Frage and Arbeitsrechtler: Entgeltgleichheit versus Vertragsfreiheit bei der Entgelthöhe. Was wiegt mehr?

Das Gebot der Gleichbehandlung ist ja ein unverzichtbares Prinzip der Lohngerechtigkeit im Betrieb. Bei der Vergütung gilt das Gleichbehandlungsgebot jedoch nur eingeschränkt auf Grund der Vertragsfreiheit für betriebliche Löhne. Nun meine Frage:

Angenommen in einem Betrieb (ohne Tarifbindung) werden neue Mitarbeiter eingestellt. Durch besondere Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt konnten diese in ihren Verträgen deutlich mehr Entgelt aushandeln als vergleichbare Mitarbeiter, die schon im Betrieb arbeiten. Wenn im Rahmen des Entgelttransparenzgesetzes durch den Auskunftsanspruch nun Vergleichsgruppen für gleiche oder gleichwertige Arbeit gebildet werden und diese neu eingestellten Mitarbeiter Teil der Vergleichsgruppe sind , dann müsste sich ja der entgeltbezogene Median (also das Vergleichsentgelt) durch die neuen, besser bezahlten Mitarbeiter (welche ja die gleiche oder gleichwertige Tätigkeit wie die anfragende Person durchführen) nach oben schieben. Ist das richtig? Oder kann der Arbeitgeber diese Leute davon ausnehmen und sagen, dass es sachlich gerechtfertigt ist, dass die neuen Mitarbeiter mehr verdienen, da es ja hierfür arbeitsmarktbezogenen (sachliche) Gründe hat? Was wiegt in diesem Fall mehr? Die Vertragsfreiheit oder der Grundsatz der gleichen Bezahlung für gleiche der gleichwertige Tätigkeit?

Über eine qualifizierte Antwort von erfahrenen Betriebsrätlern, Arbeitsrechtlern o.ä. wäre ich äußerst dankbar.

Vielen Dank!

Recht, Arbeitsrecht, Entgelt, Ausbildung und Studium, Wirtschaft und Finanzen, Beruf und Büro
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Wieso habe ich so wenig Weihnachtsgeld bekommen?

Hallo, 

ich hatte die Frage schon mal gestellt, allerdings hatte ich vergessen eine wichtige Information beizufügen.

In einem Gespräch mit meiner Arbeitskollegin ist uns aufgefallen, dass sie 2400 € netto Weihnachtsgeld bekommen hat und ich nur 1008 €. Sie hat Ende Januar 2017 ihr Kind bekommen und ist dementsprechend seit März in Elternzeit und ich habe Ende Juli mein Kind bekommen und bin seit Ende September in Elternzeit. Jetzt frage ich mich natürlich, wie so ein großer Unterschied entstehen kann. Wir haben beide gleich viel verdient. Ich habe seit Juli Steuerklasse 5 und hatte vorher 3. Die Kollegin hatte das ganze Jahr über Klasse 5.

Ich arbeite im öffentlichen Dienst und werde nach Tarif bezahlt. D.h. ich habe Anrecht auf Weihnachtsgeld bzw. 13. Gehalt.

Ich habe bereits in der Personalabteilung nachgefragt und nur die Antwort bekommen, dass ich je weniger ich in einem Jahr verdiene (Jahresbrutto), umso mehr Weihnachtsgeld bekomme.

Das verstehe ich nicht so ganz...

Wie kann es dann sein, dass ich in dem Jahr wo ich voll gearbeitet habe 1500€ Weihnachtsgeld bekommen habe (Jahresbrutto fiktiv 40.000 €), aber in dem Jahr mit einem Jahresbrutto von (fiktiv) 35.000 € weniger Weihnachtsgeld bekomme, wenn es doch heißt "Je weniger Jahresbrutto, desto mehr Weihnachtsgeld".

Der Kollege ist noch nicht lange in der Personalabteilung tätig und ihm sind auch schon andere Fehler was meine Abrechnung angeht unterlaufen. Daher bin ich etwas stutzig.

Danke im Voraus!

Arbeit, Abrechnung, Öffentlicher Dienst, Weihnachtsgeld, Entgelt, Personalabteilung, tariflohn, 13.gehalt, Ausbildung und Studium, Jahresbruttoeinkommen, Beruf und Büro
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Jobcenter will mich in eine Behindertenwerkstatt schicken und ich hätte dann kein Gehalt mehr - Wer hat Rat und was sind die. Vorteile und Nachteile?

