Sind die Reichen reich, weil die Armen arm sind?

17 Antworten

Grundsätzlich stimmt das, weil Reichtum einzelner meist darauf beruht, Einkommen, das andere erwirschaften, diesen zum Teil vorzuenthalten.

Andererseits ist dieses sozialistische Theorem polemisch und zu einfach.

Der Unterschied zwischen arm und wohlhabend ist eher das vorhandensein von Fachkenntnissen sowie unternehmerischem und monetärem Wissen und Risikobereitschaft. Oder eben dessen Fehlen.

Natürlich tut sich jemand, der die entsprechende Bildung, Einstellung sowie ein Grundkapital vom Elternhaus mitbekommt leichter, reich zu werden oder zu bleiben.

Andererseits kann jeder, der sich bildet (Schule ist hierzulande kostenlos) und eine gefragte Fähigkeit oder einen gefragten Beruf erlernt, ohne viel Eigenkapital ein Unternehmen gründen und Wohlstand erlangen, oder zumindest in ein Arbeits- oder Angestelltenverhältnis gelangen, in dem man ein gutes Auskommen hat. Wer nichts zu bieten hat, kann auch nichts fordern.

Dieses ständige Gejammer nach dem Motto "Ich habe zwar nie etwas geleistet, aber die Anderen/der Staat/die Gesellschaft ist schuld, daß ich arm bin" geht mir auf den Senkel.

Hier ist ja schon eine Neiddebatte zu erkennen, sollte es jemanden in der DDR besser gegangen sein, auch nach den Grundsätzen, warum das so ist.

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Genau so. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie. Trotzdem Druckermeister und BWL studiert. Gut verdient und komme gut klar.

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Auch das ist zu einfach. Ein Sänger oder Fußballspieler ist nicht wegen Fachwissen reich und auch nicht weil andere Arm sind. Sondern weil er eine Minderheit ist auf die eine Mehrheit steht.

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Ja, weil Reichtum nicht auf der eigenen Arbeit beruht, sondern auf der Ausbeutung fremder Arbeit.

Die Gesellschaft ist grundsätzlich gespalten in diejenigen, die kein Kapital besitzen und für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen und damit mal besser, mal schlechter hinkommen; und die diejenigen, die genügend Kapital besitzen, um andere für sich arbeiten zu lassen und dadurch Reichtum anzuhäufen. Diese Gruppen sind Klassen, und zwar die Klasse der Lohnarbeiter und die Klasse der Kapitalisten.

Die Arbeit der Lohnarbeiter schafft den Reichtum, aber angeeignet wird er durch den Kapitalisten, der davon den Lohn seiner Arbeiter, seinen eigenen Konsum und Investitionen für weiteres Wachstum finanziert. Der Kapitalist kann also nur reich sein und immer reicher werden, weil die Lohnarbeiter arm und deshalb abhängig von seinen Arbeitsplätzen sind, auf denen sie von ihm weiter ausgebeutet werden.

Weder ist also Armut selbstverschuldet, noch basiert Reichtum auf der eigenen harten Arbeit (sondern auf fremder harter Arbeit). Ein Rechenbeispiel: Elon Musk besitzt etwa 244 Milliarden US-Dollar, oder ausgeschrieben 244.000.000.000 $, die Hälfte der US-Amerikaner besitzen weniger als 90.000$. Musks Vermögen ist das 2.711.111-fache dieses Wertes.

Musks stündliches Einkommen wird auf 16.300.000 $ geschätzt, der Mindestlohn in den USA beträgt 7,25 $, der Durchschnittslohn 20,15 $. Liberale wollen uns also glauben machen, dass Musk 2.248.275-mal produktiver arbeitet als einer seiner Angestellten auf Mindestlohn und 808.933-mal produktiver als der durchschnittliche US-Amerikaner und trotzdem noch Zeit findet, Unsinn auf "X" (ehemals Twitter) zu schreiben?

Laut Bloomberg war Musk auch der erste Mensch, der mehr als 200.000.000.000 $ verloren hat. Sein Geld verdankt er also offensichtlich auch keinem guten Geschäftssinn, sondern er ist einfach so reich, dass er auch solche extrem risikoreichen oder unklugen Unternehmungen sich leisten kann.

