Richard Dawkins "Der Gotteswahn" - hat das ein Gottesgläubiger hier schon gelesen?

13 Antworten

Ich bin religiös und ich habe das Buch noch nicht gelesen, sondern erst durch Deine Frage überhaupt von diesem Buch erfahren, aber egal was in diesem Buch steht, wird mich dieses mit Sicherheit nicht davon überzeugen, von meinem Glauben, nicht nur der Lehre der Religion, der ich angehöre, sondern von meinem persönlichen Glauben, abzukehren, denn ich habe viel zu viel erlebt, was meinen Glauben bestärkt hat, als dass ein Buch auch nur im Ansatz diesen Glauben schwächen könnte.

Das hat nichts damit zu tun, dass ich voreingenommen wäre oder mich neuen Perspektiven von vornherein verschließen würde, aber was ich erlebt habe, das habe ich erlebt, und daran ändert kein noch so gut geschriebenes Buch etwas.

Dass Dawkins dieses Buch geschrieben hat, kann nur bedeuten, dass er allen, die er über sein Buch erreichen möchte, unterstellt, ihr Gottesbild sei ebenso naiv wie sein eigenes.

Dem ist aber nicht so: Ich z.B. lese aus der Bibel ganz anderes heraus als er es tut, der stillschweigend unterstellt, jeder Satz sei wörtlich zu verstehen.

Zudem ist mir klar: Die Existenz Gottes - des Gottes, den ich mir vorstelle - kann durch wissenschaftliche Logik weder bewiesen noch widerlegt werden. Warum also sollte es für mich Sinn machen, sein Buch zu lesen?

Dawkins ist ein führender Evolutionswissenschaftler.

Grundsätzlich aber gilt: Nicht alles, was ein Wissenschaflter sagt, ist eine wissenschaftliche Aussage. Wissenschaftliche Aussagen unterscheiden sich von anderen Aussagen dadurch, dass sie vorurteilslos sind (d.h. Beobachtungen objektiv richtig beschreiben und nur als richtig hinstellen, was sich aus jenen Beobachtungen durch Anwendung von durch die Gemeinschaft aller Wissenschaftler anerkannter logischer Regeln ableiten lässt).

Als Autor seines Buches "Der Gotteswahn" spricht Dawkins nicht als Wissenschaftler, sondern als fanatischer Gegner religiöser Weltanschaung.

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Wegen Zeitmangel habe ich bisher nur 1/3 gelesen. Es ist selbstverständlich lesenswert. Für meinen Geschmack enthält es etwas zuviel Ballast, z.B. ausführliche Erlebnisberichte. Aber grundsätzlich hat der Mann selbstverständlich recht.

Ich kann es nicht genau rezitieren, aber es war in etwa so, dass er einen Geisteskranken, der unter einem Wahn leidet mit Anhänger einer Reliogion vergleicht die unter Wahnvorstellungen leiden. Sehr lustig ;-)

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@RIP2000TH

Das Thema ist viel zu ernst und tragisch um "sehr lustig" zu sein. Auch Dawkins macht keineswegs aus dem Thema eine Komödie. So lächerlich eine Befruchtung Marias "durch den heiligen Geist" auch sein mag.

Bei jahrtausende langer Irreführung der Menschen mit umwälzenden Konsequenzen bleibt einem das Lachen im Hals stecken.

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@DrScience

Kommt halt darauf an, mit welcher Art von Humor man daran geht. Man kann natürlich immer alles pessimistisch ansehen, man kann es sich aber auch durch Humor ein wenig verträglicher gestalten...

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Ich habe das Buch gelesen und war ziemlich enttäuscht, da es an vielen Stellen seine tendenziell fundamentale Meinung ausführt, aber keine stichhaltige Argumentation beinhaltet. Das heißt, er argumentiert schon häufig (nicht immer, an manchen Stellen behauptet er einfach nur), aber seine Argumentation ist entweder an den Haaren herbeigezogen oder ist auf Grundlage seiner eigenen Überzeugung und nicht auf Fakten.