Meine Situation ist sehr kompliziert. Ich bin noch weit unter 25 , lebe bei einem Elternteil und bin derzeit arbeitslos gemeldet. Ich habe bisher weder eine Ausbildung, noch einen sozialversicherungspflichtigen Job ausgeübt. Das Einzige, was ich derzeit mache ist ein Minijob. Damit kann ich bis zu 450€ verdienen, aber es ist sowieso immer etwas weniger.

Ich habe sowieso festgestellt, dass vom Jobcenter nur die Sozialversicherungen bezahlt werden, da wir zu viel verdienen. Ich muss also weiterhin arbeitslos gemeldet bleiben, damit die Versicherungen bezahlt werden können!

Für mich ist es nicht möglich mehr arbeiten zu gehen oder in Ausbildung zu gehen, weil ich psychotische Depressionen habe und eine Angststörung. Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt etwas Geld dazuverdienen kann. Klinikwartezeiten betragen in meinem Fall mehr als 2 Jahre und diese Zeit muss ich überbrücken.

Das Amt will mich in eine Behindertenwerkstatt schicken, wo ich Vollzeit arbeiten soll. Dann müsste ich meinen unbefristeten Job kündigen. In so einer Werkstatt würde ich kein Geld bekommen. Mein Elternteil würde lediglich meinen Bedarf aufs Konto bekommen, aber das nützt mir nichts! Es wäre dann außerdem viel weniger Geld zur Verfügung, wenn ich meinen Job kündigen muss. Ich hätte dann sozusagen keinerlei Geld mehr.

Wer kennt sich mit meinem Fall aus?

Arbeit, Geld, Einkommen, Behindertenwerkstatt, Behinderung, Entlohnung, existenzminimum, Inklusion, Jobcenter, Lohn, Sozialversicherung, Verdienst, Zwang, Entgelt, arbeitsfaehigkeit, Lebensunterhalt, Erwerbsleben
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Entgelt einbehalten wegen 2,50€ Diebstahl?

Hallo, bis vor kurzem habe ich als Teilzeitkraft an einer Tankstelle gearbeitet. Ich wurde ordentlich gekündigt nachdem auf einem überwachungsvideo zu sehen war, wie ich eine Packung Studentenfutter für ca. 2,50€ gegessen habe ohne zu bezahlen. Am Tag meiner Kündigung habe ich dies ehrlich Zugegeben. Jetzt ca. 2 Wochen später bekomme ich Post in der steht, dass mein gesamter Monatslohn trotz ordentlicher Kündigung (mit Kündigungsfrist) einbehalten wird. Zusätzlich wird eine Anzeige vorbehalten und mir wurde Hausverbot erteilt.

Dürfen die meinen gesamten Monatslohn wegen lächerlichen 2,50€ einbehalten?

Im übrigen wurden angeblich während meiner Zeit als Arbeitnehmer mehrmals Zigaretten in einem wohl so hohen Wert geklaut, das der Pächter der Tankstelle vor meiner Kündigung einen Pächterwechsel angekündigt hat, da er den Schaden nicht mehr tragen kann.

Ich wurde gekündigt, der Pächter ist geblieben und ich denke einfach das der mir den Zigarettendiebstahl, mit dem ich absolut nichts zu tun habe, anhängen will um, vielleicht für die Versicherung, einen Sündenbock zu haben. Oder er denkt ich wäre das mit den Zigaretten gewesen und um den Schaden zu verringern behält er meinen Lohn ein.

Als Kündigungsgrund wurde 'aus betrieblichen Gründen' angegeben.

Falls Fragen offen sind, fragt. Ich werde so schnell wie möglich antworten und danke schonmal für die Zeit die ihr dafür in Anspruch nehmt.

Recht, Arbeitsrecht, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Entgelt
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Bin ich unterbezahlt, was meint ihr?

Hallo zusammen,

ich wende mich mit meinem Anliegen jetzt an euch und hoffe, dass ihr mir ein paar Anregungen liefern könnt. Danke im Voraus dafür.

Ich bin 26 Jahre alt, habe eine kaufmännische Lehre und acht Jahre Berufserfahrung. Nach Abschluss meiner Lehre habe ich seither in verschiedenen Unternehmen gearbeitet, immer in der Verwaltung. Letztes Jahr schloss ich meine Weiterbildung als Fremdsprachenkorrespondentin vor der IHK ab.

