Gott – die besten Beiträge

Frage an sogenannte "Erwachte" oder "Erleuchtete": Was ist mit dem kolportierten Gefühl, Empfinden oder Erlebnis des "Verbundenseins mit Allem" gemeint?

Ich denke, auch noch nicht erleuchtete Denker verstehen meine Frage.

Ich lese oft oder höre von manchen Bekannten, die ein Gefühl oder eine Erkenntnis des "Einsseins" mit der gesamten Schöpfung, vielleicht sogar mit dem Universum oder Gott "wahrzunehmen" vermeinen, dass da ein großes "Glücksgefühl" mit schwingt.*

Ich frage mich: Wenn z.B. quasi eine "Verbindung" mit der gesamten Schöpfung als Gefühl (oder auch ein anderes Empfinden) im "Erleuchteten" vorhanden ist, müsste da aufgrund des nicht mehr getrennt Seins der Erleuchtete oder so Empfindende* vor Schmerz und Leid nicht beinahe ohnmächtig werden?

Der normale Mensch empfindet doch z.B. mit einer geliebten Person ebenso dieses Prinzip: In Freud und Leid vereint. Wenn der geliebte Mensch also leidet - was soll das für ein Glücksgefühl sein? Wenn das "Leiden der Welt" eine Tatsache ist, also Wirklichkeit, dann ist ja eine "Ungetrenntheit mit diesem Schmerz" alles andere als euphorisches Glücksempfinden; oder nicht?

Die Welt ist unleugbar voller Schmerz, Leid, Kummer, Trauer und Depression! Wir nehmen das aber nicht allumfassend auf, sonst würden wir ja teilhabend sein mit dem gesamten Schmerz aller Geschöpfe. Und wäre da nicht ein unendlicher Schmerz mit dabei, wäre ein Einzelner damit verbunden, anstatt etwas Euphorisches? Meditation und eine mögliche Erleuchtung wird auch als "Öffnung" für das Wahre, für das, was tatsächlich ist, bezeichnet. Ich denke, da wird vielleicht ein wichtiger Aspekt vollkommen missverstanden; was ja in spiritueller Beziehung gang und gäbe ist, von Verblendung über Maia hin zum Aberglaube ...

Ist ergo die Behauptung vieler vermeintlicher Erleuchteter, die Verbundenheit mit ALLEM Weltlichen sei pure Glückseligkeit, eine falsche Definition?

Ich denke, ja!

Dabei leugne ich eine mögliche Tatsache von Erleuchtung ja nicht ab. Doch sie ist wohl anders zu definieren bzw. die Erkenntnis und das Beurteilen von ihr von Einfältigkeit, Naivität, Selbtsbetrug und gedankenproduzierten Vorstellungen zu trennen.

Gegenwärtig scheint es ja von esoterischen "Buddhaverstehern" nur so zu wimmeln. Die meisten bieten in geldwerten Kursen, Mind Set Seminaren oder Meditationsschulungen bis hin zur Erleuchtung ihre "sprituelle Kompetenz" an.

Mir ist klar, dass eine Erleuchtung ein Art Erkenntnis ist und eine aktive Auffassung, dass sie mit der Wirklichkeit in Beziehung steht.

Ist das, was ich als Frage aufwerfe, nicht eine Aufdeckung von vermeintlicher Erleuchtung?

Mir ist desweiteren bewusst, dass die Sache mit dem Glücksgefühl quasi eine ungetrennte Beziehung zu einer höheren Liebe sein kann. Man ist in der Liebe oder erfüllt mit ihr und somit ist diesbezüglich ein Glücksgefühl logisch.

Deshalb denke ich, ist das Mitgefühl für Leidende wiederum eine Art Verbundenheit. Mitgefühl heißt, das Leid (des/der anderen) auch zu fühlen. Aber auch da ist doch ein Glücksempfinden Quatsch.

Ich würde gern weitere Gesichtspunkte mit Personen teilen, die ebenso affin zu diesem Thema sind oder gar mittendrin...

Spiritualität, Esoterik, Intelligenz, Gott, Psyche

Wie wurde das Christentum zur größten Religion der Erde!?

Es gibt zwei Wege, wie sich Religionen ausbreiten: Innerhalb einer Gesellschaft, eines Stammes, und außerhalb in anderen Gesellschaften/Kulturen/Stämmen.

Die Weitergabe innerhalb einer Gesellschaft beruht heute zum größten Teil auf der religiösen Erziehung der Kinder. Es gibt aber auch zwei weitere Wege: Missionierung und Zwang (Gewalt, Ausübung von Druck, Zwangskonvertierung).

