Warum ist es so schwer deutsche Freunde zu finden?

41 Antworten

Hallo!

Ich (m, 26) stamme aus einer jugoslawischen Familie und kann da durchaus mitreden -----> habe zwar auch einige "urdeutsche" Freunde (die jedoch meist deutlich älter sind als ich) doch die meisten aus meiner Altersklasse sind tatsächlich Russlanddeutsche..!

Das hing bei mir damals zusammen, dass es bis in die frühen 2000er noch eine Art Zweiklassengesellschaft hier gab & so war es shcon ein mittlerer Staatsakt für die deutschen Eltern von Gleichaltrigen, dass "dieser Ausländer aus dem Hochhaus" doch tatsächlich die unvorstellbare Dreistigkeit besaß, die bis dato "deutsche Idylle" der Realschule mit seiner Anwesenheit zu "stören" -----> allein meine Präsenz in dieser Klasse war für die Eltern meiner Mitschüler jahrelang im Prinzip die ganzen sechs Jahre bis zur Mittleren Reife eine bittere Pille. Meine Mitschüler selbst hatten damit kein Problem; ich war zwar keiner von den coolen Stars aber "einer wie jeder" und fiel auch dahingehend nicht auf, weil ich deutschsprachig aufwuchs & serbo-kroatisch nur absolut rudimentär gelernt habe bzw. keinerlei Akzent spreche.

Dennoch sahen es die Eltern anderer auch nicht gern, dass "dieser Ausländer" in dieser Klasse war und mit den gutbehüteten eigenen Kindern zusammenkam.. und mein Opa bei dem ich aufwuchs sowie ich wurden immer wieder als Zielscheibe für mehr oder weniger geschmackloses Zeug, was man heute als Mobbing bezeichnen würde "auserkoren". Es war mehr als einmal echt übel, bis in der achten Klasse mein Lehrer während dem Elternabend aufgrund i.welchem Blabla so richtig lospolterte und einige Mütter dermaßen an die Wand diskutierte, bis offenbar sogar Tränen geflossen sind. Ab dem Zeitpunkt mochte man uns zwar noch immer nicht, aber sie ließen uns in Ruhe und ritten nicht mehr auf der Herkunft rum.

Auch die Mentalität verursachte Probleme: Wo die deutschen Mütter oft total kühl und schnippisch ja beinahe arrogant sowohl mit ihren Kiddies als auch den anderen umgingen, fühlte ich mich bei den Russlanddeutschen Eltern meiner Freunde vom Start an gern gesehen, aufgenommen und akzeptiert was auch so war und bis heute so ist! Die Atmosphäre dort war meiner subjektiven Beobachtung nach viel herzlicher und zuvorkommender, das ging bis soweit runter dass die Kinder - was auch für mich selbstverständlich war - ungefragt im Haushalt mit zur Hand gingen oder am Abend anstandslos dem Vater ihre Hilfe angeboten haben wenn das Auto gewaschen oder der Rasen gemäht wurde. In den deutschen mir bekannten Familien gab's das nie! Wo etwa ein Russlanddeutscher oder Jugoslawe für seine Freunde da ist wenn was ist, lässt sich der Deutsche gern verleugnen, geht nicht ans Telefon und will seine Ruhe haben oder spricht von "keine Zeit, keine Zeit" während man sich wieder an den PC hockt.. für uns ist es aber selbstverständlich auch mal mitten in der Nacht zu helfen, wenn es hart auf hart kommt und aufzustehen ohne die Frage "was zahlst du?" zu stellen, sofern man's irgendwie gebacken kriegt.

Auch wenn ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, mich absolut zu 100 Prozent als Deutscher fühle merke ich im Alltag immer wieder, dass ich 'ne andere, vllt. weichere oder gastlichere Mentalität habe als die Deutschen, was nicht immer positiv ankommt. 

