Evolution oder religiös?

Das Ergebnis basiert auf 54 Abstimmungen

Evolution 61%
Gott erschuf die Erde und.... 27%
beides 9%
weder noch(also nichts von dem) 1%

57 Antworten

Evolution

Naja, entgegen der bei Kreationisten ziemlich verbreiteten Annahme, dass die Evolution einen oder mehrere Götter ausschliesst, betrifft das eine nicht das andere.

Die Evolution als Mechanismus ist restlos sicher bewiesen, die genauen Übergänge hingegen, sind aufgrund der großen Zeitspannen schwierig zu rekonstrieren. Evolution lässt sich direkt beobachten (LTEE, Nylon verdauende Bakterien, CoEvolution, Gendrift etc.), genetische Analysen bestätigen die ET jeden Tag aufs Neue, dazu dann noch die Fossilienfunde... da bleibt kein Spielraum mehr für grobe Fehler.

Was Kreationisten gerne machen, ist ja eine eigene Evolutionstheorie aufzustellen und damit dann gegen die echte ins Felde zu ziehen... so finden sich immernoch haufenweise Seiten, die z.B. die Entstehung des Lebens oder sogar den Urknall mit zur ET rechnen, was natürlich von vielen einfach ungeprüft übernommen wird. Das Problem dabei ist, dass die Evolution ein sehr komplexer Vorgang ist und diese Komplexität machen sich Kreationisten gerne zu Nutze und bieten dann ein vermeintlich "einfaches Bild" der ET, gegen das dann angegangen wird. 

Ein gutes Beispiel ist die Argumentation mit Organsystemen... Angeblich muss ein Organsystem von vornherein "perfekt" sein, um zu funktionieren, aber schon ein paar Minuten eigene Recherche zeigen, dass dem nicht so ist... Beipiel: das Auge... in der Natur finden sich etliche "primitive" Augen, das beginnt z.B. bei einfachen Photorezeptoren bei der Gattung Volvox (Augenfleck)... oder rel. primitven "Fischherzen". Auch das Argument der angeblichen "irreduziblen Komplexität" als Beweis gegen die ET konnte bisher nicht gestützt werden... sämtliche "Beispiele" konnten widerlegt werden (google mal nach "Dover-Prozess")...

Ein anderes Argument wäre z.B. die angebliche Unwahrscheinlichkeit der Evolution... da werden die aberwitzigsten Zahlen genannt, natürlich ohne jemals die zugrunde liegenden "Berechnungen" aufzuzeigen... warum nur...? Aber auch das ist leicht zu widerlegen:

Stell dir einfach mal vor wie unwahrscheinlich es ist, dass du als Person genau so existierst wie du es nunmal tust... Jede noch so kleine Entscheidung von dir, deinen Eltern, Großeltern etc. könnte so gravierende Auswirkungen gehabt haben, dass du als Person evtl. völlig anders geworden wärst, bzw. es dich garnicht gäbe... Laut der Kreationistischen Wahrscheinlichkeits"rechnung", wäre somit der "Beweis" erbracht, dass es dich garnicht gibt... bzw. gar keine Menschen oder Lebewesen...

Richtig interessant wird es dann bei der sog. Grundtypenbiologie, die seit ein paar Jahren Einzug in den Kreationismus genommen hat, um ein paar der gravierenden Probleme mit der Sintflutgeschichte zu "erklären"... Einerseits wird die Unwachrscheinlichkeit "positiver Mutationen" angebracht ("fast alle Mutationen sind negativ"), andererseits muss zur Aufrechterhaltung dieser These eine derartig große Zahl "positiver Mutationen" in kürzester Zeit passieren, dass das alles in den Schatten stellt, was man vorher großlaut kritisiert hat...

Du kannst ja auch gerne mal zu den vermeintlichen "Missing Links" nachfragen: "Wie genau müsste ein solcher Missing Link aussehen bzw. welche Charakteristika müsste dieser haben, damit er auch als solcher anerkannt wird?"... mal sehen ob du eine echte Antwort erhältst oder nur ausgewichen wird...

