Warum hasse ich Mathe so? Wem geht es auch so (ähnlich)?

10 Antworten

Wir werden dieses Schulsystem nicht rasch genug ändern können, um Dich von den Zumutungen zu befreien, die es den Schülern auferlegt. Die Antwort auf Deine Warum-Frage ist die: Die Schule ist eine totale Institution.

https://de.wikipedia.org/wiki/Totale_Institution

Ihre Regeln stammen aus dem Militär und den Fabriken der Kaiserzeit. Daß man sie trotz besseren Wissens bis heute nicht ernsthaft reformiert hat, deutet darauf hin, daß nicht die Wissensvermittlung ihr eigentlicher Auftrag ist, sondern etwas anderes: die Einübung in Disziplin und Hierarchie, das Sortieren der Menschen nach Kennziffern, um ihnen die Plätze auf den Stufen der Gesellschaftspyramide zuzuweisen, wo sie hin sollen. Dieses System zu ändern ist seit der Zeit der Pharaonen noch nicht gelungen, aber das ist kein Grund, aufzugeben...

Was Deine Probleme mit Mathe angeht: Die hatte ich nicht, aber ich hatte sie mit anderen Fächern und habe Verständnis dafür, wie sehr Dich das ankotzt.

Tips:

Lies die Grundrechte, die Du als lernender Mensch hast, behalte sie, fordere sie ein, und ermutige Mitschüler(innen), denen es so geht wie Dir.

http://www.uaf.edu/deved/math/help-for-math-anxiety/math-student-bill-of-righ/

Wenn Du Wissenslücken in Mathematik füllen möchtest, dann empfehle ich hier ein bewährtes Lehrbuch zum Selberlernen

http://d-nb.info/942096924

Daß Du damit in Deinem Tempo arbeitest, ist genau die richtige Methode. Sie steht ja auch ganz oben in der Liste der Grundrechte. I have the right to learn at my own pace.

Vielleicht ist das Buch Overcoming Math Anxiety für Dich interessant, aus dem die oben genannten Grundrechte stammen.

http://books.wwnorton.com/books/Overcoming-Math-Anxiety/

Darin untersucht Sheila Tobias die Ursachen, wieso vielen Menschen gerade die Mathematik so fremd, abstoßend und einschüchternd ist und gibt Ratschläge, wie man damit umgehen kann. Mit Begabung oder Intelligenz hat das wenig zu tun, viel mehr mit Traditionen in der Vermittlungsweise und eben mit unterentwickelter Einfühlung in die Bedürfnisse der Lernenden, und dem andressierten Gefühl "Ich bin zu doof dafür".

Was Du, nicht für Mathe, aber zu Deiner persönlichen Ermutigung lesen kannst:

http://d-nb.info/998363170

http://d-nb.info/1021119768

HERVORRAGEND !!! Sämtliche Reflexionen, aber besonders diese (ZITAT):

Ihre Regeln stammen aus dem Militär und den Fabriken der Kaiserzeit. Daß man sie trotz besseren Wissens bis heute nicht ernsthaft reformiert hat, deutet darauf hin, daß nicht die Wissensvermittlung ihr eigentlicher Auftrag ist, sondern etwas anderes: die Einübung in Disziplin und Hierarchie, das Sortieren der Menschen nach Kennziffern, um ihnen die Plätze auf den Stufen der Gesellschaftspyramide zuzuweisen, wo sie hin sollen.

Siehe Werner Fuld: "Die Bildungslüge" !!

pk

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Hi,

ich sehe gerade, dass ich auch mal auf diese Grundrechte gestoßen bin und sie mir auf dem Rechner aufbewahrt habe. Sie sind wirklich super!

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Du bist also noch in einer Schule und meintest Deine früheren Zeiten in der Schule?

> Was Du unter "Mathe" verstehst, ist hier schwierig nachzuvollziehen.

Was Du aber als Erwachsener unbedingt mittels steter Übung beherrschen solltest, weil Du ständig und überall absichtlich oder versehentlich betrogen wirst: Das beginnt beim Lohn und mit der Bank, verläuft über die Berechnung der Urlaubstage usw., über das Einkaufen und Haus bauen mit Krediten und Versicherungen bis hin zur Beerdigung...

