Wahrheit als Absolutum ist doch zunächst einmal uninteressant, kann sogar gefährlich sein, wenn man sich vom offensichtlich Überlebensnotwendigen wegspekuliert. Der Mensch hat bisher überlebt - wie alles Leben überhaupt - dass man sich für die Überlebensstrategien daran orientiert, was erst einmal offensichtlich scheint und dann auch funktioniert, d.h. dass die Erwartungen sich auch im Großen und Ganzen erfüllen. Darum geht es eigentlich in der modernen und teils auch in der antiken Philosophie nie um die Frage, was ist absolute Wahrheit, sondern um die Frage, wie kommen wir zu Erkenntnissen und wie können wir die sicherer machen. Denn Abstrakta gibt es nicht als reale Dinge sondern das sind nur im Kopf in Gedanken gemachte Hilfskonstruktionen, mit der Vielfalt der Realität zurecht zu kommen. Ideen existieren erst mal nur in der Welt der Gedanken. Je stärker sie durch reale Erfahrungen unterlegt sind, desto glaubwürdiger, wahrheitswahrscheinlicher.

Jetzt gibt es aus der Historie Theorien, die in Zeiten als Erklärung für komplexe Erfahrungen aufgestellt worden sind, als man bei weitem noch nicht so viel Erfahrungswissen hatte, wie heute. Dazu gehören Ideen wie Himmel und Hölle, die im Zusammenhang stehen mit Vorstellungen, wie Gutes und Böses erklärt werden kann. Da stellt sich die Frage, ob es dazu heute - wenn auch kompliziertere - doch auch bessere Erklärungen gibt, z.B. in der Psychologie, Soziologie, allen Wissenschaften, die sich mit uns Menschen und unseren Gesellschaften befassen. Es gibt vieles, was wir nicht unmittelbar erklären können. Und dann gibt es Leute, die schnell Erklärungen konstruieren, die wie bei Erich von Däniken außerirdische Wesen als Grund annehmen. Und weil Menschen immer etwas dem Sensationellen und Unheimlichen zuneigen, werden die Außerirdischen als Aliens schnell als grundböse konstruiert, womit die alten Erklärungen für das Böse einen neuen Anstrich erhalten.

Ich halte mich an Epikur: Philosophie, die keine Hilfe für das praktische Leben bietet sondern nur ein Pool für Wichtigtuer mit haltlosen Spekulationen ist, ist wenig ernst zu nehmen. Die "wahren Aliens" im Leben sind falsche Ideen, überschäumende Phantasien, die nur dazu dienen, den Menschen Angst und sie gefügig zu machen. Wenn man den Nervenkitzel aus Horrorfilmen und die Realität nicht auseinander halten kann, sollte man sich davon fernhalten. Menschen, die stark von Phantasievorstellungen belästigt sind, sind da besonders gefährdet und sie sollten ihren Phantasien keine falsche Nahrung geben. Das Wichstigste ist, sich seine Freiheit und Autarkie möglichst zu erhalten und alles doppelt kritisch zu prüfen, was einen durch Angst und falsche Versprechungen in Beschlag nehmen will.

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Nein. Das ist die Vertracktheit unserer Welt, dass nicht immer alles eindeutig ist. Geld ist vordergründig ein Tauschmittel, weil es Werte in abstrakter Form repräsentiert und in beliebige andere Werte umgetauscht werden kann. Aber in dieser Form ist bereits u.a. versteckt, dass Geld auch ein Wertaufbewahrungsmittel ist. Wird es verliehen, kurbelt es den Wirtschaftskreislauf an. Wird es gehortet, bremst es ihn aus. Geld ist wichtiger Teil eines gesellschaftlich-wirtschaftlichen Prozesses. Da braucht es einiges, bis es über Nacht wertlos wird. Das kündigt sich meistens an. Selbst nach dem Krieg wurde schnell eine Zigarettenwährung aktiviert, weil der Tauschhandel immer einen wandlungsfähigen Repräsentanten sucht. Wo Bedarf nach Tausch in einer arbeitsteiligen Wirtschaft entsteht, entsteht immer auch schnell eine handlungsfähige Form des Geldes.

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Freiheit und Gleichheit für wen? Für die Sklaven? Wohl eher nicht. Für Frauen und Kinder auch nicht. Die antike griechische Gesellschaft war eine Männergesellschaft, in der der Adel das Wort führte. Die jeweiligen Rechte in den Poleis (Stadtgesellschaften) waren nur für die Männer mit Bürgerrecht und mit Abstrichen für Bürger befreundeter Städte, mit denen dazu extra Verträge bestanden. Aristoteles z.B. als Bürger von  Stageira auf Euböa (Insel vor Athen) hatte in Athen keine Rechte. Rechtsgeschäfte musste er durch Freunde ausführen lassen.

