Völker die nicht an Gott, Götter oder Geister glaubten

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23 Antworten

Angst beflügelt die Phantasie, und vor den großen Kulturen hatten die Menschen viel Angst, weil sie vielen lebensbedrohlichen Unwägbarkeiten ausgesetzt waren. Der Atheismus ist eine sehr späte Ausprägung einer fortgeschrittenen menschlichen Kultur. Er setzt eine ganze Reihe empirischer Erfahrungen voraus und wissenschaftliche Interpretationen der Welt, die uns im Umgang damit auch immer wieder bestätigt werden. Man muss auseinander halten, dass jemand wie Sokrates bezichtigt wurde, die Macht des herrschenden Klerus zu untergraben, auch wenn er an "Göttliches" glaubte, oder ob ein Philosoph, der wie Epikur ausdrücklich die Existenz von Göttern nicht bestritt, dennoch von allen Religiösen als Atheist geschmäht und von den Christen sogar mit wildem Hass und Verleumdung verfolgt wurde. Negativ wurde ihm angekreidet, dass er Göttern einen dirketen Einfluss auf das Weltgeschehen absprach, was dem Klerus und den ihnen verbundenen Mächtigen die Möglichkeit nahm, Menschen mit Angst zu manipulieren. Positiv machte Epikur geltend, dass Menschen "Innenprojektionen" der Hoffnung, der positiven Erwartung gegen alle schlechte Erfahrung brauchen, um einen Lebenssinn aufrecht zu erhalten, die sie sich in personifizierter Form als Götter oder Gott vorstellen. Feuerbachs Projektionstheorie trifft diese Gedanken nicht 100prozentig. In Zeiten der "Verwissenschaftlichung" flüchten sich Menschen dann in abstrakte "Ismen", an die sie ihre Hoffnung und die Rettung der Welt anhängen.

geschoepf 13.12.2013, 00:31

Könntest du das allgemeinverständlich formulieren? Bitte.

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berkersheim 13.12.2013, 09:39
@geschoepf

Gerne, wenn Du mir sagst, was Du davon näher erläutert haben möchtest.

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wildcarts 15.12.2013, 01:12

Der Atheismus ist eine sehr späte Ausprägung einer fortgeschrittenen menschlichen Kultur.

Das ist eine sehr komische Eigendefinition, die nichts mit Atheismus z utun hat.

Atheismus ist der natürliche Zustand jedes Menschen von Geburt an: Glaubenslosigkeit!

So wie jeder Mensch als Nichtraucher auf die Welt kommt, muss man ihm erst eine Zigarette reichen, bevor er sie ablehnen kann und somit bewusst zum Nichtraucher wird bzw, einer bleibt. JEder Mensch ist solange Atheist, bis ihn jemand mit einem Glaubensmdodell konfrontiert. Dann entscheidet er sich zum Glauben oder zum Nichtglauben.

Er setzt eine ganze Reihe empirischer Erfahrungen voraus und wissenschaftliche Interpretationen der Welt, die uns im Umgang damit auch immer wieder bestätigt werden

Das ist falsch. Atheismus setzt rein gar nichts voraus, da es ein passiver Zustand ist, den niemand erlangen kann, sondern von der Natur aus hat.

In Zeiten der "Verwissenschaftlichung" flüchten sich Menschen dann in abstrakte "Ismen", an die sie ihre Hoffnung und die Rettung der Welt anhängen.

Hat aber nichts mit Atheismus zu tun!

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berkersheim 17.12.2013, 01:18
@wildcarts

@wildcarts

Jetzt übertreibst Du ein wenig. Soweit Kinder noch kein abstraktes Verständnis haben und keine bildliche oder abstrakte Vorstellung von Welt, in die sie erst kulturell hineinwachsen, ist es schon seltsam, bei Kleinkindern von "Atheismus" zu reden. Atheismus hat bei Dir in der Tat etwas mit "ISMUS" zu tun, das wird aus der ziemlich verqueren, krampfhaften Auffassung klar.

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Ich glaube, dass die Existenz Gottes ist ein Problem, über links aus der Geschichte, ist es unmöglich, zu ändern. Ich habe immer noch nicht an die Existenz Gottes glauben. In meinem Herzen glaube, es war nur eine Nahrung Geist. Mit dem Glauben an die Existenz Gottes, um einsame Herzen zu erfüllen, in der Tat, wie lange, wie Sie an die Existenz Gottes glauben, er scheint wirklich zu existieren, um Ihre Richtung zu führen all diesen Unfug. Ob Sie es glauben oder nicht, spielt keine Rolle, solange glücklicher.

In der Vergangenheit ist das schlecht möglich, schließlich mussten sich die Menschen ja irgendwie ihre Umwelt erklären und - Pirahã hin oder her - mit Kontingenzfragen klarkommen. Die Frage müsste also lauten, ob es möglicherweise in Zukunft Völker geben könnte, die nach Charles Taylors Säkularisierung 3.0 funktionieren könnten, bei denen also Religion keine Rolle spilet. Momentan sieht es jedenfalls nicht danach aus. Ganz im Gegenteil spricht man eher von der Rückkehr der Religionen. Der Mensch kann halt nicht aus seiner Haut.

wildcarts 15.12.2013, 01:25

Ganz im Gegenteil spricht man eher von der Rückkehr der Religionen.

Wer spricht von sowas? Der Großteil aller Menschen gehört zu den Agnostikern. Es gibt immer weniger Gläubige, dafür werden die Gläubigen immer fanatischer, was den Anschein erweckt, es gäbe mehr Gläubige.

Der Weg, weg von Religion und hin zur Realität ist schon lange im Gange, und das ist auch gut so. Denn Religion spaltet die Menschen.

WiIlst du meine Prognose hören?

Es wird noch zu einem großen Krieg zwischen Islam und Christenheit kommen, der aber nocht von den Religionen, sondern von der Politik künstlich generiert wird. Religionen werde sich dann gegenseitig aufs übelste bekämpfen, bis einer gewinnt. Alle anderen Menschen werden sich dann gänzlich von Religion trennen, weil sie diese Grausamkeiten sehen. Dann werden sie Religion beseitigen!

Das wäre sicher dann eine bessere Welt. Denn Religion hat dem Menschen immer nur geschadet und ist für den Großteil aller Kriege verantwortlich!

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Das habe ich mich früher auch gefragt. Überall - auf der ganzen Erde gibt es Völker, die in der Regel an Götter glauben. Meist sind es viele Geister, viele Götter. Das Judentum war somit eine große Ausnahme, an nur einen zu glauben.

