Falls Eure Kinder auf der Gesamtschule waren oder sind, seid Ihr zufrieden, oder bereut Ihr, dass Ihr nicht die Realschule gewählt habt?

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

ich muss mal schmunzeln, das Gejammer, wegen der Hausaufgaben hört nie auf. egal auf welchem Schulzweig. Ich weis nicht wie alt Dein Sohn ist, viele Kinder entwickeln sich später ,gerade die Jungs.(ich hab das nie geglaubt und bin kein Fan von Schubladendenken ist aber wirklich oft so) die sind oft viele Jahre stinkfaul...

die Mädchen sind "perfekt" ironisch gemeint, ich habe so wohl Mädchen als Junge....und gehen zielstrebiger vor...die Jungs lassen sich mehr Zeit...sie brauchen einfach länger..die gehen auch ihren Weg nur später...

machen Realschulabschluss...und dann noch Fachabi, was auch immer...

er will dort hin...damit ist doch schon alles gesagt...

ja Entfernung ist blöd...aber wenn er eh schon keinen Bock auf Hausaufgaben hat, und die alleine machen soll....er würde rumtrödeln I(machen alle !) ,, dann muss er aufs Klo...usw...jede Ausrede wäre gut, blos nicht die blöden HA machen...

wenn du ihn morgens mitnehmen kannst, perfekt...er wird schon den Heimweg finden., die Jungs sind ja auch nicht blöd, und entwickeln sich..und wenn er dann zu hause komplett fertig wäre, nichts mehr machen soll..wäre für ihn super, so wie du schilderst...

also

Mein Sohn möchte zur Gesamt. Wir favorisieren das auch.

dann macht es auch so. Es wird der richtige Weg sein. .viel Glück und Daumen drücken, dass er dort auch einen Platz bekommt...

schönen 2.Advent für euch...und Schule ist nicht alles. ! lg

Herzlichen Dank, dir auch

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Ich war auf einer Gesamtschule, damals (vor 45 Jahren) die erste in unserer Region überhaupt mit großer Warteliste und vielen Absagen. Ich ging immer gerne auf diese Schule und habe dort auch mein Abi gemacht.

Mein älterer Sohn hatte Hauptschulempfehlung und ging auf eine Gesamtschule die er nach der 9 Klasse verlassen hat mit Hauptschulabschluss. Er war nie ein besonders guter Schüler. Trotzdem hat er dann auf einer Berufsfachschule noch die Mittlere Reife gemacht, eine gute Ausbildung und inzwischen arbeitet er beim öffentlichen Dienst und studiert mittlerweile neben dem Job noch auf der Fachhochschule.

Mein jüngerer Sohn hatte Gymnasialempfehlung. Trotzdem wollte ich ihn lieber auf die Gesamtschule, zum einen wegen der etwas besseren Busverbindung, wir leben auf dem Dorf, zum anderen wollte ich ihn nicht aufwachsen lassen mit dem Gedanken, etwas besseres zu sein, wie viele Gymnasiasten hier. Ich finde das Konzept der Gesamtschule gut. Er macht nächsten Monat sein Abitur dort, er ist ein Einserschüler.

Viele machen trotz anderer Empfehlung an Gesamtschulen ihr Abi, aber man kann genauso den Weg über die Realschule gehen. In der Klasse meines Sohnes kamen auch viele später hinzu, die in Gymnasien nicht klar kamen oder unglücklich waren.

Blöde Lehrer gibt es aber überall und man sollte nicht denken, das Abi macht sich dort so von alleine, es erfordert Einsatz und viel Arbeit und es geben viele in der Oberstufe auf oder müssen aufgeben und verlassen die Schule vor dem Abi. Abitur ist auch nicht das Non Plus Ultra, auch ohne Abi kann man fast alles werden, was man möchte und gutes Geld verdienen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich war selber Gesamtschüler und habe als Sozialarbeiter häufiger mit ganz verschiedenen Schulen zu tun. Generell verfolge ich das Thema Bildungssystem auch recht intensiv und bin mit vielen Lehrern befreundet. Meine eigene Gesamtschule war super, allerdings bin ich da auch schon Ende der 80er Jahre eingeschult worden. Wir hatten damals schon sehr intensiv den Fokus auf die einzelnen Schüler und keiner ist da ohne schulischen oder beruflichen Anschluss abgegangen. Zu jeder Zeit war es aber schon so, dass die einzelnen Schulen, nicht nur Gesamtschulen, extrem unterschiedlich zueinander ausfallen. Heute wie damals gibt es in jeder Schulform schlechte und gute Schulen. Sehr relevant ist dabei meistens auch die jeweilige Lage. In ländlichen Regionen kannst du teilweise sogar noch gute Hauptschulen finden- in den Großstädten sind das quasi immer nur die "Resteschulen". In Großstädten gibt es bei jeder Schule dann meistens große Unterschiede zwischen reicheren und ärmeren Stadtvierteln. Ganz allgemein kann man aber feststellen, dass Gesamtschulen leider auch immer mehr zur "Resteschule" werden. Da keiner mehr sein Kind auf die Hauptschule schicken will hat die Gesamtschule vielerorts die Hauptschule ersetzt und da Bildung und soziale Herkunft bei uns ja leider immer noch stark voneinander abhängen hast du auf den Gesamtschulen mittlerweile überproportional viele Schüler aus schwachen sozialen Verhältnissen, was sich entsprechend oft negativ auf die Lernmöglichkeiten auswirkt. Nichts desto trotz gibt es auch noch gute Gesamtschulen, muss man sich aber individuell anschauen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Sozialarbeiter / Einrichtungsleiter in der Jugendhilfe

" Zu jeder Zeit war es aber schon so, dass die einzelnen Schulen, nicht nur Gesamtschulen, extrem unterschiedlich zueinander ausfallen."