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Vielfalt ist ein Sammelbegriff, unter dem sich vieles verstecken kann wie Vielfalt von Schlägertypen oder Vielfalt von Helfern. Die erste Vielfalt ist sicher wenig hilfreich, die zweite eventuell, wenn ihr Trieb, anderen zu helfen, nicht zu einem diktatorischen Verhalten wird, das nur fragt, wie sie Geld anderer verteilen können und nicht, woher und von wem es kommt. Frage: Wenn Vielfalt als Begriff so als undifferenzierte Sammelbezeichnung benutzt wird, stecken da evtl. bereits ideologische Unterstellungen dahinter? Wie, dass die Vielfalt von Menschen immer etwas Positives sei. Dann war also in der Vergangenheit die Einmütigkeit der Menschen Ursache der endlosen Kriege? Worauf ich hinweisen möchte: Vorsicht mit Zuschreibungen auf Sammelbegriffe, was diese gar nicht hergeben, es sei denn, sie sind bereits ideologisch vereinnahmt.

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Siehe:

https://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/nominales-reales-bruttosozialprodukt.php

und siehe zusätzlich:

https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsbilanz

"Die Zahlungsbilanz erfasst für einen bestimmten Zeitraum wertmäßig alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern und gibt Auskunft über die ökonomische Verflechtung einer Volkswirtschaft mit dem Ausland."

Die Zahlungsbilanz ist also erst mal ein nominales Konzept, weil nicht nur Preisschwankungen im Inland sondern auch diverse Währungsschwankungen ständig rausgerechnet werden müssten.

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Das Problem ist das Wort "glauben", das sehr oft mit "religiösem Glauben" gleichgesetzt wird. Da wir Menschen jedoch kein absolutes Wissen haben, "glauben" wir alle und haben eine Meinungsgrundlage, wenn es um ideologische Grundthesen geht, die den Erfahrungshorizont übersteigen. Da eine höhere Existenz, die manche Gott nennen, obwohl fast jeder von dieser Abstraktion andere angenähert-konkrete, aber meist recht nebulöse Vorstellungen hat, in unserem Erfahrungsraum als klar feststellbare Existenz nicht vorkommt, ist sie weder positiv noch negativ zu beweisen. Es ist eine Lebenshypothese, die Existenz einer solchen höheren Existenz anzunehmen - samt den darum gebildeten Narrativen - genauso wie es eine Lebenshypothese ist, dies abzulehnen. Gläubig, d.h. mit einer metaphysischen Grundhypothese lebend, ist man immer, ob mit oder ohne Gotteshypothese.

Ein fruchtbarer Dialog kann erst im nächsten Schritt entstehen, wenn aus den Grundhypothesen abgeleitete Ziele, Werte und Handlungen zur Sprache kommen. Die jeweils gegenteilige Grundhypothese rundweg abzulehnen, fördert weder gegenseitiges Verstehen noch einen die Gemeinschaft fördernden Dialog. Das grenzt dann schon langsam an Fanatismus. Das ist weder friedensfördernd noch Basis eines demokratischen Miteinanders, das Religions- besser Glaubensfreiheit des Individuums als Grundrecht beansprucht.

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Das Leben ist wie es ist. Im Leben spielen selbst nach menschlichem Ermessen viele Dinge eine Rolle und einige davon liegen in unserem Einflussbereich und andere nicht. Erinnere Dich an Deine Schulklasse. Waren da alle gleich schlau? Gleichheit ist ein menschlicher Traum, den es in der Realität nicht gibt. Und was heißt schon "reich" und "arm"? Du beklagst Dich über die Wertschätzung des Geldes und machst Deine eigene daran fest. Abgesehen davon, dass Deine Behauptungen nicht stimmen. Die reichsten Menschen heute betreiben Wirtschaftszweige, die man 1960 noch nicht mal kannte. Die haben alle klein angefangen und nichts geerbt.

