Sollten Noten und Hausaufgaben abgeschafft werden?

DaKaBo  16.04.2025, 09:13

Die Quelle ist 1,5 Jahre alt...

Zockerbub 
Beitragsersteller
 16.04.2025, 09:17

Ja und? Das Konzept kann man ja heute auch einführen.

14 Antworten

Diese Forderungen formulieren m. E. n. an den eigentlichen Problemen vorbei – und werden vielfach und wie in diesem ideologieaufgeladenen Umfeld üblich mißverstanden.

Ziel dieses Ansatzes könnte es sein, den Lernfortschritt und die erreichbaren Lernergebnisse zu maximieren, in dem im Besonderen das selbstständige Lernen vom Elternhaus unabhängig gemacht wird. Hier liegt eine Krux des bisherigen Schulsystems: Bildungsnahe Elternhäuser mit „klassischem“ Rollenbild mit einer nur in Teilzeit arbeitenden Mutter unterstützen die eigenen Kinder zuhause im Nachbereiten des Unterrichts durch Einzelaufgaben, vulgo: Hausaufgaben. Kinder anderer Elternhäuser drohen leer auszugehen – und zwar ganz unabhängig von ihrem Potential.

Diese versucht das vorgestellte Modell, was ich durchaus nicht in allen Punkten unterstütze, wieder in die Schule zurückzuholen. Ergo soll nicht die Nachbereiten des Unterrichts durch Einzelaufgaben abgeschafft werden, aber dass diese als „Hausaufgaben“ geleistet werden sollen – ohne Möglichkeit nochmals Fragen stellen zu können oder ohne eine sichergestellte, ablenkungsarme Lernumgebung. Das heißt natürlich, dass Lehrer auch außerhalb des Unterrichts mal erreichbar sein sollten und das die Schule dafür Räume schaffen muss. Und auch weiteres, pädagogisches Personal benötigt, um „Lernoasen“ auch als solche betreiben zu können.

Zu teuer, wer soll das Bezahlen? Nicht teuer sondern ein Ausschöpfen der maximalen Humanressourcen, anstatt reihenweise bildungsfern Verlierer (und potentielle Kleinkriminelle und schwache Steuerzahler) zu produzieren. Zu dem können „die Mamas“ dann mehr zum BIP beitragen, wenn sie nicht mehr die Kinder „nachbeschulen“ müssen.

“Die Linke“ verkauft das als Gerechtigkeitsansatz, ich sehe darin eher einen Wettbewerbsvorteil für unserer Nation.

Weiter würde ich nicht die Primärstufe auflösen, aber die Sekundarstufe in eins zusammenfassen und – oh, Schreck! – die engen Klassenverbände auflockern. Zwar gäbe es weiter Klassenunterweisungen zu den Lerninhalten, aber nicht alle wären weiter verpflichtend. Jede:r soll vermehrt nach eigenem Tempo lernen, sehr wohl aber auf ein vollständiges Curriculum hin lernen, das aber nicht im Jahresrahmen zu erbringen ist. Dazu müssen neben Klassen auch Kurse und weitere Lernmöglichkeiten geschaffen werden.

Und Noten? Sie sind ein Synonym für eine Bewertung des Lernfortschritts und gerade in einem offeneren System noch wichtiger, aber hätten nicht mehr den Klassen- sonder den Lehrstoffbezug. Es ist auch hier offensichtlich, dass das nicht auf die jetzige Lehrerschaft abgewälzt werden kann und auch hier weitere, bspw. soziale Berufe mit in die Schule kommen. Das Ganze ist eine toughe Sache und fordert von den Schüler:innen, ihr bestes zu geben. Unterstützt vom erweiterten Schulpersonal.

Alles nur geträumt? Oder doch nur ein Versuch, das „finnische Erfolgsmodell“ auf unsere Situation zu übertragen? – !

Der größte Änderungswiderstand käme dabei nicht von den betroffenen Berufen – sondern vom Bildunsbürgertum, das es sich für die eigene Nachkommenschaft gut eingerichtet hat. Und da kommt dann doch ein linkes Gerechtigkeitsargument auf: Gleiche Bildungschancen (und -verpflichtung!) für alle!

Die Vereinheitlichung des schulsystems deutschlandweit finde ich grundsätzlich einen guten Ansatz aber warum sollen Noten, Hausaufgaben und sitzenbleiben wegfallen?

