Ich kann ihren Tod nicht realisieren? Aber warum?

21 Antworten

Das ist normal. Jeder trauert anders. Viele sind erst mal im Schock. Ich habe diesen Februar ein Familienmitglied verloren, etwas getrauert, aber nicht viel, obwohl wir uns sehr nahe standen, hatte dann wegen eines anderen Familienmitglieds (das sehr krank wurde) viel Stress und kam so gar nicht zum Trauern. Jetzt habe ich hin und wieder Situationen, in denen ich trauere, aber auch nicht so stark wie beim letzten Tod, den ich mit bestimmten anderen Personen immer wieder besprochen hatte.

Jeder trauert anders, zu anderen Zeiten, auf andere Art. Oft hat man erst mal eine Schockphase, die mehrere Stunden/ Tage/ Wochen oder sogar länger andauern kann und realisiert erst später wirklich, was passiert ist.

Manchmal "helfen" Lieder, man hört bestimmte Lieder, die plötzlich eine ganz neue Bedeutung für einen haben und die auch zu einem Tränenausbruch führen können. Manchmal gibt es andere Auslöser wie Lieblingszitate des Verstorbenen, bestimmte Düfte, Lieblingsveranstaltungen (Konzert, Weihnachten etc.), die zu einer plötzlichen Trauer führen. Das kann sehr unterschiedlich sein und wie gesagt auch dauern. Mache dir keinen Druck, akzeptiere deine Gefühle, auch wenn du jetzt keine akute Trauer hast!

Oft realisiert man erst auf der Beerdignung zum ersten Mal, dass derjenige wirklich tot ist. Wer nicht zur Beerdigung geht (gehen möchte/ kann, was beides legitim ist) braucht evtl. länger. Es kann auch eine Phase (jetzt oder deutlich später) geben, in der man sich fragt, ob derjenige wirklich gestorben ist oder ob man sich das eingebildet hat.

Akzeptiere das alles, frage nahestehende Menschen, ob sie jetzt oder später (je nachdem, was DIR passt) zum Gespräch bereit stehen. Schaue ggf. Fotos an und schreibe Erinnerungen auf, wenn dir das hilft.

Mache dir keinen Druck zu trauern, Trauer kommt von alleine, sie ist wie gesagt auch bei jedem sehr individuell!

Einen lieben Menschen in Ihrem Alter zu verlieren ist ein tief einschneidendes Erlebnis, verstärkt dadurch, dass auch Ihr Mutter genauso emotional betroffen ist.

Ihr Geist und Ihre Seele brauchen ihre eigene Zeit, um das Erlebnis zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass Ihr Geist und Ihre Seele auch ihre eigene Art und Weise haben, mit dem frühen Tod umzugehen. Beides (die benötigte Zeit und auch die Art und Weise) entzieht sich Ihrer willentlichen Beeinflussbarkeit! Geben Sie Ihrem Geist und Ihrer Seele alle Zeit, die sie brauchen und nehmen sie auch die Art und Weise einfach hin, ohne zu fragen, ohne Erwartung es zu realisieren und ohne Erwartung, dass sich Trauer einstellt.

Wenn Ihnen das gelingt, werden Sie es gut verarbeiten und sogar mental gestärkt dies schlimme Ereignis überwinden!

wir sind alle unterschiedlich, von daher trauern wir alle anders. Deine Mutter hat es anders wahrgenommen als du. Momentan willst du es einfach nicht realisieren, doch irgendwann, ob bei der Beerdigung oder mitten im Unterricht oder wann auch immer. Es wird dich irgendwann treffen und dann wirst du trauern. Es dauert einfach seine Zeit, bis das ankommt und hoffe einfach darauf, dass der Moment nicht in dem schlechtesten Zeitpunkt auftritt. Du kannst vielleicht irgendwo, wenn du es so sehen willst, von glück reden. Bereite dich darauf vor, dass der Verlust kommt.

Das tut mir leid.

Ja, natürlich braucht man Zeit, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass eine Person, der man nahe steht, nun plötzlich nicht mehr da ist.

Und sie lebt ja in den Köpfen all derer, die sie gekannt haben, tatsächlich weiter.

Ich finde es gar nicht schlecht, sich etwas Zeit zu nehmen und die Realität vielleicht ein paar Monate, ein paar Jahre ein bisschen zu leugnen, bis der Schmerz nicht mehr so gross ist..

Und nein. Es gibt kein vorgeschriebenes Verhalten für Trauer. Jeder empfindet es anders, jeder hat seine Bedürfnisse. Der eine will weinen, der andere will so tun, als habe sich nichts geändert und weint 6 Monate später... Der eine will den Verstorben ehren, indem er sich an die lustigen Zeiten zusammen erinnert. Alles ist legitim. Man muss einfach auf die gegenseitigen Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Wenn jemand leugnen will, soll man ihm nicht ständig damit kommen, dass die Person nun tot ist. Wenn jemand weinen will, soll man ihm nicht ins Gesicht lachen. Wenn jemand sich erinnern will, soll man sich mit ihm erinnern. wenn jemand sich nicht erinnern will, weil es zu scmerzvoll ist, soll man ihm die Erinnerung nicht aufzwingen. Wenn jemand reden will, soll er reden. Wenn er schweigen will, soll man ihn nicht zuquatschen...

Das ist völlig normal. Je nach Mensch kann das Stunden bis Wochen dauern, bis man das richtig realisiert hat. Du bist geschockt von ihrem Tod. Lass dir Zeit und setze dich da nicht unter Druck.

Es gibt Modelle, die die Phasen der Trauer darlegen. Man kann sagen, dass Trauer ein Prozess ist.

Nach Verena Kast, einer Psychologin, die ein solches Modell entwickelt hat, verläuft dieser Prozess in 4 Phasen. Hier ein Link dazu, wenn es dich interessiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Trauer#Trauerprozess_in_vier_Phasen_nach_Kast

Im Moment befindest du dich in der ersten dieser vier Phasen. Also dem nicht realisieren können/wollen.

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