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Wann ist eine Wirtschaft kapitalistisch? Wann ist sie "WIE-kapitalistisch"? War der reale Sozialismus partei-kapitalistisch? Weil die Partei über die Verwendung der Kapitalien entschieden hat? In diesem Sinne war Nazi-Deutschland auch partei-kapitalistisch, nur hat eine andere Partei über die Verwendung von Kapitalien entschieden. Kapitalistisch bedeutet zuerst nur, dass Kapitalien (Arbeitsmittel, Maschinen, Fabriken, - nicht Geld, was viele meinen und die Realgüterseite mit der Finanzierungsseite verwechseln) gegenüber den davor liegenden Wirtschaftsorganisationen eine sprunghaft größere Rolle spielen. Das bleibt auch im Sozialismus und sogar im Kommunismus so. Die fallen ja nicht in die Steinzeit zurück. Nach Marx ist der Unterschied, wer über die Verwendung, Verteilung und Abschöpfung der Kapitalien verfügt. Das können Diktatoren sein (SaudiArabien), das können Parteien sein, das kann ein demokratisch organisierter Staat sein, das können Cliquen von Kapitalhaltern sein, da muss man unterscheiden. In Nazi-Deutschland war das eindeutig die NSDAP und jüdische Kapitalienhalter haben sie ratz-fatz enteignet.

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Tja die Schwarz-Magischen. Darf einem Kartoffelpuree nicht mehr schmecken, weils auch mal einem Nazi geschmeckt hat. Welche Straßen dürfen wir dann noch benutzen, wenn wir keinen Fuß mehr auf eine Straße setzen dürfen, auf denen sich schon mal ein Nazi bewegt hat? Und "Guten Morgen" haben die Nazis sicher auch mal gesagt. Bin ich ein Nazi, wenn ich "Guten Morgen" sage? Dieser Irrsinn, der fast an einen magischen Glauben grenzt, dass alles nicht mehr benutzt oder gesprochen oder gedacht werden kann, was schon mal evtl. ein Nazi benutzt hat. "Kind, pack das nicht an, das hat mal ein Nazi berührt, dann fault deine Seele!" - das ist schwarze Magie! Das ist Aberglauben! Das ist Selbstbegrenzung in höchstem Maß. Sowas ist krank!

Vielleicht hatte Schmidt kurz vor dieser Aussage mit Daniel Cohn Bendit gesprochen, der entnervt seinen Posten als Multikultibeauftragter der Stadt Frankfurt aufgegeben hat. Das Problem der Abstraktions-Träumer ist, dass ihre abstrakten Ideen an den vielen kleinen Realhindernissen scheitern, die sie in ihren Abstraktionen "weggedacht" haben. Weil Multi-Kulti so gut funktioniert, nach jahrhunderte langem Zusammenleben, müssen UN-Soldaten (KFOR) auf dem Balkan stationiert bleiben! Den Selbstbetrug erkennt man auch, wenn zwischen den Zuwanderern nach Deutschland kulturell-unverträglichen Differenzen weggeleugnet werden. Wenn Italiener, Polen (katholisch) und Hugenotten (reformiert) in einen Topf mit fundamentalistischen Moslems geworfen werden, nach dem Motto: Ach was, ob rot oder grün oder blau, alles nur Farbe. Das ist der große Schleier der bequemen Beliebigkeit.

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Das ist schwierig, da man dazu die sich wandelnden sozialen Verhältnisse der jeweiligen Geschichtsepochen darlegen müsste und daraus herausschälen, wie jeweils soziale Hilfe gewährt wurde. Die Verhältnisse in der griechischen Antike waren anders als im Judentum. Auch in den griechischen Poleis spielten die Tempel und der Klerus der verschiedenen Götter eine Rolle, da zu den Opferfesten Speisen auch an die "Armen" verteilt wurden. Der Staat spielte eine weniger große Rolle. Dafür kam den Familienverbänden und Freundschaften eine existenzsichernde Bedeutung zu.

In der Ethik wirkten zwei Einstellungen: Erstens, dass Menschen gesellschaftliche Wesen sind und niemand für sich allein glücklich werden kann (Aristoteles, Epikur). In diesem zwischenmenschlichen Verhältnis war der Begriff der Gerechtigkeit von Bedeutung, bei Epikur z.B. weniger als Abstraktum sondern als Aufforderung an das einzelne Individuum, sich anderen gegenüber gerecht zu verhalten. Google mal "Kardinaltugenden antike" und wie sich diese wandeln. Eine interessante Definition gibt es vom heidnischen Philosophen Plotin (Neuplatonismus):

Der griechische Philosoph Plotin (205–270) verwendete den Begriff Agape für die herabsteigende Liebe: Ein vom Subjekt ausgehendes freies Tun, wodurch das Geringere erhöht wird, während die emporstrebende Liebe als Eros ein Zustand des Bestimmtseins ist durch etwas, was nicht vom Subjekt ausgeht, und der Drang nach diesem etwas.[5] (Wikipedia AGAPE)

Selbst fremden Bedürftigen Hilfe zu gewähren war wohl auch bereits zur Zeit Jesu in Israel (und wohl nicht nur dort) Lebenspraxis. Das muss man annehmen, da die Gleichnisse fast immer aus der Lebenspraxis genommen sind. Und da zeigt das Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter", dass Barmherzigkeit und Hilfe für Notleidende schon zur Zeit Jesu nicht unüblich waren. Das Gleichnis zeigt als Kontrast, dass eine zur Schau getragene religiöse Einstellung noch lange kein Garant ist für menschliche Größe. Menschlich großmütig handelt in dem Gleichnis der als minderreligiös eingeschätzte Samariter, eine jüdische "Sekte", die den Tempel nicht anerkannte.

