Die IPC meldete am Mittwoch, dass 19,5 Millionen Sudanesen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. 135.000 davon befinden sich in der höchsten Kategorie, der IPC Phase 5, die Hungersnot und Tod bedeutet.
Schätzungsweise 825.000 Kinder unter fünf Jahren werden im Jahr 2026 an schwerer akuter Unterernährung leiden. Das ist ein Anstieg von 25% gegenüber dem Niveau vor Kriegsbeginn.
Störungen in der Straße von Hormus haben ein Drittel der weltweiten Düngemittellieferungen blockiert, treiben Lebensmittel- und Kraftstoffpreise in die Höhe und verschärfen die Krise im Sudan.
Die eingeschränkte Durchfahrt durch Hormus,hat massive Auswirkungen auf den Hunger, insbesondere in Ländern wie dem Sudan.
Der Sudan ist strukturell abhängig vom persischen Golf und importiert fast alles, was für seine Landwirtschaft und Grundversorgung nötig ist, aus dem Persischen Golf oder über Routen, die durch den Golf verlaufen. Laut einer Mercy Corps Analyse stammen rund 54% von Sudans Düngemittelversorgung aus der Golfregion. Der gesamte Diesel des Landes kommt ebenfalls aus dem Golf. WFP Vizechef Carl Skau bestätigte das im April bei einer Konferenz in Berlin ausdrücklich. Der Sudan kann sich also nicht einfach andere Lieferanten suchen und es gibt auch keine Land oder Pipelinealternativen.
Etwa ein Drittel des weltweiten Düngemittelhandels, insbesondere stickstoff und phosphatbasierte Produkte laufen durch die Straße von Hormus. Nach dem militärischen Aufmarsch Ende Februar 2026 brach der Tankerverkehr durch die Straße um über 90% ein. Das Ergebniss ist, dass zwischen 1,5 und 3 Millionen Tonnen Düngemitteltransporte monatlich aufgehalten werden. Im Sudan stieg der Preis für einen 50 kg Sack Harnstoffdünger von rund 11 Dollar auf 50 Dollar. Für Kleinbauern, die schon durch den Bürgerkrieg verarmt sind, ist das schlicht unbezahlbar.
Die Landwirtschaft im Sudan ist in weiten Teilen bewässerungsabhängig. Das Wasser wird mit Dieselpumpen aus dem Nil gefördert. Gibt es keinen Diesel, dann gibt es auch kein Wasser und damit auch keine Ernteerträge. Tatsächlich berichten WFP Teams in Sudan von Treibstoffpreisen, die um bis zu 80% gestiegen sind. Selbst konservativere Schätzungen sprechen von 30%. Da Transportkosten direkt in Lebensmittelpreise eingehen, sind Gemüse und Milchprodukte in sudanesischen Städten bereits um rund 40% teurer geworden. Weizenmehl, was das wichtigste Grundnahrungsmittel in Städten ist, ist laut Welthungerhilfe um rund 70% teurer geworden.
WFP transportiert Hilfsgüter normalerweise über das Rote Meer und den Suezkanal. Da viele Schiffe nun weder die Straße von Hormus noch den Bab el Mandeb passieren können, müssen sie den langen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen. Laut WFP Angaben sind Hilfslieferungen für den Sudan dadurch 9.000 Kilometer länger. Das kostet nicht nur mehr Zeit, sondern Lieferzeiten steigen um 25 bis 30 Tage, was 15 bis 25% mehr an Frachtkosten verursacht. Versicherungsprämien für Kriegsrisiken sind von etwa 0,25% auf rund 3% des Frachtwertes gestiegen. WFP hat bereits 1,5 Millionen Menschen aus seinen Programmen gestrichen, weil die gestiegenen Kosten das Budget aufzehren.
Die FAO betont das die Düngung exakt im Zeitfenster der jeweiligen Pflanzen stattfinden muss. Eine Verzögerung von wenigen Wochen bedeutet permanente Ertragsverluste. FAO Generaldirektor Qu Dongyu warnte ausdrücklich, die heute ausgebliebene Düngung werde niedrigere Ernten in der zweiten Jahreshälfte 2026 und in 2027 erzeugen, was in einigen Monaten die Hungersnot im Sudan nochmals verschlimmern wird. Im Sudan, wo die Weizenproduktion durch den Bürgerkrieg bereits auf das Zehnfache unter den Stand von 2021 gefallen ist, kommen diese zukünftigen Ernteausfälle zu einer schon ausgebluteten Landwirtschaft hinzu.
Das Besondere an der Lage im Sudan ist, dass beide Krisen gleichzeitig zuschlagen und sich gegenseitig verstärken. Der Bürgerkrieg zerstört die vorhandene Infrastruktur, vertreibt Bauern und blockiert Hilfslieferungen von innen heraus, während die Hormus Krise von außen schadet. IRC Chef David Miliband bezeichnete die Meerenge deshalb als "food security timebomb". Die FAO warnt, dass zwischen 20% und 45% des Agrarhandels durch die Straße von Hormus transportiert wird. Was für ein Land wie dem Sudan, wo es keine Reserven mehr gibt, eine Katastrophe ist.
Wann wird die Responsibility to Protect Doktrin für den Sudan angewendet? Alle Tatbestände zur Anwendung der R2P sind durch die Taten der RSF und der SAF voll erfüllt.
Wann formiert sich die militärische Anti Mullah Koalition, die die restlose Vernichtung der IRGC und den Regimechange im Iran zum Ziel hat?
Das Regime in Teheran, wie auch die Schlächter von Darfur haben kein Existenzrecht mehr.