Programmieren lernen ohne Informatik Studium, wie anfangen?

4 Antworten

Den klassischen Beruf des Programmieres (der nur Codierer war) gibt es heute höchstens noch in der Form des Wartungsprogrammierers (einer beruflichen Sackgasse).

Für Informatiker sollte programmieren zu können ebenso selbstverständlich sein, wie es für Schrift­steller oder Dichter selbstverständlich ist, mit ihrer Schreibmaschine oder ihrem Textverarbeitungs­system gut umgehen zu können: Und doch macht das zu können noch niemand zum Dichter oder erfolgreichen Autor. Fürs Programmieren gilt Ähnliches: Von einem Software-Entwickler wird weit mehr erwartet als nur Code schreiben zu können und daher sollte er i.A. ein Studium anstreben.

Wer kein Studium beabsichtigt oder seines Schulabschlusses wegen gar nicht studienberechtigt ist, lese Antworten und Kommentare hinter folgenden Links:

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Die immer noch sinnvollste Programmiersprache für einen autodidaktischen Einstieg ins Programmieren ist C.

Begründung: C ist klein und übersichtlich, und wird heute immer noch benötigt (als Subset von C++).

Bester Startpunkt ist das (auch online einsehbare) Handbuch http://www.c-howto.de/tutorial/ .

Als Editor reicht Notepad (kannst aber auch Notepad++ nehmen oder gar MS Visual Studio).

Wer gelernt hat, mit C gut umzugehen, dem wird es leicht fallen, sich auch andere Programmiersprachen anzueignen (z.B. Python, C# oder Java).

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Sei dir aber klar: Die Einstiegshürde hat erst überwunden, wer ein erstes Programm schreiben konnte, das ihm half, etwas zu erledigen, was er ohne Unterstützung des Programms nicht hätte erledigen können (oder nur mit sehr viel größerem Aufwand).

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Lies auch hinter folgenden Links:

C als Einstiegssprache zu empfehlen find ich sinnlos. So gut wie keine - moderne - Sprachen hat keinen Garbage collector und setzt ein Verständnis von Ownership vorraus (deswegen unnötig). Javascript oder Java, vielleicht auch Python sind da viel einfacher, und wenn er/sie mit dem Programmieren anfangen will, definitiv weniger frustrierend.

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@trpouh

Wie erklärst du dir die Tatsache, dass die meisten Fragen, mit denen die Nutzer von Suchmaschinen sich heute im Internet über Details von Programmiersprachen zu informieren suchen, sich auf C beziehen?

https://www.tiobe.com/tiobe-index/

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@grtgrt

Weil da die meisten Probleme auftauchen. Schau dir mal die Statistiken von Jetbrains (machen IDEs) an. Da geben Entwickler ihre Präferenzen ab. Top Programmiersprachen: Java, JS, C# und Python. Auf Github sind die häufigsten Programmiersprachen JS, Java und Python. C++ auf Platz 6.

Da interessiert mich relativ wenig, wer was, wie und wo über C++ schreibt.

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@trpouh

Ich sprach von C, nicht von C++ (und das ist ein ganz gewaltiger Unterschied):

C ist die mit Abstand einfachste, C++ aber die komplizierteste aller heute sehr oft eingesetzten Programmiersprachen.

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@grtgrt

Bei den Jetbrains Statistiken liegt C weiter hinten als C++, bei Github auf Platz 10. Unterschied is Unterschied, dennoch beide irrelevant.

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@trpouh

Auf welcher Seite findet sich diese Statistik?

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@trpouh

Danke für diese Quellen.

Die Umfrage von Jetbrains allerdings hat ja nur festgestellt, mit welchen Programmiersprachen die befragten Personen im Jahr vorher zu tun hatten: Das ist etwas völlig anderes als zu fragen, welche davon sie im Jahr vorher primär nutzen mussten bzw. genutzt haben.

Damit ist die Statitstik von Jetbrains nicht wirklich vergleichbar mit der von TIOBE.

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@trpouh

Wie vorsichtig man sein muss, solche Statistiken zu interprietieren, zeigt folgende Zusammenfassung auf Seite https://www.jetbrains.com/lp/devecosystem-2019/ :

The programming languages with the most love are Java and Python. Second place is a tie between C# and JavaScript. But if the results are normalized by sample size, C# is the most loved language.
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@grtgrt

Dass Jetbrains Statisktik so gut wie nichts über den tatsächlichen Umfang der Sprachen aussagt, zeigt sehr deutlich folgendes Zitat von Seite https://www.jetbrains.com/lp/devecosystem-2019/ :

For example, while 56% practice SQL, only 19% called it their primary language and only 1.5% rank it as their first language.
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@grtgrt

Statt vom "tatsächlichen Umfang der Sprachen" wollte ich natürlich schreiben "vom tatsächlichen Umfang der Nutzung der einzelnen Sprachen".

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@grtgrt

Aha, TIOBE basiert auf Suchanfragen. Wenn ich einmal nach Java suche und 10 mal nach C ist C 10 mal populärer? Da find ich eine Statistik, die "den tatsächlichen Umfang der Nutzung der einzelnen Sprachen" widerspiegelt um einiges sinnvoller.

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@trpouh

Im Allgemeinen wird es wohl doch so sein, dass jemand, der nach Information über eine Programmiersprache sucht (oder irgend welche Fragen dazu beantwortet haben möchte), sie halt doch nutzt. Warum sonst sollte er suchen?

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@grtgrt

Ja eh aber nur weil ich 10 mal mehr C++ fragen haben und ich in Java ohne googlen einfacher zurecht komme, heißt das nicht, dass ich C++ 10 mal so viel nutze wie Java.

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@trpouh

Da hast du natürlich recht. Aber kennst du eine Statistik, die genauer erfasst, welche Programmiersprache wie intensiv genutzt wird?

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Informatik studieren und Programmieren haben erstaunlich wenig miteinander zu tun. Ich spreche da aus Erfahrung....
Programmieren lernen ist an sich nicht schwer, also im Sinne von “ich kann die Sprache”. Komplex sind dann eher die Ideen dazu, also “wie schreibe ich mein Problem in Code auf”.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Student der Informatik an der HU Berlin

Natürlich kannst du programmieren ohne Studium lernen. Viele beginnen bereits mit 13 Jahren, um die ersten Abläufe zu kapieren und sich mit einer Programmiersprache beschäftigen.

Überleg dir was du lernen möchtest, Kauf dir Bücher und dann fang an mit dem lernen...

Die meisten können selbst nach dem Informatik Studium nur mittelmäßig bis nicht programmieren.

Liegt daran dass ein Informatik Studium nicht viel mit Programmieren zutun hat.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium Informatik / Softwaretechnik

Das ist richtig. Im Studium lernt man halt vor allem viel wichtigere Dinge.

Nebenbei: Der klassische Beruf des Programmieres (der nur Codierer war) verliert heute schnell an Bedeutung. Er ist berufliche Sackgasse, denn reine Programmierer gibt es heute fast nur noch als Wartungsprogrammierer.

Was man heute benötigt, sind kompetente Software-Entwickler, denen klar ist, dass nur etwa 15 Prozent der gesamten Arbeit, die notwendig ist, eine neue Applikation zu entwickeln, aus Programmierarbeit bestehen. Leute, die wirklich nur codieren können, also nicht auch Arbeiten konzeptueller Art erledigen können, sind heute kaum noch was wert.

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