Gebietet das Buch Genesis nicht ein veganes Leben?

25 Antworten

In der Tat war es am Anfang vor dem Sündenfall so, dass es keinen Tod und kein Leid auf der Welt gab. In 1. Mose 1,29-30 steht: "Ihr dürft die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen; den Vögeln und Landtieren gebe ich Gras und Blätter zur Nahrung." Zu dieser Zeit haben sich die Menschen und Tiere also mit den Früchten der Pflanzen und Bäume ernährt.

Nach der Sintflut sprach Gott zu Noah (1. Mose 9,2-4): "Alle Tiere werden sich vor euch fürchten müssen, denn ich gebe sie in eure Hand.3 Von jetzt an könnt ihr euch von ihrem Fleisch ernähren, nicht nur von Obst und Getreide. Aber esst kein Fleisch, in dem noch Blut ist, denn im Blut ist das Leben." Tiere durften also gegessen werden, aber der Genuss von Blut war verboten.

Für das Volk Israel gab es bestimmte Speisegesetze. Gott erlaubt nicht nur den Verzehr von Tieren, er beschreibt Mose sogar ganz detailliert, welche Tiere er und sein Volk verspeisen dürfen (3. Mose 11,2): "Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft ..." Schweinefleisch durfte z. B. nicht verzehrt werden.

Diese Regeln für das Volk Israel gelten aber für Christen nicht, wie z. B. dieser Artikel gut erklärt: http://www.bibelpraxis.de/index.php?article.1597

Man sieht also, dass die Bibel den Genuss von Fleisch erlaubt. Trotzdem hat jeder Christ natürlich die Freiheit, seinen Fleischverzehr einzuschränken oder ganz einzustellen. Christen können durchaus Vegetarier oder Veganer sein, müssen sie aber nicht...

Das mit dem veganen Essen hat mit dem zweiten Kapitel der Genesis recht wenig zu tun. Klar steht darin, dass es Adam und Eva erlaubt war, von den Früchten des Gartens zu essen und Tiere waren da derart noch nicht erwähnt, aber die Erlaubnis bezog sich auf den Gegensatz zu dem Verbot, dass sie nicht von der Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen durften (vgl. https://www.bibleserver.com/text/EU/1.Mose2,16-17 ). Also nicht die Aussage aus dem Kontext reißen, da sich sonst der Sinn verändert, wie Du es ja deutlich aufzeigst. 

Und schon wo es darum geht, was an Nahrung als rein und unrein gilt, werden diverse Tiere entsprechend "klassifiziert", was nahelegt, dass es da mit der veganen Ernährung vorbei ist, ja selbst mit der vegetarischen Ernährung.

Und um die letzte Frage zu beantworten, soll Jesus laut einer Stelle in den Evangelien gesagt haben, dass nicht das unrein macht, was in den Mund gelangt, sondern was daraus hervorkommt (vgl. https://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus15,11 ), also was man sagt, nicht aber was man isst oder trinkt. Zudem hatte Petrus in Joppe eine Vision, die sich in direkter Hinsicht darauf bezog, dass es kein unreines Fleisch (mehr) gäbe, und sich für ihn im Kontext so darstellte, dass nicht mehr nur das Volk Israel belehrt werden sollte (vgl https://www.bibleserver.com/text/EU/Apostelgeschichte10,9-22 ). 

Es gibt in der Bibel einige widersprüchliche Angaben. Und auch so manches, was mit geltendem Recht in Deutschland nicht vereinbar wäre ;).

Es ist und bleibt halt Glaube. Glaubst du, dass du die Bibel wirklich wortwörtlich befolgen musst? Dass Gott das alles möchte? Dass die Texte, die darin stehen, mit all ihren Widersprüchen und auch eventuellen Fehlern, da sie ursprünglich ja nur mündlich weitergereicht wurden, absolute und unumstößliche Gültigkeit haben? Wenn ja, in welcher Übersetzung ;)?

Oder könnte es nicht auch sein, dass manches tatsächlich falsch verstanden oder auch falsch weitergereicht wurde von den Menschen? Dass vielleicht auch einiges durch die anderen Zeiten, die damals herrschten, inzwischen einfach nicht mehr passt?

Übrigens, das Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber anderen monotheistischen Religionen (also denen mit nur einem Gott) ist das neue Testament mit der Geschichte über Jesus Leben, der nur im christlichen Glauben als der Erlöser und Sohn Gottes anerkannt ist. Was darin steht, passt eigentlich viel besser zu dem, was man gesamtgesellschaftlich unter "christlichen Werten" versteht. So grob könnte man das zusammenfassen unter "Seid einfach nette, gute Menschen!".

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Es gibt in der Bibel einige widersprüchliche Angaben. Und auch so manches, was mit geltendem Recht in Deutschland nicht vereinbar wäre ;).

Diese Art von Widersprüchen, auf die da in der Frage und Fragebeschreibung Bezug genommen wird, existieren nicht in der Bibel, sondern nur in der Vorstellung dessen, der die Aussagen aus dem Kontext reißt. Die Frage hat sich im Eigentlichen schon von selbst erledigt, wenn man die Aussagen im Kontext betrachten würde, so wie viele Fragen auf dieser Plattform, wenn man die Betrachtung konsequent so halten würde, dass Aussagen nicht aus dem Kontext gezogen würden. 

Und manchmal aber auch nur manchmal erübrigt sich die Vermutung oder der Vorwurf eines Widerspruchs spätestens dann, wenn man bedenkt, dass zwischen der einen und der anderen Aussage der Bibel, die mit einander im Widerspruch zu stehen scheinen, dass dazwischen zum Teil diverse Jahrhunderte der Entwicklung des Volkes Israel lagen, wo dieses Volk im Anfang sehr träge war und mehr Strenge brauchte, um seinen Gott wieder anzuerkennen. Und im Übrigen sind besonders das erste und auch das letzte Buch der Bibel lediglich die Botschaft einer Vision und nur als solche zu bewerten. Gleiches gilt zumindest auch für das mosaische Gesetz in den weiteren Büchern Moses. 

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Ist in der Bibel inzest verboten?

Ich bin mit Verwunderung grad auf einen Vers gestoßen: Genesis: 19,31:

31 Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und kein Mann ist mehr im Lande, der zu uns eingehen könne nach aller Welt Weise.

32 So komm, laß uns unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, daß wir Nachkommen schaffen von unserem Vater.

33 Da gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und er ward's nicht gewahr, als sie sich legte noch als sie aufstand.

34 Am Morgen sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Laß uns ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, daß du hineingehst und dich zu ihm legst, damit wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.

35 Da gaben sie ihrem Vater auch diese Nacht Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auch auf und legte sich zu ihm; und er ward's nicht gewahr, als sie sich legte und noch als sie aufstand.

Ich kenne mich nicht gut mit der Bibel aus, da ich muslim bin! Ich lese es, weil ich in einem christlichen land bin und mich mehr mit der Religion der Gesellschaft befassen wollte!

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