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Lies Dir den Text "Hermeneutik" bei Wikipedia durch. Dann kannst Du die Frage stellen, wie sich im Lichte zunehmender archäologischer Funde und Neubewertungen der Geschichte zur Zeit Jesu und der frühen Kirche die Interpretation der Bibel anders darstellen müsste wie noch vor 150 Jahren.

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Da es weder DIE Reichen noch DIE Armen gibt, kann man keine verallgemeinernde Wertung abgeben. Die Menschengesellschaft besteht aus Individuen und wer von ihnen reich oder arm ist wird oft nicht mal von ihnen selbst bestimmt. Da rechnen sich manche Hilfsorganisationen "reich", indem sie Arme so definieren, dass sie ihnen nie ausgehen. Viele von diesen Armen wissen gar nicht, dass sie zu den Armen gezählt werden. Die zu den Reichen geschubsten merken es schon eher, wenn sie in der Steuerstufung mal wieder eins höher rücken, obwohl sie nicht besser leben können als vorher. Merke: Wenn Steuereintreiber definieren, wer reich ist, sind wir es fast alle. Wenn Hilfsorganisationen als gut verdienender Wirtschaftssektor definieren, wer arm ist und qua Zuwendung über den Staat ihrer Hilfe bedarf, ist fast die Hälfte der Menschen arm.

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Weil unsere Politiker Angst haben vorm eigenen Volk. Selbst im Wahlkampf werden die wirklich heißen Themen ausgespart, damit sie besser "durchregieren" können. Ansonsten nutzen sie Europa als "Umgehungsstraße", um Gesetze durchzusetzen (kommen ja aus Europa), die sie sich direkt nicht einzubringen wagen, weil sie da nicht öffentlich zu stehen können. Ich erinnere nur: Die Griechen durften abstimmen, ob sie unsere Milliarden nehmen wollen. Wir wurden nie gefragt, ob wir sie geben wollen. Das haben unsere Obernannys entschieden und dann werden die Schuldenberge halt weiter aufgetürmt. Sie selbst sorgen immer dafür, dass sie selbst nicht zu kurz kommen.

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Weil Du wahrscheinlich von Dir selbst zuviel verlangst. Folge ist, dass Du auch anderen schlecht zugestehen kannst, dass sie mal einen Fehler machen, einen schlechten Tag haben usw.. Das hat zur Folge, dass Du eine negative Emotionalität am Kochen hälst und Dir vor allem selbst schadest. Du solltest Dir selbst und anderen mehr vergeben, nachsichtiger sein, weil "nicht perfekt sein" menschlich ist und auch all die guten Dinge sehen, die passieren. Das wird Dich freier Atmen lassen. Hass und Selbsthass sind ungesund.

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Das kommt darauf an, wie weit die Schlussfolgerungen die kritisierbaren Erkenntnisse übersteigen. Schlussfolgerungen sind ja Deutungen. In der rationalistischen Erkenntnistheorie wird gefordert, dass Deutungen von Erfahrung weiter der Kritik zugänglich bleiben müssen. Sowie sich Deutungen selbst immunisieren und Kritik ausschließen, einen absoluten Wahrheitsanspruch erheben, obwohl ihre empirischen Ausgangshypothesen auch komplett andere Interpretationen zulassen, geben sie einen wissenschaftlichen Anspruch auf. Ernst zu nehmen bleibt eine metaphysische Transzendenz, die sich selbst immer als Theorie auffasst ohne ein dogmatisches Gerüst von Wahrheitsansprüchen.