Noten dienen der Veranschaulichung von lernfortschritten und fleißig, stärken und Schwächen. Wenn einem keiner zeigt worin man gut und schlecht ist, wie soll man dann in defizitären Fächern besser werden?

Ebenso Hausaufgaben, diese dienen der lernkontrolle und verinnerlichung, es ist ja keine Strafe sondern repetitive Wiederholung des schulstoffes um gelerntes zu verinnerlichen.

Sitzenbleiben ist ebenso wichtig denn was nützt es einem wenn man trotz akuter Defizite hochgestuft wird und der Stoff einfach weiter geht obwohl man die vorherigen Grundlagen noch nicht verstanden hat?

Lernen sollte grundsätzlich weder viel Druck noch Angst verursachen aber deswegen wichtige Aspekte von lern- und Selbstkontrolle abschaffen? Ich hatte nie das Gefühl, dass mir schulische Aktivität Angst und Stress verursacht. Davon abgesehen wird man spätestens im Arbeitsleben damit konfrontiert. Soll man im schulalter schon gleich das burnout Potential schüren weil man vom regenbogenland in den Hurrikan läuft? Lieber sollen die Kinder lernen mit Druck und Stress umzugehen und ggf in frühem Alter schon darauf vorbereitet werden auch mal "druck" zu erfahren, natürlich in maßen und dem Zweck dienlich, ohne zu schädigen. Es soll ja auf das leben vorbereiten und ja es gibt Ansätze und Potenzial die verbessert werden müssen (thema Hauswirtschaft, Steuererklärung usw.)

Ebenso warum sollten weiterführende schulformen wie gymnasium und realschule vereinheitlicht werden? Das hieße man müsste elitär alle nach gymnasialen Standards ausbilden, das dabei mehr Kinder auf der stecke blieben als in der aktuellen Form bleibt außen vor. Die Rate der abbrecher würde meiner Meinung nach steigen und dann haben wir mehr unqualifizierte Jugendliche die keinen Job finden statt einen Abschluss ihrer eigenen Qualifikation nach zu machen und somit ein besseres Bild für den Arbeitsmarkt abzugeben. Das aktuelle problem der allgemeinen überqualifikation lassen wir mal außen vor.

  • Eine »Schule für alle« und gemeinsames Lernen von der 1. bis zur 10. Klasse soll sozialer Ungleichheit vorbeugen. Die bisherigen Schultypen wie Gymnasium und Hauptschule möchte die Linke abschaffen.

Habe ich früher auch für erstrebenswert gehalten. Aber nicht mehr, seit ich ein maximal auf scheinbare Gleichheit angelegtes Schulsystem von innen kenne, das auch von Schulaktivisten immer glorifiziert wird, die sowas fordern.

Ich hatte geglaubt, ein solches Schulsystem würde sich im Leistungsniveau dann im Durchschnitt einpendeln. Man würde als kein Gymnasialniveau haben, aber auch kein Hauptschulniveau, sondern alle würden Realschulniveau lernen.

Das kommt aber nicht heraus. Sondern maximal - wenn es gut gemacht würde - eine Hauptschule für alle. In der Realität eher eine Sonderschule. Das ist zwingend das Ergebnis, weil dieses Schulsystem ja immer den Schwächsten fördern soll. Das steckt ja immer drin in diesen Ideen. Das Lerntempo des Sonderschülers ist also das der ganzen Schule.

  • Noten, Sitzenbleiben und Hausaufgaben sollen wegfallen, um ein »Lernen ohne Druck und Angst« möglich zu machen. Kinder und Jugendliche wollten die Welt verstehen, statt nur für Tests zu büffeln, heißt es im Papier.

Blauäugig. Schule ist etwas, das Erwachsene von Kindern wollen. Die wollen von sich selbst ganz oft andere Dinge als Erwachsene. Ihnen werden die Erwachsenendinge aufgezwungen. Ein solches Lernen ohne jeden Druck würde es zulassen, dass Kinder im Klassenraum spielen können, was sie wollen. Damit wird aus Unterricht ein Chaos, in dem alle etwas anderes machen. Und sich dabei gegenseitig extrem stören.

Die Lehrer können sich dann nur wünschen, dass die Störer erst gar nicht mehr kommen. Folge wäre, dass die Schüler ohne "eigenen" Antrieb - das heisst de facto Eltern, die anstelle der Schule Druck machen - gar nichts Schulisches mehr lernen.