Jahre später habe ich mir übrigens mal aus einer Situation raus den "Spaß" erlaubt die Mutter eines ehemaligen Mitschülers ganz höflich zu fragen, was sie zur Schulzeit eigentlich gegen uns "Jugos" hatte & warum sie ständig gegen mich hetzte.. ihre Antwort war ein verschämtes Gestammel & offensichtlich hatte ich sie tief verletzt -------> aber es war so zu verstehen, dass sie keinen stichhaltigen und erstrecht keinen persönlichen gegen meine Familie zielenden Grund hatte, sondern es schlicht unser "Anderssein" war & allgemeine Klischees von Osteuropäern die Runde machten, die ja angeblich alle semi-kriminelle Clans bilden, von der Stütze leben aber 'nen fetten Benz fahren & mit der Goldkette in der Vorhalle vom Einkaufszentrum rumstehen...! Genau deswegen ätzte sie dann rum.. auch weil se Angst hatte dass "die Albaner oder die Russen" ihr Auto klauen, ihre Kiddies verprügeln oder in ihr Haus einsteigen, weil wir ja angeblich alle sooooo schlimm seien & sie hatte Angst vor meinem Opa und meinem Onkel, bei denen ich aufwuchs und konnte die beiden nicht einschätzen. 

Hoffe ich konnte dir helfen :)

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Bei deiner Beschreibung fühlte ich mich gerade in meine eigene Schulzeit versetzt. Allerdings bin ich doppelt so alt wie du und die Anzahl der ausländischen Mitschüler war damals relativ gering.  Auch meine Eltern sahen es gar nicht gern, wenn ich mich mit "diesen Ausländern" abgab. (Ausnahme waren da nur die Kinder eines persischen stinkreichen Teppichhändlers. Aber die beiden konnte ich nicht ausstehen. Nicht weil sie Perser waren, sondern weil die einfach doof waren.)  Ich habe meine Eltern nie verstanden. Mir war es immer herzlich egal, ob die eine Mitschülerin Kopftuch trug, die andere dunkelhäutig war etc. Mich hat das nie gekümmert. Eigentlich hätte das, bei der Einstellung meiner Eltern, anders sein müssen.  War es aber irgendwie nicht. Meine beste Freundin war Spanierin - was meinen Eltern natürlich ein Dorn im Auge war. Diese Freundschaft hielt aber fast 25 Jahre, selbst als wir hunderte von Kilometern entfernt in verschiedenen Städten wohnten.

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@TrudiMeier

Ich danke dir!

Bei mir kann man diese Situation damit erklären, dass meine Mitschüler aus der Realschule fast ausschließlich aus "alteingessenen" Familien stammten, die was auf sich hielten und wo es Standart war, dass man gemeinsam in den Skiurlaub fuhr und mehrfach pro Jahr verreiste, zwei Autos hatte und ein Haus in einem bestimmten Viertel unseres Stadtteils bewohnte.

Da galten wir natürlich als peinlich, weil wir in den grauen Wohnblöcken wohnten, in unserer Garage noch bis 2012 ein alter Mercedes W124 parkte und wir sonntags nicht mit dem Anzug gestelzt in die Kirche und dann in ein nobles Restaurant auf dem Land gingen, sondern zuhause waren und gemeinsam gekocht haben, während der Fernsehgottesdienst im ZDF lief (sind katholisch). Dass wir keine "Alteingesessenen" waren, sondern in den 50ern erst kamen spielte da auch mit rein ----> es war für die "Alteingesessenen" Eltern eine persönliche Kränkung, dass ausgerechnet "dieser Ausländer" es auf die "für Bessere gedachte" Realschule schaffte und sogar meist bessere Noten heimbrachte als der eigene Nachwuchs ----> ohne mich loben zu wollen was nicht meine Art ist, aber so war es. Der Schock saß jedenfalls sehr tief.

