Wie lange würde ein Anfänger ca. brauchen, bis er als Programmierer Geld verdienen könnte?

19 Antworten

So lange, wie er selbst benötigt, sich mit den notwendigem Wissen auszustatten, Software zu entwickeln / Softwareprojekte anzunehmen. 😜

Generell spielen da viele Faktoren hinein, die eine Schätzung sehr wage gestalten. Der Anfänger könnte ein Schnell- oder Langsamlerner sein. Es ist nicht klar, wie viel Zeit er effektiv zum Lernen aufwenden kann oder auf welche Themenbereiche er sich fokussiert.

Das Erlernen der plumpen Grundlagen einer Programmiersprache bedarf meist eine zeitliche Aufwandsschätzung in Monaten, dem Aufrechnen sollte man Monate für erste Projekte, die ihn etwas sicherer in der Anwendung der Programmiersprache machen. Das reicht aber meist nicht, oft muss sich ein Entwickler noch mit diversen Bibliotheken, Frameworks, Entwicklungstools, u.ä. beschäftigen, um bestimmte Anforderungen (z.B. eine grafische Oberfläche) gut und sicher erfüllen zu können. Für Java sind bspw. Kenntnisse in Swing und JavaFX förderlich, um Desktopanwendungen zu entwickeln. Entwicklungsaspekte wie das Testen (mit Java via JUnit) sollten ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Im Vorfeld sollte er zudem schon Erfahrungen mit eigenen Projekten gemacht haben (komplexer als die oben genannten), sodass er zumindest eine kleine Ahnung von dem bekommt, was ihm bei der Software-Entwicklung für Kunden so entgegenkommen könnte. (Freiwillige) Praktika und ein Studium wären zudem zu empfehlen.

Dieser Abschnitt (eigene Projekte, Lernen zusätzlicher Entwicklungstools) dürfte nochmals Monate, vermutlich sogar Jahre fressen. Also nochmal mehr, als für das Erlernen der Grundlagen notwendig war.

Vielleicht kann man so betrachtet, grob über den Daumen gepeilt, von mindestens 3-4 Jahren Lernaufwand reden.

PS.: Ganz klar, du kannst dir auch nach wenigen Monaten bspw. HTML und PHP anlernen und Miniwebseiten für Minikunden (Friseur, Bäcker, Autowerkstatt, ...) erstellen (die dann in der Qualität vielleicht nicht gerade überragen). Ich bin in meiner Antwort aber einmal von dem etwas professionelleren Werdegang ausgegangen. 😋

Der Aufwand hängt davon ab, in welchem Umfeld man programmieren will.

Um ein Programm schreiben zu können, genügt es nicht eine Programmiersprache zu beherrschen. Man braucht vor allem Kenntnisse über das System, in dem das Programm laufen soll und Kenntnisse über die Funktionen, die das Programm ausführen soll.

Wenn man ein Spiel programmieren will, braucht man Kenntnisse über das Graphiksystem, Psychologie, Ergonomie, verwendetes Betriebssystem usw.

Woher ich das weiß:Beruf – habe in einem Softwarehaus als Administrator gearbeitet

Kommt drauf an wie sehr es ihm liegt und wie und wo er Geld verdienen soll. Wenn man Vollzeit lernt und einem das Thema liegt, dann könnte man vermutlich nach 3 bis 6 Monaten als Einsteiger in einen kleinen Unternehmen anfangen. Alleine vom Skill Set.

Dort dann aber ohne entsprechende Qualifikationen rein zu kommen ist ein anderes Thema, wobei das in KMUs eben teilweise möglich ist und da nicht so stark gefiltert wird, wie bei den Großen.

Das beinhaltet dann aber eben, dass es andere Leute gibt, die unterstützen. Denn i.d.R. fehlt einen da noch Praxis bzgl. wartbaren und erweiterbaren Code, man hat vermutlich noch keine Ahnung vom Ablauf von Projekten, ebenso von Architektur und Systemdesign, hat vermutlich vom Caching noch nie was gehört und vernünftige Datenbankabfragen wird man wohl auch nicht schreiben, genauso wenig Wissen haben bzgl. Server oder Netzwerken.

Woher ich das weiß:Beruf – Softwareentwickler/Projektleiter seit 2012

Das lernt man doch dann alles mit der Zeit. Selbst 13 Jährige Kinder können das alles.

0
@Kaisara

Nun mit 13 würde ich jemanden als Jugendlichen bezeichnen, davon ab ist jemand nicht minderwertig, dadurch dass er 13 ist. Jugendliche entdecken wer sie sind, entwickeln ihre Interessen und haben vor allem noch sehr viel Zeit für diese in der Schulzeit.

Klar lernst du sie Sachen mit der Zeit, genau darum geht es ja. Einsetzbar für kleine Aufgaben ist man nach einigen Monaten, der Rest muss wachsen. Da kommt i.d.R. ja noch viel dazu, auch neben den technischen.