Innerhalb des Judentums finden wir eine Weitergabe fast ausschließlich über religiöse Erziehung der Kinder. Missionierung gibt es praktisch nicht (mehr), und Zwang ebenso wenig.

Im Christentum wurden hingegen alle Wege beschritten:

Missionierung weist dabei nur sehr geringe Erfolge auf. 1.200 Jahre christlicher Missionierung in China führten zu einer Quote an Christen von weniger als 5%.

Anders der Buddhismus, der sich ausschließlich über Missionierung verbreitet hat, und dem es gelang, große Teile der chinesischen Bevölkerung zu konvertieren — aber auch über einen sehr langen Zeitraum.

Es gehört zu den unglaublich zählebigen Falschinformationen, dass sich das Christentum in der Antike mit rasender Geschwindigkeit ausgebreitet hätte. Tatsache ist, dass es mehr als zwei Jahrhunderte brauchte, um von einem kleinen Kern aus zu einer überhaupt nennenswerten Größe zu werden. Man schätzt, dass es im römischen Reich im 2. Jahrhundert weniger als 0,2% Christen gab. Plinius, um 115, schreibt an den Kaiser mehrere Briefe, in denen es darum ging, wie mit Christen umzugehen ist. Plinius, obwohl weitgereist und Verwalter mehrerer Provinzen, kennt keine Christen und muss erst nach ihnen suchen. Vor allem trifft er aber auf Ex-Christen, also Menschen, die den Glauben bereits verlassen haben.

Dazu muss man hinzufügen, dass zwar behauptet wird, dass Christen im römischen Reich verfolgt wurden, aber wenn man genauer hinsieht, so ist auch das eine durch Märchen verbreitete Falschinformation, siehe: Moss, Candida R. 2013. The myth of persecution: how early Christians invented a Story of Martyrdom. 1st ed. New York: HarperOne. Praktisch alle der Märtyrerlegenden sind frei erfunden!

Selbst die Stelle bei Tacitus, in der beschrieben wird, dass Nero Christen verfolgen ließ, ist frei erfunden, siehe Detering, Hermann. 2011. Falsche Zeugen: ausserchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand. 1. Aufl. Aschaffenburg: Alibri.

Die Textstelle ist anachronistisch, weil um das Jahr 64 herum es keine Christen gab — jedenfalls keine Gruppe, die sich so nannte. Selbst Paulus kennt den Ausdruck "Christen" nicht und benutzt ihn nicht.

Das Christentum wuchs also nicht erstaunlich schnell, sondern so unauffällig langsam wie viele andere Sekten.

Das änderte sich schlagartig mit dem Kaiser Konstantin, der eine neue Staatsreligion haben wollte und sich dazu des Christentums bediente. Konstantin, ein skrupelloser Machtmensch, der durch Verwandtenmord seine Stellung erreicht hatte, erkannte das Potenzial des Christentums zur Ausübung von Herrschaft.

Er formte das Christentum nach seinen Vorgaben, blieb aber vermutlich bis kurz vor seinem Tode oder sogar bis zu seinem Tode ein Heide (die Angaben dazu sind widersprüchlich, siehe Deschner, Karlheinz. 1996. Kriminalgeschichte des Christentums. Bd. 2,

Die Spätantike: von den katholischen „Kinderkaisern“ bis zur Ausrottung der arianischen Wandalen und Ostgoten unter Justinian I. (527-565). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt).

Zunächst wurde das Christentum als gleichberechtigte Religion anerkannt, dann wurde es zur alles beherrschenden Staatsreligion. D. h., als römischer Bürger musste man Christ sein, lediglich Juden wurden als Ausnahme anerkannt.

Es begann die Zeit der systematischen Vernichtung des Heidentums, heidnische Priesterinnen und Priester wurden ermordet, Tempel geschleift und auf ihnen christliche Kirchen erbaut.

Kurz: Im römischen Imperium wurde das Christentum "von oben" mit brutaler Gewalt durchgesetzt. Damit begann auch die Zeit der religiösen Kindererziehung.

Wenn man sich die Ausbreitung des Christentums genau ansieht, dann bemerkt man schnell ein Muster (außer, man ist Christ, dann ist man zu sehr mit der Leugnung von Fakten beschäftigt, um dafür einen Blick zu haben).

Wenn man also heute ein christliches oder überwiegend christliches Land sieht, muss man sich nicht fragen, ob es erobert wurde, sondern nur wann.

Fakt, das Christentum hat mit voller Brutalität sich ausgebreitet! Leider kann ich nicht noch mehr grausame Details einfließen lassen da ich zu wenig Zeichen zur Verfügung bekommen habe!