Immer wieder spielt ein Hauch Polemik mit rein. Da fehlt mir dann die Sachlichkeit. An anderen Stellen bringt er Fakten an und schließt daraus dann teils unlogische und teils oberflächliche Schlüsse. Da habe ich den Eindruck gewonnen, dass er sich mit den Lehren der Religionen nicht so gut auskennt, wie er es vorgibt. Quasi ein Blinder erzählt vom Fernsehen.

Die Kritik an der Kirche und den "negativen Auswüchsen des Glaubens" (Stichwort Homosexualität) fand ich interessant und gut, aber auch das führte am Ende nur zu seiner subjektiven Meinungsdarstellung, statt zu konstruktiver Kritik. Da hätte man mehr rausholen können.

Letztendlich verkündet Dawkins (meiner Auffassung nach) auf diesen Seiten nur seine eigene stark dogmatische antitheistische Lehre. Aufgrund der fehlenden Stichhaltigkeit seiner Argumente kann man eigentlich fast von einem Dawkins-Glauben sprechen, und das Buch ist seine Bibel. Und das kann man eben glauben, muss man aber nicht.

ja, ich bin - immer noch - gläubiger Christ, und ich habe das Buch gelesen.

Meines Erachtens fördert dieses Buch nur Atheismus bei den Lesern, die eh schon Agnostiker sind oder Atheisten.

Seine Vorwürfe gegen Gläubige, die unmenschlich handeln, sind sicher berechtigt. Seine Hinweise auf Widersprüche in GLAUBENSBEKENNTNiSSEN und die Schuld verschiedener Religionen im Hinblick auf falsche Lehren und Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind auch beachtenswert.

Seine Versuche, die Gründe für Religion zu erklären, wenn man wie DAWKINS davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt, sind allerdings Science Fiction und meines Erachtens nicht schlüssig.

Bereits im ersten Kapitel lenkt er seine Leser in die falsche Richtung, denn er schreibt:

Wie jeder weiß, gründet sich Religion nicht auf Wissen, sondern auf Glauben.
Dawkins, Richard. Der Gotteswahn (German Edition) (S.29). Ullstein eBooks. Kindle-Version. 

Glauben heißt nicht Wissen - wer so einen Müll schreibt, und es besser weiß oder besser wissen sollte, der will den Rest der Welt nur "auf den Arm nehmen".

Also, als ich das im Kapitel 1 las und feststellte, dass Dawkins nicht weiß, wie man Glauben definiert, nun da war klar, wohin das führt.

Egal......viel Freude beim Lesen des Buches, immer kritisch distanziert lesen. Mich hat er nicht überzeugt, der Dawkins.

cheerio

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – 50 Jahre Bibelstudium und permanente Weiterbildung

Was genau soll denn da falsch sein? Und wie müsste es richtig sein?

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@Gruffalo

Es ist genau umgekehrt: OHNE Wissen KEIN Glauben.

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@gromio

Wieso sollte das so sein? Glauben kann man nur etwas, was man nicht weiß. Oder anders, wenn man etwas weiß, muss man es nicht mehr glauben.

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@Gruffalo

Genau umgekehrt ist es: Gerade DAS, WAS MAN WEIß, muss man glauben.

Glauben heißt vertrauen. Ich behaupte: Ohne Glauben wären wir tot. Alles ist Glauben. Das fängt bei den kleinen Kindern an, die glauben an ihre Eltern (eine zeitlang halt), dann an die Lehrer. Wenn dir Naturwissenschaft gelehrt wird, musst du es zuallererst glauben, erst viel später kannst du, wenn du dir die Mühe machst, darangehen das zu beweisen.

