Wieso werden muskulöse Männer oft als dumm bezeichnet?

19 Antworten

Das Vorurteil zu Blondinen hält sich ebenso. Wie schon einmal angemerkt denke ich, dass die Medien uns auch sehr beeinflussen. In Filmen und Serien gibt es eben gern mal sowohl die Blondine, die sich besonders tollpatschig anstellt, als auch zwei männliche Hauptcharaktere, von denen einer das Hirn ist und der andere die Muskulatur.

Was hier auch oft vermischt wird ist Bildung und Intelligenz. Rein biologisch spricht Sport und damit eine höhere Sauerstoffzufuhr für das Hirn eher für den Trainierenden.

Auch sollte man sich bewusstmachen, dass dahinter auch ein Haufen Bildung steht. Die meisten die ernster trainieren und schon ein paar Jahre am Eisen sind haben sich schon mit verdammt vielen Konzepten auseinandergesetzt. Von Biochemie in Bezug auf Nährstoffe und deren Verarbeitung im Körper, über die Anatomie und den Verlauf der Muskeln, um zu wissen mit welcher Übung oder welchen Winkel man die gewünschte Partie am besten trifft.

In der Summe denke ich sagen Vorurteile meist mehr über die Intelligenz des Menschen aus, der die Vorurteile hat. Oft ziehen sich so Menschen dadurch auch selbst hoch bzw. verteidigen ihr eigenes Selbstbild.

Menschen sind verschieden und ein Hobby oder eine äußere Erscheinung sagt erst einmal verdammt wenig über den gesamten Menschen aus.

Wenn wir uns mal anschauen, dass wir das dickste Land in Europa sind und schauen wie wir leben, dann sollte einem bewusst werden, dass mehr Sport wahrscheinlich für so gut wie jeden nötig wäre, ebenso eine andere Ernährung. Krankheiten wie Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen stehen ganz oben bei den Todesursachen und in vielen Fällen würde sich sowas vermeiden lassen.

Nun Leute die nicht trainieren wissen das scheinbar nicht, ggf. sind sie zu dumm? Oder sie verstehen es nicht? Oder sie sind so dumm und geben dem keine Priorität? Ja Vorurteile kann man schnell bilden und sich das ganze zurecht drehen wie man mag, so dass immer die Anderen die Dummen sind.

Ich persönlich habe z.B. in der Jugend mit dem Training angefangen, hauptsächlich aus Problemen mit dem Selbstwertgefühl heraus und aus optischen Anreizen. Quasi ein dummer Discopumper. Daneben habe ich viele Egoshooter gespielt. In der Summe war ich also per Definition ein dummer potentialer Amokläufer.

In der Realität hat sich aus der Liebe zu den Computerspielen, den Umgang mit den Konfigurationsdateien darin usw. meine spätere berufliche Laufbahn als Softwareentwickler herauskristallisiert, ich kille nun also eher Bugs als Menschen. Das Training ist für mich heute hauptsächlich ein Ausgleich zum rumsitzen im Job, in meiner Familie gab es ein paar Fälle von Diabetes und ich denke ich tue gut daran ein wenig vorzubeugen. Neben dem Wissen was damit kam, von Ernährung über Biologie bis hin zur Anatomie, hat mir vor allem die Herangehensweise in vielen anderen Lebenslagen geholfen.

Zu verstehen, dass manche Sachen ihre Zeit brauchen. Das vieles nicht so schnell geht wie wir uns das erhoffen und wünschen aber wie viel mehr als wir uns zutrauen am Ende auf einen längeren Zeitraum möglich ist. Ganz nebenbei hat sich das Ganze auch sehr positiv auf meine Rücken/Nackenschmerzen ausgewirkt, die ich bereits während der Jugend hatte. Am Ende ist das aber ebenso nur die Geschichte die ich mir erzähle. 

Jeder hat sein eigenes Selbstbild, jeder hat einen Eindruck oder Vorurteile von anderen, so sind wir nun einmal. Wir wiegen ab ob jemand ein Freund ist, eine Bedrohung ist und haben dafür in der Regel nicht genug Zeit um uns ein wirklich differenziertes Bild zu machen.