Christentum, Gott

Assyrer – Wie viele Kirchen müssen noch brennen, bis jemand hinsieht?

Es war ein Ort des Friedens. Ein Ort des Gebets.

Und nun ist es ein Ort des Blutes. Der Schmerz klebt an den Wänden der Mar-Elias-Kirche in Damaskus – einer Kirche, in der Menschen beteten, als die Explosion kam.

Menschen wie unsere Eltern. Unsere Kinder. Unsere Brüder und Schwestern.

Wieder trifft es die Christen in Syrien.

Und wieder scheint es kaum jemanden zu berühren.

Offiziell heißt es: Der sogenannte Islamische Staat war es.

Aber wir wissen: Der Terror gegen Christen hat viele Gesichter. Und viele Mittäter.

Nicht alle tragen Waffen – manche tragen Anzüge und schweigen, wenn sie reden sollten.

Und für uns Assyrer ist dieser Schmerz kein neuer.

Wir kennen ihn. Seit Jahren. Seit Jahrzehnten.

Wir erinnern uns an 2014, als der IS in die Ninive-Ebene einfiel.

Unsere Kirchen wurden in Brand gesetzt, unsere Klöster geschändet, unsere Dörfer geleert.

Hunderttausende mussten fliehen – aus der Heimat, in der unsere Wurzeln liegen.

Und 2015: Der Khabour-Fluss im Nordosten Syriens.

Assyrische Dörfer wurden überfallen, Kirchen zerstört, Menschen entführt.

Über 200 unserer Brüder und Schwestern wurden verschleppt – manche blieben über ein Jahr in Geiselhaft.

Einige kamen nie zurück.

Wir haben getrauert. Wir haben gebetet. Wir haben gehofft.

Aber wir haben auch gelernt: Die Welt schaut zu. Aber sie handelt nicht.

Seit Jahren sehen wir zu, wie unser Volk verschwindet.

Ein Dorf nach dem anderen. Eine Kirche nach der anderen.

Unsere Sprache wird aus Schulen verbannt. Unsere Geschichte aus den Büchern gelöscht.

Und wenn Blut fließt – wie jetzt in Damaskus – dann gibt es kein Wort des Trostes.

Nicht einmal ein Blick.

Warum?

Sind wir so unsichtbar geworden?

Wer schweigt, macht sich mitschuldig.

Und die syrische Regierung schweigt.

Kein Besuch bei den Angehörigen. Keine Beileidsbekundung. Keine Verantwortung.

Als ob unser Schmerz nicht zählt. Als ob wir schon längst aufgegeben hätten.

Aber wir leben noch.

Wir trauern – und wir sprechen.

Wir sind ein Volk mit 6000 Jahren Geschichte.

Ein Volk, das verfolgt wurde, aber nicht gebrochen ist.

Ein Volk, das glaubt – an Gerechtigkeit, an Freiheit, an das Leben.

Wir fordern:

  • Eine unabhängige internationale Untersuchung des Anschlags.
  • Die Anerkennung der assyrischen Christen als eigenständiges Volk mit Rechten – politisch, sprachlich, religiös.
  • Konkreten Schutz für unsere Kirchen, unsere Schulen, unsere Sprache – in Syrien wie in der Diaspora.
  • Und: eine gesicherte, autonome Region in unserem historischen Heimatland – zwischen Duhok und Ninive.
  • Einen Ort, an dem wir nicht betteln müssen, sondern leben dürfen.
  • Frei. In Würde.

Wir sind es leid, immer nur Opfer zu sein.

Wir wollen leben.

Und wenn man uns nicht schützt, dann werden wir selbst Schutz fordern – laut, standhaft, mit der Kraft unserer Geschichte.

Denn wer unsere Toten nicht betrauert,

wer unsere Kirchen nicht schützt,

wer unsere Existenz verschweigt –

der hat keinen Frieden verdient.

Aber wir werden nicht verschwinden.

Wir werden nicht aufhören zu glauben.

Nicht an das Böse, sondern an das Gute.

Nicht an Rache, sondern an Gerechtigkeit.

Unsere Hoffnung brennt – wie das Licht einer Kerze in der Nacht.

Klein vielleicht. Aber stark genug, um nicht zu verlöschen.

Charli Kanoun

Vorsitzender des Assyrischen Kulturvereins e. V. Saarlouis

Aktivist in der Assyrischen Autonomie Bewegung e. V. Saarland 

Kirche, Christentum, Gott, Jesus Christus

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