In der Grundschulzeit war meine Herkunft und meine Familiensituation indes nie ein Thema, weil das eine ganz andere Elternschaft war. Die "Alteingessenen" bildeten von 1997 bis 2001 die Parallelklasse mit denen ich nix zu tun hatte, während ich in der Klasse war, in der die Kinder aus den Randbezirken/Stichstraßen des Stadtteils oder den angrenzenden Dörfern untergebracht waren. Das Klima war total super & aus dieser Zeit habe ich noch einige gute Freundschaften zu "Urdeutschen", einen ehemaligen Mitschüler der nach der 4. auf die Hauptschule wechselte traf ich vorhin im Rewe und wir unterhalten immer lang, freundlich und gut :) 

In der Parallelklasse der Realschule, in die die Kinder aus den unmittelbar der Stadtgrenze angrenzenden Dörfern gingen, war ich übrigens bei den Eltern deutlich angesehener. Da konnte es schonmal passieren dass der Vater einer Para-Mitschülerin freundlich mit mir redete oder die Mutter eines Mitschülers mich nach Hause fuhr, wenn es stark regnete. Aus meiner Klasse hätte das das NIE gegeben, aber da waren die Eltern unter sich auch sehr biestig selbst ggü. anderen "Alteingesessenen". 

Für meine Mitschüler und deren Eltern aus der Realschulzeit ist es heute die größte Strafe, dass ich bei einer regional sehr angesehenen Firma arbeite. So erfuhr ich zufällig letztes Jahr, dass eine ehemalige Mitschülerin sich 2012 auf exakt den Posten bewarb, bei dem die Entscheidung auf meine Wenigkeit gefallen ist. Das erklärt auch, warum sie und ihre Eltern nicht mehr mit mit reden. 

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@rotesand

Was mir auch nie in den Kopf wollte:  Natürlich hatte ich auch das ein oder andere Problemchen mit einigen meiner Mitschüler. Aber ich hatte ein Problem mit "Ahmed", "Carlos" oder "Vadim", während meine Eltern ein Problem mit "dem Türken", "dem Portugiesen" oder "dem Russen" hatten. Hatte ich ein Problem mit "Peter", hatten meine Eltern auch eins mit "Peter" - nicht mit "dem Deutschen".

Allerdings die Kinder des stinkreichen persischen Teppichhändlers erfreuten sich großer Beliebtheit - die hatte nämlich das eigene Haus in eben jenem bestimmten Viertel des Stadteils, fuhren ein dickes Auto und spendeten zu jeder Tombola des Schulfestest mal einen Teppich.  Da war es völlig egal, dass die beiden einfach nur doof waren. Und genau die waren es, die die Anführer beim Mobbing gegenüber Schwächeren waren. Denen ist auch nie was passiert, die haben nie irgendwelche Konsequenzen zu spüren bekommen. Jeder in der Schule wollte mit denen befreundet sein und selbst den "alteingesessenen Eltern"  haben es begrüßt, wenn der Sprößling zu deren Freundeskreis gehörte. Geld macht offensichtlich auch die Nationalität unwichtig.

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@TrudiMeier

Interessant, was ihr so schreibt. ;)

Ich bin 'biodeutsch' durch und durch mit Stammbaum bis 16hundert irgendwas.

Ich bin auf dem Land aufgewachsen, wegen einer Eisenhütte hatte der Ort einen relativ hohen Anteil an Gastarbeitern. Meine Eltern hatten einen Lebensmittelladen, mein Vater war ein "Zugezogener" aus einer 100 km entfernten Stadt.

Irgendwie habe ich mich nie zugehörig gefühlt. Bei den Deutschen war ich Außenseiter, weil ich nicht dem Standard entsprach. Bei den Ausländern gehörte ich nicht dazu, weil ich ja deutsch war. Als meine beste Freundin von der Ober- in die Unterstadt zog, wollte sie nicht mehr mit mir spielen, weil die anderen Kinder aus der Unterstadt mich nicht dabei haben wollten.

