Die Einteilung von Lebewesen (nicht nur Tieren) in Taxa muss nach bestimmten Regeln erfolgen, und wenn diese Regeln nicht beachtet wurden, kommt ein ungültiges Taxon heraus.

Die moderne Taxonomie folgt den Regeln der Kladistik, d.h. gültige Taxa müssen auf Verwandtschaft basieren und alle Nachfahren eines gemeinsamen Vorfahren umfassen. Solche Gruppen nennt man Kladen oder monopyhletische Gruppen.

Daneben gibt es zwei Arten von ungültigen Taxa: erstens paraphyletische Gruppen, die nicht alle Nachfahren eines Vorfahren einschließen (z.B. "Fische", was die Landwirbeltiere ausschließt, oder "Reptilien", was die Vögel ausschließt) und zweitens polyphyletische Gruppen, die nicht näher verwandte Arten zusammenwerfen (z.B. "Würmer", die eigentlich völlig unterschiedliche Tierstämme darstellen).

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Sozialismus ist ein Gegenentwurf zur kapitalistischen Gesellschaft, die heute die gleichen Widersprüche und Probleme aufweist wie vor 100 Jahren. Tatsächlich lässt sich sogar beobachten, dass die ökonomische Ungleichheit weltweit seit den 90er Jahren nach einigen Jahrzehnten der Stagnation wieder rasant ansteigt und inzwischen fast auf dem gleichen Niveau liegt wie zur Jahrhundertwende, hier beispielsweise für einige englischsprachige Industrinationen dargestellt:

https://media.newyorker.com/photos/59095148c14b3c606c103770/master/w_1600,c_limit/chart-03.jpg

Zwar ist es im Gegensatz zu früheren Wirtschaftssystemen, wie dem Feudalismus, prinzipiell möglich, in die herrschende Klasse aufzusteigen, tatsächlich gelingt das aber nur durch große Zufälle und nur einzelnen Personen. Man sollte sich stets vor Augen führen, dass es für jeden von uns wahrscheinlicher ist obdachlos zu werden als Millionär, und weder Armut noch Reichtum sind selbstverschuldet bzw. verdient, sondern hängen vor allem von der sozialen Herkunft ab.

Der Kapitalismus ist in unserem Leben allgegenwärtig. Wer lohnabhängig ist, verkauft ein Drittel seiner Lebenszeit an einen Arbeitgeber, um sich von dem erhaltenen Lohn das blanke Überleben leisten zu können. Was in der Arbeitszeit getan werden muss, wird dem Lohnabhängigen vorgeschrieben und nicht von ihm entschieden, und der Mehrwert der Arbeit wird an den Arbeitgeber abgegeben, damit er damit seinen Reichtum mehrt.

Ein Lohn, der zum Leben reicht, ist dabei nicht mal eine Selbstverständlichkeit, sondern muss ständig über Gewerkschaftskämpfe neu eingefordert werden, um die Inflation auszugleichen. Knappes Geld, Sorgen über finanziellen Abstieg und Überarbeitung beeinträchtigen die geistige Gesundheit und soziale Beziehungen.

Alle Produkte, die wir konsumieren, wurden hergestellt, um Profit zu erzielen und nicht, um unsere körperlichen und seelischen Bedürfnisse zu stillen. Das reicht von unserem Essen und unsere Kleidung über das Gesundheitssystem bis zu unserer Infrastruktur, die bewusst mangelhaft ist, um z.B. Anreize zum Kauf von Autos zu schaffen. Geräte sind absichtlich so gebaut, dass sie nach ein paar Jahren ersetzt werden müssen, um konstante Gewinne zu garantieren, und neue Trends und Werbung schaffen künstliche und unnötige Nachfrage.

Wenn Grundbedürfnisse dabei gedeckt werden, ist das mehr Zufall als Absicht, denn das höchste Ziel eines Kapitalisten ist Profit. Das führt zu absurden Situationen wie der, dass an einem Ort Leute hungern, während an einem anderen Lebensmittel weggeworfen werden, weil sie sich nicht mehr verkaufen lassen, oder dass manche Leute obdachlos sind, während gleichzeitig absichtlich Häuser leerstehen, um Mietpreise in die Höhe zu treiben.

