Christentum: kommt ein ungetauftes Kind in die Hölle?

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Liebe latifa86,

ich moechte Dich bitten Fragen rund um das Thema Religion in Zukunft bitte im Forum zu stellen. Vielen Dank fuer Dein Verstaendnis.

Herzliche Gruesse

Franz vom gutefrage.net Support

80 Antworten

Man muss hier näher ausholen.

Kinder kann man erst für ihre Verfehlungen (Sünden) verantwortlich machen, wenn sie verständig sind. Denn Kinder kennen oft gar nicht die Tragweite ihrer Sünden.

Es ist den Vorstellungen der ersten Christen geschuldet, dass schon früh Säuglinge getauft wurden. Man wollte diese vor der Hölle bewahren.

Das ideale Alter für die Taufe ist das Erwachsenenalter. In diesem Lebensabschnitt erkennt man seine Fehler und kann sie dann auch vermeiden.

So heißt es in der Schrift Tertullians mit dem Titel „De basptismo“: „Deswegen gibt es keinen Unterschied, ob jemand im Meer oder in einem Teich, in einem Fluss oder in einer Quelle, in einer Zisterne oder in einem Becken getauft wird;... So erlangt jedes Wasser nach dem alten Vorrecht seines Ursprungs durch die Anrufung Gottes die Garantie zu heiligen... Da wir uns ja von unseren Sünden wie durch Schmutz verunreinigen lassen, werden wir vom Wasser rein gewaschen.“ (4,3-5) So gab es ursprünglich die Zeremonie des einmaligen Untertauchens, die später durch das dreimalige Untertauchen ersetzt wurde, entsprechend dem trinitarischen Taufsymbol. Das Alter der Täuflinge war zunächst höher. Die Säuglings- oder Kindertaufe wird in die Zeit der Christenverfolgung zu verlegen sein. Aus biblischer Zeit ist uns nur die Erwachsenentaufe bekannt.

Wir kennen heute die Taufe der Kinder und Säuglinge in der Regel als Besprengung des Täuflings. Hier streiten sich die Gelehrten, inwieweit diese Zeremonie rechtens ist. Richtig ist wohl das völlige Untertauchen im Wasser (Mischna Joma III,3). Was das Alter des Täuflings angeht, wird dieses eher bei 18 Jahren liegen. In der Mischna „Abot“ finden wir eine detaillierte zeitliche Orientierung (Abot V,21). Der im Talmud vorgefundene Text präzisiert unter Kidduschin 29b, dass die Heirat mit dem Erlernen der Tora einhergehen soll.

Ein erklärender Zusatz: Der Ursprung der christlichen Taufe liegt im Jerusalemer Tempel, In seinen Kellergewölben befand sich ein Warmraum, zu dem Priester und Leviten herunterstiegen, wenn sie plötzlich eine Pollution hatten. Im Warmraum befand sich ein fließendes Gewässer (Mikwe), in diesem sie untertauchen und sich entsprechend rituell reinigen konnten. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatten evangelische Theologen die "Gießener Mischna" begonnen und sich intensiv mit dem hebräischen Text befaßt. In den Ausgaben MIDDOT und TAMID beschäftigten sie sich mit dem Warmraum im Jerusalemer Tempel. Im Gegensatz zu heute waren die einzelnen Textausgaben der Gießener Mischna kommentiert.

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Hab mal bisschen recherchiert, scheint so als wäre 2007 die Vorhölle abgeschafft worden! Quelle: http://www.focus.de/politik/ausland/theologieaid54188.html

Nach jahrelangen Beratungen hat der Vatikan beschlossen, dass ungetaufte Kinder doch ins Paradies dürfen.

Nach dreijährigen intensiven Beratungen einer internationalen Vatikan-Theologenkommission hat sich das nun geändert. Es gebe nach Abwägung aller Argumente Grund zur Hoffnung, „dass ungetauft gestorbene Kinder gerettet werden“, heißt es in der Schrift der Kommission. Papst Benedikt XVI. stimmte dem Dokument mit dem Titel „Die Hoffnung auf Heil für ungetauft gestorbene Kinder“ zu.

Heißt das, die Kinder, die schon in der Hölle gelandet sind, dürfen jetzt auch umziehen?

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@Aladinax

Wahrscheinlich ;) Wie gesagt ich glaube auch nicht daran, aber das tut auch nicht zur Sache, wenn es immer noch Millionen gibt die dies tun. Deshalb finde ich es eigentlich ganz gut, dass die Kirche in dieser Hinsicht betroffene Gläubige nun etwas entgegenkommen und ihnen so wohlmöglich diese "Last" nehmen.

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@XSoyaX

Ich finde, die Kirche macht sich dadurch aber eher lächerlich. Wie glaubwürdig kann sie noch erscheinen, wenn sie alle paar Jahre alles umschmeißt, was seit tausenden von Jahren gepredigt wird?

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@Aladinax

Nein, die Kirche denkt über vieles nach und die Stärke auch mal gefasste Meinungen ändern zu können und Irrtümer einzugestehen spricht für und nicht gehen sie . 

Du hast nicht begriffen für was die Kirche steht und die 10 Gebote etwa und die Sakramente werden immer die selben bleiben .

Stagnation wäre Tot ...ein Zeichen wie sehr die Kirche lebt ! 

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mengenstrom wer sagt den sowas in matthew 25:41 steht "Then he will say to those on his left, 'Depart from me, you who are cursed, into the eternal fire prepared for the devil and his angels.

Meine Meinung:

Kinder sind immer in Gottes Hand. Jeder, absolut jeder kann dem Kind eine Nottaufe zukommen lassen. Ein einfacher Spruch, wie: "Ich gebe dich in Gottes Hand" - reicht dafür aus. Das können die Eltern, die Verwandten, die Krankenschwestern ... aussprechen - und schon ist das Kind in die Gemeinschaft aufgenommen.

Aber Gott ist auch das einerlei - Kinder kommen immer in den Himmel. "Lasset die Kinder zu mir kommen - den ihnen gehört das Himmelreich" - ein Ausspruch aus dem Testament, der immer noch Gültigkeit hat.

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