Man fand Völker, damals noch unberührt von Missionaren, die ihre Geschichten hatten, ähnlich wie manch biblische Geschichte: von einer Urflut - trotz auf der anderen Seite der Erde- . Von Opfern, von Sünde, von einem heiligen Wochentag, von Waschungen, um die Sünde los zu werden etc.

Im Römerbrief lesen wir von den Völkern, die Gott nicht kannten, aber nach dem, was in ihrem Gewissen ist, werden sie bewertet. Nur dass das Gewissen durch Gruppendynamik und Tradition und Sitte beeinflussbar ist - so kommt die Sitte der Sünde zum Tragen und das Gewissen wird gedämpft.

Jesus sagte, wir sollen auf der ganzen Erde das Evangelium bringen. Ein gutes Buch las ich von Doris Kuegler, die Mutter des "Dschungelkindes" - ihre Sicht (der Mutter) als Christin und die Einflüsse ohne das "übliche" missionarische Einwirken, was oft Zerstörung der Kultur bringt... Interessant, dass die Fayu Indianer selbst sagten, sie kannten keine Spiele, keinen Frieden, keine Vergebung. Sie hatten zerstörerische Sitten und Ängste.

Das Buch kannst du dir sicher bestellen "Dschungeljahre" von Doris Kuegler. Sehr interessant. Man erfährt automatisch auch den "roten Faden" des Christentums kennen, und nebenher so viel Interessantes über die Indianer in Papua Neuguinea.

Jesus wollte nur dienen und Frieden bringen und die freimachende Botschaft von Gott und die Erlösungstat Jesu bringen. Was Menschen getan haben ist oft nicht im Sinne Gottes.

Viele Indianerstämme wollen nicht zu ihrer Kultur zurück, WENN sie Jesus wirklich kennenlernen. Wenn ihnen nur Zivilisation und Herrschaft gebracht wurde, liegt der Fall natürlich anders.

Früher hatten Menschen Angst vor allem möglichem. Schlechtes Wetter; Naturkatastrophen usw.Da sie dafür keine Erklärung hatten brauchten sie übernatürliche Wesen, die dafür verantwortlich waren.

Beim Hinduismus gibt es atheistische Strömungen v.a. in Indien. Der Buddhismus ist in Südostasien weit verbreitet, der ist durchweg atheistisch, d.h. völlig frei von göttlichen Vorstellungen.

waldfrosch3 12.12.2013, 18:45

Nicht ganz ,es gibt eine hinduistische Götterwelt : Shiva ,Brahma ,Vishnu ,Kali ,Krisna ...etc...

Auch in Mahayana Buddhismus sind diese Götter eingefügt . Lediglich Buddha selbst legte darauf keinen Wert ,deshalb kommen die Hindu Götter ,auf welchem der Buddhismus ja grössten teils steht ,bei ihm nicht vor .(Teravada Buddhismus )

Auch der tibetanische Buddhismus ist voll davon ...

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Man glaubt nicht instinktiv an Gott. Instinkte leiten das Fliegen von Voegeln und aehnliche Dinge. Menschen hingegen sind von Geburt an Atheisten - sie glauben nicht an Gott (was nicht bedeutet, dass sie Gottes Existenz bewusst verneinen). Viele werden dann religioes, wenn sie in einer Gesellschaft und einer Familie aufwachsen, in denen Religion eine wichtige Rolle spielt. Das ist Sozialisation, nicht Instinkt.

M. W. war die urspruengliche Religion ein Geisterglaube, der Baeumen, Fluessen, Tieren, Steinen usw. Seelen zuschrieb. Das ist atheistisch, solange diese Seelen nicht als Gottheiten angesehen werden oder an anderer Stelle Gottesglaube ins Spiel kommt.

wildcarts 15.12.2013, 01:14

sie glauben nicht an Gott

Das ist falsch formuliert. Richtig ist: "Sie HABEN keinen Glauben":

Sagst du "sie glauben nicht", wäre das etwas bewusstes, was es nicht ist.

war die urspruengliche Religion ein Geisterglaube,

Das war keine Religion. Religionen sind politische Konstrukte. Daher ist der BEgriff "Naturreligion" auch nicht passend.

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Vor der Aufklärung gab es so gut wie keine atheistischen Völker oder Strömungen. Es gab vereinzelte Ansätze im Antiken Griechenland, aber als komplett atehistisch würde ich die nicht bezeichnen. Der Unglaube kam vor allem mit dem wissenschaftlichen Fortschritt. Man musste sich weniger durch höhere Mächte erklären.

Contenance 12.12.2013, 10:50

welche ansätze gab es denn da?

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Archimedeshiwi 13.12.2013, 16:10
@Contenance

Epikur: Natürlich gibt es Götter. DIese greifen aber in die Welt nicht ein. Diese haben sich zwischen die Teilchen zurückgezogen ( Die Atome und ihr Wirken konnte man sich nicht erklären). Mit anderen Worten: Götter beinflussen die welt nicht und dienen nur dazu, ass zu erklären, was man im Moment nicht erklären kann. Epikur. Stelle dir Gott als ein glückliches Wesen vor weil.... das besser für dich ist. Wie Gott ist, (gemient Zeus), hängt davon ab, wie wir ihn uns vorstellen. Das ist alles kein Atheismus, aber beides ist einem strengen Glauben abträgig. Und das Gott von unserer VOrstellung abhängig ist, ist ein Gedanke, der vom Atheismus nicht weit entfernt ist.

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wildcarts 15.12.2013, 01:18

Der Unglaube kam vor allem mit dem wissenschaftlichen Fortschritt.

Stimmt nicht. JEDER MEnsch ist ungläubig, bis man ihm Glauben einredet. Wissenschaftlicher Fortschritt bringt den Menschen wieder zurück zu dieser Ausgangssituation und befreit ihn von der Krankheit namens Religion.

Und das Gott von unserer VOrstellung abhängig ist, ist ein Gedanke, der vom Atheismus nicht weit entfernt ist.

Da Atheismus ein passiver Zustand ist, ist deine Aussage nicht richtig formuliert. Atheismus ist weder ein Gedanke noch eine Überzeugung.

