"Zerstört" das heutige Schulsystem Kreativität?

Das Ergebnis basiert auf 1041 Abstimmungen

Schulsystem "zerstört" Kreativität 76%
Kreativität wird weder "zerstört" noch gefördert. 15%
Andere Meinung // unschlüssig // keine Meinung 5%
Schulsystem fördert Kreativität 3%
jannik1411  01.06.2021, 20:16

Das deutsche oder das österreichische Schulsystem?

theaterfan1997 
Beitragsersteller
 01.06.2021, 20:28

Die S sind relativ ähnlich, die meisten Antwortenden haben wahrscheinlich das dt. verwendet, aber ich pers. kenne nur das aus Ö. Aber ich glb nicht dass es so viel Untersch. gibt.

159 Antworten

Andere Meinung // unschlüssig // keine Meinung

Kreativität als Fähigkeit wird in der Schule, wie ich sie kennengelernt habe, so gut wie nie gefördert.

Zerstört wird sie auch nicht, eher unterdrückt.

Unsere Schulen sind Bildungsinstitutionen, die zu handlungsfähigen Individuen ausbilden sollen. Jemand, der seinen Schulabschluss gemacht hat, soll sich also im Leben in Deutschland allein zurecht finden können und bei Problemen wissen, an wen er sich wenden kann.

Das Unterrichten und Fördern von Kreativität an Schulen stelle ich mir sehr herausfordernd vor, da dafür kleinere Gruppen von Vorteil wären. Das läuft auf kleinere Klassen, größere Schulgebäude, mehr Lehrer*innen hinaus.

Es müssten neue Räume zum Experimentieren und Ausprobieren geschaffen werden. Das bedeutet, Schüler*innen hätten längere Schultage und die Schulen müssten größer sein.

Unser ganzes Schulsystem müsste von Grund auf reformiert werden, es müsste mehr Geld in die Bildung fließen, was den Nachteil hätte, dass wo anders weniger Geld ankommt.

Grundsätzlich ist der Unterricht an unseren Schulen, die an "Fabriken" erinnern, sehr wertvoll. Das Vermitteln von Wissen kann nicht immer kreativ erfolgen sondern oftmals sehr klassisch altmodisch.

Aber ich sehe auf jeden Fall, dass kreatives Spiel nicht nur in den künstlerischen Fächern häufiger eingesetzt werden sollte, sondern auch in den naturwissenschaftlichen und sprachlichen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Andere Meinung // unschlüssig // keine Meinung

Sicher wird Kreativität nicht übermäßig gefördert, aber im Vergleich zu Staaten, in denen Auswendiglernen und Kontrolle per Multiple Choice die Regel sind, ist das deutsche System doch ziemlich "kreativ".

Ich denke, viel mehr Kreativität geht in der Freizeit verloren, wo "Convenience-Produkte" immer mehr die Oberhand gewinnen. Filme statt Büchern, Computerspiele statt "freiem Spiel", vorgefertigte Lego-Sets statt einem bunten Steinehaufen, Youtube-Schritt-für-Schritt-Nachmach-Anleitungen statt Versuch und Irrtum, Google statt Brockhaus usw.

Sicher gibt es auch neue Formen der Kreativität, mit denen "Ältere" wie ich vermutlich einfach nichts anfangen können, ich finde es aber immer wieder erschreckend, wie einfallslos gerade "Jüngere" agieren, wenn sie vor einem Problem stehen, das sie so noch nicht kennen und nicht direkt im ersten oder zweiten Anlauf gelöst bekommen.

Kreativität ist m.M.n. nicht nur eine wunderbare Gabe, sondern auch etwas, das man lernt, wenn man "muss". Leider kommt man heute viel zu oft auch anders und sehr viel einfacher ans Ziel - "Kann mir einer bei den Hausaufgaben "helfen"?" hat hier längst Penis- und Gewichtsfragen überholt...

Nachdenken überflüssig.


Knopperz  24.05.2021, 00:03

Dir ist schon klar, dass das Medium beim lernen keine Rolle spielt?

Wenn du etwas über Wikinger lernen willst... kannst du:

1.) An einem Geschichtsunterricht mit Thema "Wikinger" teilnehmen.
2.) Ein Buch über Wikinger lesen / hören.
3.) Ein Film (oder Serie / Doku) über Wikinger schauen.
4.) Selber ein Wikinger spielen in einem Videogame.