Man könnte die Liste beinahe beliebig erweitern, allerdings sollte wohl jedem aufgefallen sein, dass Evolutionskritik sehr wenig mit wissenschaftlichem Denken zu tun hat, sondern viel mehr mit der verzweifelten Verteidigung eines Dogmas... Ich empfehle mal als Einstiegslektüre zu dem Thema das hervorragende Buch "Das ist Evolution" von Ernst Mayr oder auch einige Bücher von Dawkins (auch wenn die Titel -auf Deutsch- manchmal etwas unglücklich sind und ich seinen doch schon etwas harschen Atheismus nicht immer so teile, sind sie wissenschaftlich korrekt und nachvollziehbar).


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seinen doch schon etwas harschen Atheismus nicht immer so teile,

In seinen Evolutionsbiologischen Büchern hält er sich damit sehr zurück.

Was uns als "harsch" erscheint, ist der unvermeidliche Reflex auf die kreationistischen Anfeindungen in den USA. Zum Glück ist der Kreationismus hier ja noch sehr schwach vertreten, wenngleich auch in einigen Zusammenhängen auf dem Vormarsch. Es soll schon eine deutsche Landeskultusministerin gefordert haben, die Schöpfungsgeschichte solle in Biologie gleichberechtigt zur Evolutiontheorie gelehrt werden.

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@realsausi2

Umgekehrt gefragt: Kommt denn Evolution im Unterricht überhaupt vor?

In der Grundschule hören die Schülerinnen und Schüler von der Erschaffung der Welt durch Gott. Von der Evolution erfahren sie noch nichts. In den Lehrplänen für die bayerischen Grundschüler/innen kommen Urknall und Evolution nicht vor, dagegen wird die biblische Schöpfung 18x erwähnt. Dass sich die überwiegende Mehrheit der Deutschen längst von den zentralen Dogmen des Christentums verabschiedet hat und immerhin jede/r dritte Deutsche keiner Religionsgesellschaft mehr angehört, wird einfach ignoriert. (Evolution für den Lehrplan, Dittmar Graf)

Nach einigem Googlen und auch nach meinen persönlichen Erfahrungen kommt die Evolutiontherorie erst in der zwöften Klasse dran, zu einem Zeitpunkt, zu dem nur noch ein Bruchteil der Schüler dabei ist, und das Fach Bio schon abgewählt werden konnte. Die Mittelstufe, auch die für die Gymnasialkinder, ist frei von solchem Gedankengut. Da habe ich einen guten Überblick.

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@FelixLingelbach

Ok... etwas seltsam, weil ich in meiner Schulzeit, die nun auch schon ein paar Tage zurückliegt die Evolution schon in der 8. Klasse -zwar etwas stiefmütterlich- behandelt habe. Dass die Mechanismen erst in der Oberstufe dran kommen, liegt aber wohl daran, dass man einem 8. Klässler mit Gendrift oder phylogenetischen Stammbäumen evtl. zuviel zumutet. Es stimmt aber, dass wir durch unser etwas lasches Schulsystem dem Kreationismus durchaus Vorschub leisten, schlicht weil es verpasst wurde, Grundlagen interessant und auch rel. einfach nachvollziehbar zu präsentieren.

Allerdings kritisiere ich auch massiv dir frühkindliche Indoktrinierung auf Religion in den Grundschulen. Religion ist in meinen Augen reine Privatsache und sollte demnach auch nicht Bestandteil in der Schule sein, vor allem nicht diese selektive "liebe Gott" Darstellung mit Aussparung der biblischen Genozide/Massenmorde oder absurden Strafen. Ethik ohne jeglichen religiösen Beiklang wäre da sicher die angebrachtere Lösung.

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22
@realsausi2

Wie dann ein Bio-Unterricht aussehen soll, ist mir aber schleierhaft, weil man dann ja so ziemlich alle biologischen Mechanismen über den Haufen werfen müsste... "Wie funktioniert Vererbung?" -> "Gott macht es so"... richtig 1... "Wie erklärt man Artbildung?" -> "Gott macht es so"... richtig 1... etc. Kurs beendet...