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Archimedeshiwi 15.12.2013, 11:16
@wildcarts

Das es so was wie Gott wahrscheinlich nicht gibt ist auch ein Gedanke. Abgesehen davon ist der Gedanke in dem von dir zitierten Satz nicht "der Atheismus" sondern "Gott ist von unserer Vorstellung abhängig". Und das ist ein Gedanke, über den man zu der Frage kommen könnte, ob es ihn dann überhaupt geben kann. Der Glaube hatte unter anderem auch die Funktion, dass unerklärliche zu erklären. Wenn ich, wie die Menschen früher nicht weiß wo der Donner herkommt, kann ich schon auf die Vorstellung eines riesigen Wesens kommen. Ich halte es in der heutigen Zeit für sehr unplausibel an Gott zu glauben. Es liegt jedoch auf der Hand, dass man sich bestimmte Sachen nicht erklären könnte und lieber eine religiöse Erklärung angenommen hat, als gar keine zu haben. Das ist auch unabhängig davon, welche religiöse Erklärung man annimmt. Das hing davon ab, in welchem Kulturkreis man aufgewachsen ist.

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Ich glaube an G'tt, was ist daran so schlimm? Was heißt instinktiv? Instinktiv kann man daran nicht glauben. Jeder muss seinen Weg suchen und entscheiden ob er daran glaubt oder nicht. per instinnkt geht sowas nicht, G'tt liegt nicht im instinkt er liegt im Zentrum des herzens.

Es gibt kein Volk, das nicht an irgendeine Art von Religon glaubt. Das ist uns quasi angeboren, hat sich vermutlich sehr früh entwickelt, weil sogar bei Menschenaffen und vereinzelt bei Hunden sich religionsähnliche Verhaltensweisen erkennen lassen.

Und auch Atheisten glauben an etwas, z.B. eben an eine spezielle Lehre, wie die von Marx, oder eben an nichts. Nichts ist auch was!