  • Grundrechenarten (inkl. Bruchrechnen und Wurzel ziehen)
  • Dreisatz
  • Prozent
  • Zins
  • und schnelles Kopfrechnen bzw. möglichst richtiges Schätzen!

> Die typische gymnasiale Schulmathematik ist doch nur Grundwissen für spätere Spezialisierungen wie z. B. im Maschinenbau oder in der Betriebswirtschaft oder in statistischen Berechnungen für Studien oder...

Und deshalb entwickelst Du dabei auch wieder "Deine Empathie" zur Mathematik, weil Dir dann das Ergebnis Deiner Berechnungen wichtig ist.

> Das Gymnasium sortiert Menschen auch aus: Es trainiert mit zu erlernender Stofffülle mit Problemstellungen und -lösungsvorschlägen und zugehörigen Prüfungsterminen das spätere akademische Berufsleben: Ich kenne keinen akademischen Beruf, der nicht durch Termindruck oder Perfektionsdruck zumindest wöchentlich bestimmt wird: "Den ständigen Dysstress in Eustress verwandeln!" Das ist das Motto Deines gesunden Berufslebens... Übe das in der Schule zum Beispiel mit verschiedener Lernmethodik (Wie wäre es mit Nachhilfe in einfacherer Mathematik erteilen?), versuche Mathe mit Sinn in Deinem Sinn zu füllen... vielleicht in kleinsten Lerngruppen zur Wiederholung.

PS: Das einzig Interessante an der Schulmathematik waren für mich die Rechnungen mit den Komplexen Zahlen.

Das Besondere an Mathe im Vergleich zu den anderen Fächern ist, dass sie sehr vernetzt ist. Um ein neues Thema verstehen zu können, muss man viele vorherige Themen verstanden haben. Wenn man einmal den Anschluss verliert, ist es sehr schwer wieder reinzukommen.

Natürlich ist es viel zu aufwendig nochmal von vorne anzufangen und die gesamte Mathematik nochmal durchzugehen um alle Lücken zu schließen. Aber wenn du mal wieder das aktuelle Thema nicht verstehst, versuche herauszufinden, welches Vorwissen dir fehlt. Zum Beispiel: Um Gleichungssysteme lösen zu können, musst du Gleichungen lösen können. Um Gleichungen lösen zu können, musst du Äquivalenzumformungen beherrschen. Dafür musst du Terme zusammenfassen können, also Termumformungen beherrschen. Fehlt dir eine dieser Fähigkeiten, wirst du auch an Gleichungssystemen scheitern. Also frage dich: Was davon kannst du und was fehlt dir?

Was deine Motivation bzw. deren Abwesenheit angeht: Mathe macht dir keinen Spaß, weil sie dir schwer fällt und weil du wenig erfolgreich darin bist. Das ist eine ganz natürliche Reaktion, also wenig verwunderlich. Trotzdem musst du dich mit Mathe arrangieren um die Schule erfolgreich abzuschließen. Also musst du dich mit Mathe beschäftigen, ob du es gerne tust oder nicht. Du kannst aber davon ausgehen, dass dir Mathe mehr Spaß machen wird, sobald du besser darin wirst und erste Erfolgserlebnisse machst. Am schwersten ist also der Anfang.

Was die Anwendbarkeit der Mathematik und ihre Relevanz für dein Leben angeht: Die spielt keine Rolle für deine Motivation. Selbst wenn dir jemand zeigen könnte, wie wichtig und nützlich Mathe ist, wird es deine Motivation nicht steigern. Menschen, die Mathe mögen, tun es nicht, weil sie sie so häufig in ihrem Leben anwenden können, sondern weil sie ihnen leicht fällt und weil sie häufig Erfolgserlebnisse mit ihr gemacht haben.

> "Wenn man einmal den Anschluss verliert, ist es sehr schwer wieder reinzukommen."

Das liegt aber nicht einfach an der Mathematik und ihrer Vernetztheit. Es ist eine Folge der Organisationsweise, die weder auf das Fach noch auf die Menschen Rücksicht nimmt: Unterricht nach dem Fließbandprinzip, wie in Henry Fords Autofabrik. Ließe man stattdessen jeden Schüler in seinem eigenen Tempo lernen, dann wäre kein Anschluss erforderlich und keiner könnte ihn verlieren. Aber dafür müßte umgedacht werden.