Betreffen würde das vor allem Kinder von Unterschichten, Einwanderern, diversen Minderheiten usw. Die Kinder der akademischen Mittelschicht, aus denen die Politiker der Linkenden kommen, lernen dann womöglich noch was. Die Unterschicht stürzt in den Analphabetismus ab.

Und das wollen Linkende...

  • Ein bundeseinheitliches Bildungsrahmengesetz soll die Bildungshoheit der Länder aufheben und die Bildungspolitik so bundesweit gleichwertiger gestalten. Bislang ist in Deutschland jedes Bundesland für seine Lehrinhalte zuständig, der Bund darf nicht hereinreden.

Halte ich für eine Nebelkerze. Ob sechzehn Ministerien oder eines die Schulpolitik machen, sagt nichts über den Inhalt dieser Politik aus. Warum kann eine Landesregierung nicht Gleichheit im Klassenraum herstellen, sondern nur ein Bundesministerium?

Bundeszentralisierung verschärft nur die politischen Konflikte. Bislang können linksgrün eingestellte Länder wie Hamburg oder Berlin eine linksgrüne Politik machen, die der Mehrheit der Wähler dort gut gefällt. Während die konservativeren Bayern eine Schulpolitik bekommen, die ihnen gut gefällt. Wenn die Bundesregierung sie macht, wird entweder allen eine linksgrüne oder allen eine konservative Politik übergestülpt.

Woher kommt die kuriose Idee, dass das Gleichheit wäre? Oder ist die gleiche Politik für alle Gleichheit?

Was sich heute "links" schimpft, hat eine zunehmende Tendenz, den Begriff Gleichheit mit Einheitlichkeit zu verwechseln. Das erscheint mir gerade ein wenig wie die Parallele zu der Diskussion um das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen. Das von einem wachsenden Teil der Bevölkerung als sehr einseitig politisch besetzt erlebt wird. Ist die Einheitlichkeit eines an den Grünen orientierten Redakteurskollegiums dann Gleichheit? Weil sie alle gleich denken?

Früher bedeutete Gleichheit bei den Linken nicht, dass alle das gleiche machen oder denken. Sondern, dass es allen gleich gut geht. Würden die Linkenden das heute machen, könnten sie da, wo sie regieren, doch einfach mal die Löhne und Sozialleistungen erhöhen oder Sozialwohnungen bauen. Oder?

Das wäre Politik für Gleichheit.

  • Um Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten, sollen externe Mitarbeitende Verwaltung, Bürokratie und IT im Schulwesen übernehmen.

Pseudolösung. Für welches Problem überhaupt? Ich weiss gar nicht, welcher Problemanalyse diese Lösung entspringt. Deutschland hat doch ein sehr effizient organisiertes Schulsystem. Wer redet Euch da warum ein, dass da was "entlastet" werden müsse?

Was für eine "Verwaltung" ist das denn, die im Schulwesen stattfindet? Verwaltung der Arbeit der Lehrer. Es müssen aber die Lehrer sein, die diese "Verwaltungs"entscheidungen treffen. Oder sollen etwa die "externen Mitarbeitenden" entscheiden, welcher Schüler welche Note erhält, welcher sitzen bleibt usw. etc?

Oder das nicht? Sollen die Lehrer entscheiden und die "externen Mitarbeitenden" da nur irgendwas ausführen? Also so, dass der Lehrer die Klassenarbeit berichtigt und der externen Kraft dann eine Mail schreibt, dass die die Zahl "5" unter die Klassenarbeit schreibt?

Wenn sie im Auftrage der Lehrer etwas ausführen sollen, führt das nur dazu, dass die Lehrer zu ihrer bisherigen Arbeit noch den Aufwand für die Kommunikation mit diesen Mitarbeitenden dazu bekommen. Die höher sein kann als die Verwaltungsarbeit selbst. Wie im obigen absurden Beispiel.

Das ist, was in Schweden geschieht, wo die Schulen vollgestopft sind mit anderen Mitarbeitern als Lehrern. Die Schulen stehen inzwischen kurz davor, dass die anderen Mitarbeiter mehr sind als die Lehrer. Die zur Minderheit in der Schule werden. Die Folge ist eine ungeheure Masse an Mails, Telefonaten, Konferenzen (allein die ca. 5 Stunden pro Woche!). Und die Lehrer können weniger Unterricht pro Woche leisten als in Deutschland.

Da wird viel mehr Geld ausgegeben und im Ergebnis damit erreicht, dass weniger geleistet wird als in Deutschland - mehr Geld, weniger Output. Ja, sowas kann es geben...

