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NRW will Mehrfachstaatsbürgerschaft in Kriminalstatistik ausweisen
Nordrhein-Westfalen schlägt einen bundesweit einzigartigen Weg ein: Als erstes Bundesland sollen dort künftig in der Kriminalstatistik alle Staatsangehörigkeiten von Tatverdächtigen und Opfern erfasst werden. Dies geht aus einem Erlass von Innenminister Herbert Reul (CDU) hervor, der rückwirkend ab dem 1. Juli gelten soll, wie etwa die "Welt" berichtet.
Bislang galt in NRW wie auch in allen anderen Bundesländern die Regel, dass Personen mit deutscher und einer weiteren Staatsangehörigkeit in der Statistik ausschließlich als Deutsche geführt wurden. Diese Praxis ändert sich nun im bevölkerungsreichsten Bundesland.
"Wenn wir nicht alle Staatsangehörigkeiten erfassen, tappen wir im Dunklen. Wer die Realität sehen will, muss sie auch messen", begründet Reul seine Entscheidung etwa gegenüber der "Bild"-Zeitung. Der CDU-Politiker betont: "Nur so können wir Dinge beim Namen nennen und unsere Polizei in die Lage versetzen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Straftaten wirksam zu bekämpfen." Sicherheit gebe es nur mit Klarheit. "Wenn wir Mehrfachstaatsangehörigkeiten erfassen, schaffen wir Transparenz – und stärken damit unsere Polizei im Kampf gegen Kriminalität", fasst der nordrhein-westfälische Innenminister zusammen.
Aus Sicht des Innenministeriums können mehrere Staatsangehörigkeiten wichtige Hinweise für die Ermittlungsarbeit liefern – etwa im Hinblick auf mögliche Fluchtgefahr oder Fluchtmöglichkeiten bei der Prüfung von Haftgründen. Zudem könnten absichtlich herbeigeführte Mehrfachidentitäten die Zusammenführung sicherheitsrelevanter Informationen erschweren.
Das Landeskriminalamt NRW hat bereits erste Auswertungen nach den neuen Richtlinien vorgenommen. Die Zahlen zeigen: Jeder sechste Tatverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde im Jahr 2024 auch mit einer zweiten Staatsangehörigkeit erfasst – insgesamt 49.825 Personen.
Die häufigsten Kombinationen sind dabei deutsch-türkisch mit 10.307 Fällen, gefolgt von deutsch-polnisch (6.652), deutsch-russisch (3.484), deutsch-marokkanisch (3.125) und deutsch-syrisch (2.185).
31 Stimmen
7 Antworten
Wow. Selten so eine Einstimmigkeit gesehen.
Eine informierte Meinungsbildung erfordert Fakten. Man sollte daher alle Fakten nennen
fakten können aber durchaus hinderlich sein - je nach dem, welche Meinung man den Leuten anbilden will.
Ich mag dieses Rumtanzen auf Eierschalen einfach nicht. Natürlich ist die Nationalität nicht mit = böse Leute in Verbindung zu bringen, aber man kann Rückschlüsse auf Kultur, sozio-demographische Faktoren und mehr ziehen. Das ist fürs Profiling wichtig, auch wenn das viele Leute gerne unter den Tisch wischen
Es geht vorrangig um die Sozialisierung dieser Menschen (Wertevermittlung, Kultur und Religionsbild), und wie kompatibel diese mit unserer westlichen, freiheitlichen Gesellschaft (die in den letzten 10 Jahren echt Federn lassen musste) vereinbar sind. Sind sie es nicht, dann verstehe ich nicht die Pöbler, die nach immer mehr schreien und irgendwas von Vielfalt schwurblen.
Nur dumm dass es eben auch genau dazu Statistiken gibt.
Wie sich die Arbeitslosenquoten verteilen. In welchen Einkommensschichten die Leute sich statistisch gesehen eher bewegen. welche Familienhintergründe diese Nationalität häufig hat.
Die Nennung der Nationalität muss MIR rein gar nichts bringen. Sie muss MIR rein gar nichts liefern. Sie ist ein statistisch relevanter Faktor fürs Profiling. Für Forecasts.
Wenn wir hier eine Diskussion darüber führen würden ob die Nationalität und insbesondere bei Mehrstaatlichkeit die weitere in Zeitungsartikeln genannt werden sollen, dann würden wir über ganz andere Dinge reden. Tun wir aber nicht.
ich arbeite zwar nicht bei der Polizei aber in einem Umfeld mit viel Kriminalität. Ich kann dir versichern, dass es bei Nationalität x mit Einkommensbereich y weitaus mehr Auffälligkeiten gibt als bei Nationalität w mit demselben Einkommensbereich y, wohingegen Nationalität x mit Einkommensbereich z jedoch unauffälliger wirkt. Und joah bei den Unauffälligkeiten der Nationalität w gibts dann aber grobe Ausreißer wenn der Name auf einmal von einem anderen Land geprägt wird.