Dieser Verwertungslogik und der Werbung kann man sich kaum entziehen, denn auch der Kulturbetrieb, öffentliche Plätze und zwischenmenschliche Beziehungen werden zunehmend kommerzialisiert. Durch Lobbyarbeit untergräbt der Kapitalismus die Demokratie und Staatsorgane wie die Polizei existieren in erster Linie, um die Interessen der herrschenden Klasse durchzusetzen.

Auch die Natur ist im Kapitalismus nur eine weitere Ressource, die ausgebeutet werden kann. Umweltkrisen sind unvermeidlich, solange Umweltzerstörung lukrativ ist. Ebenso gibt es im Kapitalismus zwangsläufig Kriege, damit die Kapitalistenklasse eines Landes sich Vorteile gegenüber ihren Konkurrenten in einem anderen Land sichern kann.

Wirtschaftskrisen sind eine logische Folge aus dem unbegrenzten Wachstum des Kapitalismus und seiner kurzfristigen Produktion. Übersteigt die wachsende Produktion die Nachfrage, verfallen die Preise und Gewinne bleiben aus. Die Auswirkungen spüren vor allem die Lohnabhängigen, weil ihre Arbeitsplätze der erste Punkt zum Einsparen sind.

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Ja

Der Mensch kann nicht getrennt von "den Affen" betrachtet werden, weil er selbst eine der mehreren hundert Affenarten darstellt und mit unterschiedlichen Affen unterschiedlich eng bzw. entfernt verwandt ist. Der Schimpanse beispielsweise teilt sich mit dem Menschen mehr Vorfahren als mit Pavianen oder Klammeraffen.

https://www.macmillanhighered.com/BrainHoney/Resource/6716/digital_first_content/trunk/test/hillis2e/asset/img_ch23/c23_fig54.jpg

Und da der letzte gemeinsame Vorfahre von zwei Affenartten immer auch selbst zu den Affen gezählt werden muss, muss auch jeder letzte gemeinsame Vorfahre des Menschen und einer beliebigen Affenart als Affe bezeichnet werden.

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Heute werden Neandertaler und moderner Mensch als zwei unterschiedliche Arten geführt (Homo neanderthalensis und H. sapiens), zwischen denen allerdings Genfluss stattgefunden hat.

Die Ansicht, dass beide Formen Unterarten der gleichen Art sind (Homo sapiens neanderthalensis und Homo sapiens sapiens) gilt hingegen als veraltet, weil sie morphologisch klar unterscheidbar sind und sich beide unabhängig voneinander aus dem Homo erectus entwickelt haben.

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Menschen gehören auch zu den Affen. Bonobos und Schimpansen sind mit den Menschen näher verwandt als mit allen anderen Affenarten, unsere Gattung aus dieser Gruppe herauszulösen und ihr gegenüberzustellen, würde also gar keinen Sinn machen.

Die heutigen übrigen Affenarten sind nicht unsere Vorfahren, sondern haben sich parallel zu uns aus den gleichen Vorfahren entwickelt (die jüngste Trennung, die von der Linie der Schimpansen, liegt 5-8 Millionen Jahre zurück). Die Evolution folgt keiner allgemeinen Richtung, in der ein "Menschenstadium" auf ein "Affenstadium" folgt, sondern die einzelnen Arten entwickeln sich getrennt voneinander, so wie die Zweige eines Baumes getrennt voneinander weiterwachsen.

Solange sie sich in ihren eigenen jeweiligen Nischen behaupten können, wird es auch weiterhin zahlreiche Affenarten neben den Menschen geben.  

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Radikal sein heißt Dinge an der Wurzel zu packen. Wer also die Gesellschaft grundlegend zum Besseren verändern will und nicht nur oberflächliche Änderungen anstrebt, ist damit schon radikal und damit ist auch klar, dass Radikalismus an sich nicht gut oder schlecht ist, sondern es auf die konkreten Inhalte ankommt und die sind bei rechter und linker Politik völlig unterschiedlich und in keinem Fall gleichzusetzen.

Rechte Politik zielt darauf ab, bestimmte Menschengruppen aufgrund ihrer körperlichen Merkmale, ihrer (angeblichen) Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, ihres Glaubens oder ihrer Behinderung abzuwerten und zu unterdrücken, zu vertreiben oder zu vernichten. An Demokratie haben Rechtsextreme darum wenig Interesse, stattdessen orientieren sie sich an autoritären Strukturen bis hin zu einer einzelnen Führerpersönlichkeit.