Da hat auch der Stammbaum nichts geholfen. Zumal das damals bei uns auf dem Dorf überhaupt kein Thema war. Ich weiß noch, dass wir während des Jugoslawienkrieges vor dem Haus von unseren kosovarischen Nachbarn saßen und nonverbal gemeinsam unserer Trauer über einen vermissten Verwandten Ausdruck verliehen - der Gottseidank später lebend wieder auftauchte.

Lange dauernde und ehrliche Freundschaften zu Deutschen hatte ich auch nur sehr wenige, eine Hand würde zum Abzählen reichen. Meine Freunde wohnen fast alle im Ausland, wir sehen uns nicht sehr oft. Vielleicht hält die Freundschaft deswegen so gut. ;)

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@TrudiMeier

Am Geld lag es bei uns nie, nur sah man es nach außen hin nicht. Mein Opa hat teilweise vierstellige Beträge beim Herrenausstatter gelassen, nur eben nicht für modische Jeans um die man ihn bewunderte, sondern für klassische Garderobe, die er sich teilweise hat maßschneidern lassen. Den Mercedes 230E hat er sich 1989 bar bezahlt, kurz bevor er - langjähriger Handelsvertreter für Haushaltswaren - 1991 in Rente ging, vorher fuhr er als ehemaliger Opelwerker immer die jeweils aktuelle, mit jedem Modellwechsel ausgetauschte Serie eines "großen Opel" (zuletzt den Senator A2). Er hätte sich auch als Ruheständler alle paar Jahre das jeweils neueste Modelle der E-Klasse holen können, wollte das aber nicht und hielt an dem Auto fest, bis er mit fast 90 Jahren nicht mehr fahren wollte und der Benz substanziell zu schlecht für neuen TÜV war ----> deswegen fuhren wir irgendwann eine "alte beige-braune Karre mit merkwürdig kantiger Form", die andere als lächerlich einstuften, uns jedoch treue Dienste leistete. Bin mir sicher, dass ich meine Angewohnheit, vollkommen über materiellen Dingen zu stehen (fahre selbst so einen alten Benz und wohne immernoch "in der Platte") von ihm geerbt habe.

Wie dem auch sei ----> mit den scheinbar "coolen Stars" aus dem angesagten Eck unseres Stadtteils wollte übrigens keiner befreundet sein, der nicht sowieso zu deren Clique zählte. Die wurden schon zur Realschulzeit von allen anderen Klassen und Stufen gemieden. Sie sind bis heute - wir gehen auf die 30 zu - weithin als oberflächliche und unsympathische Typen verschrien, mit denen keiner außer ihren Kindheitsfreunden was zu tun haben möchte. Wenn ich z.B. irgendwo anklingen lasse mit wem ich so in der Realschulklasse war, hagelt's nur Ausdrücke wie "ach Gott nee", "um Himmels Willen" oder, was ich beinahe witzig fand, "alles klar - mein Beileid". 

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Ja Mobbing kenne ich leider auch zur Genüge. Ich wurde zwar nicht wegen der Nationalität aber wegen etwas anderem etwas an meiner Psyche (mehr will ich hier nicht öffentlich schreiben) gemobbt und ausgegrenzt. So wurde ich von manchen Klassen quasi immer als "Alien" angesehen. Eine Klasse in meiner Htl Zeit bleibt mir in Erinnerung wo mir einer schon nach zwei Wochen mein Geld gestohlen hatte und ich dort einfach fiese Dinge ertragen musste obwohl ich keinen Menschen etwas getan habe.

Doch es gab auch Klassen die mich so akzeptierten wie ich bin und mich gut behandelt haben und mit einer lieben Klasse habe ich dann schließlich die Matura (Abitur) gemacht. War eine schöne Zeit mit denen. Es gibt halt solche und solche Mitschüler und es ist Glückssache welche Klasse man bekommt. Übrigens habe ich erst sehr spät erfahren, dass ich zum Teil Russe bin und mir glaubt auch jeder vorerst, dass ich ein 100 %iger Österreicher bin weil ich einen österreichischen Akzent und keinen russischen Akzent habe :) .

