Wie findet ihr es, wenn Amerikaner Europäer als "europoors" bezeichnen?

20 Antworten

Ist mir sowas von egal. Außerdem machen das sicherlich nicht "die Amerikaner" im Allgemeinen, sondern vielleicht ein paar. Ich persönlich habe diesen Begriff jetzt zum ersten Mal gelesen und ich bin häufig im englischsprachigen Internetraum unterwegs. Eventuell bei den falschen Themen, keine Ahnung. Aber na ja. Da meine Nationalität nicht meine Identität ist, ist mir das egal. Es stimmt auch teilweise, dass manche von uns eher arm sind, als wohlhabend. Ich war schon immer arm - im Vergleich zu anderen Deutschen. Genauso gibt es auch genügend Leute in Amerika/den USA, die arm sind. Ich finde es doof, sowas als Beleidigung zu nutzen und es als Beleidigung zu sehen. Das sorgt nur dafür, dass es Leuten, die arm sind, noch peinlicher ist und sie nicht gerne darüber sprechen.

Wenn jemand den Begriff ernstgemeint verwendet, gehört die Person aufgeklärt und wenn sie einem nicht glaubt, kann das uns doch egal sein. Wir Europäer/Deutschen können trotzdem weiterhin im Komfort des (relativem) Wohlstands leben. Wir werden nicht plötzlich in ein 3.Welt-Land teleportiert, sobald uns jemand "Europoors" nennt.

Wir werden nicht plötzlich in ein 3.Welt-Land teleportiert, sobald uns jemand "Europoors" nennt.

Dies bezieht sich sicherlich nicht auf die Zukunft, sondern auf den seit Generationen und Jahrzehnten abnehmenden Wohlstand in der EU und insbesondere in Deutschland.

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Viele Amerikaner glauben, dass wir hier in Europa die Wäsche noch mit den Händen waschen und wie vor 100 Jahren leben.

Das liegt daran, dass viele Amerikaner noch nie ihr Land verlassen haben und gar nicht wissen, wie es im Ausland ist.

Ein Normalo in Deutschland lebt um Welten besser als ein Normalo in den USA. Das trifft auf die meisten Europäer zu.

Ein Kumpel von mir war z.B. für paar Monate in den USA und in einer Gastfamilie. Da fragte ihn die Mutter, ob sie zu Hause auch eine Waschmaschine hätten und warmes Wasser aus der Leitung. Als er ihr dann paar Bilder von seinem zu Hause und den Straßen zeigte, war sie verblüfft und fragte, ob dass wirklich Deutschland sei… es würde ja schöner aussehen als bei ihr.

Ich arbeite z.B. in der Pharmabranche und ab und zu haben wir Kollegen aus den USA. Die Kollegen, die zum ersten Mal nach Deutschland reisen und bei uns sind, sind immer wieder schockiert. Sie hätten niemals gedacht, dass die Gerätschaften und co deutlich moderner seien.

Und wenn sie dann den Alltag eines Deutschen sehen, realisieren sie, dass es auf dem anderen Kontinent doch besser ist.

Deshalb empfinden viele wohlhabende Amerikaner Europa als fortschrittlicher und kultivierter… weil sie auch mal Außerhalb von den USA waren.

Viele Amerikaner leben in ihrer eigenen Blase und wissen gar nicht, wie es im Ausland ist. Sie denken und glauben, sie seien in allem die Nummer 1 und dass die ganze Welt sie bewundern würde. Die Realität ist aber eine andere.

Es ist genau so, wie du beschrieben hast!

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Man muss sich in den USA nur mal das Stromnetz anschauen mit den maroden Überlandleitungen. Dann weiß man wieso es öfter Stromausfälle gibt. Vom rudimentären ÖPNV ganz abgesehen.

Mit öffentlicher Infrastruktur ist es nicht weit her.

Und bei uns sterben keine Menschen, weil sie keine Krankenversicherung haben.

uvm.

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Ich wurde von meiner Gastgeberin (Airbnb Wohnung, wo ich nur ein Zimmer hatte, also sie auch da war) damals gefragt ob Hitler denn eigentlich noch lebt und ob ich extra für den Urlaub neue Kleidung gekauft habe, sie wollte darauf anspielen warum ich kein Dirndl trage.

Und sie meinte das vollkommen ernst, als studierte New Yorkerin.

Sie war regelrecht schockiert, als sie ihre eigenen Wissenslücken bemerkte und gab selber zu, bisher nie das Land verlassen zu haben und sich mit anderen Ländern nicht auszukennen.

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Ich empfinde das als dümmlich und irreführend.

Scheinbar höhere Bruttogehälter sagen ja nichts darüber aus, was wirklich zum Leben zur Verfügung steht.

Die Amerikaner geben hohe Summen für ihre Gesundheitsversorgung aus und das Studieren kostet ein regelrechtes Vermögen... viele Wohnungen sind qualitativ mäßig. All das schlägt sich aber nicht in den Zahlen nieder, auf die die Amerikaner dann so stolz sind.

Ich denke nicht, dass die Lebensqualität in den USA höher ist als in Deutschland. Eher umgekehrt.

Es ist Unsinn. Das hohe BIP der USA sagt erstmal überhaupt nichts über den Reichtum aus, die Schere zwischen Arm und Reich ist in den USA noch sehr, sehr viel größer, als bei uns!

Schon in den 80ern hat mir mein Englischlehrer erzählt, dass die USA einen sehr viel niedrigeren Lebensstandard haben, als wir und das hat sich nicht verbessert, im Gegenteil. Natürlich hast du die "rich 10.000" aber der Durchschnitt der Amerikaner ist arm oder hoch verschuldet. Eine schwere Erkrankung reicht dort aus, eine Familie zu ruinieren.

Ein paar Zahlen: Über 60 Prozent der Amerikaner haben weniger als 1000 Euro Rücklagen zur Verfügung. 20 Prozent haben nicht einmal ein Sparkonto bei der Bank.

Vergiss auch nicht, dass die Amerikaner kein wirkliches Sozialsystem haben, wie wir in Deutschland. Ihr hohes BIP kommt von den Superreichen, von denen die USA, noch vor China, die meisten besitzt, nicht vom allgemeinen, hohen Lebensstandard.

Dann denke ich mir meinen Teil und weiß, dass mit der Person vermutlich keine sinnvolle Diskussion möglich ist.

Viele US-Amerikaner haben überhaupt keine Ahnung wie es in Europa aussieht, dass es sowas wie Krankenversicherung für alle in Deutschland gibt, man in einigen Ländern gratis studieren kann, wie günstig viele Dinge im Vergleich zu dort sind und wie daher der Lebensstandard ist.

Lustigerweise kommen solche Aussprüche ja oft von Leuten, die bei Rückfragen dann mit schönen Wissenslücken und Vorurteilen glänzen.

Daher denke ich mir einfach meinen Teil wenn ich das höre.