Wieso werde ich intoleranter zu nicht Muslimen wenn ich den Islam praktiziere?

25 Antworten

Wenn ich nicht irre, dann gibt es im Islam eine Vielzahl von Vorschriften für das ganze Leben. Wer diese einhält, der steht gut da vor Gott. Der ist ein guter, wertvoller Mensch. Gott schaut auf diese Person mit Wohlwollen. Mehr scheint mir nicht notwendig zu sein. Wer also diese Vorschriften einhält, bekommt dann eine hohe Meinung von sich selber, und hält dann alle anderen für minderwertig, die diese Vorschriften nicht einhalten. Das Phänomen ist uralt und bekannt, es kommt immer wieder vor. Es ist eine Form von Selbstgerechtigkeit durch Taten, die als gut betrachtet werden. Meine guten Taten machen mich zu einem guten Menschen, die anderen sind schlecht. Es ist leider eine Form von Hochmut und Stolz. Also schwer sündhaft.

Dies ist ganz exakt die Einstellung, die Jesus heftig kritisiert und regelrecht verdammt hat! Siehe die Pharisäer. Jesus lehrt, daß es auf das Herz ankommt, auf ein Handeln aus Nächstenliebe. Wenn Menschen gut werden, dann kommt diese Gutheit von Gott als Gnade, sie kommt nicht aus unseren Taten. Fehlt den Taten die Nächstenliebe und die Liebe zu Gott, dann sind die Taten wertlos. Das wird aber ganz oft nicht gesehen und nicht verstanden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Praktizierender Katholik. Lese viel zu Glaubensfragen.

Das ist die Indoktrination und das Elitedenken das von der Gemeinschaft immer wieder aufgefrischt mit solange man regelmäßig an den Treffen der Gemeinschaft teil nimmt.

Ich kenne das noch von meinen Zeiten bei den Zeugen Jehovas. Da wird man bei jedem einzelnen Versammlungsbesuch darauf getrimmt, das man das einzig wahre Volk Gottes ist, das man, anders wie in anderen Religionen die einzig Wahre Anbetungsform hat, das Gott nur uns von Harmagedon rettet, das Gott nur uns die Auferstehung ins Paradies gestattet weil wir ja Gottes Willen tun und als einzige von Haus zu Haus gehen und predigen (was aber nicht stimmt, das machen andere auch) Aber seis drum....

Je öfter man sich so einer Gehirnwäsche unterwirft, desto eher glaubt man das auch und desto eher behandelt man andere Menschen danach. Die anderen glauben nicht an das gleiche wie du, also sind sie weniger wert und wenn sie weniger wert sind, dann sind sie Dreck unter den Füßen.

Solch ein denken verschwindet meist von selbst, wenn man sich nicht näher damit beschäftigt. Bei mir verschwand das Elitedenken etwa ein halbes Jahr nachdem ich bei den Zeugen ausgestiegen bin. Es musste auch verschwinden, denn bei den Zeugen erleidet man den sozialen Tod. Das heißt, es redet keiner der anderen Zeugen mit einen. Will man aber in der "normalen" Welt zurecht kommen muss man seine Allmachtsphantasien ablegen und anfangen sich ein soziales Umfeld aufzubauen. Mit normalen Leuten. Und da sollte man auf die Leute nicht von oben herab sehen.

Das scheint ein "DU" Problem zu sein.

Es gibt keinen Automatismus, das wenn du den Islam praktizierst, dass du andere Menschen als weniger Wert betrachten musst.

Der Qur'an warnt sogar vor davor dieser Art von Überheblichkeit:

"O ihr, die ihr glaubt! Lasst nicht eine Schar über die andere spotten, vielleicht ist diese besser als jene; noch Frauen über Frauen , vielleicht sind diese besser als jene. Und verleumdet einander nicht und gebt einander keine Schimpfnamen. Schlimm ist die Bezeichnung der Sündhaftigkeit, nachdem man den Glauben hat, und jene, die nicht umkehren – das sind die Ungerechten."

Also statt dir Gedanken darüber zu machen was andere Menschen Wert sind versuche erstmal auf dich selbst zu schauen und wo du vielleicht dich selbst noch verbesserern kannst.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Dankeschön Perfekte Antwort!

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Ist doch ganz einfach: Weil der Islam mit Abstand die intoleranteste der Weltreligionen ist! - Das lässt sich schon dessen "heiligen SChriften" entnehmen:(

Ach ja? Gib mal ein Beispiel

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Dann solltest du deine persönlichen Ansichten überdenken.

Im Christentum beispielsweise ist der Hochmut (Stolz) die oberste Todsünde.

Das bedeutet, dass es falsch ist, andere Menschen als weniger wert zu betrachten.
Es bedeutet aber auch, dass es falsch ist, andere Religionen schlecht zu machen und gegen sie zu hetzen.

Zum Beispiel: Ein Christ, der gegen den Islam hetzt, wäre ein sehr schlechter Christ, da er die Todsünde des Hochmut begeht und gleichzeitig das Gebot der Nächstenliebe missachtet.

Dir ist schon klar, das die Todsünden von einem Mönch erfunden wurden, und nicht in der Bibel stehen?

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@Deamonia

Das ist falsch. Aber selbst wenn es so wäre, ändert es rein gar nichts an den Ansichten des Christentums, die ich hier beschrieben habe.

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@mineralixx

Dann sag mal wo in der Bibel was von "Todsünden" steht, das würde mich nun echt interessieren. Muss ne andere Version sein als die die ich gelesen habe.

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Dann bin ich absolut verdammt. Und am Ende liebe ich es

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Es gibt keine Todsünden. Die einzige Sünde, die über den Tod hinaus eine Bedeutung hat ist die, Jesus Christus nicht als Retter und Erlöser zu sehen. Sich zu weigern, ihm nachzufolgen.

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