Das Ziel linker Politik ist es hingegen, unterdrückerische Verhältnisse zu beseitigen und das endet nicht bei der Bekämpfung von rechten Bewegungen, sondern schließt die Abschaffung des Kapitalismus, der Klassengesellschaft und des Patriarchats ein. Statt einer bloß repräsentativen parlamentarischen Demokratie streben linke Bewegungen die demokratische Mitbestimmung in allen Lebensbereichen an, wie z.B. Arbeit, Wohnen, Schule und Ausbildung, Verwaltung und öffentliche Sicherheit und statt einer profitorientierten Wirtschaft wollen sie eine bedürfnisorientierte Wirtschaftsform errichten.

Die selbsternannte politische "Mitte" aus Liberalen, Konservativen und sogar Sozialdemokraten steht für die Verteidigung der herrschenden Verhältnisse hat sich in der Geschichte im Zweifel immer lieber auf die Seite von rechten als von sozialistischen Bewegungen geschlagen und in vielen Fällen die Etablierung von faschistischen Diktaturen geduldet oder erst ermöglicht. Ein Beispiel von vielen ist die Novemberrevolution von 1918/19, während der die provisorische SPD-geführte Regierung mit faschistoiden Freikorps paktierte, um sozialistische Aufstände niederzuschlagen und ihre Köpfe zu ermorden.

Diese Zusammenhänge werden verschleiert, wenn man linke und rechte Positionen in einen Topf wirft und der "Mitte" gegenüberstellt.

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Integrativ heißt, verschiedene Disziplinen und Organisationsebenen zusammenzuführen, hier also z.B. Morphologie, Entwicklungsbiologie, Physiologie, Ökologie, Systematik, Evolution und Biodiversität der Tiere.

Ein modernes Studium der Zoologie wird immer integrativ sein, auch wenn das Wort nicht im Namen des Studiengangs vorkommt. Wichtiger als der Name sind die Inhalte des Studiums und die Forschungsfelder der beteiligten Arbeitsgruppen, und dafür solltest du die Studienordnungen, Modulkataloge und die Internetauftritte des Fachbereichs vergleichen. Wie ich schon bei deiner anderen Frage geschrieben habe, ist auch eine Spezialisierung auf Zoologie in einem Studienhang der Ökologie und Evolution möglich.

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Man kann auch an diversen Unis in Deutschland eine Ausbildung in Zoologie erhalten, nur findet die meist als Spezialisierung in einem Studium der organismischen Biologie, der Biodiversität, der Ökologie, der Evolution, des Naturschutzes und verwandter Disziplinen statt.

Die Ausrichtung der Arbeitsgruppen, die an einer Uni angesiedelt sind, bestimmt die Inhalte, die auf vertieftem Niveau gelehrt werden können. Wie diese Inhalte zu einzelnen Studiengängen zusammengefasst werden, ist Entscheidung der Hochschule. Die Uni Wien bietet beispielsweise viele eng spezialisierte, aber nah verwandte Masterstudiengänge an, darunter Zoologie, während eine andere Uni die gleichen Inhalte in ein oder zwei Studiengängen mit vielfältigen Vertiefungsrichtungen anbieten würde.

An jeder größeren Uni wirst du eine oder mehrere zoologisch ausgerichtete Arbeitsgruppen finden, aber in nur wenigen Unis ist die gesamte Bandbreite der Zoologoe repräsentiert, sodass ein eigener Studiengang Sinn ergeben würde.

Und die Unterrichtssprache sollte kein ausschlaggebendes Kriterium für deine Studienwahl sein. Englisch ist die Sprache, die in der modernen Forschung verwendet wird, deshalb sind die meisten forschungsorientierten Studiengänge bereits zweisprachig oder einsprachig englisch, und die wenigen rein deutschsprachigen Ausnahmen werden in den nächsten Jahren nachziehen und internationalisierter werden.

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Zwischen Epithel- und Bindegewebe gibt es ganz viele grundsätzliche Unterschiede.

Was die Intermediärfilamente angeht, so bilden diese nur in Epithelien Desmosomen, also spezielle Verbindungen zwischen Zellen, und Hemidesmosomen, also Verbindungen zwischen Zellen und der Basalmembran, die das Epithel vom Bindegewebe abgrenzt.