Wie kam Elon Musk eigentlich zu seinem Startkapital? Sein Vater besaß Smaragdminen in Apartheidssüdafrika, und Musk ging auf eine von den Armen und Farbigen abgeschirmte Privatschule.

Musk ist nur ein Beispiel, weil er so prominent ist, und das ist auch keine reine USA-Problematik. Der reichste Deutsche, Dieter Schwarz, ist der Besitzer von Lidl und besitzt mit etwa 50.000.000.000€ etwa ein Fünftel von Musks Vermögen. So reich wird man nur durch die Ausbeutung fremder Arbeitskraft, und dafür braucht man schon vorhandenes Kapital, z.B. von reichen Eltern, reichen Gönnern oder durch einen Kredit, für den man allerdings kreditwürdig, also reich sein muss.

Die Arbeit der Lohnarbeiter schafft den Reichtum, aber angeeignet wird er durch den Kapitalisten, der davon den Lohn seiner Arbeiter, seinen eigenen Konsum und Investitionen für weiteres Wachstum finanziert. Der Kapitalist kann also nur reich sein und immer reicher werden, weil die Lohnarbeiter arm und deshalb abhängig von seinen Arbeitsplätzen sind, auf denen sie von ihm weiter ausgebeutet werden.

Warum sparen dann nicht die Arbeiter und kaufen sich davon Vermögenswerte, dann würde die gleiche Dynamik ja für sie genauso gelten. Man könnte unsere Renten auch kapitalgedeckt gestalten, komischer weise wird dies von allen linken Parteien bekämpft.

Weder ist also Armut selbstverschuldet, noch basiert Reichtum auf der eigenen harten Arbeit (sondern auf fremder harter Arbeit).

Wiederum basiert der Lohn der fremden Arbeit auf dem eingesetzten und riskierten Kapital des Kapitalgebers. Was ist der Arbeiter ohne Fabrik? Der Arbeitnehmer wird im Konkursfall nur seinen Job verlieren, der Kapitalgeber verliert sein Vermögen, wenn wie so oft mit Kredit finanziert sogar noch mehr als das. Wenn der Arbeiter etwas auf der Arbeit kaputt macht, so ist es nicht sein Schaden, sondern der des Kapitalgebers. Der Arbeiter ist limitiert was seine Einkünfte angeht, aber auch limitiert in seinem Risiko.

Musks stündliches Einkommen wird auf 16.300.000 $ geschätzt, der Mindestlohn in den USA beträgt 7,25 $, der Durchschnittslohn 20,15 $. Liberale wollen uns also glauben machen, dass Musk 2.248.275-mal produktiver arbeitet als einer seiner Angestellten auf Mindestlohn und 808.933-mal produktiver als der durchschnittliche US-Amerikaner

Nein, Liberale kennen nur den Unterschied zwischen Kapitaleinkommen und Arbeitseinkommen. Elon Musk hat sein Kapital der Art effizient eingesetzt, dass er Produkte baut, die anderen Menschen der Art viel Mehrwert liefern, dass sie bereit waren ihm gutes Geld dafür zu zahlen. Er war der Jenige der das Bezahlen im Internet revolutioniert hat und massive Potentiale im E-Commerce gehoben hat, er hat moderne Elektroauto überhaupt erst möglich gemacht hat, Musk hat mit seinem Starlinksystem weltweiten Internetzugang ermöglicht, er ist es der wohlmöglich die Menschheit auf den Mars bringen wird.

Natürlich war er das nicht alleine, aber wenn sein Zutun nicht entscheidend war, warum haben die Ingenieure bei Daimler nicht das erste E-Auto gebaut? Warum ist OHB nicht auf dem Weg zum Mars? Wieso hat die Commerzbank nicht das Online-Bezahlen erfunden?

Komplexe Strukturen wie Unternehmen brauchen gute Führung und Risikokapital, also Unternehmer die eigenverantwortlich handeln und bereit sind ihr eignes Geld zu riskieren. Nach seinem Exit bei PayPal hätte sich Musk einfach zur Ruhe legen können, hat er aber nicht. Er hat SpaceX gegründet und wäre mehrfach fast pleite gegangen. Es gab mehrfach Situationen, wo er alles hätte verlieren können. Seine Mitarbeiter wären lediglich ohne Arbeit gewesen. Trotzdem hat er alles riskiert.

