentar von CalicoSkies
26.09.2016, 22:27

Evolution ist aber keine Hypothese, sondern eine wissenschaftliche Theorie - und diese ist zahlreich belegt, ganz im Gegensatz zu dem abstrusen Gedanken von Däniken :)

Es ist daher absolut nicht gleichwertig - und eine wissenschaftliche Theorie ist widerlegbar (bzw. falsifizierbar) aber eben nicht beweisbar, sondern nur belegbar - so funktionert Naturwissenschaft.

Die Gedanken bezüglich der historisch-mythologischen Enstehung des Schöpfungsmythos sind aber relativ interessant.

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Ich glaube weder an einen allmächtigen Schöpfergott, noch an eine aktive Schöpfung durch irgendein höheres Wesen. Diese Vorstellung wirft meiner Meinung nach mehr Fragen auf, als sie zu beantworten.

Wissenschaftliche Ansätze sind aus meiner Sicht rationaler und können auch durch Forschungsergebnisse stets erweitert und dem neusten Kenntnisstand angepasst werden. Gibt es neues Wissen, integriert die Wissenschaft diese Erkenntnisse.

Religiöse Vorstellungen sind dagegen häufig eine Art Ideologie, die man zwar in der Regel interpretieren, aber nicht gänzlich verwerfen darf. Dadurch geraten insbesonders sehr konservative Gläubige mitunter in Erklärungsnot.

Einerseits ist die jeweils heilige Schrift angeblich eine göttliche Offenbarung, andererseits sind Aussagen aus Bibel, Quran und Co teilweise wissenschaftlich unhaltbar, oder widersprechen sogar gesichertem Wissen.

Gerade bei wörtlicher Auslegung gibt es dann häufig nur noch die Möglichkeit zu behaupten "die Wissenschaft lügt" - oder man ist eben liberaler und zieht eine kreative Interpretation der religiösen Lehre heran.

Aus diesen Gründen erscheinen mit wissenschaftliche Ansätze zur Entstehung der Welt, des Lebens und der verschiedenen Lebewesen als deutlich wahrscheinlicher, im Vergleich zu religiösen Lehren.

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Kommentar von DerOnkelJ
28.09.2016, 10:44

Sehr höflich zurückhaltend aber dennoch fundiert und logisch.

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Adam und Eva stimmt ja nicht mal. Die erste Frau von Adam war die Lilith.....;)

Da ist die Evolutionsgeschichte doch naheliegender....

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Kommentar von thetee99
26.09.2016, 08:47

War Lilith nicht was anderes, als ein Mensch? Entweder war es ein Dämon/Hexe o.ä. oder es sollte methaphorisch ein kompletter Mensch sein, Adam und Eva (Mann und Frau) wären dann zwei Seiten einer Medaille und könnten nur gemeinsam Perfektion erreichen, aber keiner einzeln. So ähnlich zumindest....

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Kommentar von danhof
26.09.2016, 10:31

Lilith? Wo steht denn das in der Bibel?

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Kommentar von OnkelSchorsch
26.09.2016, 12:09

Die erste Frau von Adam war die Lilith

Nein. Das ist nur ein modernes Märchen, das im Zuge des Feminismus der 60er und 70er Jahre entstand und auf einer jüdischen Fantasiegeschichte aus dem Mittelalter basiert, wenn auch nur lose.

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Bei Adam und Eva gibt es zu viele Widersprüche. Sie bekamen zwei Kinder, noch dazu Söhne. Davon brachte einer den anderen um. Wie soll es da weitergehen ? Durch Inzucht ?

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Kommentar von DerOnkelJ
26.09.2016, 09:19

Und woher kamen die Mädels die sie dann geehelicht haben und mit denen sie nachkommen bakeman. Also muss es noch andere Menschen gegeben haben außer den beiden.. und wo kamen die her?

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Kommentar von Sturmwolke
26.09.2016, 17:15

Adam und Eva waren vollkommen und mit dem ausdrücklichen Auftrag geschaffen worden, die Erde zu füllen. Diesem Gebot Gottes nachzukommen, war selbstverständlich erlaubt und zunächst ohne gesundheitliche Folgen.

Adam und Eva bekamen Söhne und Töchter. Kain hat also entweder eine Schwester oder eine Nichte geheiratet (s. 1. Mose 5:3-5).

Da Adam und Eva aber gegen Gott rebellierten, verloren sie ihre
Vollkommenheit und ihre Kinder degenerierten nach und nach immer mehr.

Das Verbot, mit nahen Verwandten zu schlafen, wurde ein Bestandteil des mosaischen Gesetzes (s. 5. Mose Kapitel 18), das ca. 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung erlassen wurde und schützte die Israeliten vor den Folgen von Inzucht.

Etwas ausführlicher in der hilfreichsten Antwort hier:

https://www.gutefrage.net/frage/wen-heirateten-kain-und-abel#answer-38207862

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Das kommt darauf an, unter welcher Fragestellung. Bin ich theologisch-anthropologisch interessiert, dann Adam und Eva. Frage ich naturwissenschaftlich, dann Evolutionstheorie.

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Kommentar von realsausi2
28.09.2016, 13:43

Anthropologie ist die Wissenschaft vom Menschen. Das geht eher nicht in Einklang mit Theologie.

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Irgendwie stimmt beides.

Die Geschichte um Adam und Eva aus der Bibel, ist wie das meiste aus der Bibel eine Metapher und steht für etwas anderes. Es geht viel mehr darum, wie der Mensch sein natürliches, tierrisches Dasein hinter sich lässt, vom Apfel der Erkenntnis isst und sich den Widrigkeiten der Welt stellt... uvw.

Für Evolution gibt es stichhaltige Beweise und auch Beobachtungen. Wir sehen wie sich manche Arten ihrer Umgebung anpassen und Arten, die das nicht tun, aussterben. Das sollte kein Thema sein.

Aber ein Aspekt der Adam und Eva Geschichte, dass wir Menschen gemeinsame Vorfahren haben, ist ja auch richtig. Wenn jeder seinen Stammbaum weit genug zurückrechnet, wird er festellen das alle Menschen auf der Welt miteinander Verwandt sind ;)

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Kommentar von OnkelSchorsch
26.09.2016, 12:57

Evolutionsbiologen haben dies sogar mittlerweile recht genau herausgefunden.

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Kommentar von SturerEsel
27.09.2016, 10:22

Wenn diese Geschichten aus der Bibel als "Gleichnisse" herhalten sollen, dann mag das so sein. Stichwort: Sintflut. Mit Sicherheit gab es auch damals schon Tsunamis, die weite Teile des Festlandes überschwemmt haben.

Nun folgt aber der Umkehrschluss: Was haben wir nur böses getan, dass Gott uns so straft? Unter uns leben einige Sünder, die werden wir mal am nächsten Baum aufhängen!

Ist es nicht eine schöne Märchengeschichte, dass sich nun ein Mann aufmachte, den Planeten zu retten?

Das Problem war und ist, dass viele Menschen dies wörtlich nehmen und eben nicht als Gleichnis oder Metapher.

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