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Grundsätzlich wirst du in den meisten biowissenschaftlich orientierten Studiengängen mit CRISPR/Cas in Berührung kommen, darunter Biologie, Biochemie, Biotechnologie und Molekulare Medizin. Ein Studium der Humanmedizin bereitet hingegen mehr auf die Patientenversorgung als auf die Forschungsarbeit im Labor vor.

Kein Studiengang der Welt dreht sich aber nur um eine einzige Methode. In allen genannten Studiengängen wirst du dir erst mal über mehrere Semester grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse erarbeiten müssen, bevor du fortgeschrittene Methoden wie Genomeditierung anwenden kannst, z.B. für ein kleines Forschungsprojekt im Rahmen einer Abschlussarbeit.

Und wohlgemerkt wird CRISPR/Cas derzeit am meisten in der Grundlagenforschung an Modellorganismen verwendet, während klinische Anwendungen immer noch in der Entwicklung stecken.

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Der Extremismusbegriff ist kritisch zu sehen, weil er völlig gegensätzliche Weltanschauungen in einen Topf wirft und die himmelhohen Unterschiede zwischen ihnen ignoriert.

Als Extremismus wird alles verstanden, was weit abseits des politischen Mainstreams steht, deshalb nützt der Begriff vor allem den Mächtigen, die gesellschaftliche Umwälzungen kriminalisieren und verhindern wollen. In einem autoritär regierten Land wie Russland werden z.B. auch liberaldemokratische Oppositionelle als extremistisch bezeichnet, und historisch ist das auch mit Bewegungen geschehen, die z.B. gegen Kolonialherrschaft oder Rassentrennung gekämpft haben.

Rechtsextreme Politik zielt darauf ab, bestimmte Menschengruppen aufgrund ihrer körperlichen Merkmale, ihrer (angeblichen) Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer Sexualität, ihres Glaubens oder ihrer Behinderung abzuwerten und zu unterdrücken, zu vertreiben oder zu vernichten. An Demokratie haben Rechtsextreme darum wenig Interesse, stattdessen orientieren sie sich an autoritären Strukturen bis hin zu einer einzelnen Führerpersönlichkeit.

Das Ziel linker Politik ist es hingegen, unterdrückerische Verhältnisse zu beseitigen, insbesondere den Kapitalismus, die Klassengesellschaft und das Patriarchat. Demokratie ist ein wichtiger Bestandteil linker Weltanschauungen, endet aber nicht bei der parlamentarischen Demokratie. Diese stellt zwar einen Fortschritt gegenüber der Monarchie dar, ist aber anfällig für Korruption, unterliegt kaum einer Kontrolle durch die wählende Bevölkerung und schließt die meisten Lebensbereiche nicht ein (z.B. die Wirtschaft, die Schule und Behörden usw.).

Liberale Ideologien, wie sie derzeit in Deutschland und der westlichen Welt vorherrschen, begründen Hierarchien vor allem wirtschaftlich und standen historisch und stehen immer noch der extremen Rechten viel offener gegenüber als der Linken, denn erstere hinterfragt nicht die kapitalistischen Machtverhältnisse.

Auch ist Gewalt kein Alleinstellungsmerkmal von angeblich extremistischen Bewegungen, denn auch ein liberaler Staat und seine Eliten sind für die Erhaltung ihrer Macht auf Gewaltanwendung angewiesen, sei es im Inland durch Polizeiapparat und wirtschaftliche Zwänge oder im Ausland durch Militäroperationen.

All diese Verbindungen zwischen liberalen und rechten Ideologien wird durch den Extremismusbegriff völlig verschleiert; die hauptsächliche Funktion dieses Begriffes ist und bleibt die Delegitimierung von linken Ideen und Absicherung der bestehenden Verhältnisse.

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Es gibt viele Missverständnisse darüber, wie diese Tests funktionieren. Die Prozentwerte für eine bestimmte Region geben an, wie viele der untersuchten Stellen in deinem Genom eine Variante aufweisen, die in dieser Region besonders häufig ist oder ihren Verbreitungsschwerpunkt hat.