Das kann man auf jeden Fall bestätigen. In NRW sind einige (nicht alle!) Gesamtschulen, aber auch Realschulen zu Resteschulen verkommen. in meiner Stadt gibt es z.B. eine Realschule, die von Lehrern als Arbeitsort gemieden wird, da sie offenbar durch das Einzugsgebiet eine so genannte Brennpunktschule ist. Durch den Wegfall der Hauptschulen mussten hier die Realschulen Hauptschulzweige einrichten (wurde von der Kommune vorgegeben) und die entsprechenden Schüler aufnehmen.

Ja. Schule und Schulform können sehr unterschiedlich sein.

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@consillieri

Ich komme auch aus NRW und die Unterschiede sind hier wirklich riesig.

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Mein älterer Sohn war auf einer integrierten Gesamtschule. Das Tempo langsam, Lehrer super verständnisvoll und die Benotung wohlwollend. Selbst auf total zerfledderte Hefte gab es noch eine zwei oder drei. Er kam von der Grundschule mit Problemen in mathe und hat dann dort seine ersten guten Noten in allen Fächern geschrieben. Sechs Jahre später hat er einen Realschulabschluss mit 2,0 gemacht. Jetzt geht er auf die Fachoberschule und hier ist das Tempo ein anderes und es fällt ihm gerade etwas schwer mitzuhalten.

Mein jüngerer geht seit Sommer in die 5. Klasse einer reinen Realschule und hier ist das Tempo von Anfang an zackig. Wo sein Bruder auf der Igs Note 1 und 2 hatte, schreibt er mit Glück 3-/4.

Es hat beides vor und Nachteile.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hi,

ich war zwar selber nicht auf einer Gesamtschule, aber ich war lange Zeit als Nachhilfelehrer tätig und hatte da besonders viele Gesamt, Haupt- und Realschüler, u.a. auch einen Schüler, der über diese Schularten dann das Abi gemacht hat.

Ich denke, es kommt auf die Schule drauf an, viel mehr als auf das Kind an sich. Es gibt gute Gesamtschulen, aber leider auch sehr viele, die weniger gut sind. Das entscheidende ist da immer das soziale Umfeld, also wer mit deinem Kind dann in einer Klasse ist. Auf der Realschule sind halt doch eher Kinder, die in der Grundschule ganz gut dabei waren oder deren Eltern die schulische Laufbahn ihres Kindes sehr wichtig ist. Die Gesamtschule ist da im Vergleich dann viel mehr ein Auffangbecken für die, die es nicht auf Realschule oder Gymnasium geschafft haben. Zwar ist das nicht so extrem wie in Hauptschulen, aber dennoch deutlich mehr als das in Realschulen der Fall ist.

Natürlich gibt es immer Eltern, die ihrem Kind keinen Druck machen wollen und ihm einfach Zeit lassen wollen, das ist auch total verständlich und hat gar nichts mit dem "nicht kümmern" zu tun, aber diese Kinder sind dann halt mit vielen anderen Kindern zusammen, bei denen das ganz anders ist. Das Niveau ist einfach auf einer Gesamtschule so gut wie immer niedriger als auf einer Realschule. Das soziale Umfeld ist auch nicht das Gleiche, sodass ein Kind, das eigentlich mehr könnte, es auf einer Gesamtschule am Ende einfach schwerer hat das gleiche Endergebnis wie auf einer Realschule zu erzielen. Die Umgebung zieht einen immer irgendwie mit. Ich würde den Druck nicht überbewerten, weil das Kind ist auf der Realschule eines von vielen, die ganze Klasse hat den gleichen Druck und dadurch wird das Normalität. Wenn dein Kind die Noten und Fähigkeiten hat, würde ich die best möglichste Schulart wählen, weil ich viel zu sehr davor Angst hätte, dass sich das Kind von weniger motivierten Kindern mitreißen lässt und sich alles in die falsche Richtung entwickelt. Kann natürlich auch auf der Realschule passieren, auch ohne den Einfluss von anderen, aber die Chance ist da meiner Meinung nach geringer. Runter geht immer, rauf ist aber im Normalfall anstrengender.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Soweit ich weiß, müssen Gesamtschulen gleich viele Kinder mit Gymnasium, Realschul- und Hauptschulpotential aufnehmen, hierzu gibt es 3 Töpfe, die entsprechend den Schulnoten bedient werden.

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@Rosenmary

Dazu kann ich nichts sagen, ist sicher auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Problem, dass aber auch Kinder, die nicht so leistungsfähig wie dein Sohn sind, mit ihm in einer Klasse sind bleibt aber ja trotzdem. Ich würde das wirklich nicht unterschätzen, weil man nicht wissen kann, in welche Richtung sich dein Kind dann entwickelt. Wird es sich eher an die Stärkeren oder Schwächeren halten...ich hätte da Angst, dass mein Kind an einen Mitschüler gerät, der keinerlei Motivation hat und dann davon mitgezogen wird. Auf der Realschule ist da die Gefahr einfach etwas geringer, weil jedes Kind ja schonmal einen bestimmten Notenschnitt haben musste, um so weit zu kommen.

Kommt da aber natürlich auch stark auf das Bundesland an. Wenn es eine bindende Übertrittsempfehlung wie in Bayern gibt, dann ist das Problem wohl stärker als in Ländern, in denen Eltern entscheiden.

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