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@Knoerf

Ich möchte übrigens unbedingt mal diesen DNA-Test machen lassen. Ich finde es total langweilig nur deutsche Vorfahren zu haben und baue auf Überraschungen. :D

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@Knoerf

Ich muss eine Lanze für meine alte Realschulklasse brechen ----> gemobbt wurde ich über all die Jahre hinweg echt nie. Bei Mitschülern war meine Herkunft tatsächlich auch in der Realschule kein Thema. Ich war keiner von den "Coolen" aber auch keiner, der geärgert oder ausgegrenzt worden ist oder übergangen worden wäre. 

Das Problem waren nur die Eltern, aber selbst die erwähnten oberflächlichen und wenig sympathischen Mitschüler hatten mich akzeptiert. Ich kam mit jedem prima aus und hatte keine Probleme, der Kontakt untereinander war durchaus freundschaftlich und ich hatte einpaar Leute ----> aber andererseits hatte ich meine ganzen Kumpels durchweg außerhalb.

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@Kristall08

Manchmal reicht es schon mal in der Familie intensiv nachzuhaken. Ich bin Deutsche, mein Vater ist Deutscher und meine Mutter behauptete ebenfalls rein deutsche Wurzeln zu haben. Allerdings kam mir ihr Mädchenname so undeutsch vor. Und der Mädchenname meiner Großmutter auch.  Damals gab es aber noch kein Internet, wo man nachforschen konnte. Also habe ich mal nachgefragt und mich gewundert, warum denn die Geschwister meiner Mutter bei Nachfragen dicht machten. Also - auf zu Oma und die intensiv ausgefragt. Und siehe da, Oma und Opa stammen aus Polen - daher auch der polnische Familienname und der polnische Mädchenname meiner Großmutter. Meine Mutter und ihre Geschwister wurden in Oberschesien geboren, was aber nichts an ihren polnischen Wurzeln ändert. Und dies hat meine Mutter bis zu ihrem Tode vehement bestritten, wurde sogar richtig wütend, wenn man darauf zu sprechen kam. Warum? Ich weiß es nicht.

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@rotesand

Ich verstand mich halt mehr mit den Ausländern in den Klassen als mit den eigenen Landsleuten sprich Österreichern. Vielleicht liegts auch daran, dass ich mit meiner psychischen Krankheit in der Minderheit war und die Ausländer ebenfalls in der Minderheit waren und wir so eine Gemeinsamkeit hatten :) .

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Vorab: Ich bin Deutsche und habe einige Zeit im Ausland (in zwei völlig verschiedenen Ländern) gelebt, ich weiß also ziemlich gut, wie es sich anfühlt, "Ausländer" zu sein. 

Meines Erachtens nach liegt das an Gewohnheiten und Mentalität, warum es manchmal Schwierigkeiten mit Deutschen und Ausländern in Sachen Freundschaft gibt. 

Es fängt schon damit an, dass viele Deutsche eine sehr hohe Erwartung an ihr Umfeld (besonders an den Staat allgemein) haben, wie etwas zu laufen hat, wie etwas funktionieren soll - und wenn es das nicht tut, wird er wütend, weil seinen Pläne durchkreuzt wurden. In vielen anderen Ländern, die ich auf Reisen besuchte, geht man damit wesentlich entspannter um, wenn die Bahn nicht pünktlich ist, der Besuch nicht auf die Minute erscheint, es im Supermarkt eben länger an der Kasse dauert. Amerikaner sagten mir immer, wir Deutschen würden immer aggressiv sein und auch so sprechen, als wären wir permanent unzufrieden, dabei sei doch alles gut in Deutschland.