Da jede Variante auch außerhalb ihres Verbeitungsschwerpunktes vorkommen kann, kann es auch sein, dass du keinen einzigen Vorfahren hast, der aus der Nähe von Afghanistan kam. Eine einigermaßen verlässliche Tendenz für die Herkunft deiner Vorfahren geben erst zweistellige Prozentwerte an, alles darunter ist meist nur statistisches Rauschen.

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Frage an Atheisten, wie erklärt ihr dieses Phänomen?

Kontext: Ich würde mich selbst als Atheisten bezeichnen, beschäftige mich aber trotzdem immer wieder mit dem Thema Religion und überprüfe meine eigene Logik. Ich bin auf eine Geschichte gestoßen, die mich, als Vertreter der Evolutionstheorie, hat staunen lassen, da ich sie beim besten Willen nicht erklären kann. Ich zitiere im folgenden denjenigen, der die Geschichte verfasst hat. Die folgenden Sätze wurden also nicht von mir verfasst.

"Der Bombardierkäfer:

Dieser Käfer hat einen einzigartigen Verteidigungsmechanismus:

Er produziert 2 verschiedene Chemikalien in von einander getrennten Kammern: Hydrochinon und Wasserstoffperoxid-diese sind von einander getrennt harmlos, kommen sie aber zusammen sind sie hochexplosiv.

Wird der Käfer angegriffen entlässt er die beiden Chemikalien durch eine bewegliche Röhre am Ende seines Hinterleibes. Katalytische Enzyme aus einer winzigen Kammer gleich hinter dem Ausstoßventil setzen die chemische Reaktion in Gang.

Genau in dem Moment richtet der Käfer seine "Kanone" aus und schießt auf das Gesicht des Angreifers.

Durch die chemische Reaktion wird das Gemisch so heiß wie kochendes Wasser und verursacht dadurch Überraschung und Verwirrung die stark genug sind, um den Angreifer zu entmutigen.

Der Bombardierkäfer ist in der Lage bis zu fünf Schüsse in schneller Folge abzugeben.

Außerdem weiß er instiktiv wann die Explosion einsetzt, denn diese darf erst eintreten, wenn die Chemikalien ausgestoßen sind. Würden sie schon in der Reaktionskammer explodieren, würde der Käfer das nicht überleben.

Evolution ist bei bestem Willen keine Erklärung dafür:

  • Es müssen die beiden richtigen Chemikalien produziert werden.
  • Sie müssen in von einander getrennten Kammern produziert werden.
  • Sie müssen zur richtigen Zeit zusammen gebracht werden.
  • Es braucht die richtigen katalytischen Enzyme.
  • Und der Käfer muss genau zielen und schießen können, bevor die Chemikalien explodieren.

Alle diese unabhängigen Teile des Systems müssen zu 100% ausgereift und zeitgleich in der richtigen Anordnung und Reihenfolge vorhanden sein. Es kann sich nicht schrittweise entwickelt haben. "

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Ich denke jetzt schon länger über diese Geschichte nach und bin mir fast sicher, dass irgendwo ein Denkfehler sein muss. Und da ich weiß, dass das Internet, sollte es einen Fehler geben, diesen finden wird, Frage ich einmal hier nach :)...

EDIT: Da mir viele Antworten unterstellen, ich sei ein religiöser Fanatiker, der hier nur missionieren will, nochmal für euch: Ich habe mit dieser Frage die Absicht gehabt, eine Antwort für mich selbst zu finden und will keinen von euch von irgendeiner Märchenfigur überzeugen, danke!

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Das ganze Argument ist ohnehin unsachlich, denn die mangelnde Vorstellungskraft oder das mangelnde Wissen eines Kreationisten über einen evolutionären Vorgang ist kein Beweis dafür, dass dieser Vorgang nie stattgefunden haben könnte.

Kreationisten haben die Bombardierkäfer vor über 40 Jahren für sich entdeckt, und fast ebenso lange ist das Argument widerlegt; das hält sie aber nicht davon ab, es weiter zu verwenden, weil es ihnen eben nicht um eine sachliche und unvoreingenommene Auseinandersetzung geht.

Wenn man die Evolution einer bestimmten Struktur oder eines bestimmten Mechanismus verstehen will, ist es zuallererst hilfreich, näher und weiter verwandte Arten anzuschauen und dort nach homologen Strukturen zu suchen. Wenn man das tut, sieht man dass Hydrochinone in der Epidermis von Insekten ein weitverbreitetes Mittel zur Abwehr von Fressfeinden sind, weil sie allein schon übelschmeckend sind.