LG Darisha

  1. Buddha - kein Gottessohn In gleicher Weise lassen sich nun auch alle weiteren Religionen auf ihren Weltbild-Inhalt untersuchen. So predigte Buddha zwar ein Zwei-Welten-Modell, doch lehnt er die Existenz eines Gottes in diesem seinem Weltbild ausdrücklich ab: „Ich selbst habe meine Erkenntnisse aus eigenem Wissen und aus eigener Kraft gewonnen, wessen Anhänger also sollte ich mich nennen?“ So etwa seine Meinung darüber. Seine „Erleuchtung“ erhielt Buddha angeblich unter einem Feigenbaum, in welcher Situation er offenbar mit jener „Geistigen Welt“ in einen engen Kontakt geriet. Für Buddha bildet der Mensch keine Ganzheit, sondern das Individuum löst sich für ihn auf in lauter Einzelfaktoren, die Dharma genannt werden. Ihr Auftreten und ihre Kombination sind aber nicht zufällig, sondern einer strengen Gesetzlichkeit unterworfen. Im Tode löst sich diese Kombination auf, um nach der Wiedergeburt ganz neu zusammengesetzt zu werden. Kriterium dafür sind die guten und schlechten Taten des Menschen in diesem irdischen Leben. Gute Taten bedeuten späteren Aufstieg, böse Taten den Abstieg, bis hin zur Wiedergeburt als Ratte oder als Schlange. Der Seinsbereich zwischen dem Tode und der Wiedergeburt wird Zwischenzustand genannt, im Buddhismus Bardo, was „Lücke“ bedeutet. Hat der Mensch das absolut Gute erreicht, so scheidet er aus dem zwangsweisen Wiedergeburts-Zyklus aus, und er gelangt ins „Nirwana“, ins „Nichts“. Dort gibt es kein Weiterleben, sondern es ist die Auslöschung des Individuums im Sinne seiner „Erlösung“. Aber kann darin der Sinn des Lebens gesehen werden? Die Moral liegt hier im Diesseits: Handle und werde gut! So weit, so gut. Doch nur deshalb, um einmal im Nichts „zu verschwinden.
tinimini 12.12.2013, 21:16
  1. Die Materie war ihr Gott Die Sonne ist kein Gott, sondern nur ein Gestirn am Himmelszelt. Und trotzdem wurde sie von den alten Ägyptern als Gott angesehen, was in dem Kosidowski-Titel: „Die Sonne war ihr Gott“ deutlich zum Ausdruck kommt. Doch auch „die Materie“ ist kein Gott. Trotzdem wird sie von den Materialisten gleichsam als „Gott“ angesehen. Auch wenn dies expressis verbis nicht derart deutlich zum Ausdruck kommt. Der Theologe Ernst Lerle brachte diese Sicht einmal mit nur einem kurzen Satz auf den Punkt: Die Materie ist der Gott der Materialisten. Was sich bei näherer Untersuchung ihrer Philosophie - als ihres angeblich atheistischen Weltbildes - auch klar nachweisen läßt. Denn die Macht des christlich-allmächtigen Gottes wird in der materialistischen Philosophie „der Materie“ zugeschrieben! Insofern wird „die Materie“ nun zwar nicht zum Gott, wohl aber zum Götzen der Materialisten.Der Materialismus stößt mit dem Versuch seiner Welterklärung vor bis zu der grundsätzlichen Frage: Was ist primär in der Welt? Hat ein Gott die Welt geschaffen, oder hat sich der Mensch einen bzw. seinen Gott erschaffen? Das ist die Frage nach der Priorität des Geistes, des Bewußtseins, der Idee in der Welt - oder aber der Priorität „der Materie“ als der uns sichtbaren Masse. Es ist dies die Frage nach der Priorität einer Welt, in der Masse und Energie von vornherein vorhanden sind, deren Existenz wir keiner „Höheren Macht“ zu verdanken haben. Der Materialismus leugnet dabei die Existenz des Geistes keineswegs, nur wird dieser Geist in seiner Philosophie als sekundär betrachtet. Geist ist ein „Etwas“, welches „die Materie“ hervorgebracht hat. Das Philosophische Wörterbuch definiert: „Materialismus - die dem Idealismus entgegengesetzte Grundrichtung der Philosophie. Name für diejenigen Weltanschauungen, die die Grundfrage der Philosophie dahingehend beantworten, daß die Materie gegenüber dem Bewußtsein in letzter Instanz das Primäre, das Bestimmende ist.“ Damit aber wird „die Materie“ selbst zum „Gott“! Aus welcher (christlich: aus welchem) letztlich alles hervorgegangen ist (Buhr/Kosing 1974): „Materie: die außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewußtsein existierende objektive Realität. ... Die materielle Einheit der Welt umfaßt alle außerhalb des menschlichen Bewußtseins existierenden Gegenstände, Erscheinungen und Prozesse, von den Elementarteilchen bis zur menschlichen Gesellschaft. Diese alle sind Entwicklungsformen der einheitlichen Materie. Die Materie befindet sich, unerschaffbar und unzerstörbar, in ewiger Bewegung und bringt immer neue Erscheinungsformen und Entwicklungsprodukte hervor. Das höchste Entwicklungsprodukt der Materie ist das menschliche Bewußtsein.“Mit dieser Auffassung hat die materialistische Philosophie aber lediglich das Wort oder den Begriff „Gott“ durch das Wort „Materie“ ersetzt. Denn alle diese Sätze bleiben weithin gültig, wenn darin das Wort „Materie“ durch das Wort „Gott“ ersetzt wird: Gott - die außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewußtsein existierende objektive Realität. Gott befindet sich, unerschaffbar und unzerstörbar, in ewiger Bewegung, etc. Oder anders, in christlicher Sicht: ER ist der unbewegte Beweger allen Seins. In christlicher Sicht wurde der Mensch von Gott „erschaffen“, in materialistischer Sicht ist er nur noch „das höchste Entwicklungsprodukt“ der Materie. Die Moral bleibt, so gesehen, auf der Strecke. Das Wort „Verantwortung“ wird ausgeklammert, und so fort. Gott-Vater als der Allmächtige - das alles wird in der materialistischen Philosophie kopiert, womit „die Materie“ nun tatsächlich göttliche Eigenschaften erhält, und womit sie allen Ernstes zum „Gott der Materialisten“ aufsteigt! Engels behauptete, Marx habe die idealistische Philosophie „vom Kopf auf die Füße gestellt“. Die Wahrheit sieht nun aber ganz anders aus: Die idealistische Philosophie mit ihrer Quelle der christlichen Theologie stand von Anfang an auf den Füßen, welche Philosophie nun von Marx, Engels, Lenin etc. konsequent auf den Kopf gestellt wurde. Mit ihrem Kopfstand noch bis heute!
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tinimini 12.12.2013, 21:16
  1. Die Materie war ihr Gott Die Sonne ist kein Gott, sondern nur ein Gestirn am Himmelszelt. Und trotzdem wurde sie von den alten Ägyptern als Gott angesehen, was in dem Kosidowski-Titel: „Die Sonne war ihr Gott“ deutlich zum Ausdruck kommt. Doch auch „die Materie“ ist kein Gott. Trotzdem wird sie von den Materialisten gleichsam als „Gott“ angesehen. Auch wenn dies expressis verbis nicht derart deutlich zum Ausdruck kommt. Der Theologe Ernst Lerle brachte diese Sicht einmal mit nur einem kurzen Satz auf den Punkt: Die Materie ist der Gott der Materialisten. Was sich bei näherer Untersuchung ihrer Philosophie - als ihres angeblich atheistischen Weltbildes - auch klar nachweisen läßt. Denn die Macht des christlich-allmächtigen Gottes wird in der materialistischen Philosophie „der Materie“ zugeschrieben! Insofern wird „die Materie“ nun zwar nicht zum Gott, wohl aber zum Götzen der Materialisten.Der Materialismus stößt mit dem Versuch seiner Welterklärung vor bis zu der grundsätzlichen Frage: Was ist primär in der Welt? Hat ein Gott die Welt geschaffen, oder hat sich der Mensch einen bzw. seinen Gott erschaffen? Das ist die Frage nach der Priorität des Geistes, des Bewußtseins, der Idee in der Welt - oder aber der Priorität „der Materie“ als der uns sichtbaren Masse. Es ist dies die Frage nach der Priorität einer Welt, in der Masse und Energie von vornherein vorhanden sind, deren Existenz wir keiner „Höheren Macht“ zu verdanken haben. Der Materialismus leugnet dabei die Existenz des Geistes keineswegs, nur wird dieser Geist in seiner Philosophie als sekundär betrachtet. Geist ist ein „Etwas“, welches „die Materie“ hervorgebracht hat. Das Philosophische Wörterbuch definiert: „Materialismus - die dem Idealismus entgegengesetzte Grundrichtung der Philosophie. Name für diejenigen Weltanschauungen, die die Grundfrage der Philosophie dahingehend beantworten, daß die Materie gegenüber dem Bewußtsein in letzter Instanz das Primäre, das Bestimmende ist.“ Damit aber wird „die Materie“ selbst zum „Gott“! Aus welcher (christlich: aus welchem) letztlich alles hervorgegangen ist (Buhr/Kosing 1974): „Materie: die außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewußtsein existierende objektive Realität. ... Die materielle Einheit der Welt umfaßt alle außerhalb des menschlichen Bewußtseins existierenden Gegenstände, Erscheinungen und Prozesse, von den Elementarteilchen bis zur menschlichen Gesellschaft. Diese alle sind Entwicklungsformen der einheitlichen Materie. Die Materie befindet sich, unerschaffbar und unzerstörbar, in ewiger Bewegung und bringt immer neue Erscheinungsformen und Entwicklungsprodukte hervor. Das höchste Entwicklungsprodukt der Materie ist das menschliche Bewußtsein.“Mit dieser Auffassung hat die materialistische Philosophie aber lediglich das Wort oder den Begriff „Gott“ durch das Wort „Materie“ ersetzt. Denn alle diese Sätze bleiben weithin gültig, wenn darin das Wort „Materie“ durch das Wort „Gott“ ersetzt wird: Gott - die außerhalb und unabhängig vom menschlichen Bewußtsein existierende objektive Realität. Gott befindet sich, unerschaffbar und unzerstörbar, in ewiger Bewegung, etc. Oder anders, in christlicher Sicht: ER ist der unbewegte Beweger allen Seins. In christlicher Sicht wurde der Mensch von Gott „erschaffen“, in materialistischer Sicht ist er nur noch „das höchste Entwicklungsprodukt“ der Materie. Die Moral bleibt, so gesehen, auf der Strecke. Das Wort „Verantwortung“ wird ausgeklammert, und so fort. Gott-Vater als der Allmächtige - das alles wird in der materialistischen Philosophie kopiert, womit „die Materie“ nun tatsächlich göttliche Eigenschaften erhält, und womit sie allen Ernstes zum „Gott der Materialisten“ aufsteigt! Engels behauptete, Marx habe die idealistische Philosophie „vom Kopf auf die Füße gestellt“. Die Wahrheit sieht nun aber ganz anders aus: Die idealistische Philosophie mit ihrer Quelle der christlichen Theologie stand von Anfang an auf den Füßen, welche Philosophie nun von Marx, Engels, Lenin etc. konsequent auf den Kopf gestellt wurde. Mit ihrem Kopfstand noch bis heute!
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tinimini 12.12.2013, 21:22
@tinimini
  1. Der Zufall war ihr Gott Ein ähnlich falsches Weltbild wie im Materialismus tritt uns aber auch in der modernen Naturwissenschaft entgegen. Hier hat nunmehr „der Zufall“ die bedeutende Macht gewonnen, welche sich schon im Materialismus in Form der „Materie“ entfaltet hatte. Das beginnende 20. Jahrhundert brachte zwei neue physikalische Theorien: Die Quantentheorie und die Relativitätstheorie. Die Quantentheorie zeigte die Quantisierung auch der Energie auf. Das heißt: Es gibt eine kleinste Energie-Menge, die sich nicht weiter teilen läßt. Dieses kleinste Energie-Teilchen wurde Quant genannt. Es entspricht gleichsam dem Atom bzw. einem Elementarteilchen der Masse. Mit diesen Entwicklungen erhielt auch die Statistik eine ganz neue und zentrale Stellung in der Physik, ebenso wurde auch der Zufall als ein wesentliches und gestaltendes Element allen Geschehens erkannt. Das einfache Ursache-Wirkungs-Prinzip trat dagegen mehr und mehr in den Hintergrund. Auch in der Biologie läßt sich eine solche Änderung der Geisteshaltung beobachten. Das Prinzip der Selbstorganisation gewinnt an Bedeutung, welches insbesondere von der atheistischen Philosophie begierig aufgegriffen und ausgebaut wurde. Denn wenn „der Zufall“ letztlich alles regiert, wozu ist dann noch Gott erforderlich? Der Zufall selbst wird zum „Gott“ - mehr ist nicht nötig.