Seit Ende 2014 arbeite ich jetzt in einem mittelständischen Unternehmen in Baden, habe damals mit fünf neuen Mitarbeiten angefangen und bin als letzte geblieben. Seit einem halben Jahr führe ich sozusagen die Verwaltung, habe Leute unter mir und kümmere mich um alles, was es sich überhaupt zu kümmern gibt. Alles läuft über meinen Schreibtisch, ich bin "The Brain", so mein Chef. Als "The Brain" finde ich, sollte man sich auch anständig bezahlen lassen. Denn Engagement und Überstunden sind selbstverständlich, Urlaub wird gar nicht oder wenn, dann erst kurz vor knapp genehmigt und meiner Meinung nach könnte das Firmenklima deutlich besser sein, was aber hauptsächlich an der Chefetage liegt. Kompetente Unternehmensführung wird hier leider klein geschrieben.

Ich habe damals zu einem Bruttogehalt von 1.800,- EUR angefangen, jedoch nur unter der Bedingung, dass es nach der Probezeit zu einem Gehaltsgespräch kommt, wozu es auch kam. Seit einem Jahr verdiene ich jetzt 2.000,- EUR brutto. Nachdem mein letzter Kollege Ende letzten Jahres gegangen ist, und ich seither alles alleine machen muss hatte ich mir vorgenommen, direkt zu Beginn des Jahres das Gespräch zu suchen. Ich bekomme von allen Seiten zu hören, ich solle mich nicht unter meinem Wert verkaufen denn ich bin in dem was ich tue gut aber wie es so ist, habe ich natürlich Bedenken dass es dann zur Kündigung kommt. Vor zwei Woche habe ich dann aber doch das Gespräch gesucht, meine Gehaltsvorstellungen geäußert und bekam dann sofort zu Ohren dass dies ein "überdurchschnittliches Gehalt" wäre. Bekomme jetzt ab Juli 2.250,- EUR (der laufende Monat ist noch nicht rum, es wäre also auch kein Problem gewesen, mir ab Juni mehr Gehalt zu geben).

Ich bin etwas ernüchtert, muss ich ehrlich sagen. Haltet ihr das für ein überdurchschnittliches Gehalt?

Danke für Anregungen und eure Meinungen.

LG

Gehalt, baden, Baden-Württemberg, Firma, Verwaltung, Entgelt
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Urlaubsentgelt Wie wird es in dem beschriebenen Fall berechnet und wie viel steht dem Arbeiter zu?

Ein junger Bekannter fühlt sich in Bezug auf Urlaubsentgelt über den Tisch gezogen. Ich möchte ihm gerne helfen und erfahren, ob alles rechtens ist.

Wie viel Urlaubsentgelt steht einem jungen 24 jährigen Arbeiter, Maler/Facharbeiter zu?

Situation:

Arbeitsverhältnis: Im Kleinbetrieb als vollbeschäftigter Arbeitnehmer, gelernter Maler seit einem ¾ Jahr auf unbestimmte Zeit.

Das Arbeitsverhältnis unterliegt nicht einer Tarifbindung.

Stundenlohn 12,50 € (ist unter Tarif, doch vermutlich legal da keine Tarifbindung besteht)

Die wöchentliche Arbeitszeit / Stunden pro Woche ist im Arbeitsvertrag nicht angegeben. Im Monat wird zwischen 170 und 200 Stunden gearbeitet, gehen wir von 185 Std. aus. Am Freitag werden nur 6 Stunden gearbeitet.

Wöchentliche Arbeitszeit ist im Vertrag nicht geregelt, doch wie viele Stunden werden je Urlaubstag zur Regelung vom Urlaubsentgelt zugrunde gelegt und wie viel steht dem betroffenen zu?

Wenn der betroffene nur am Freitag Urlaub nimmt, so bekommt er nur 6 Stunden als Urlaubsentgelt bezahlt, da am Freitag nur 6 Stunden gearbeitet werden. Ist da nicht ein Durchschnitt verpflichtend?

An den anderen Tagen bekommt er nur 8 Stunden vergütet, obwohl im Durchschnitt viel mehr gearbeitet wird. Ist das richtig?

Ich bitte nur um unverbindliche Wissensantworten und keine Vermutungen :-)

Ich freue mich über konstruktive Beiträge und danke im Voraus.

Reise, Freizeit, Urlaub, Entgelt
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