Es ist ein Irrtum anzunehmen, "glauben" hieße Dogmen herunterzubeten, Kataloge von Vorschriften "auszuüben", Rezepte anzuwenden, "Werke" zu vollbringen ("Wir esen kein Schweinefleisch, wir haben keinen Sex vor dem dritten Kind", ... daher sind wir gläubig - Schwachsinn!).

Glauben heißt vertrauen, habe ich schon gesagt, heißt aber auch "Staunen", die vielen "Wunder" sehen, die der Tag für uns bereithält, dankbar sein, empatisch sein, offen sein für das, was von "oben" auf uns kommt, und nicht verzweifeln, wenn es einmal nicht so läuft.

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@gromio

Umgekehrt ist es: Gerade DAS, WAS MAN WEIß, muss man glauben.

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@Kneisser

Nein, es sei denn ich glaube nur zu wissen.......aber ohne WISSEN kein Glauben. Jesus z.B. konnte wegen früherer Wunder glauben, Lazarus von den Toten auferwecken zu können - sicher auch, weil er von Jehova, GOTT VATER, die innere Gewissheit hatte, die notwendigen Wunder vollbringen zu können. Also Jesus glaubte, Lazarus auferwecken zu können, weil er andere oder ähnliche "Machttaten" zuvor bereits vollbringen konnte.

Diese Art Glauben beruht auf Wissen und/oder Erfahrung , das von Dir genannte Vertrauen ist ebenfalls begründet in Wissen und /oder Erfahrung.

So ist es auch bei Wissenschaftlern, wenn diese "glauben" mit Versuchen mögliche, evtl. erwartete Ergebnisse zu erzielen.

cheerio

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@gromio

Wissen ist sicherer als Glauben. Wenn du dir die Begriffe anders definierst, ist es klar, dass dann was anderes bei raus kommt. Richard Dawkins hat Recht mit dem was er schreibt, wenn man versteht was damit gemeint sein soll.

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@Gruffalo

Dawkins definiert IM BUCH falsch. Und er SOLTTE es besser wissen.

ciao

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Wie jeder weiß, gründet sich Religion nicht auf Wissen, sondern auf Glauben.

Was soll an diesem Satz falsch sein? Wissen war schon immer der Größte Feind des Glaubens, Wissenschaft der größte Feind der Religion. Ich finde das Buch sehr lesenswert, aber wer "glauben" will statt zu wissen, an dem prallen alle vernünftigen Argumente natürlich ab.

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@okieh56

Es ist genau umgekehrt: OHNE Wissen KEIN Glauben.

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"Seine Versuche, die Gründe für Religion zu erklären, wenn man wie DAWKINS davon ausgeht, dass es keinen GOTT gibt, sind allerdings Science Fiction und meines Erachtens nicht schlüssig."

Das ist Religionspsychologie. Psychologische Erklärungen gehen nicht davon aus, dass es einen Gott gibt, was unwissenschaftlich wäre. Sie nehmen keine Rücksicht darauf.

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@DarkSepia

Psychologische Betrachtungen sind m.E. fehl am Platze, geht man davon aus, dass biologisches Leben sich "entwickelt" hat, siehe "Das egoistische Gen". Im Übrigen ist es KEINESWEGS unwissenschaftlich, anzunehmen, es gäbe einen GOTT. Das Gegenteil ist der Fall.

Ill

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@gromio

Psychologische Betrachtungen sind nicht fehl am Platz, wenn man versucht, das Phänomen Religion zu erklären.

Und was ich mit unwissenschaftlich meinte ist, ein beobachtbares Phänomen, wie Religion, mit einem Gott zu erklären und so zu tun, als sei das gute Psychologie. Es wäre wie biologischer Kreationismus.

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@DarkSepia

Nun, das mag Deine Ansicht sein, ich halte das für Unsinn und Zeitverschwendung, und ich denke NICHT, dass ein GLÄUBIGER allein aus psychologischen Gründen religiös ist, vielmehr verschließt dieser nicht die Augen vor den Realitäten, Belege ohne Ende für einen GOTT.

Ill

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