Ergibt gar keinen Sinn. Das ist Unfug.
Das ist kein Beweis, sondern ein Zirkelschluss: du nimmst christlich gedeutete Berichte, deutest sie christlich und erklärst anschließend, sie bestätigten das Christentum.
Dass Jesus existiert, spricht überhaupt nicht gegen den Islam.
Der Koran bestätigt Jesus als Messias, Propheten und Gesandten Gottes, bestätigt seine Wunder, seine Jünger und seine besondere Stellung.
Dieses Argument beweist daher ebenso wenig das Christentum, wie die historische Existenz Moses das heutige Judentum beweist.
Auch die Behauptung „Jesus wurde gekreuzigt“ beweist weder seine Göttlichkeit noch die Dreieinigkeit, Erbsünde, stellvertretende Sühne oder Auferstehung.
Selbst die sogenannten „Minimal-Facts“-Argumente unterscheiden zwischen dem Tod Jesus' und der Tatsache, dass Jünger später Erlebnisse meldeten, die sie selbst als Erscheinungen des auferstandenen Jesus deuteten.
Aus diesen gewöhnlichen historischen Aussagen folgt nicht automatisch das übernatürliche Ergebnis: „Jesus ist wirklich auferstanden“. Dafür wäre ein zusätzlicher Beweis nötig.
„Seine Anhänger waren von seiner Auferstehung überzeugt“ bedeutet zunächst nur: sie waren davon überzeugt.
Die Stärke oder Aufrichtigkeit einer Überzeugung beweist nicht, dass ihr Inhalt wahr ist.
Sonst müsste man konsequenterweise auch jede andere Religion für wahr erklären, sobald ihre frühen Anhänger überzeugt waren, Visionen hatten oder für ihren Glauben Opfer brachten.
Der Koran bestreitet übrigens nicht, dass es für die damaligen Beobachter nach einer Kreuzigung aussah.
Er sagt ausdrücklich:
„Sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so“, und Allah erhob Jesus zu sich (Koran 4:157–158).
Menschliche Geschichtsschreibung kann lediglich rekonstruieren, was Menschen beobachteten, berichteten und glaubten. Sie kann nicht unabhängig feststellen, was Gott im Verborgenen getan hat.
Auch Nahtoderfahrungen sind kein objektiver Beweis für das Christentum.
Wissenschaftliche Darstellungen weisen darauf hin, dass solche Erzählungen regelmäßig in den kulturellen und religiösen Hintergrund der betroffenen Person eingebettet sind.
Ein Christ deutet eine Lichtgestalt möglicherweise als Jesus, während Menschen anderer Religionen ihre Erlebnisse entsprechend ihrer eigenen Vorstellungen beschreiben.
Das ist religiöse Interpretation, kein unabhängiger Beweis. Du hast dir einfach keine Berichte von NTE von Andersgläubigen angehört.
Licht, Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung und die Nähe zu Gott sind außerdem keineswegs exklusiv christlich.
Gott nennt sich der Allerbarmer und der Barmherzige, vergibt den aufrichtig Reumütigen und sagt, dass Seine Barmherzigkeit alle Dinge umfasst (Koran 7:156; 39:53).
Der Islam lehrt jedoch keine billige „bedingungslose Liebe“, bei der Glaube, Wahrheit, Reue und Gerechtigkeit bedeutungslos wären.
Übrigens lehrt auch das Christentum Gericht und Hölle. Man kann also angenehme Bestandteile aus Nahtoderzählungen nicht herausgreifen und den Rest ignorieren.
Dass Menschen bei Nahtoderfahrungen seltener von einer Begegnung mit dem Propheten Mohammed berichten, ist ebenfalls kein Argument.
Der Islam lehrt gar nicht, dass ein Sterbender während einer Nahtoderfahrung dem Propheten begegnen müsse. Man könnte genauso fragen, warum die meisten Betroffenen weder Paulus noch Petrus noch den angeblichen Heiligen Geist als dritte Person der Dreieinigkeit sehen.
Die Behauptung, der Islam habe eine wesentlich schlechtere historische Datenlage, ist ebenfalls falsch.
Der Koran gehört zu den frühesten erhaltenen Quellen der muslimischen Gemeinschaft.
Die Forschung stellt bei den frühesten Handschriften bereits ein weitgehend konstantes Konsonantengerüst fest; eine wissenschaftliche Untersuchung hält eine Festlegung bis etwa 650 oder früher für die naheliegende Ausgangsposition.
Das Pergament der Birmingham-Fragmente wurde mit 95,4 Prozent Wahrscheinlichkeit auf 568 bis 645 datiert, also in unmittelbare Nähe zur Lebenszeit des Propheten Mohammed.
Die entscheidenden christlichen Behauptungen bleiben dagegen theologische Deutungen: Jesus sei Gott, Gott bestehe aus drei Personen, Jesus habe die Sünden der Menschheit getragen und sei körperlich auferstanden.
Keine dieser Aussagen wird dadurch bewiesen, dass Jesus existiert hat, dass Menschen eine Kreuzigung wahrnahmen oder dass seine Anhänger später von Erscheinungen berichteten.
Wer behauptet, das Christentum liege „objektiv ziemlich eindeutig näher an der Wahrheit“, muss erst einmal objektive Beweise für Dreieinigkeit, Menschwerdung Gottes, Erbsünde und Erlösung durch Menschenopfer vorlegen.
Drei historische Aussagen aufzuzählen, von denen der Islam zwei selbst bestätigt und nur eine anders erklärt, beweist das Christentum nicht. Es zeigt lediglich, wie aus wenigen Daten durch christliche Vorannahmen eine christliche Schlussfolgerung hergestellt wurde.
Und nochmals zu den NTE: ich weiß nicht, wo die herkommen, oder was sie sind. Ich will auch nicht sagen, dass es diese nicht gibt. Ich sehe das eher ähnlich wie Halluzinationen.
Einige Leute mögen wirklich etwas gesehen haben, andere Geschichten ähneln sich zu sehr. Die sind wie voneinander angeschaut. Sehen erfunden aus, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber selbst bei denen, die aufrichtig klingen, fällt immer eine Sache sehr auf, und ich habe mir eine ganze Serie solche NTE angeschaut: Diese Leute beschreiben fast immer Dinge über das Verborgene, wie Paradies, Himmel, Hölle, Engel, Gott usw., die dem widersprechen, was Gott selbst im Koran darüber offenbart hat.
Sie sehen also definitiv oft nicht die Wahrheit über das Verborgene. Und Gott selbst sagt darüber im Koran, dass niemand das Verborgene kennt außer ihm und dem, was er davon an Propheten offenbart hat.