Und wie sich einst die Glaubenssätze des Materialismus in festen Formen und Regeln fassen ließen, so können nun auch die Glaubens-Sätze der götzenbestimmten Zufalls- und Evolutions-Lehre formuliert werden:  Ich glaube an die Macht des Zufalls, der „aus sich heraus“ alles materielle Sein mit allem Leben darin „geschaffen“ hat.  Ich glaube an die Macht der Evolution, die als „die Evolution“ alles Leben von den einfachsten Lebensformen an bis hinauf zum Menschen entstehen ließ, und welche „Evolution“ diesen Entwicklungsweg auch gestaltete.  Ich glaube nicht an die Existenz und an die Macht einer höheren Intelligenz, die schöpferisch die gesamte so wunderbar eingerichtete Natur mit ihren sinnvollen Prinzipien gestaltet hat, - obwohl wir als Menschen viele dieser (angeblich durch Zufall entstandenen) Kunstwerke nachzugestalten suchen.  Ich glaube, daß mit dem Tode jedes individuelle Leben beendet ist, daß es eine transzendente göttliche Über- Welt nicht gibt;

Und noch ein weiterer Gott läßt sich heute ausmachen: Der Gott des Mammon ist entstanden, der Gott des Kapitals, des Goldes und des Geldes. Wogegen alle anderen Werte des und im Menschen zurücktreten. Was sich „nicht rechnet“, das bleibt auf der Strecke. Und so werden spätere Generationen über uns ebenfalls einmal ihr Urteil fällen, mit dem Satz: Der Mammon war ihr Gott!

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warum man instinktiv an Gott glaubt

Das tut man nicht. Jeder Mensch ist von Geburt an ungläubig.

In dem Moment, indem man von einem Gott hört (passiv!) muss man sich entweder für oder gegen den Glauben entscheiden.

Es ist kein Instinkt.

Und um beim Thema zu bleiben. Ganz Europa ist sehr Atheistisch. In Deutschland gibt es mehr Atheisten als Katholiken oder Protestanten und Schweden ist mit 90% Atheismus weit vorne.

Psychologisch kann man den Glauben an relativ einfach erklären.

  1. Das menschliche Gehirn ist in der Lage sich Dinge vorzustellen die nicht da sind

  2. Wer will nicht einen Beschützer haben der über allem steht? Wer will nicht Antworten auf Fragen die eigentlich kein Mensch beantworten kann?

Es gibt natürlich noch viele andere Gründe wieso Menschen an Götter, Geister, Trolle etc. glauben.

It´s much more interesting to live not knowing, than to have answers which might be wrong.

LG

wildcarts 15.12.2013, 01:02

Schweden ist mit 90% Atheismus weit vorne.

Hast du eine Quelle dazu? Wäre schon seltsam, wenn 90% aller Schweden noch nie Kontakt zu Religioen gehabt hätten. Ich denke du meinst eher Agnostiker.

Sogar die meisten Christen sind Agnostiker. Es gibt kaum noch Christen! Die meisten sind es nur noch dem Namen nach und nicht aus wirklicher Überzeugung.

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JEDER Mensch ist von Geburt an Atheist, also ohne Glauben an Gott geboren worden. NIEMAND glaubt "instinktiv" an Gott.

Woher hast du diesen Unsinn?

Es gibt kein einziges Volk mehr, dass als Volk gesehen an so etwas glaubt. Glauben ist generell etwas individuelles - persönliche Fantasie. Allerdings basiert dieser Glaube auf Religionen ud die widerum wurden als Basis für politische Systeme künstlich geschaffen. Es war bis ins 19. Jahrd. normal, dass man sich zur Landesreligion bekannte. Aber auch nur, weil einem nichts anderes übrig blieb. Meist konnten die Menschen gar nicht anders, weil sie nichts anderes kannten.

Deine Frage ist inhatlich schon falsch. Bitte informiere dich über Religion, bevor du davon sprichst.

Ein Volk ist kein Gegenstand, sondern besteht aus viele verschiedenen Denkweisen + Glauben. Also es kommt je nach Person drauf an, woran er/sie ihr Glauben setzt. Und der Mensch braucht halt etwas woran er glaubt, etwas worauf er beten oder hoffen kann.

realsausi2 12.12.2013, 07:51

Und der Mensch braucht halt etwas woran er glaubt, etwas worauf er beten oder hoffen kann.

Der Mensch ist kein Gegenstand, sondern besteht aus vielen verschiedenen Denkweisen.

Glaube gehört nicht notwendiger Weise dazu, da Millionen Atheisten Zeugnis geben, daß man auch ohne Glaube und Gott ein prima Leben führen kann.

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marylinjackson 12.12.2013, 12:25
@realsausi2

... da Millionen Atheisten Zeugnis geben, daß man auch ohne Glaube und Gott ein prima Leben führen kann...