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42
@Hyperhaes

Man könnte Evolution sicher sogar grundschultauglich aufbereiten. Gerade Kinder sind fasziniert von solchen Themen, meint jedenfalls der Dittmar Graf.  

http://www.sueddeutsche.de/bildung/interview-zum-unterricht-in-der-grundschule-warum-die-evolution-schon-kindern-erklaert-werden-sollte-1.2003988

Graf sagt auch, Evolution käme in der Mittelstufe vor, habe ich aber hier in Hessen nichts von gemerkt, weder in meiner Schulzeit, noch in der der Kinder, die ich betreue und betreut habe. Ein bisschen Mendelsche Gesetze, das war's. In der Fünf laufen noch zwei Wochen 'Steinzeit' als Vorspann für 'Ägypten', Geschichte dann natürlich. 

Weg mit der Religion aus der Schule! Da sollte es um Wissen gehen, nicht um Glauben. Religionslehrer sind allerdings gut ausgebildet und gäben prima Ethiklehrer ab.

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@FelixLingelbach

Sehe ich eigentlich genauso, man müsste es nur hinbekommen das dann auch wirklich interessant zu vermitteln und vor allem auch halbwegs kompetente Lehrer in den Fächern zu haben. Ich bekomme es gelegentlich von einem Bekannten mit, dass Schüler aus Familien mit "Kreationistenhintergrund" ihre einschlägigen Zeitschriften/Texte mit in die Schule bringen und dann versuchen damit Eindruck zu schinden. Das Problem dabei ist, dass die meiste evolutionskritische Lektüre sehr einfach, aber psychologisch clever geschrieben ist, eben damit Leute die keinen Deut Ahnung von der Materie haben gefangen werden, während viele Fachbücher eben wegen der Komplexität des Themas manchmal schwerer verdaulich sind (klar gibts auch Ausnahmen, aber es müsste schon mehr versucht werden das Thema allgemeinverständlicher rüber zu bringen... und ich glaube da liegt der Spagat... einfache Verständlichkeit vs. Komplexität).

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beides

Naja ich tendiere zwar eher zur Evolitionstheorie, aber da selbst dort einiges sehr unglaubwürdig ist, z.b. wie das erste leben entstand, kann es auch sein das es von Gott, Allah oder irgendwen anders erschaffen wurde, das würde zumindest die Lücke füllen die die Wissenschaft nicht erklären kann. Es könnte also auch gut gewesen sein das Gott oder sonst irgendeine höhere macht das erste Leben erschaffen hat, der Rest aber wie in der Evolutionstheorie abgelaufen ist. Genau weiß es aber keiner :)

Evolution

Ich bin ziemlich sicher davon überzeugt, dass das Leben auf der Erde durch chemische Evolution (Abiogenese) entstanden ist, und sich durch natürliche Evolution weiter entwickelt. 

Die Evolution ist wissenschaftlich so gut abgesichert, das man sie kaum noch anzweifeln kann.

Allerdings finde ich persönlich den Gedanken sehr schön, dass Gott als Ursprung hinter der Entstehung des Universums stehen kann. Aber ich glaube nicht, dass Gott Erde und Menschen erschaffen hat.

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Endlich jemand der versteht das es verschiedene Meinungen gibt:)👍👍

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@Gansehaut

Zeige mir einen, der hier nicht versteht, dass es verschiedene Meinungen gibt... also die Behauptung ist echt lächerlich. 

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@Gansehaut

Zu Fakten sind keine zwei Meinungen zulässig. Würdest Du eine Meinung, dass die Erde doch eine Scheibe sei, für zulässig halten?

Meinungen sind in der Welterkenntnis absolut kontraproduktiv. Hier geht es um Fakten, um Überprüfbarkeit.

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... Dazu grad noch ein Buch für dich, SibTiger: "Eine Hand voll Sternenstaub" von Lorenz Marti. Eines meiner persönlichen Favorites zum Thema.

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