Auf der anderen Seite hast du durchaus viele Leute mit einem Studium im IT-Bereich, die du fachlich kaum gebrauchen kannst. Das Alter und die Ausbildung sagen da nicht immer viel.

Es muss wohl die Bereitschaft da sein und das Interesse, denn der Bereich wandelt sich schnell, eine gewisse Auffassungsgabe und der Rest ist dann Zeit.

Ich habe in meiner Kindheit und Jugend auch schon viel am PC gemacht. Aber natürlich habe ich auch als 13 Jähriger keine Ahnung gehabt was es bedeutet an einem Projekt zu arbeiten, dass über 20 Jahre gewachsen ist, mit vielen, vielen anderen Entwicklern, auf die man kein Zugriff mehr hat, mit vielen Schnittstellen, die es gar nicht mehr gibt, mit Geräten die langsamer sind als alles was man simulieren kann, mit zeitgleichen Zugriffen von vielen, vielen Parteien mit Datenbanklocks, Netzwerkanalysen, zig Hotspots im Betrieb und ebenso hatte ich nix zutun mit Angeboten, Pflichtenheftgesprächen, Projektleitung generell oder Telefonaten mit Kunden im Fehlerfall bis hin zu Geschäftsführern die mit Worten wie Verdienstausfall und Regressansprüchen um sich werfen.

Wenn du als 13 Jähriger an deinen Hobbyprojekt was kaputt machst oder deine Kumpels für die du was gemacht hast ein Problem damit haben, dann ist das nicht wild. Wenn deshalb ein Lager steht und 50-100 Leute die Hände in die Taschen haben und da fix ein hoher wirtschaftlicher Schaden entsteht und das Telefon im 30 Sekunden Takt klingelt, während du an der Problemanalyse bist, dann ist das was anderes. Genauso mit anderen Gewerken arbeiten etc. pp.

Und da sich der Bereich relativ schnell entwickelt, lernst du eben nie aus, es kommt immer was dazu und selbst die reine Programmierung ändert sich stetig. Was gerade die "best practices" sind, welche Patterns gerade genutzt werden, welches Pattern auf einmal ein Anti-Pattern ist. Das ganze Tooling, verschiedene Frameworks und Build Prozesse, neue Features von neuen Versionen des Ganzen etc. pp.

In Summe steckt da einfach viel, viel, viel mehr hinter als "Programmieren lernen".

1

Man sagt, dass man nach 10.000 Stunden Meister ist.

Geld verdienen kanst Du weit, weit vorher.

Ich habe seinerzeit einen Monat Java gelernt und dann nen Job erledigt. War der toll bezahlt? Ne, eher Aushilfeniveau. War das erledigte Projekt super umgesetzt? Nein, ganz bestimmt nicht. Das würde in keinem Bereich meine heutigen Standards erfüllen. Aber die Umsetzung hat funktioniert und mein Arbeitgeber war glücklich. Zuvor hatte ich allerdings schon Erfahrungen mit anderen Sprachen gesammelt.

Ich würde sagen, dass man innerhalb von 4 Monaten einen Job gut erledigen kann, wenn man bei 0 anfängt und sich dann täglich gut vorbereitet.

Dabei sollte man ein relativ klares Ziel haben, damit man die Vorbereitungszeit möglichst zielgerichtet nutzen kann.

Es nützt dir nichts zu lernen wie Du mit PHP dynamische Web-Inhalte erzeugen kannst, wenn Du im Job dann mit Java Backend programmieren sollst.

Guck dir auf Jobportalen an was viel gesucht und relativ klar beschrieben ist. Das lernst Du und auf geht es.

Ein richtig guter Entwickler bist Du dann aber trotzdem erst nach 10.000 Stunden und evtl. auch nie (leider).

Gruß

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Bist du denn ein "richtig guter Entwickler"?

1
@Kaisara

Ich gebe mir auf jeden Fall richtig gut Mühe einer zu sein ;)

2

Wenn du gut bist kannst du eine reine Programmiersprache in einem Monat erlernen.

Das heißt aber noch lange (!) nicht, dass du diese auch gut verwendest. Insbesondere kommt es auch darauf an, die gängigen Frameworks zu kennen und richtig zu verwenden. Aus meiner Erfahrung heraus dauert das Jahre, aber vielleicht gibt es auch Leute, die das in kürzerer Zeit schaffen.

Es hängt auch davon ab, ob du bloß Code-Monkey sein magst, oder jemand, der eine ganze Architektur ausarbeitet, mit dem Kunden verhandelt und einen Kompromiss zwischen Termintreue, Qualität und Funktionalität finden muss.

Woher ich das weiß:Beruf – C, C++, C#, Python

Was möchtest Du wissen?