Dafür glauben sie dann an die führende Rolle der marxistischen Arbeiterpartei.

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Suboptimierer 12.12.2013, 13:29
@marylinjackson

Ich glaube (hehe), dass du realsausi2 falsch verstehst, ich bin mir nur noch nicht sicher, ob mit Absicht :/

realsausi2 sagt in keinster Weise, dass Glaube an sich überflüssig ist, nur dass der Glaube an einem Gott, also der Theismus sich auch wegdenken ließe. Er sagt auch nicht, dass es nichtreligiöse Formen von Glauben gibt, die ebenso überflüssig sind.

Wenn andere, profane Glauben ebenso kritisierbar sind wie der Glaube an einem Gott, heißt das nicht, das die Kritik der Gottgläubigkeit dadurch relativiert wird.

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Suboptimierer 12.12.2013, 13:35
@Suboptimierer

Mal projiziert auf ein Beispiel:

Person A: "Hans geht immer voll den Umweg zur Schule. Das ist doch total unnötig. Er könnte doch auch einen kürzeren Weg gehen."
Person B: "Es stimmt, dass Hans Handlung unnötig ist. Aber es machen doch so viele Menschen so viele unnötige Sachen. Zum Beispiel essen die meisten ihr Essen mit Besteck, obwohl man es auch ohne Besteck essen könnte."

Ob die Aussage von B richtig oder falsch ist, spielt keine Rolle. Es macht dadurch die Aussage von A weder wahrer noch falscher noch hat es überhaupt Relevanz für die Aussage von A.

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Suboptimierer 12.12.2013, 13:41
@Suboptimierer

Andersherum würde doch auch niemand auf die Idee kommen einen Begründung zu finden.

Wenn jemand sagt, er glaubt daran, dass Nahrungsergänzungsmittel ihm helfen, dann würde er sich doch niemals dadurch verteidigen, indem er fragt, wieso er nicht daran glauben soll, es gäbe schließlich auch genügend Menschen, die an Gott glauben.

1
realsausi2 12.12.2013, 15:32
@marylinjackson

Dafür glauben sie dann an die führende Rolle der marxistischen Arbeiterpartei.

Wie meinen?

3
realsausi2 12.12.2013, 15:33
@Suboptimierer

Ich glaube (hehe), dass du realsausi2 falsch verstehst, ich bin mir nur noch nicht sicher, ob mit Absicht :/

Oh , ich fürchte, daß wird bei marylinjackson noch so Manches mehr nicht richtig verstanden.

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geschoepf 12.12.2013, 15:47
@realsausi2

Mensch! Du bist jetzt Kommunist! Wusstest du das noch gar nicht?

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wildcarts 15.12.2013, 01:20
@realsausi2

da Millionen Atheisten Zeugnis geben, daß man auch ohne Glaube und Gott ein prima Leben führen kann.

Tun Atheisten nicht, denn Atheismus ist nur ein passiver Zustand der Glaubenslosigkeit. Wer sich gegen Glauben ENTSCHIEDEN hat, ist entweder Antitheist, Agnostiker oder Realist.

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realsausi2 15.12.2013, 09:12
@wildcarts

Ein umgestürzter Baum gibt Zeugnis von der Kraft des letzten Sturms. Das macht er völlig passiv allein durch sein so sein.

Ich habe nicht geschrieben "legt Zeugnis ab" sondern "gibt Zeugnis". Das war schon passiv gemeint.

Wer sich gegen Glauben ENTSCHIEDEN hat, ist entweder Antitheist, Agnostiker oder Realist.

Und ist eben auch Atheist.

1

Ich denke mal der Glaube an was ähnliches wie Gott war damals wesentlich ausgeprägter wie es heute ist! Bei jedem Volk

Das ist gar kein Rätsel.

In der Bibel steht, daß Gott uns die Ewigkeit ins Herz gelegt hat. So haben wir immer Sehnsucht in uns, die duch nichts anderes als durch das Leben mit Gott gefüllt wird.

wildcarts 15.12.2013, 01:15

In der Bibel steht,

Na und? Die Bibel wurde von Menschen geschrieben und ist komplett fiktiven Inhalts.

Deine These kann ich leicht widerlegen, da ich diese Sehnsucht nicht habe, sondern in der Realität lebe. Solch eine "Sehnsucht" hat man nur, wenn man seine Suche nach Wahrheit noch nicht begonnen hat.

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krivor 19.12.2013, 12:26
@wildcarts

Na, dann nenne diese Sehnsucht doch einfach Leere.

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das gibt z.Bsp. in Brasilien noch ....das Leben im Jetzt ..

der Missionar Daniel Everett wollte den Stamm der Pirahã bekehren. Sieben Jahren später verlässt er die Indianer – seinen Glauben hat er verloren. denn er hat erlebt, erfahren..

Wichtig ist für die Indianer nur die stattfindende Gegenwart, das Jetzt.... denn ..die würden nie über etwas sprechen, wofür wie keine Beweise gibt

mehr unter ...http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Das-gluecklichste-Volk-der-Welt/story/28157347

Contenance 12.12.2013, 10:58

http://en.wikipedia.org/wiki/Pirah%C3%A3_people

According to Everett, the Pirahã have no concept of a supreme spirit or god,[11] and they lost interest in Jesus when they discovered that Everett had never seen him. They require evidence based on personal experience for every claim made.[5] However, they do believe in spirits that can sometimes take on the shape of things in the environment. These spirits can be jaguars, trees, or other visible, tangible things including people.[12] Everett reported one incident where the Pirahã said that “Xigagaí, one of the beings that lives above the clouds, was standing on a beach yelling at us, telling us that he would kill us if we go into the jungle.” Everett and his daughter could see nothing and yet the Pirahã insisted that Xigagaí was still on the beach.[13]

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geschoepf 12.12.2013, 11:27
@Contenance

Kannst du bitte, bitte den Text in deutsch übersetzen? Das wäre ganz lieb von dir. Meine Englishkenntnisse sind nur mittelprächtig.