Bei der Familie der Laufkäfer, zu denen die Bombardierkäfer gehören, haben sich zunächst Einbuchtungen und dann Reservoirkammern gebildet, in denen Hydrochinone gespeichert und durch Muskelkontraktionen ausgestoßen werden können.

Bei den Bombardierkäfern ist Wasserstoffperoxid dazugekommen. Die Mischung aus Hydrochinonen und Wasserstoffperoxid ist allein nicht explosiv, das Wasserstoffperoxid kann aber schon zur Abwehrwirkung des Sekrets beitragen. In einem weiteren Schritt werden die Enzyme Katalase und Peroxidase entlang des Austrittwegs abgesondert und erhöhen damit weiter die Wirkung des Sekrets. Die Verhärtung der Wände der Reaktionskammer erhöht den Druck, mit dem das Gemisch ausgestoßen wird und damit seine Wirkung.

Die Konzentrationen der Stoffe und Enzyme sind sicherlich auch nicht gleich zu Anfang so hoch wie bei den modernen Bombardierkäfern gewesen, sondern entwickelten sich im Gleichschirtt mit z.B. den Wänden der Reaktionskammer.

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Natürlich ist es einerseits so, dass Uniformen, Waffen, strenge Hierarchien und Gewaltanwendung zur Polizei gehören und all das auf einen bestimmten Menschenschlag Anziehungskraft ausübt.

Das Problem ist aber nicht (nur) ein rechtes oder rassistisches Weltbild von individuellen Polizistinnnen und Polizisten, sondern institutioneller Rassismus, das heißt die internen Regeln, Vorschriften und Schulungen der Polizei selbst begünstigen rassistisches Verhalten. Deshalb können auch solche Polizisten rassistisch handeln, die selbst antirassistisch eingestellt sind oder einen Migrationshintergrund haben.

Am präsentesten ist rassistische Polizeiarbeit bei angeblich anlasslosen und verdachtsunabhängigen Kontrollen. Intern werden in der Polizei "interkulturelle Kompetenzen" vermittelt, was nichts anderes heißt als dass Menschen anhand ihrer Hautfarbe, Herkunft und Religion klassifiziert und mit bestimmten Vergehen in Verbindung gebracht werden.

Nichtweiße Menschen werden deshalb bevorzugt Kontrollen unterzogen (sog. racial profiling), was zu mehr Anzeigen gegen Personen aus dieser Bevölkerungsgruppe führt, und diese Statistiken bilden dann die Rechtfertigung für zukünftige Kontrollen. Wohlgemerkt geht es bei solchen Kontrollen in der Regel um Betäubungsmittel, während Gewalttaten so kaum verhindert werden können.

Die Liste lässt sich noch endlos fortsetzen, z.B. mit fehlender äußerer Kontrolle bei rassistischen Ausfällen und Polizeigewalt; mit der Ausübung von rassistischen Gesetzen und Verordnungen z.B. bei Abschiebungen oder mit fehlenden Kompetenzen der Polizei gegenüber Hilfesuchenden, deren Muttersprache nicht Deutsch ist uvm.

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Das kann man nicht allgemeingültig beantworten.

Das Geschlecht kann nicht immer eindeutig an Skelettmerkmalen bestimmt werden, unabhängig davon, ob tatsächlich Intersexualität vorliegt oder nicht. Umgekehrt lässt sich nicht jede Art von Intersexualität eindeutig am Skelett oder auch an den Geschlechtschromosomen erkennen.

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Ja!!!!!

Klassenkampf findet ständig statt, nur ist er heutzutage eine eher einseitige Angelegenheit, die von der Klasse der Kapitalisten ausgeht, während bei der Klasse der Lohnabhängigen kaum Klassenbewusstsein und Wille zum Widerstand vorhanden ist.

Der Klassenkampf von oben hat sich z.B. in Deutschland in den letzten Jahrzehnten geäußert in der Ausweitung des Niedriglohnsektors, der Liberalisierung des Arbeitsmarktes, dem Abbau der Sozialleistungen, den verschärften Sanktionen gegen Arbeitslose, den sinkenden Reallöhnen, der Abschaffung der Vermögenssteuer und der Umwälzung der Steuer- und Krisenlast auf die weniger vermögende Bevölkerung. Die Forderung nach der 42-Stunden-Woche reiht sich hier ein und könnte auch bald Realität werden.