Laut Bloomberg war Musk auch der erste Mensch, der mehr als 200.000.000.000 $ verloren hat. Sein Geld verdankt er also offensichtlich auch keinem guten Geschäftssinn

Genau hier liegt der Denkfehler. Du glaubst es ist schlechter Geschäftssinn Geld in risikoreiche Projekte zu stecken und war es, der die ersten kompetitiven E-Autos baute und für Internet in Afrika sorgte. Typisch Deutsch achtest du nur auf sein Scheitern. Er schafft Mehrwert, du schaffst Neid. Wahrscheinlich profitierst du sogar indirekt durch die gewaltigen Benefits des E-Commerce, wahrscheinlich bezahlst du selber online, nimmst es aber für selbst verständlich wahr. Damit aber innovative Produkte überhaupt erst existieren können, muss am Anfang ein Unternehmer mit einer Idee, Kapital und Können geben.

Wie kam Elon Musk eigentlich zu seinem Startkapital? Sein Vater besaß Smaragdminen in Apartheidssüdafrika,

...und besaß deutlich weniger als Millionen von anderen reichen Menschen. Warum sind die nicht alle reicher als er, wenn doch Kapital der ausschlaggebende Punkt ist? Warum verleirt ca. 1/3 aller Erben ihr Vermögen? Er hatte dafür keinen emotional zugänglichen Vater und diverse Schicksalsschläge in seiner Biographie.

und Musk ging auf eine von den Armen und Farbigen abgeschirmte Privatschule.

Gute Bildung ist nichts was man einen Menschen neiden sollte. Er war Opfer seiner Umstände und hat das beste daraus gemacht.

Unternehmer wie Elon Musk sind nicht der Grund warum andere Arm sind. Ganz im Gegenteil, sie sind der Grund warum wir nicht in sozialistischer Armut leben und die reichsten Menschen der Erdgeschichte sind. Es gibt aber tatsächlich Prozesse, die dazu führen, dass Menschen ausgebeutet und verarmt werden. Dies geht aber über eine simple linke Gut/Böse Weltanschauung hinaus. Man muss sich in der Tiefe mit unseren Geldsystem beschäftigen. Wenn du das möchtest, dann fang hier mir an:

https://www.youtube.com/watch?v=RFSBWrAllzw

https://www.youtube.com/watch?v=QIZe-20JBtQ

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Musks stündliches Einkommen wird auf 16.300.000 $ geschätzt

Das kommt raus, wenn man den Wert seine Unternehmensbeteiligungen mit einem Einkommen gleichsetzt und das dann auf eine Stunde runterrechnet. Das zu machen ist aber völliger Blödsinn.

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Ja, wenn alle gleich viel geld hätte, wären sie nicht reich sondern normal wohl-habend.

Aber Heutzutage sind selbst die armen reicher als die normalen im mittelalter, damals hat man noch seine bettwäsche und kleidung an seine kinder vererbt. Heutzutage kaufen die leute jedes jahr zwei neue paar schuhe, damals hat man sich vielleicht alle 20 jahre mal schuhe gekauft.

Das liegt daran, dass wir in einem, Verhältnismäßig, starken wirtschaftlichen Land leben, wodurch der Wohlstand generell ansteigt

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@Mortonius69K

Selbst in afrika ist man im schnitt wohl wohlhabender als im europäischen mittelalter. Zumindest in der größeren städten.

Und die armen in europa sind wohl auch noch reicher als einige reiche in afrika.

Und, bedenke, vor 1000 jahren waren die leute in afrika noch ärmer als die leute hier in europa.

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@jort93

Natürlich, weil in Afrika, seit dem Mittelalter, auch die Wirtschaft gewachsen ist. Ist doch logisch

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@Mortonius69K

Ja dann liegt es ja offensichtlich nicht daran dass wir in einem wirtschaftlich starken land leben, wenn es in afrika in einem wirtschaftlich nicht starkem land, genau so ist.