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Contenance 12.12.2013, 11:45
@geschoepf

laut everett (das ist im übrigen der einzige nicht-angehörige dieses volkes, der die besagte sprache spricht, und der daher so ziemlich erzählen kann, was er möchte, da das meiste keiner überprüfen kann) haben die piraha keine vorstellung eines höheren geistes oder gottes. sie verloren das interesse in jesus (everett war missionar, der dieses urwaldvolk bekehren wollte/sollte), als sie herausfanden, dass everett jesus nie gesehen hatte. sie benötigen auf persönliche erfahrungen fussende nachweise für jede annahme.

trotzdem glauben sie an geister, die manchmal die gestalt von dingen in ihrer umgebung annehmen können. diese geister können z.b. als jaguare, bäume oder andere sichtbare und tastbare dinge oder auch als menschen in erscheinung treten.

everett beschreibt einen vorfall, wo die piraha berichteten, dass xigagai, eine der existenzen, die über den wolken leben, am strand stand und ihn und die piraha anschrie, dass er sie töten würde, wenn sie in den urwald gingen. obwohl everett und seine tochter nichts sehen konnten, beharrten die piraha darauf, dass sich xigagai noch immer auf dem strand befand.

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geschoepf 12.12.2013, 11:52
@Contenance

Danke, das war sehr aufschlussreich! Liebe Grüße, geschoepf

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wildcarts 15.12.2013, 00:50
@ElseBrain

Oh man. Diese Antwort beantwortet ncht die Frage, sondern etwas völlig anderes. Dieser Glaube an Geister hat nichts mit Gottglauben zu tun oder damit, dass sowas intuitiv sei. Hier verwechselt ihr die natürliche Neugier und die ANgst vor dem Unbekannten mit Religion.

das gibt z.Bsp. in Brasilien noch ....das Leben im Jetzt ..

Du hast die Frage nicht verstanden.

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veritas55 15.12.2013, 20:15
@wildcarts

Dieser Glaube an Geister hat nichts mit Gottglauben zu tun

Woher willst du das wissen ?

0
marylinjackson 12.12.2013, 12:14

Wie contenance diese Behauptung von himako widerlegt, ist überzeugend.

Piraha- Ureinwohner glauben an Geister, die sie sogar sehen! Seltsame Beweise!

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geschoepf 12.12.2013, 12:45
@marylinjackson

Mein Empfinden ist, dass Contenance (schöner Name übrigens) lediglich ergänzende und interessante Ausführungen hinzu gesteuert hat.

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himako333 12.12.2013, 16:59
@marylinjackson

es ist besser das Org.buch zu lesen, als sich ausschließlich auf einen Laienbeitrag... über ... etwas vom hörensagen... auf Wiki ... noch einen schönen Abend ;)h

Das glücklichste Volk: Sieben Jahre bei den Pirahã-Indianern am Amazonas Daniel Everett (Autor), Sebastian Vogel (Übersetzer)

in dem Buch geht es nicht um Geister , denen geopfert wird , weil andere behaupten es gibt die, und die müssen besänftigt werden...&&&

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geschoepf 12.12.2013, 17:18
@himako333

Ich werde mir das Buch beschaffen. Mein Interesse ist jedenfalls geweckt.

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himako333 12.12.2013, 17:34
@geschoepf

Fein, Du bist auch son Bücherwurm... :) in dem Buch kommt sehr aufschlussreich, weswegen die Leute da glücklich sind rüber /raus, die haben keine Angst vor Strafen, welche irgendwelche "übernatürlichen Wesen" verhängen :)) es ist einfach wie es ist ... ohne Für- oder Abbitten

wünsche Dir alles Liebe ... nicht nur für heut Abend .. ;)himako

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holodeck 13.12.2013, 10:04
@himako333

es ist besser das Org.buch zu lesen, als sich ausschließlich auf einen Laienbeitrag.

Es steht aber nun einmal in diesem Buch - ich habe es im Regal der gelesenen (!) Bücher sollte das in Deiner Welt zur Qualifikation eines Kommentators beitragen - dass die Piraha Geister sehen und demzufolge auch an sie glauben. Die Begegnung mit dem Xigagai ist eine der besten Passagen überhaupt.

Viel interessanter ist deshalb, dass hier etwas wahrgenommen wird - und zwar kollektiv - was ein "ungeübter" Westler nicht wahrnimmt. Das ist Radikaler Konstruktivismus wie er im Buche steht. Das zu berücksichtigen täte ungeübten Westlern auch im eigenen Lande hin und wieder sehr gut; v.a. wenn sie gerade mal wieder in das undifferenzierte Geschrei um Esoteriker einstimmen.

die würden nie über etwas sprechen, wofür wie keine Beweise gibt

Jein. Ein Beweis ist bei den Piraha keine Knallgasprobe wie in unserem Verständnis. Sondern als Beweis gilt die Tatsache, dass entweder sie selbst, oder einer den sie kennen, etwas erlebt hat. Was Everett das missionarische Genick gebrochen hat war also, dass er Jesus persönlich nicht kannte und aus einem Buch berichtete, deren Schreiberlinge er ebenfalls nicht persönlich kannte. Die entsprechenden Passagen, in denen die Indianer Everett auslachen und so überhaupt gar nicht anfällig sind für die missionarischen "Errettungsg'schichterl", die bei jedem seelisch instabilen Westler ziehen, gehören deshalb zu den mindestens ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen ;-)

Daneben ist natürlich die Idee interessant, dass Kultur, und damit womöglich auch die Religion, eine Frage dessen ist, wieviel Zukunfts- und Vergangenheitsorientierung eine Gruppe aufweist. Dass also quasi die Tendenz zur Vorratshaltung, die Vertreibung aus dem Paradies der gebratenen Tauben, erst die kollektive Anstrengung triggert, Überlebens- und Gedächtsnistechnologien zu entwickeln. Denn all das haben die Piraha in ihrem Urwaldschlaraffenland nicht nötig .. weshalb sie sich auch nie merken können, wie genau man denn jetzt ein Boot baut, oder einen Korb flicht. Es ist kein Wissen, was auch nur eine Generation überleben würde.

Übrigens .. DAS spritiuell esoterische Motiv, das derzeit durch die Satsangs mit Tolle, Balsekar, Parsons und anderen spirituellen Lehrern so ausgesprochen en vogue ist, stammt aus der Tradition Advaita Vedanta und besagt im Wesentlichen: es zählt nur das Jetzt, nur der Moment. Insofern schön, dass Du Dich für diese Idee so sehr begeistern kannst ;-))))

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himako333 13.12.2013, 10:47
@holodeck

ich enthalte mich jeden weiteren Kommentares, denn.. wegen/mit solcher/n Beipackungen,

Viel interessanter ist deshalb, dass hier etwas wahrgenommen wird -* und zwar kollektiv - was ein "ungeübter" Westler nicht wahrnimmt.*

damit hast Du Dich als in Frage kommender Gesprächspartner disqualifiziert ..::

gehab Dich wohl, frdlichst ;)h.