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Die Struktur der DNA wurde erstmals von Francis Crick und James Watson aufgeklärt und 1953 veröffentlicht, wofür ihnen 1962 zusammen mit Maurice Wilkins der Nobelpreis verliehen wurde.

Der Skandal bestand darin, dass das Modell von Watson und Crick auf Daten von Wilkins' Mitarbeiterin Rosalind Franklin aufbaute, die ohne Franklins Wissen durch Wilkins weitergegeben wurden. Franklins Beitrag wurde von Watson und Crick weder in ihrer Veröffentlichung noch in ihren Nobelpreisreden gewürdigt, obwohl sie zeitgleich mit ihnen ihre Ergebnisse zusammen mit ihrem Doktoranden Raymond Gosling veröffentlichte.

Franklin starb 1958 und wurde bei der Vergabe des Nobelpreises nicht berücksichtigt.

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In der Wissenschaft besteht ein eindeutiger Konsens darüber, dass 1.) Evolution ein reales Naturphänomen ist, 2.) alle Lebewesen auf der Erde eine gemeinsame Abstammung teilen, 3.) die grundlegenden Mechanismen der Evolution von der Evolutionstheorie korrekt beschrieben werden und 4.) alle übrigen biologischen Disziplinen letztendlich auf der Evolutionsbiologie fußen.

Die Evolutionsbiologie hat sich seit den Veröffentlichungen von Darwin und Wallace vor über 160 Jahren zu einem großen und interdisziplinären Forschungsgebiet mit abertausenden Expertinnen und Experten weltweit entwickelt. Der christliche oder islamische Kreationismus ist keine gleichberechtigte Alternative, sondern eine religiös-politische Bewegung, die grundlegende biologische und geologische Erkenntnisse leugnet, um ihr altertümliches Welt- und Menschenbild aufrecht zu erhalten.

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Antikommunismus ist eine deutsche Tradition, die von der NS-Zeit in die Bundesrepublik übernommen wurde.

Nachdem die kommunistische Bewegung in Nazideutschland durch die Inhaftierung, Vertreibung und Ermordung von abertausenden Mitgliedern schon erheblich geschwächt wurde, wurde sie in der jungen Bundesrepublik erneut kriminalisiert und Repressionen unterworfen, während die allermeisten NS-Verbrecher keine Konsequenzen für ihre Taten fürchten mussten und ihre Posten in Polizei, Justiz, Militär, Verwaltung und Lehre behalten konnten. Tatsächlich wurden in den 50er und 60er Jahren wesentlich mehr Menschen wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verurteilt als wegen Naziverbrechen.

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Das sind eine Menge Fragen, gehen wir sie mal der Reihe nach durch.

1) Warum lernen wir ausgerechnet, das Thema: die Nervenzelle.

Weil die Reizübertragung im Nervensystem ein ganz grundlegendes biologisches Prinzip ist, genauso wie Proteinbiosynthese, Stoffwechsel und Evolution. Für eine Vertiefung darüber hinaus bietet die Schule keinen Raum.

2) Ist die Biomembran der Nervenzelle genauso wie die einer anderen Zelle? (sind diese gleich)

Vom Grundprinzip her ja, aber die Ausstattung mit Kanälen, Rezeptoren und Glykoproteinen unterscheidet sich je nach Zellart. Für die Bildung des Aktionspotentials sind die Ionenkanäle in der Membran der Nervenzelle zentral.

3) Die Biomembran besteht aus Atomen also Molekülen - oder? ist es für das Thema: Nervenzelle wichtig, zu wissen, aus welchen Bestandteilen sie bestehen?

Die absoluten Grundlagen sollte man schon kennen, also dass Zellmembranen aus einer Doppelschicht von Phospholipiden bestehen, in die Proteine eingelagert sind, die u.a. eine Funktion als Kanäle erfüllen. Wasser bildet das Lösungsmittel innerhalb und außerhalb der Zelle, und die Bedeutung der Ionen sollte klar sein.

