Ernährung in der Steinzeit?

7 Antworten

Der Mensch ist von Natur aus ein opportunistischer Allesfresser. Es wurde also verspeist, was verfügbar und verdaulich war. Das konnte je nach Region sehr unterschiedlich und auch sehr einseitig sein und das ist bei Jägern und Sammlern heute noch so.

Ethnographische Auswertungen von weltweit 229 heute noch existierenden Jäger- und Sammlervölkern ergab, dass der Anteil pflanzlicher Kost zwischen 0 und 85 % variiert, während tierische Nahrung einen Beitrag von 15 bis 100 % leistet. Diese enorme Bandbreite der Lebensmittelauswahl ist auf die unterschiedlichen geographischen und klimatischen Lebensverhältnisse zurückzuführen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ern%C3%A4hrung_des_Menschen#Der_anatomisch_moderne_Mensch

Die Steinzeit ist ziemlich lang, aber vermutlich meinst du die Zeit vor der Erfindung des Ackerbaus. In dieser Zeit haben die Leute alles aufgesammelt, was sie unterwegs gefunden haben. Da war es vollkommen egal, ob es Raupen, Würmer, Maden oder Insekten waren.

Die haben auch alle Früchte, Nüsse und Beeren gesammelt und natürlich auch Pilze. Das waren richtige Pilzkenner, die wussten ganz genau, welche man essen kann und welche Giftig waren. Es wurden auch Schlangen, Frösche und Eidechsen aufgesammelt. Häufig wurden Wurzeln aus der Erde gegraben. Dafür hatten die Leute immer einen Grabstock zur Hand.

Meistens haben die Frauen und Kinder ihre Nahrung gesammelt. Männer haben das auch gemacht, aber die gingen auf die Jagd, wenn sie Spuren von wilden Tieren entdeckt haben. Dabei war es ganz egal, um welche Tiere es sich gehandelt hat. Es wurden so gut wie alle Tiere gejagt.

Die Frauen und Kinder haben auch häufig Fallen aufgestellt. Weil die Leute als Nomaden unterwegs waren, blieben sie so lange an einem Ort, bis die Fallen leer blieben. Sie haben oft bis zu 100 Fallen rund um ihren Lagerplatz aufgestellt. Da wurde jeder Stein zu einer Schlagfalle und jeder herunterhängende Ast zu einer Würgefalle. So eine Falle aufzustellen, dauerte nur wenige Augenblicke.

Auch Fische und Vögel wurden gefangen. Es gab eigentlich nichts, was sie verschmäht haben. Diese abwechslungsreiche Kost war sehr gesund, denn dazu kam ja die viele Bewegung. Die Menschen waren damals so groß wie wir heute.

Das änderte sich mit dem Ackerbau. Von da an war die Nahrung sehr einseitig und die Menschen wurden sehr viel kleiner. Von 1,90 schrumpften sie auf 1,50 innerhalb weniger Generationen. Das blieb so, bis vor wenigen Jahrzehnten. Erst langsam werden die Menschen wieder größer, weil die Nahrung wieder ausgewogener ist.

Glaubst du dass sie manchel auch Eier gegessen haben oder sogar milch

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@Minoko1107

Natürlich wurden auch Vogelnester geplündert. Milch wurde nicht getrunken. Auch die Milch von erbeuteten Hirschkühen oder Pferden blieb im Euter. Milch konnten die Menschen zu dieser Zeit noch nicht vertragen. Das änderte sich erst mit der Erfindung des Ackerbaus. Da wurden unsere Vorfahren nämlich auch Viehzüchter und von da an haben die Menschen immer wieder Milch probiert. Diejenigen, die Milch vertragen haben, hatten bessere Chancen auf Nachkommen und so hat sich Verträglichkeit von Milch durchgesetzt.

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Es kommt drauf an, welche Phase der Steinzeit du meinst, denn die Steinzeit umfasst rund 2,6 Millionen Jahre. In der frühen Altsteinzeit ernährten sich die Urmenschen noch weitestgehend von Pflanzen und Früchten, manchmal auch von Kleingetier oder Aas. Grund war, dass die ganz frühen Urmenschen wie z.B. Homo Rudolfensis noch keine effizienten Waffen hatten für die Jagd. Erst der Homo Erectus (der vor rund 2 Millionen Jahren auftauchte) nutzte neben der Hetzjagd auch einfache Speere für die Jagd, trotzdem ernährte sich der frühe Homo Erectus teilweise auch noch von Pflanzen (z.B. Wurzelknollen) und Früchten. Der spätere Homo Erectus dagegen war vorwiegend ein Jäger. Ansonsten ernährten sich die Menschen in der mittleren und späteren Altsteinzeit hauptsächlich vom Fleisch erlegter Tiere und Aas, sofern es noch geniesbar war, Früchte und Pflanzen wurden zwar auch gegessen, aber mehr in Notzeiten. Man konnte damals nicht wählerisch sein. Das Fleisch wurde roh gegessen und damit nicht so gesund wie man es heute kennt, wegen den Keimen. Erst als der Mensch (genauer der Homo Erectus) das Feuer für sich entdeckte, wurde Nahrung erhitzt und sie war leichter verdaulich und frei von schädlichen Keimen durch das Erhitzen, wodurch auch die Nahrung gesünder wurde. Das blieb alles sehr lange so, erst in der Mittelsteinzeit (vor etwa 10.000 Jahren, als die Eiszeit quasi verschwand) entdeckten die Menschen den Ackerbau für sich, sie konnten damit ihre Nahrung (wie Getreide) selbst anbauen und Nahrung produzieren und waren damit nicht mehr abhängig von der Jagd, was auch zu einer verstärkten Sesshaftigkeit führte. Aus den einstigen Jägern und Sammlern wurden mehr und mehr Bauern, Handwerker usw. In der Jungsteinzeit setzte sich neben dem Ackerbau auch die Viehzucht durch, womit die Menschen neben Getreideprodukten wie Brot auch Fleisch auf Vorrat hatten, ebenso Tierprodukte, wie Milch, Eier usw., sie mussten es nicht mehr erjagen oder sammeln, wodurch die Menschen auch sesshaft wurden. In der Jungsteinzeit wurden die Menschen dadurch immer mehr von einstigen Sammlern und Jägern zu Bauern, Handwerker usw.

Das hing sehr davon ab, wo sie waren und was dort gerade wuchs oder herumrannte.

Im Gegensatz zu heute konnten sie Lebensmittel nicht durch die ganze Welt transportieren.

Grundsätzlich, wenn Tiere, dann meist mehr kleine Tiere als grosse Tiere.

Früher haben die Menschen oft einfache, naturbelassene Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Fleisch und Getreide gegessen. Es war weniger verarbeitet, aber die Verfügbarkeit war begrenzter. Ob es gesünder war, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Moderne Ernährung bietet Vielfalt, aber auch mehr verarbeitete Optionen. Ein ausgewogenes Maß ist entscheidend.

Beste Grüße