  • Lehrerinnen und Lehrer sollen unabhängig von der Schulform gleich bezahlt werden.

Der einzige Vorschlag, der einer Partei würdig ist, die behauptet, eine linke zu sein. Ich habe nie erkannt, dass die Arbeit einer Sonderschullehrerin weniger wert sein soll als die einer Gymnasiallehrerin.

Reicht jetzt :)

Unsinniges Konzept.
Ziel der Schule ist es nicht, die Schüler zu verhätscheln, sondern sie vorzubereiten auf Ausbildung, Studium und Beruf.

Schulnoten und Zeugnisse sind unverzichtbar wichtig, um einen Überblick zu geben über den Kenntnissstand des Schülers und seine Fähigkeit, Leistung abzuliefern.

Das ist insbes. wichtig für Bewerbungen bei weiterführenden Schulen, Unis, Arbeitgebern,...

Wie sollen z.B. Arbeitgeber bei den vielen Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz schnell und einfach entscheiden können, ob ein Bewerber geeignet ist und in die engere Wahl kommt, wenn sie nicht im Schulzueugnis gleich auf den 1. Blick sehen können, wo die Stärken und Schwächen des Bewerbers liegen?

ich bin sowieso dafür homeschooling endlich zu legalisieren.

auf der ganzen welt ist es legal, nur die deutschen wissen es mal wieder besser und gehen ihren sonderweg...

in deutschland werden sich oft horrorprognosen ausgemahlt wenn über homeschooling diskutiert wird.

aber ob frankreich, italien, england oder andere länder, wenn man sich in der welt umguckt sieht man dass um uns rum überall homeschooling erlaubt ist und die bildungsfreiheit herrcht. Und es klappt wie man sieht! Wo bleiben die horrorbefürchtungen der deutschen in all diesen ländern?

es kann nicht sein, dass wir hier für etwas bestraft werden, was in nahezu allen anderen ländern längst zum alltag gehört!

die deutschen behörden sprechen in fällen von homeschooling von kindeswohlgefährdung.

doch was ist mit all den kindern anderer länder, die zu hause unterrichtet werden?

ist deren wohl durch die entscheidung der eltern gefährdet und niemand greift ein? und nur unsere deutschen kinder entgehen dieser gefährdung, dank unseres schulzwanges?

nein! in wahrheit ist genau das gegenteil der fall!

es ist schon fast zur normalität geworden "auffälligen" kindern den schulalltag mit hilfe starker medikamente zu "erleichtern" und auch den lehren somit einen störfreieren unterricht zu ermöglichen. unzählige kinder sind bereits im grundschulalter in psychologischer behandlung weil sie auffällig sind. warum wohl? weil sie nicht ins system passen. sie sollen "umprogrammiert" werden! ist nicht genau DAS die kindeswohlgefährdung?

jedes kind wird mit der lust am lernen und entdecken geboren. diese für das 21. jahrhundert unglaublich wichtige eigenschaft wird ihm jedoch wenn es in die schule kommt nach und nach ausgetrieben, indem seine eigenschaften nicht berücksichtigt werden und es schon fast wie ein objekt behandelt wird. ist nicht genau DAS die kindeswohlgefährdung?

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Schule macht menschen kaputt und zu ahnungslosen robotern

botanicus  02.05.2025, 06:24

Platte Behauptungen, keine Belege, falsche Aussagen, Schwurbelei.

anonym200886  02.05.2025, 15:43
@botanicus

was ist denn angeblich falsch?

fakt ist, dass fast überall homeschooling erlaubt ist.

fakt ist, dass sich in deutschland ständig horrorszenarien ausgemalt werden, geht es um die legalisierung von homeschooling.

fakt ist, dass bereits im grundschulalter unzählige kinder medikamentös behandelt werden, weil sie "auffällig" sind.

was soll daran also falsch sein?

ich sehe hier keine falschbehaubtung.

könnten wir nicht bitte endlich damit aufhören jede meinung die uns nicht gefällt als böse schwurbelei zu diffamieren?

botanicus  03.05.2025, 11:56
@anonym200886

Es ist nicht fast überall erlaubt, es malt niemand Horrorszenarien, Es gibt nicht unzählige medikamentös behandelte Kinder (und, ja ich habe aus beruflichen Gründen einen sehr guten Überblick!).

Das ist falsch. Es geht nicht darum, ob es mir gefällt, es geht darum, dass du unbelegte Stammtischbehauptungen verbreitest.

Ende.