4) Kann man sich die Verbindungen der Nervenzellen wie eine Art "Stromkabel" vorstellen?

Nur bedingt, weil die Ladungsträger anders als im Kabel quer zur Länge des Axons, durch die Kanäle in der Membran fließen. Die Nervenzelle lässt sich als elektrischer Schaltplan so darstellen:

https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcSs6UpUssQ6NXQfvp6ebNUq1BvMAGvBx7qydg&usqp=CAU

5) Woher bekommt eine Nervenzelle z.B die Stoffe, die er für die Erregung braucht? Ist sie mit den Venen noch irgendwie verbunden?

Nervengewebe ist natürlich stark durchblutet, weil es einen hohen Bedarf an Sauerstoff und Nährstoffen hat. Die extrazelluläre Flüssigkeit zwischen den Nervenzellen im zentralen Nervensystem ist allerdings von den Kapillaren durch die Blut-Hirn-Schranke getrennt, die von Gliazellen gebildet wird und eine konstante Ionenkonzentration garantieren und das Eindringen von Krankheitserregern und Giftstoffen ins Nervengewebe verhindern soll.

6) Die Ionenkanäle - wie kann ein Forscher erkennen, wie z.B ein Ionenkanal auf und zu geht? Mithilfe eines Mikroskops? Wenn ja, gibt es ein Video / Beweis dafür?

Für Messungen an Nervenzellen braucht man vor allem sehr feine Elektroden. Erst in jüngerer Zeit benutzt man auch Farbstoffe, die ihre Farbe in Abhängigkeit von der Spannung oder Calciumkonzentration ändern.

7) Hat das Verstehen des Themas, viel mit Logik zu tun? Oder einfaches auswendig lernen?

Verstehen ist immee besser als Auswendiglernen, und nur mit Verständnis lassen sich auch Transferaufgaben lösen.

8) Nehmen wir im Prinzip alle Stoffe über unsere Nahrung auf?`Ist es wichtig, für das Thema: Nervenzelle , über den Stoffwechsel bescheid zu wissen? Oder Verdauung?

Ja, aber zwischen den Themen gibt es auf Schulniveau kaum Berührungspunkte.

9) Was ist der Ruhepotential? Wie lange dauert der Konzentrationsausgleich (in Sek/Min) ?

Das Ruhepotential ist die elektrische Spannung an der Membran der Nervenzelle im nicht erregten Zustand. Aktionspotentiale spielen sich im Bereich von 1-2 Millisekunden ab, bei Herzmuskelzellen auch im Bereich von Zehntelsekunden.

10) Wieso befinden sich ausgerechnet K+ und Cr usw im Innen?

Die Ionen folgen sowohl ihrem Konzentrations- als auch elektrischen Gradienten. Ein Gleichgewicht stellt sich aber nicht ein, weil die Zelle nicht für alle Arten von Ionen gleich durchlässig ist und Ionentransporter Ionen aktiv aus und in die Zelle schleusen.

11) Sind wir elektrisch geladen?

Insgesamt nicht, aber elektrische Potentiale lassen sich an allen Zellmembranen messen, nur spielen sie bei Nervenzellen eine besondere Rolle.

12) Was ist ADP bzw. ATP?

ATP (Adenosintriphosphat) ist ein relativ kleines Molekül mit drei Phosphatgruppen, das ein universeller Energiespeicher in der Zelle ist. Die Energie, die aus dem Abbau von z.B. Zuckern frei wird, wird für die Produktion von ATP verwendet, das sich überall hinbewegen kann, wo Prozesse ablaufen, die Energie brauchen, z.B. der aktive Ionentransport. Durch die Abspaltung einer Phosphatgruppe wird das ATP zu ADP und die gespeicherte Energie wird nutzbar.

13) Hängt es von der Nahrung ab, ob ein Ruhepotenzial oder Aktionspotenzial funktioniert?

Wenn ein Mangel an Ionen oder Vitaminen vorliegt, die im Nervensystem eine Rolle spielen, dann ja.

14) Welche Themen sollte ich lernen - um die Nervenzelle (den Vorgang) zu verstehen?

Grundlagen vom Aufbau der Zelle und über Ionen und Ladungen solltest du draufhaben, dann kannst du verstehen, wie das Ruhepotential zustande kommt und wie sich das Aktionspotential davon unterscheidet.

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