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@Franz1957

Das wäre natürlich sehr schön, aber dann bräuchte es im Idealfall Privatunterricht, zumindest aber flexible Klassen, sodass jeder Schüler in einer Klasse ist, in der das gelehrt wird, was für ihn gerade nötig ist, und in einem Tempo, das sein Aufnahmevermögen trifft. Wie das einzurichten wäre, kann ich mir nicht wirklich vorstellen...

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@PhotonX

Hi,

z.B. mit Lerneinheiten, in denen nicht Schüler gleichen Alters zur gleichen Zeit das Gleiche lernen müssen, sondern Schüler auch verschiedenen Alters nach Affinität, Reife und Lernstand zusammenarbeiten können. Es können auch ruhig gute mit weniter guten Schülern zusammenarbeiten. Sowohl der Erklärende als auch der erklärt Bekommende lernen, beide Rollen erfahren einen Gewinn. Ich merke das jedesmal, wie ich lerne, wenn ich jemandem etwas "einfaches" erkläre.

Ich bin per Zufall mal auf Vorschläge einer zukünftigen, "idealen" Schule von R.D. Precht gestoßen, die ich in ihren Ideen (im Vergleich zu unserer alten, verkrusteten Schulstruktur) recht radikal, aber durchaus interessant fand. (Ich stimme nicht allen seinen Vorschlägen zu, aber er macht wenigstens Vorschläge, die sich aus dem Klein-Klein hervorheben.)

Solange wir an Mittelmaß, Konformität, Gehorsam und Selektion festhalten, wird das natürlich nichts, und mir ist durchaus bewusst, wie schwer es ist, eingefahrene Strukturen aufzubrechen.

Viele Akademikereltern drehen schon bei der Vorstellung von Inklusion am Rad, weil sie befüchten, dass ihre Kinder durch Behinderte in ihrer sozial priviligeierten Ausgangsstellung gestört werden und ihren Selektionsvorsprung verlieren könnten, und Bildungsminister starren nur auf ihre Chance wiedergewählt zu werden, wie die Kaninchen auf die Schlange.

Jedes Jahr wird an kleinen Parametern gedreht, fälschlicherweise Bildungsreform genannt, und eine Bildungsrevolution wäre nötig. Das ist ein richtig dickes Brett.

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@eddiefox

Interessanterweise habe ich vor gerade mal ein paar Wochen genau diese Idee des Zusammensetzens von Kursen nach Lernstand statt nach Alter mit einem Freund diskutiert. Es ist sicher eine sehr interessante Idee, aber es ist schwer abzuschätzen, ob das alles so klappt, wie man sich das vorstellt. Und immer wenn es um den künftigen Lebensweg vieler Kinder geht, sind solch radikale Experimente zu riskant. Man bräuchte irgendeine Implementierung im Kleinen (Kurssystem nur für eine kurze Zeit oder nur für eine beschränkte Zahl an Schülern oder optional und ergänzend zum regulären Unterricht etc.), um das Risiko im Rahmen zu halten.

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@PhotonX

Das kann ich mir z.B. so vorstellen wie in den Lernzentren, die es heute an den Universitäten gibt: Dort vertiefen sich die Studenten allein oder mit jemandem zusammen in das, was für sie gerade dran ist, es sind Bücher da, und es sind Tutoren da, die man um Hilfe bitten kann. Hier wo ich zur Uni ging, waren die Mathematiker damals die Ersten, die so eine Einrichtung hatten.

http://www.zsb.tu-darmstadt.de/studium_2/planungdesstudiums/lernzentren_1/lernzentren.de.jsp

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@PhotonX

Die Vorbehalte kann ich verstehen. Nur würden wir nicht bei Null anfangen. Erkenntnisse aus der Padagogik, Didaktik und der Neurologie sind ja vorhanden und sie zeigen, dass unser heutiges Schulsystem mit den Methoden und Zwängen sehr uneffizient ist. Es wurden gute Erfahrungen mit Mehrstufenklassen gemacht. (Such mal nach diesem Stichwort, und nach "Schule im Aufbruch", Margret Rasfeld)

Ein Problem wird wahrscheinlich sein, dass es nicht genügend Pädagogen gibt, die die neuen Erkenntnisse sofort und effizient umsetzen können. Die Änderungen werden wohl schrittweise erfolgen (müssen) und von Menschen begleitet werden, die schon Erfahrungen mit erfolgreichen Methoden gesammelt haben.

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