Woraus sich schließen lässt, dass die Nationalität/Herkunft hier zumindest durchaus ein Faktor ist. Ist jetzt nur exemplarisch so gelistet, ganz so einfach ist es häufig nicht.
Und genau das meinte ich mit mit Rumtanzen auf Eierschalen so nebenbei. Ich will nicht mit Fingern auf Gruppen oder gar unbeteiligte Individuen zeigen. Aber Augen verschließen und so tun als gäbs da nicht geht mir auch auf den Sack.
Die Sozialisierung eines Menschen lässt sich aber nicht anhand der Nationalität ablesen. Diese nennt, wie von mir geschrieben, ausschließlich das bloße Faktum der Nationalität. Nichts anderes.
Die Sozialisierung eines Menschen lässt sich aber nicht anhand der Nationalität ablesen.
Aber gewisse Rückschlüsse ließen sich vermutlich dadurch ziehen. Es ist das einfachste und praktischste Werkzeug um die Realität zu messen.
Nein. Rückschlüsse sind nur möglich, wenn eben soziodemographische Faktoren mit berücksichtigt werden. Und das passiert bei der bloßen NENNUNG der Nationalität nicht. Hier wird nur die Staatsangehörigkeit genannt.
Bleiben wir doch einfach mal bei Bürgergeldbeziehern.
Inwiefern ist es denn irrelevant anzusehen wieso ein Großteil der Bürgergeldbezieher keine deutsche Nationalität haben (prozentual in der eigenen Gruppe gemessen, nicht absolut).
Heißt das jetzt, dass diese Nationalität x so faul ist?
Nö. Heißt dass, dass da auf großer Ebene eventuell sprachlicher Nachholbedarf da ist, schlechtere Ausbildungen vorliegen können, mehr Kinder betreut werden müssen o.ä.? Ja.
Und da kann man dann ansetzen.
Eine Statistik ist nur dann böse, wenn man böses damit macht oder unterstellt. Bis dahin sind es erstmal nur Zahlen auf Papier. Die müssen aber irgendwie gebildet werden. Und je mehr Faktoren man hat, desto klarer das Bild.
Statistisch könnte vielleicht auch relevant sein ob die Person 4 mal oder 7 mal die Woche Fleisch isst, nur hat das bis dato noch Niemand angesehen.
Die Nennung der Nationalität liefert Dir zunächst einmal nur eines: Die Nationalität.
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Von CDU bis Linke: Sieben Kölner Parteien haben sich darauf verständigt, im Kommunalwahlkampf Migranten „nicht für negative gesellschaftliche Entwicklungen“ verantwortlich zu machen. Die AfD wurde davon ausgeschlossen.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article68adce1cd6fbb97dca47ac9e/NRW-Kommunalwahl-Sieben-Parteien-unterschreiben-in-Koeln-Fairness-Abkommen-ohne-die-AfD.html
Der "Köllner Weg" des "unter den Teppich kehren" hat mir etwas von Kleinkindern die sich die Augen zuhalten und meinen, ich sehe dich nicht, also siehst du mich auch nicht.
Originäre Aufgabe von Politik ist das Ansprechen von Problemen und generieren von Perspektiven mit Lösungsansätzen und NICHT das Unterdrücken oder Aussitzen als "Vogel-Strauß-Kopf in den Sand" Politik.
Das Deutschland ein Kriminalität Problem durch Täter mit Migrationshintergrund/Zuwanderung hat ,belegt die BKA-Statistik.
Und das passiert bei der bloßen NENNUNG der Nationalität nicht. Hier wird nur die Staatsangehörigkeit genannt.
Et es wie et es wie der Köllner sagt....
Der Name als Geißel
Menschen mit türkischen Namen erfahren auf dem deutschen Wohnungsmarkt Diskriminierung, da sie bei gleicher Qualifikation und ähnlichen Bewerbungen seltener zu Besichtigungsterminen eingeladen werden als Bewerber mit deutschen Namen.
Etwas sehr spät, aber begrüße ich sehr.
...und es sollten selbstverständlich auch alle ehemals innegehabten Staatsbürgerschaften gezählt werden, auch wenn der betreffende jetzt zB nur die deutsche hat!
denn, wie Reul sagt: "Wer die Realität sehen will, muss sie auch messen"
Die Nennung der Nationalität liefert Dir zunächst einmal nur eines: Die Nationalität. Ob ein [wähle eine Nationalität] jetzt 20-jähriger DHL-Bote aus Köln oder 60-jähriger renommierter Chemiker aus München ist, erfährst Du dadurch in keinster Weise. Auch erfährst Du nichts zur Bildungslaufbahn, zum Einkommen, zum Familienstand oder zu möglichen Vorstrafen.