Freizeit in der Antike?

7 Antworten

Das kommt auch immer auf die Volksgruppe und den Wohlstand an. Die Unterschicht hat den lieben langen Tag gearbeitet. Deswegen waren den Menschen auch ihre alten Feste heilig, da dies die einzige Zeit war, in der man fröhlich und unbeschwert war. Auch ein Grund, warum während der Christianisierung in der Spätantike und im Frühmittelalter es fast unmöglich war, den Völkern ihre alten heidnischen Feste zu verbieten. Stattdessen behielt man das Fest bei und änderte dessen religiöse Bedeutung.

Die reicheren Germanen zum Beispiel - die viele Sklaven und Knechte besaßen - konnten auf die Jagd gehen, sich mit Bädern und Spielen die Zeit vertreiben und die Zeit mit Essen und Trinken verbringen. Bücher kannte man nicht überall in der Antike, wenngleich viele Völker magische Buchstaben wie die Runen besaßen. In den kultivierten Gebieten gab es viele Gelehrte, die ihre Zeit mit lesen vertrieben, aber nicht so wie heute, dass sich hunderte von Leute aus allen Schichten in eine Bibliothek oder vor ihre E-Books setzten und spannende Krimis lasen.

Bei den nordischen Völkern war der Klassenunterschied jedoch nicht so groß, dass zwischen den Schichten große Spannungen bestanden hätte. Wenn man sich am Feuer zusammengesellte, vertrieb man sich die Zeit mit Schwerttänzen. Außerdem waren die Germanen gastfreundlich, man konnte theoretisch einfach in ein Haus reinlaufen und durfte dort mitessen, sofern es keine befeindete Sippe war. Und wenn der Hausbesitzer zu arm war, um seinen Gast zu bedienen, dann ging er mit ihm zusammen zum Hofe eines reichen Großbauern und setzte sich dort einfach an den Tisch. Erst während der Völkerwanderungszeit - die nicht zur Antike gezählt wird - entfremdeten sich die Armen von den Reichen immer stärker.

In Rom gab es große Arenen, Theater und Thermen, die in Teilen auch für die arme Masse der Bevölkerung zugänglich war, da man die Menschen unterhalten und ablenken wollte. Die Reichen Römer hielten gigantische Orgien ab, in denen so gut wie jede Schweinerei betrieben wurde, bis hin zur massenhaften Körperentblößung und Pädophilie. Dabei wurde häufig gegen Sittengesetze verstoßen, die einem Armen den Kopf gekostet hätten, einem reichen Senator aber nie zur Last gelegt wurden. Auch Kaiser wie Tiberius hatten Harmes voller Kinder.

Die Landbevölkerung führte ein schreckliches Dasein zwischen Feldern, Vieh und Stechmücken, war den lieben langen Tag dem Wetter ausgesetzt, litt am stärksten unter den Kriegen und war in der Regel wesentlich frommer, sittlicher und demütiger als die Stadtbevölkerung. Das gemeinsame Essen mit Freunden, der Sippe und mit Gästen war das größte Glück eines Menschen, egal wo er wohnte.

Auf den Straßen in der Stadt gab es häufig Gaukler, Prostituierte und Redner, sodass man sich im Grunde nie langweilte. Erst mit dem Einzug des Christentums wurden Gaukler und Prostituierte als Gesellen des Teufels angesehen, sodass man als Schauspieler immer wieder von religiösen Eiferern aus Städten vertrieben wurde und Prostitution nur noch im Geheimen (auch in Klöstern und im Vatikan) betrieben wurde (um ein mittelalterliches Beispiel zu nennen: Bevor Kaiser Heinrich III (ein Salier) den frommen und keuchen deutschen Bischoff Clemens II einsetzte, herrschte im Vatikan eine fatale Pornokratie (Hurenherrschaft), die Europa fast in einen Religionskrieg getrieben hätte).

Eine Zahl zur Verdeutlichung der Massenunterhaltung: Im Circus Maximus fanden 250.000 Leute platz, im Kolosseum wurden insgesamt 500.000 Menschen öffentlich hingerichtet oder in Schaukämpfen und Hetzjagden niedergestreckt. Unterhaltung gab es in der Antike also wirklich, heutzutage töten sich die Menschen zur Unterhaltung zum Glück nur noch in Videospielen und Hollywoodfilmen, im Grunde war das Kolosseum also für die Menschen der Antike eine riesige Nintendo 64 mit 3D-Effekten ;-)

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Themen, die du noch nicht genannt hast, währen zum Beispiel:

  • Tänze
  • Straßenkünstler
  • politische Diskussionen
  • Jagen, Angeln, etc.
  • Bordelle
  • Religiöse Feste
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Vermutlich versteht man in der Schule unter Freizeitbeschäftigung eines Menschen eine Tätigkeit, die nicht zum Geldgewinn ausgeübt wird, also z. B. den Besuch eines Theaterspiels usw..

Folglich würde ich das Philosophieren oder Politisieren der Männer zum Thema nehmen oder etwas Kompliziertes wie das Thema Sex und Liebe in der Gesellschaft:

Von der Pflichtehe wegen des Erbrechts und Heiratszeremonien mit gekauften Frauen über den Lustknaben als Statussymbol und lesbische Beziehungen, über den Manneskult als pater familiae und als soldatische Eroberer anderer Städte bis hin zur Friedensschaffung durch sexuelle Verweigerung der Frauen als Idee im Drama Lysistrate. 

Die allermeisten Menschen in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden kannten so ein Begriff wie "Freizeit" nicht. Es wurde so lange gearbeitet, wie Licht und Kräfte reichten. Es gab auch keinen "Ruhestand" im Alter wie heute bei uns. Nur Mitglieder der kleinen herrschenden Oberklasse konnten dank vieler Bediensteter oder Sklaven sich Müßiggang leisten.

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