In allen Fällen lernst du etwas über Wikinger.

Darüber hinaus zieht sich das "lernen" im besten Fall durch das ganze Leben.

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spock2009  22.02.2024, 04:02

Vielen Dank DODO für diesen interessanten Wechsel der Blickrichtung. Ich denke es dürfte auch hinreichend erwiesen sein, dass die heutige Mediennutzung ("Smombies", etc.) zu Antriebslosigkeit führt und dadurch auch Kreativität hemmt. Ich denke auch, im Gegensatz zu Knopperz, dass die Wahl des Lernmittels eine Rolle spielt. Ein Buch oder Film durchläuft ein Lektorat und Korrektorat. Das Videogame wird hingegen eher auf Funktionalität und Spielbarkeit untersucht als auf geschichtliche Korrektheit. Ebenso sind Tube-Videos ungeprüft, was das Problem der Fake-News so verstärkt hat. Auch die negativen Prognosen und Katastrophenmeldungen in Umwelt und Politik dürften zu Mutlosigkeit und Antriebsschwächen beitragen, die in Öffentlichkeitsarbeit dringend angegangen werden müssen. Auch in der Schule.

Dazu muss die Schule Mut machen und Menschen nicht im Lernen hemmen. Und das ist moderner Schule leider immer noch vorzuwerfen. Die Schule sollte das Recht der Kinder auf Bildung umsetzen, wird von dem Lehrkörper meist aber als Zwangsmittel missverstanden, das ein viel stärkeres Gewicht darauf legt mit Notendruck ein intellektuelles Sieb darzustellen, dass durch die Angst die es erzeugt in erheblichem Maße Kreativität hemmt.

Ich selbst war lange Zeit Lehrer und habe in meinem Unterricht (Mathe) einen Schwerpunkt darauf gelegt, den Schülern durch Entdeckendes Lernen Mut zu machen es selbst zu schaffen. Ich glaube in einer mutlosen Gesellschaft ist das zeitgemäßer als eh und je und dadurch, dass der Lernstoff in Entdeckendem Lernen von dem Schüler in Eigenarbeit selbst entdeckt werden muss, statt ihn von der Lehrkraft vorgekaut zu bekommen, fördert es auch in erheblichem Maße die Kreativität der Schüler. Wichtig ist dabei natürlich durch Wahl der Lernmaterialien und der Hilfen der Lehrkraft Erfolgserlebnisse auf jedem Lernniveau sicherzustellen, um Erfolgserlebnisse bei den Lernenden zu garantieren. Mut macht Kreativ.

Wir brauchen gerade heute eine Gesellschaft, die sich nicht aufgrund von Antriebs- und Mutlosigkeit in Zukunftsängste und Extremismus flieht, sondern Probleme anpackt und sich eine positive Entwicklung selbst zutraut.

Ich glaube also nicht, dass die Schule der einzige Ort ist, der Kreativität hemmt. In jedem Fall könnte sie aber durch einen Wandel der Lehrmethoden Kreativität und Antrieb (also den Motor für Kreativität) fördern.

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Schulsystem "zerstört" Kreativität

Ein Schulsystem denkt in Rahmen. Innerhalt diesem muß eine bestimmte Menge Stoff gelernt werden. Kreativität und Motivation enstehen aber durch eine gewisse Eigenständigkeit. Was braucht man nach der Schule im Leben. Das sollte mindestens 70% sein. Davon ist es weit weg.

Schulsystem "zerstört" Kreativität

Ich selber bin zwar Kreativ, aber dennoch bin ich der Meinung das die Kreativität zerstört wird. Das ist allerdings nicht unbedingt in jedem Fach und in jeder Schule so. Ist die Meinung einer Schülerin die auf ein Gymnasium geht an dem das Bildungsystem noch gut ist (jedenfalls großteils).

LG Klara


Maija22  17.10.2022, 10:46

Natürlich gibt es Schulen, in denen das weniger oder gar nicht der Fall ist, aber die Frage dreht sich ja um das SchulSYSTEM und das fördert Kreativität nicht wirklich.