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@jort93

Hä? Du kannst doch nicht den europäischen Lebensstandard mit dem afrikanischen gleichsetzen. Das ist alleine, auf Grund historischer Ereignisse, nicht möglich. Und dennoch hatte Afrika ein wirtschaftliches Wachstum in den letzten Jahrzehnten während Europa eines seit fast 200 Jahren hatte.

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@Mortonius69K

Es geht nicht um den europäischen mit dem afrikanischen zu vergleichen, sondern heute, mit vor 1000 jahren. Du vergleichst europa mit afrika, ich habe das nie getan.

Heute lebt man überall besser als vor 1000 jahren. In europa, in afrika, in asien, auch auf der abgelgendsten insel im pazifik.

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 damals hat man noch seine bettwäsche und kleidung an seine kinder vererbt.

Das spricht weniger für Armut, sondern vor allem für die damalige Qualität der handgefertigten Waren. Das Hochmittelalter war reich genug, um eine stetig wachsende Bevölkerung hervorzubringen.

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@woflx

Meinst du wir sind nicht reich genug eine stetig wachsende bevölkerung hervorzubringen?

Das problem ist doch eher das keiner lust hat kinder zu kriegen.

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@jort93

Das stimmt zwar, ist aber weltgeschichtlich gesehen ein Novum, daß Wohlstand nicht mit Bevölkerungswachstum korreliert.

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@woflx

Liegt wohl an der Industrialisierung.

Früher gab es viele Familiebetriebe wo man die Kinder erzogen hat um den Familientrieb fortzuführen. Heute gibt es in jeder Stadt ne Handvoll große Arbeitgeber und das war's.

Um die Altersversorgung müssen sich auch nicht mehr die Kinder kümmern.

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@woflx

Kinderarbeit ist vielleicht auch ein Faktor.

In den Ländern wo es heute noch Bevölkerungswachstum gibt, gibt es oft auch noch Kinderarbeit. Das macht Kinder kriegen auch irgendwo günstiger und attraktiver. Dann muss man sie halt nur ein paar Jahre ernähren bis die arbeiten können.

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Ja, da besteht eindeutig ein signifikanter Zusammenhang! - Während die Bezieher niedriger Einkommen und der so genannte Mittelstand permanent zur Kasse gebeten werden, wissen die Reichen bestehende Schlupflöcher zu nutzen!

Es handelt sich also bei dem Phänomen, dass die Reichen immer reicher - und die armen immer ärmer werden, in erster Linie um ein Verteilungsproblem! Und das ist schon seit Jahrhunderten so, weil in der Politik niemand (mit Ausnahme der Linken) den Mut hat, etwas daran zu ändern! Und diejenigen, die eine hohe Veränderungsbereitschaft an den Tag legen (siehe oben!) gar nicht erst gewählt werden!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Und die Schlupflöcher werden ja oft auch bewusst geschaffen bzw nicht geschlossen obwohl man sie kennt Punkt ich denke nur an die ganzen erbschaftssteuerbefreiungen für Betriebsvermögen und so weiter

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@SapphoD

Nein, das ist kein Unsinn! - Besteuerung funktioniert in unserem Land leider immer noch nach dem "die Kleinen hängt man auf und die Großen lässt man laufen - Prinzip"!

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@stepbaer

hier muss man auch mal über die Sozialabgaben sprechen! Interessant wer die zahlt und bis zu welcher Höhe! ist die nächste ungerechtigkeit

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Nein, so denke ich nicht.

Reichtum oder Armut hat auch etwas mit Bildung m. E. zu tun, wobei beides relativ ist.

Kinder aus debilen und ärmlichen Elternhäusern haben oft nicht die Chance auf Bildung, da sie von ihrem Elternhaus bereits geprägt sind, keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung haben.

Kinder aus gebildeten und gut situierten Elternhäusern werden völlig anders gefördert, es wird auf Bildung geachtet, eventuell durch bezahlte wie auch qualifizierte Nachhilfe eingegriffen, so dass ihre Chancen im Erwachsenenleben von vornherein wesentlich besser sind.

Ich meine, dass es sich viele „arme“ Menschen sehr einfach machen, wenn sie für ihr Dasein den Staat verantwortlich machen.

Um deine Frage adäquat zu beantworten: Nein, die Reichen sind nicht reich, weil die Armen arm sind.