Zu meiner Schulzeit gab es z.B. einen Klassenclown, der eigentlich dauernd nur Mist gemacht hat und auch entsprechend erfolgreich in der Schule war. Auch ich hatte mein durchaus negatives Bild von ihm. Wie dem so war ab einen bestimmten Alter gab es so Sachen wie Komasaufen und co. Ein anderer Kumpel hatte ein wenig übertrieben und war eigentlich kaum noch Zurechnungsfähig, ist hin und wieder hingefallen usw. Natürlich hat jeder nur an seinen Spaß gedacht und sich da nicht groß drum gekümmert, außer der liebe Klassenclown, der zwar selbst schon ordentlich Einen sitzen hatte, sich aber trotzdem Gedanken gemacht hat, dass der Gute ggf. irgendwo auf der Straße angefahren wird oder ähnliches, wenn er sich alleine auf den Heimweg macht.

Scheint eigentlich wie was Kleines, war in dem Moment aber für mich ein Ereignis, wo ich bemerkt habe, dass ich jemanden in eine verdammt kleine Schublade gequetscht habe, in meine Welt und meine Prioritäten und komplett andere Stärken und Charaktereigenschaften übersehen oder ignoriert habe. War zwar nur ein lustiger Abend aber etwas das mir ewig im Gedächtnis geblieben ist und dafür sorgt, dass ich meine Meinung anderen gegenüber hin und wieder in Frage stelle und über den Tellerrand hinaus schaue.

Über die ganzen Schubladen hinweg muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, dass wir alle so verschieden sind und verschiedene Prioritäten haben. Einige Leute in unserer Welt lösen komplexe naturwissenschaftliche oder medizinische Probleme. So gut wie jeder würde diese Leute als hochintelligent einstufen. Heißt aber noch lange nicht, dass ich in einer Welt leben möchte in der nur Einsteine herumlaufen.

Ist es intelligent die Schule abzubrechen, sich mit Drogen vollzupumpen und Rockmusik zu machen und sich ggf. anschließend zu erhängen oder an einer Überdosis Drogen zu sterben? Nix desto trotz würde ich weder die Musik von Scott Weiland, Kurt Cobain noch die von Amy Winehouse missen. Leute treffen Entscheidungen, ob wir sie richtig oder falsch empfinden, ob wir uns für intelligenter halten oder nicht, ist am Ende doch völlig irrelevant. Solange man auf seinen Weg anderen nicht bewusst und böswillig wehtut soll jeder machen was er für richtig hält und leben wie er es für richtig hält und wenn er in seiner Jugend dem Weg eines dummen potentialen Amokläufers gehen will, dann sei dem so :)

Hi ✌️
Also deine Frage hat mich wirklich sehr beschäftigt. Im ersten Moment is mir auch kein logischer Grund eingefallen. Nur wirklich der dass es ein Klischee is. Wird von den Medien so suggeriert dass Muskel Männer einfach dumm sind. Schade eigentlich 😕
Aber heute im Studio is mir was aufgefallen. Ich seh halt immer diese kleinen schmächtigen die keine Muskeln aufbauen können. Die Rennen ihren idealen hinterher obwohl der Weg recht einfach zu verstehen is meiner Meinung nach. Man muss sich eben nur mit der Materie beschäftigen.
Und dann sehe ich die harten Jungs. Breite Schultern. Dicke arme. Viele auch mit guten Beinen!
Und dann is es mir aufgefallen: die harten Jungs tragen fast durchgehend Bandagen an handgelenken. Ellenbogen. Knien. Oder auch einen Gurt. Wieso? Weil die Belastung einfach zu hoch ist für bestimmte Gelenke.
Oder es gibt Typen die fangen an mit schreien während sie üben. Machen 1wdh mit 1000kg.
Sowas is einfach dumm. Macht die Gelenke kaputt. Reizt die sehnen übermäßig. Und is auch sonst weit entfernt von gesund.
Eben das gleiche Problem dass man sich mit der Materie nich befasst.
Die Leute die es wissen findet man sicher nich im Studio. Vllt zu Hause im Home Studio. Oder im Wald oder sonst wo.

Is natürlich nich die ultimative Antwort auf deine Frage. Klar. Weiß ich. Aber is mir Antwort genug 😬
Danke fürs zu hören 👍

Gruß Fitnesscoach Niklas

Ich würde eher vermuten, das man davon ausgeht, das Menschen, die überdurchschnittlich viel Wert auf ihre äußere Erscheinung legen, als eher oberflächlich empfunden werden und Oberflächlichkeit nun mal nicht als ein Zeichen für besondere Intelligenz gilt.

Das würde gleichzeitig auch erklären, warum auch Frauen, die stark auf ihr Äußeres fokussiert sind ebenfalls zumeist als nicht besonders intelligent gelten.

Was möchtest Du wissen?