Um einen Deutschen wirklich zu treffen, musst du dich mit ihm verabreden - und zwar egal, wo du dich mit ihm triffst (wir gelten nicht umsonst als Kalendervolk); bei mir ist es (allerdings berufsbedingt) sogar so "schlimm", dass ich mich zum Telefonieren verabrede - Spontanität ist nicht die hervor stechenste Eigenschaft eines Deutschen. In den USA habe ich oft spontan Poolpartys gefeiert - wer da war, schloss sich einfach an, wer keine Lust mehr hatte, ging einfach. Sowas habe ich hierzulande noch nicht wirklich erlebt (außer bei Dorffesten u.ä.), denn wenn man sich verabredet, dann möchte man eine bestimmte Person sehen und jemanden mitbringen ist eher ungern gesehen.

Großzügigkeit und Gastfreundschaft wird in vielen Ländern als Ehre gesehen, in Deutschland ist sie leider eher spärlich gesät. In Island habe ich es erlebt, dass sogar die Zeugen Jehovas zum Frühstück genötigt (!) wurden - hierzulande undenkbar. Sowas wird nur im engsten Familienkreis bzw. unter sehr guten Freunden praktiziert, was es für Deutsche im übrigen auch schwer macht, Komplimente oder Geschenke von "Fremden" anzunehmen (ich mache gern bei Gewinnspielen mit und verschenke, was ich nicht brauche, viele waren immer sehr erstaunt, dass ich keine "Gegenleistung" dafür haben wollte, und getrauten sich kaum, es anzunehmen) - man wird bei sowas misstrauisch: Was will man von mir? Will man mich übers Ohr hauen? Will man mir krumme Geschäfte vorschlagen? Hat mein Gegenüber etwas ausgefressen? Das man einfach nur ein Freund sein möchte, kommt den meisten nicht in den Sinn - und daran scheitern auch viele Anfänge von Beziehungen und Freundschaft, habe ich das Gefühl. 

Des weitern sind Deutsche sehr direkt. Sie sagen dir ins Gesicht, wenn ihnen etwas an dir nicht passt oder sie etwas doof finden - in vielen asiatischen Ländern beispielsweise käme das einem Gesichtsverlust gleich, den man unter allen Umständen versucht, zu vermeiden. Es wird viel gelästert, über andere hergezogen, sich allgemein gern beschwert - und zwar über alles und jeden. Mich nervt das Gejammere, denn es bringt einen weder weiter noch befriedigt es in irgendeiner Art und Weise. Menschen, die aus Not und Elend nach Deutschland kommen, können oft überhaupt nicht verstehen, was man in diesem Land überhaupt zu meckern haben könnte, denn Dankbarkeit ist etwas, was ich auch oft hier vermisse. Mit dem, was man hat, zufrieden zu sein, können viele Nationen - nur die Deutschen tun sich damit schwer.

Ich hoffe, dass du im Laufe deines weiteren Lebens auf Menschen triffst, die das Glück hatten, andere Lebensweisen kennen zu lernen, denn sie beurteilen Deutschland meist anders als ihre Landsleute. 

Alles Gute für dich

Leseratte87

Sind halt oft auch kulturelle Unterschiede zwischen den verschiedenen Völkern. Ich bin Deutscher. In meiner Schulzeit gab es früher auch etliche Ausländer und mit denen bin ich gut zurecht gekommen. 

Wie kann es sein, dass manche Menschen aus anderen Ländern besser deutsch sprechen können, als Deutsche?

Ich schrieb grade mit einem Norweger, der soweit ich das beurteilen kann, perfekt deutsch konnte.. Er lebte nie hier und brauchte in seinem Leben auch nie Deutsch. Vlt. war es erfunden, vlt. auch nicht. Sowas gibt es trotzdem öfters..

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Und nein, die Eltern waren keine Deutschen.

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