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holodeck 13.12.2013, 11:30
@himako333

Ach herrje .. ich habe mich also in Fett für Dein Teekränzchen disqualifiziert. Das betrübt mich natürlich außerordentlich.

Ich hätte selbstverständlich weitaus ausführlicher noch und langatmig ausführen müssen, dass die Wahrnehmung der Welt in ganz erheblichem Maße von der Sozialisation und dem kulturellen Kontext abhängig ist. Und von der Sprache, mit der einem Kinde die Welt be-deutet wird. Weshalb kennen die Eskimos rund 30 verschiedene Sorten Schnee? Während der "ungeübte Westler" allenfalls 5 kennt. Mit Alpinerfahrung vielleicht noch 12. All das kumuliert salopp zu "ungeübter" Westler.

Oder einem Gänsefüßchen

3

Der Mensch brauch etwas woran er sich halten kann, wie an einem Treppengeländer... Jede Kultur hat ihr eigenes Weltbild geschaffen in dem die tiefen menschlichen sehnsüchte verankert sind. Damals gab es noch keine Wissenschaft also mussten Religionen herhalten.

Nein, es ist kein Volk bekannt, das nur aus Atheisten besteht, auch wenn das staatlich mal verordnet wurde.

geschoepf 12.12.2013, 13:07

Tja, "Es war nicht alles schlecht ...!" ;-)

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marylinjackson 12.12.2013, 15:17
@geschoepf

...doch es funktioniert nicht, auch wenn das Verordnete "nicht schlecht" ist... Die Gedanken sind eben frei.

1
geschoepf 13.12.2013, 00:20
@waldfrosch3

Meine Güte, waldfrosch3, man kann auch mit Humor durch´s Leben gehen. Du siehst alles so verbissen. Ich kann dich verstehen, aber man kann aus diesem religiösen Absolutismus auch ausbrechen. Man wird ja gaga, wenn man alles ernst nimmt.

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wildcarts 15.12.2013, 01:00
@geschoepf

Nein, es ist kein Volk bekannt, das nur aus Atheisten besteht,

Doch, mir schon! Deutschland auch! Denn JEDER Mensch ist eigentlich ein Atheist. Nur manche werden von Religionen geblendet und verlieren diesen natürlichen Zustand, in dem jeder Mensch zur Welt kommt.

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Eine absolute gute Frage ,davon habe ich noch niemals gehört . In den meisten Völkern herrscht der Animismus vor . Ein Glaube an Natur Geister oder Götter .. Deshalb muss die Frage nach Gott und die Sehnsucht , eine Antwort auf leid und Not in der Welt und das Bedürfnis sich selbst zu übersteigen im Menschen angelegt sein .

Es ist auch bezeichnend das Kinder sofern sie nicht indoktriniert sind ,alle Freude daran haben wenn sie von Gott hören .

krivor 12.12.2013, 19:43

Pred 3,11

Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit, auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt — nur daß der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann.

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OttosSprachrohr 12.12.2013, 19:49
@krivor

nur daß der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann.

Danach leben leider die wenigsten Menschen. Demut ist eine seltene Tugend.

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LSdiethylamid 13.12.2013, 13:54

Deshalb muss die Frage nach Gott und die Sehnsucht [...]im Menschen angelegt sein

Nein. Wenn du auf einer einsamen Insel geboren wärst würdest du nicht anfangen an den christlichen Gott zu glauben oder an irgendeinen anderen bekannten Gott.

Das einzige was "angeboren" ist, ist die Fähigkeit des Gehirns sich Dinge vorzustellen und der Zwang Verbindungen zu knüpfen.

Selektive Wahrnehmung, selbsterfüllende Prophezeiung.. etc.

1
krivor 13.12.2013, 18:07
@LSdiethylamid

Natürlich. Lies mal Geschichten von den Karen oder sonst Naturvölkern, überall gibt es einen Schlüssel zur Gottesvorstellung...

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OttosSprachrohr 14.12.2013, 14:14
@LSdiethylamid

Spiritualität ist angeboren, allerdings geht diese Fähigkeit wie alle anderen auch bei Ungepflegtheit verloren.

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wildcarts 15.12.2013, 01:08
@OttosSprachrohr

Spiritualität ist angeboren,

Unsinn. Ich habe sowas z.B. nicht. Spiritualität ist nur ein anderes Wort für "Fantasie auf Basis eines Märchens".

Lies mal Geschichten von den Karen oder sonst Naturvölkern, überall gibt es einen Schlüssel zur Gottesvorstellung...

Unsinn. Das interpretieren Gläubige nur gern, weil sie das glauben wollen. Tatsächlich haben Vorstellungen solcher Völker rien gar nichts mit Göttenr zu tun. Götter sind nunmal nur Konstrukte von religionen. Das was du hier meinst sind einfcah nur Lückenfüller für Unwissenheit um sich die Angst vor dem UNbekannten zu nehmen. Sie wie kleine Kinder gern einen imaginören Freund haben ,....

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LSdiethylamid 18.12.2013, 11:48
@krivor

Lies mal Geschichten von den Karen oder sonst Naturvölkern

Ja, aber das hat nichts mit angeboren zu tun.

Es hat etwas mit den Fähigkeiten und Zwängen des Gehirns zu tun (Glauben).

Und es wird nicht nur an Götter, sondern auch an Feen, Elfen, Trolle, Geister etc. geglaubt - einfach weil wir es können und teilweise wollen.

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wildcarts 15.12.2013, 01:05

Deshalb muss die Frage nach Gott und die Sehnsucht , eine Antwort auf leid und Not in der Welt und das Bedürfnis sich selbst zu übersteigen im Menschen angelegt sein .

Das ist definitiv falsch. Die Frage nach Gott stellt sich erst, wenn man von dieser Idee gehört hat. Von sich selbst aus würde kein Mensch an Gott glauben, denn Götter sind Produkte von Religionen.

Du verwechselst hier die natürliche Neugier und die Angst vor dem Unbekannten mit Religion. Ein weit verbreiter Irrtum! Der Mensch erfindet gern imaginäre Dinge, damit er keine Angst vor ihnen haben muss.

Es ist auch bezeichnend das Kinder sofern sie nicht indoktriniert sind ,alle Freude daran haben wenn sie von Gott hören .

Genauso wie sie sich über den Weihnachtsmann freuen! Denn sie haben noch keine Ahnung davon, dass dies nur reine einbildug ist.

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