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Das kann man so generell nicht sagen. In einer Gesellschaft profitieren ja nicht alle gleich. Zudem ist die Frage, wie das Wirtschaftswachstum gemessen wird. Viele stellen sich quantitativ einfach vor, dass einfach die Produktion steigt, am besten noch in festen Proportionen. Dem ist aber nicht so. Wirtschaft ist eine sehr flexible Angelegenheit und wenn ein steigendes BIP gemessen wird, wird in Wirklichkeit gemessen, wie sehr die Marktumsätze gestiegen sind, nicht was aufgegeben werden musste. Also wenn jemand mit seiner Recyclingfirma mehr Autos zerlegt, um einige verwertbare Teile zu entnehmen, steigt das BIP, obwohl er Werte zerlegt. Im BIP werden keine Bestände erfasst, z.B. Straßen. Werden die bei einem Unwetter weggespült, wird die Reparatur im BIP positiv erfasst, selbst wenn nur ein Teil der zerstörten Straßen repariert wird. D.h. man muss die Änderungen des BIP genau analysieren und wem sie zugute kommen. Pauschale Aussagen lassen sich da nicht machen. Schau Dir mal die dicken Analysen des Sachverständigenrats an, wie da alles für sich bewertet wird.

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Schau Dir Wikipedia an, Bruttoinlandsprodukt, Verwendungsrechnung. Da siehst Du in der Grafik die Anteile: Private 57%, Staat 18%, Bruttoinvestitionen 18% und Außenbeitrag 7%. Der Staatskonsum ist bei den eh bereits hohen Staatsausgaben nur etwa 1/3 so groß wie der private Konsum. Wenn der Staat seine Konsumausgaben weiter erhöht, wobei noch die Frage ist, auf wessen Kosten, dann entwickeln wir uns zu einem Verteilungsstaat, in dem die privaten Entscheidungen zurückgedrängt werden. Bereits bei der jetzigen Verteilung arbeiten die Bürger erst ab Juli für sich, bis dahin nur für den Staat. Wird das viel mehr, kann von einer freien Marktwirtschaft nicht mehr die Rede sein. Die offene Frage ist, wie sich das in der Arbeitsmotivation niederschlägt und ob die Bürger diesen hohen Grad der Reglementierung mitmachen.

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Was für ein Hedonismus soll das denn sein? Die Verleumdungen nicht gläubiger Philosophen durch kirchliche Fundamentalisten? Die Hädonä, die Freude am Leben war Lebensphilosophie aller antiker Philosophen, allerdings mit je ganz verschiedenen Rezepten. Erst die Christen haben die Lebensphilosophie gekippt und schlecht geredet, weil sie die Menschen vom Leben jetzt auf ein Leben im Jenseits nach dem Leben jetzt orientiert haben. Darum haben sie z.B. sowohl die Stoa und erst recht den Epikureismus verleumdet, weil beide auf das Leben im jetzt orientiert waren und die Epikureer ein Weiterleben nach dem Tod ablehnten.

Die Macht über das Leben nach dem Tod war jedoch die Machtgrundlage der Kirche, die jedem mit Verdammnis gedroht hat, der ihr nicht dienstbar war. Wähle ein Leben aus Vernunft, das sich an den Umständen des Lebens im Hier und Jetzt orientiert. Wer den Willen zu Freiheit und Selbstbestimmtheit mit Vernunft kombiniert wird jeden Schritt in die Abhängigkeit zurückweisen, sei es von Angst (Weltuntergangsstimmung ist ja wieder "in" und schon treten wieder die Weltretter auf den Plan und wollen bestimmen, wie Du leben sollst) oder von Macht oder sonstiger Gier (Werbung, mediale Gier nach Sensationen). Alles das legt Dir erst langsam und dann immer engere Fesseln an. Lass Dir die Ausführungen von Epikur auf der Zunge zergehen, und zwar im Original und nicht von den Auslegern mit der platonisch-idealistischen Brille.

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Erstens welcher Studie und welche Interessen stecken dahinter. Außerdem ist das nicht neu und es kommt vor allem auf die Annahmen an, die zur Messung gemacht werden. Die Tests des Kraftstoffverbrauchs folgen einigermaßen objektivierbaren Vorgaben des Staates, weil individuelles Fahrverhalten extrem voneinander abweicht. Ich würde solchen Mist weiterverbreiten, dass die nächste Wirtschaftskrise endlich dem Kapitalismus untergeschoben werden kann und nicht den Kaputtrednern unserer Wirtschaft. Aber die Hand für Stütze aufhalten! Die wird auch knapper, wenn bald niemand mehr Steuern zahlt.

Wenn ich auf der Autobahn, auf Schnellstraße und sogar auf Landstraßen erlebe, wer alles an mir vorbeirast, denke ich, die müssen viel Geld haben. Die fragen nicht nach Deiner Studie und der Kraftstoffverbrauch steht da wohl auch nicht im Mittelpunkt. Und wenn wir jetzt wegen Dieselumleitungen noch mehr im Stau stehen und Kilometer schrubben, bravo, das hat die Studie wohlweislich ausgeklammert.

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