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Schulsystem "zerstört" Kreativität

Das deutsche Schulsystem ist bis heute durch und durch preußisch organisiert, sprich, das einzige was zählt sind gute Leistungen, die Kinder sollen sich dem System anpassen, nicht andersrum. Alle lernen den gleichen Stoff, unabhängig vom ihren Stärken und Schwächen, andersartige werden nicht geduldet, Kreativität und Widerstand werden ausgemerzt. Ich bin Hochbegabt und musste selber schmerzhaft erleben, wie es ist, auf einer deutschen Schule nicht der Norm zu entsprechen. Ich war chronisch unterfordert, unglücklich, hatte jeden Tag Stress mit den Lehrern weil ich die Lernmethoden und Gründe nicht einsah bzw. akzeptierte, letztlich hatte ich immer schlechte Noten. Selbst wenn ich etwas gut machte, z.B. mich für Geschichte interessierte und mir zusätzliches Wissen aneignete, wurde mir gesagt, wir sollen nur das lernen, was uns im Unterricht beigebracht wird. Das passierte regelmäßig und war eine wahnsinnig frustrierende Erfahrung, die mir auf Dauer sogar den Spaß am Lernen und das Interesse für solche Dinge zerstörte. Die Schule förderte meine Stärken nicht und respektierte auch nicht meine Schwächen. Sie erkannte meine spezielle Begabung nicht und hielt mein Wutausbrüche für verhaltensgestört. Ich wurde zur Zielscheibe der Lehrer, weil ich mich ihren zweifelhaften Lernmethoden und Praktiken widersetzte. Ich wechselte zig mal die Schule, nirgendwo war es anders. Ich wurde depressiv und schaffte fast nicht mal mein Abitur. Mit viel Glück, einer tollen Familie und einem Lernbegleiter bekam ich am Ende die Kurve. Aber ich habe gelernt, wie viel unnützen Stoff man sich in der Schule aneignen soll, wie unvorbereitet man danach ins wahre Leben geht, wie krankmachend und schlecht das System mit den individuellen Schülern umgeht, wie verzweifelt viele von ihnen dadurch sind, wie viele Talente, Stärken und kreative Köpfe vom System vernichtet und ausgelaugt werden, wie Schüler teilweise kurz vor dem Zusammenbrechen abends für die Klausur lernen, nur um den Stoff danach wieder zu vergessen und von diesem ständigen gewaltigen Leistungsdruck zerquetscht werden. Dieses Schulsystem ist Gift für Kinder. Dieses System ist seit über 200 Jahren gleich, nutzt veraltete Werte und Erkenntnisse und tötet die einzelnen Talente damit ab. Es bringt einem keinerlei praktisches Wissen bei und quetscht alle Kinder in die gleiche Hülle. Ich könnte noch stundenlang weiter so reden und falls jemand will, kann ich auch noch weiter Punkte aufzählen wie die schlechte Ausstattung etc. Aber ich denke, mein Standpunkt ist klargeworden: Wir brauchen eine Revolution des Schulsystems und zwar dringen!


Jet000  02.01.2022, 20:42

Bei mir passiert genau das gleiche.

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Rgsblau385  11.11.2022, 12:24

Das mag für Hochbegabte u.a. Außenseiter gelten, für die Masse der Schüler gilt das nicht. Diese werden durch sie Schule (hoffentlich) an Regelmäßigkeit, frühes Aufstehen, Machen, was gesagt wird, kurz, an die Herausforderungen des Alltags und die dafür erforderlichen Sekundärtugenden gewöhnt..Wehe, wenn ihnen das später fehlt. Das Leben erfordert nicht in erster Linie Kreativität, sondern Disziplin, Ordnung, Genauigkeit, Durchhaltevermögen usw.

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Sigmar1410  25.06.2024, 14:12

Das hängt vom Schüler selbst ab. Für die Intellektuellen Individuen(Hochbegabte, Außenseiter usw.) mögen diese Probleme zwar gelten, jedoch nicht für die Schülerschaft en masse. Ich als Geschichtsnerd kann deinen Standpunkt verstehen, muss jedoch auch drauf hinweisen, dass ein GROßER Teil der Schüler meines Alters(16) wenig bis gar keine Kreativität besitzt. Dies hängt nicht mit der Schule, sondern mit der Medienwelt der heutigen Jugend zusammen. Ich sage nicht, dass das Internet schlecht sei, ich meine das viele populäre Onlineservices (Tiktok zum Beispiel) nicht gerade IQ-fördernd sind. Die Schule kann dagegen eher wenig machen, da die Deutsche Bildung eher darauf abziehlt, effiziente Staatsbürger für die BRD zu bilden, als künstlerische Einzelgänger zu fördern.

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